• Magazine

Fri. 11.9.2026

19:30, Beethovenhalle, Great Hall

Gabriel Kahane & Beethoven Orchester Bonn

  • Orchestra, Vocal
  • Past Event
  • € 69 / 59 / 49 / 39 / 29 / 19
  • A man stands by a riverside with wooden posts around. The sky is overcast and the atmosphere is dusky.
    Gabriel Kahane © Jason Quigley
  • Dirk Kaftan & Beethoven Orchester Bonn © Thomas Frey
  • Eliza Bagg © Tonje Thielson
  • Alicia Hall Moran © Thais Aquino
  • Steven Bradshaw © Elisa Sutherland
  • © Christian Palm

Contributors

  • Beethoven Orchester Bonn
    • Philharmonic Choir Bonn
      • Paul Krämer choir master
      • Eliza Bagg soprano
      • Alicia Hall Moran mezzo soprano
      • Holcombe Waller tenor
      • Gabriel Kahane baritone
      • Dirk Kaftan conductor

      Programme

      Gabriel Kahane

      emergency shelter intake form for four singers, community choir and orchestra (German premiere)

      Antonín Dvořák

      Symphony No. 9 in E Minor, op. 95 »From the New World«

       

       

      The concert at a glance

      What can I expect?

      A homeless questionnaire set to music becomes an appeal to humanity in Kahane’s oratorio.

      What does it sound like?
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      Pre-concert talk

      18:45, Great Hall: Pre-concert talk (in German)

      Today at the Festival Salon

      Opening hours: 16:00–23:00

      • 18:00 Happy Hour – Get creative – Bonn edition
      • 19:00–20:30 Meet Your Hobby –  Debating Club
      • 21:30–22:30 Listening Session – with Rebekka Salomea & Kit Armstrong

      Description

      Without a home: in his music, Gabriel Kahane shows what happens when cold administrative decisions collide with human destinies. Out of the stilted official language of an emergency shelter questionnaire for the homeless, he creates a haunting oratorio on inequality – at once sad and funny, terse and angry. Kahane’s American musical language combining pop, classical, and minimal music meets Dvořák’s impressions of the USA around 1900, captured in his famous Ninth Symphony.

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          • Panel Discussion: Without a Home with Gabriel Kahane
          • Roomful of Teeth with Gabriel Kahane

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        • A man is standing in a meadow by a lake; he is wearing a dark jumper with a large white flower printed on it. He has his hands buried in his grey curls and is looking down. The atmosphere is sombre.
          #essay Gabriel Kahane
          Being American
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        A man stands by a riverside with wooden posts around. The sky is overcast and the atmosphere is dusky.

        Digital programme booklet (in German)

        Fri. 11.9.

        19:30, Beethovenhalle, Great Hall

        Gabriel Kahane & Beethoven Orchester Bonn

        Mitwirkende

        Beethoven Orchester Bonn

        Philharmonischer Chor der Stadt Bonn
        Paul Krämer Einstudierung

        Eliza Bagg Sopran
        Alicia Hall Moran Mezzosopran
        Holcombe Waller Tenor
        Gabriel Kahane Bariton

        Dirk Kaftan Dirigent

        Programm

        Gabriel Kahane (*1981)
        emergency shelter intake form für vier Vokalsolist:innen, Community-Chor und Orchester (Deutsche Erstaufführung)

        I. What Brings You Here 
        II. The Chorus of Inconvenient Statistics
        III. Where Did You Sleep Last Night? 
        IV. If You Answered Yes To »Living with Family Slash Friends«
        V. Have You Ever Been Evicted? 
        VI. Certainly We Can All Agree 
        VII. Have You Received Any Income in the Past Thirty Days? 
        VIII. Do Your Co-Workers Know That You Have Lost Your Home?
        IX. Are You Eligible for a Section 8 Voucher? 
        X. Has Your Physical Health Ever Caused You To Lose Your Housing? 
        XI. A Brief History of The Subprime Mortgage Loan Crisis
        XII. Have You Ever Been Denied A Lease? 
        XIII. Thank You for Completing This Form 


        Pause


        Antonín Dvořák (1841–1904)
        Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 »Aus der neuen Welt«

        I. Adagio – Allegro molto
        II. Largo
        III. Scherzo, molto vivace
        IV. Allegro con fuoco

        Über den Konzertabend

        Konzertdauer: ca. 130 Minuten

        Gastronomisches Angebot vor Ort

        Nach dem Konzert: CD-Verkauf der Künstler:innen

        Für ein ungestörtes Konzerterlebnis bitten wir Sie, auf Foto- und Videoaufnahmen zu verzichten.

        Zusätzlich zu Blumen schenken wir den Künstler:innen Blüh-Patenschaften, mit deren Hilfe in der Region Bonn Blumenwiesen angelegt werden.

        Einführungsgespräch

        18.45 Uhr, Großer Saal
        Konzerteinführung mit Tilmann Böttcher und Gespräch mit Dirk Kaftan und Gabriel Kahane

        Festival Salon

        Unser Festival Salon steht vor und nach dem Konzert zum gemütlichen Verweilen offen – auch ohne Ticket. Kommen Sie vorbei!
        Öffnungszeiten: 16–23 Uhr

        Programm:
        18 Uhr:  Happy Hour – Werden Sie kreativ: Bonn-Edition. Gestalten Sie ein Andenken vom Festival Salon.
        19–20.30 Uhr:  Meet Your Hobby – Debattierclub Bonn
        21.30–22.30 Uhr:  Listening Session – mit Rebekka Salomea & Kit Armstrong

        Ort: Im Ausstellungsraum zwischen Haupt- und Südfoyer

        Einleitung

        Gabriel Kahane & Beethoven Orchester Bonn

        Wo begegnet uns denn das ›Zuhause‹ im heutigen Konzertabend? Antonín Dvořák fragt im Jahr 1893 danach, wo Amerika musikalisch zuhause ist und sucht im Gewand großer, romantischer Sinfonik nach künstlerischen Antworten auf Fragen, die die Gesellschaft damals spalteten. Gabriel Kahane wiederum fragt in den musikalischen Sprachen unserer Zeit, was ein Zuhause bedeutet, wenn man keines mehr hat.

        Zwischen Dvořák und Kahane liegen 130 Jahre amerikanischer Geschichte – und doch verbindet beide dieselbe Frage: Wie kann Musik Geschichte und Gegenwart in einer Weise erzählen, die uns unmittelbar berührt? Dass unser Konzert genau auf den 25. Jahrestag des 11. September fällt, erinnert daran, wie eng sich in der amerikanischen Erinnerung Geschichte, Hoffnung und Verwundbarkeit überlagern.

        Wie wird aus Geschichte Gegenwart? Wann verschwindet die Distanz zwischen einem Werk und uns? Und wo beginnt Musik, sich wie ein Zuhause anzufühlen?

        Kahane

        Zahlen und Fakten

        Gabriel Kahane: emergency shelter intake form

        Entstehung: 2018

        Uraufführung: 12.5.2018, Arlene Schnitzer Concert Hall, Portland, OR, Oregon Symphony unter Leitung von Carlos Kalmar

        Besetzung: 2 Flöten (2. auch Piccoloflöte), 2 Oboen (beide auch Englischhorn), 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 4 Hörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen, Tuba, Pauken, Schlagzeug, Akkordeon, Harfe, Klavier/Celesta, Mezzosopran, verstärktes Vokaltrio (Alt, Tenor, Bariton), Streicher

        Gut zu wissen: Bei der Uraufführung standen Wohnungslose im Chor mit auf der Bühne.

        Engagierte Kunst

        Gabriel Kahane demonstriert sein gesellschaftliches Engagement nicht mit einer politischen Forderung, sondern mit einer künstlerischen Fragestellung: Wie lässt sich ein gesellschaftliches Problem so erzählen, dass es uns angeht?

        Sein Anliegen ist nicht die amerikanische Geschichte, sondern ein sehr spezieller Ausschnitt der amerikanischen Gegenwart, nämlich das gigantische Problem der Obdachlosigkeit. In Aufsätzen und Blogbeiträgen beschreibt Kahane seine Recherchen: Besuche in Not­unter­künften, Gespräche mit Sozialarbeiter:innen, Bewohner:innen und Jurist:innen, die Analyse von Gesetzestexten und politischen Argumentationen.

        Seine Recherchen nun schmilzt er in einem beinahe alchemistischen Prozess mit bürokratischen und juristischen Texten und eigenen Gedanken zu einem neuen, großen Ganzen zusammen und versieht es mit Musik: Gesetzestexte werden zu Poesie, Statistik wird Gesang, Verwaltung wird Theater. Eine Mischform aus solistisch und chorisch gesungener, vom Orchester begleiteter Musik – und doch ist emergency shelter intake form alles andere als ein klassisches Oratorium.

        Kahane schwankt stilistisch zwischen den großen amerikanischen Musiktheater-Meistern des 20. Jahrhunderts wie Gian Carlo Menotti oder Leonard Bernstein, Neuer Musik, Musical, Country, Jazz und Alter Musik. Jeweils dem Text angemessen: vom Klagegesang des »Wissen Deine Kollegen, dass Du Dein Zuhause verloren hast?« bis zur Liedermacher-Nummer des »Certainly We Can All Agree« (»Wir werden sicherlich übereinstimmen«).

        A man is standing in a meadow by a lake; he is wearing a dark jumper with a large white flower printed on it. He has his hands buried in his grey curls and is looking down. The atmosphere is sombre.
        Gabriel Kahane © Jason Quigley

        Die musikalische Reise

        Das Stück beginnt mit dem Moment, in dem jemand um Aufnahme in einer Notunterkunft ersucht: »Was hat Sie hierhergeführt? Was ist passiert? Wo haben Sie letzte Nacht geschlafen?« Fragen, die in der Aufnahme so oder ähnlich vermutlich jedem und jeder Schutzsuchenden gestellt werden. Schon in dieser ersten Nummer, vom Mezzosopran gesungen, schleichen sich unvermutet Störtöne mit ein: »Hatten Sie jemals einen Namen auf der Zunge?« Sie zwingen uns, genau zuzuhören, nicht abzuschalten, selbst wenn wir glauben, dass gerade ein Fragebogen heruntergebetet wird: »Aus welchem Beruf hatten Sie in den letzten 30 Tagen Einnahmen? Rechtsberater, Fahrradmechaniker, Markenberater …« Und dann auf einmal: »Zweibeinige Schmusedecke«. Wir können niemals sicher sein, dass Kahane uns nicht hinters Licht führt, auf eine Verwaltungs-Vorschrift eine groteske Beobachtung, eine monströse Schlussfolgerung, eine logische Volte folgen lässt. 

        Der warmen Stimme des Mezzosoprans stellt Kahane den unangenehmen und hartnäckigen »Chorus of Inconvenient Statistics« (»Chor der unbequemen Statistiken«) gegenüber: Wie in der griechischen Tragödie kommentieren die drei das Geschehen, sagen das, was eigentlich niemand hören möchte: Sind sie das gesellschaftliche Gewissen? Kahane lässt uns auch hier nicht sicher werden: Sie übernehmen das Ruder, die Grenzen zwischen den Rollen verschwimmen. Und auch in den Inhalten schwankt Kahane: »In der Kunst musst Du zweideutig bleiben«, hören wir den Chorus singen, und dann: »Ja, aber nicht so, dass man nicht doch manchmal die Zweideutigkeit um einer klaren Überzeugung willen opfert.«

        All das führt dazu, dass wir nah dranbleiben, genau zuhören: Hat uns ein instrumentales kleines Solo gepackt? Lässt uns eine Zeile stutzen wie »Wie erklären Sie Ihrem Sohn das Wort ›Zwangsversteigerung‹«? Hier wechselt Kahane nämlich die Perspektive. Wir wissen nicht mehr, wer angesprochen ist – der Mensch in der Aufnahme der Notunterkunft, oder wir? Die Distanz, so sagt er selbst, zwischen Wohnungsbesitzenden und Obdachlosen, wird verringert – unsere bequeme Distanz zum Problem wird verringert, wir sind am Ende des Werkes dem Problem vielleicht ein bisschen näher. Ein Ende, in dem ein Chor singt: »Thank you for completing this form.« »Danke für Ihre Geduld. Für Ihre Reise von Büro zu Büro. Dank an Sie, den unerfahrenen Social Worker. Fürs Durchhalten … und fürs Ausfüllen dieses Formulars! Morgen früh um 6.30 Uhr müssen Sie draußen sein.«

        Dvořák

        Zahlen und Fakten

        Antonín Dvořák: Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 »Aus der neuen Welt«

        Entstehung: 1893

        Uraufführung: 16.12.1893, Carnegie Hall, New York, New Yorker Philharmoniker unter Leitung des Komponisten

        Besetzung: 2 Flöten (2. auch Piccoloflöte), 2 Oboen (2. auch Englischhorn), 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 4 Hörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen, Tuba, Pauken (3), Triangel, Becken und Streicher

        An artistic photo of a conductor in concert, overlayed with a picture of a few string musicians.
        Dirk Kaftan & Beethovenorchester Bonn 2025 © Maike Münstermann

        Zeiten des Aufbruchs

        Als die Musik-Mäzenin Jeanette Thurber 1891 Antonín Dvořák nach New York holte, befanden sich die Vereinigten Staaten in einer Phase des Aufbruchs. Der Bürgerkrieg war vorbei, die Sklaverei abgeschafft. Doch die neue Ordnung war längst nicht in der Gesellschaft angekommen. Die indigene Bevölkerung wurde weiter zurückgedrängt, viele befreite Sklav:innen erfuhren die neue Freiheit nur auf dem Papier. Rassismus, soziale Ungleichheit und die Frage nach einer gemeinsamen Identität bestimmten die Diskussionen der Zeit.

        Inmitten dieses vielfach beschworenen Schmelztiegels stellte Thurber die Frage nach einer nationalen Musikkultur. Und sie hatte die Mittel, ihr Gewicht zu verleihen: Sie engagierte einen der erfolgreichsten Komponisten Europas als Direktor des von ihr frisch gegründeten National Conservatory. Dvořák hatte gezeigt, wie sich Volksmusik in Kunstmusik verwandeln ließ. Genau deshalb richteten sich nun die Blicke auf ihn.

        Als Dvořák erklärte, die Zukunft amerikanischer Musik liege in den Gesängen der afroamerikanischen Diaspora und der Musik der indigenen Bevölkerung, entbrannte eine heftige Debatte. Für die einen war er die große Hoffnung der amerikanischen Musik. Für die anderen ein Europäer, der den Amerikaner:innen nichts zu sagen hatte. Als schließlich seine neue Sinfonie angekündigt wurde – mit dem Beinamen »Aus der neuen Welt« –, erreichte die Spannung ihren Höhepunkt.

        Große Musik

        Was das Publikum am Abend des 16. Dezember 1893 suchte, waren politische Statements. Was es bekam, war schlicht überwältigende Musik: Auf dem Programm stand eine Sinfonie in vier Sätzen. Zunächst ein hervorstechendes Thema der Hörner, kämpferisch und rhythmisch markant. Ihm gegenüber steht ein liedhaftes zweites Thema, das an ein Volkslied erinnert. Im Verlauf des Satzes nähern sich die Welten einander an, verändern sich, tauschen beinahe die Rollen. Im zweiten Satz (Largo) steigen aus schwebenden Blechbläserakkorden die Töne des Englischhorns empor – eine Melodie, die klingt, als habe es sie schon immer gegeben.

        Ein bewegter Mittelteil unterbricht diese nächtliche Ruhe, die sich am Schluss jedoch wieder einstellt. Das Scherzo als dritter Satz wirkt unverkennbar böhmisch. Gleichzeitig scheint der Boden unter den Füßen nie ganz fest: Akzente verschieben sich, Richtungen wechseln. Im Finale kehrt die kämpferische Atmosphäre des Beginns zurück. Doch nun zieht auch die Erinnerung ein. Themen der ersten Sätze tauchen wieder auf, Vergangenes wird gegenwärtig. Aus vielen Einzelteilen entsteht ein großer musikalischer Zusammenhang.

        Zurück zur Uraufführung: Der Beifall brandete hoch. Und sofort begann die Frage: Was hatte man eigentlich gehört: Spirituals? Slawische Volksmusik? Amerika? Die Legendenbildung setzte früh ein. Kritiker:innen hörten afroamerikanische Einflüsse, andere entdeckten Longfellows berühmtes indigenes Epos Hiawatha. Dvořák, seine Unterstützung afroamerikanischer Musiker:innen und die Sinfonie »Aus der neuen Welt« verschmolzen zu einer Erzählung, die bis heute nachwirkt.

        An orchestra is playing on stage in a concert hall before a blue background.
        Dirk Kaftan & Beethoven Orchester Bonn 2025 © Maike Münstermann

        Was ist amerikanische Musik?

        Dabei hätte es dem Werk nicht geschadet, einige Fragen offen zu halten. Warum musste eine amerikanische Kunstmusik auf dem Boden europäischer Kunstmusik entstehen? Warum sollten Spirituals und die Musik der indigenen Bevölkerung ihren Platz gerade in Sinfonien und Streichquartetten finden? Vielleicht fand Dvořák in den Rhythmen und Harmonien der Spirituals etwas wieder, das ihn an die Musik seiner Heimat erinnerte, vielleicht zog ihn gerade diese Verwandtschaft an. Vielleicht stülpte sich die Amerika-Erzählung über ein böhmisches Werk und verstellt unseren Blick darauf.

        Wie die meisten europäischen Künstler:innen seiner Zeit dachte auch Dvořák in Kategorien von Volkscharakter, Nationalkultur und kultureller Entwicklung. Dass afroamerikanische oder indigene Musik ihren Platz in der Kunstmusik finden könnten, erschien ihm bemerkenswert und wichtig. Ob er sich eine Zukunft dieser Musik, die er hoch schätzte, außerhalb der Formen europäischer Kunstmusik überhaupt vorstellen konnte, bleibt eine offene Frage.

        Wie Dvořák die Musik Amerikas durch die Erfahrungen seiner böhmischen Heimat hörte, hören auch wir diese Sinfonie durch die Fragen unserer eigenen Zeit. Wenn jede Generation diese Sinfonie anders hört – was höre eigentlich ich? Und warum?

        Tilmann Böttcher

      • Group of people at an elegant outdoor event. Title is "Beethovenfest Freundeskreis" with text about membership.
        © Nekame Klasohm
      • Wir danken den Mitgliedern des Freundeskreises

        PATRON

        Founding members Arndt and Helmut Andreas Hartwig

        PLATINUM

        Dr. Michael Buhr und Dr. Gabriele Freise-Buhr

        Godesberg Gastronomie & Event GmbH

        GOLD

        LTS Lohmann Therapie-Systeme AG

        Andrea und Ekkehard Gerlach

        Hans-Joachim Hecek und Klaus Dieter Mertens

        Dr. Thomas und Rebecca Ogilvie 

        Albert Tonger Immobilien e. K.

        Braunschweiger Privatbank, Köln

        SILVER

        Maria und Christoph Bader

        Bernd Böcking 

        Dr. Sigrun Eckelmann† und Johann Hinterkeuser

        Dr. Stefanie Montag und Dr. Stephan Herberhold

        Dr. Luciano und Ulrike Pizzulli

        Julia Rabus und Mirko Klemm 

        Jannis Ch. Vassiliou und Maricel de la Cruz

        ON THE RECOMMENDATION of our patrons Arndt and Helmut Andreas Hartwig

        Tim Achtermeyer MdL

        Judith und Tobias Andreae

        Dr. Frank Asbeck und Susanne Birkenstock

        Bettina Böttinger und Martina Wziontek

        Anja Bröker

        Philipp Buhr und Marie-Madeleine Zenker

        Tim und Jessi Buhr

        Katja Burkard und Hans Mahr

        Claudia Cieslarczyk und Heiko von Dewitz

        Rüdiger und Andrea Depkat

        Guido Déus

        Prof. Dr. Udo und Bettina Di Fabio

        Walter Droege und Hedda im Brahm-Droege

        Ralf und Antje Firmenich

        Tobias Grewe und Dr. Jan Hundgeburth

        Jörg Großkopf und Peter Daubenbüchel

        Prof. Monika Grütters

        Lothar und Martha Harings

        Dr. Bernhard Helmich und Mai Hong

        Dr. Eckart und Ulla von Hirschhausen

        Dr. Sabine Hoeft und Thomas Geitner

        Prof. Dr. Frank G. und Ulrike Holz

        Prof. Dr. Wolfgang und Dr. Brigitte Holzgreve

        Martin Hubert und Martina und Martha Marzahn

        Stephan und Sirka Huthmacher

        Dirk und Viktoria Kaftan

        Dr. Christos Katzidis MdL und Ariane Katzidis

        Andrea, Tim und Jan Kluit

        Dr. Eva Kraus

        Dr. Markus Leyck Dieken und Peter Kraushaar

        Peter und Katharina Limbourg

        Nathanael Liminski MdL und Hanna Liminski

        Horst und Katrin Lingohr

        Marianne und Stefan Ludes

        Dr. Peter Lüsebrink und Karl-Heinz von Elern

        Michael Mronz und Markus Felten

        Prof. Dr. Georg und Doris Nickenig

        Dr. Solveig Palm

        Alexandra Pape und Malte von Tottleben

        Christian A. und Rita Rast

        Hans-Arndt und Julia Riegel

        Prof. Dr. Manuel und Aila Ritter

        Matthias und Steffi Schulz

        Moritz Seibert

        Stephan Schwarz und Veronika Smetackova

        Annette Schwolen-Flümann und Thomas Flümann

        Prof. Walter Smerling und Beatrice Blank

        Elisabeth Sobotka und Prof. Dr. Hans Peter Wehrli

        Peter und Annette Storsberg

        Prof. Burkhard und Friederike Sträter

        Prof. Dr. Hendrik Streeck MdB und Paul Zubeil

        Ulrich und Petra Voigt

        Oliver und Diane Welke

        Dr. Vera Westermann und Michael Langenberg

        Dr. Matthias Wissmann und Francisco Rojas

        Christian van Zwamen und Gerd Halama

        BRONZE

        Jutta und Ludwig Acker * Prof. Dr. Wolfgang Angerstein * Alexandra Asbeck * Dr. Rainer und Liane Balzien * Munkhzul Baramsai * Christina Barton van Dorp und Dominik Barton * Christoph Beckmanns * Prof. Dr. Christa Berg * Prof. Dr. Arno und Angela Berger * Christoph Berghaus * Klaus Besier * Ingeborg Bispinck-Weigand * Christiane Bless-Paar und Dr. Dieter Paar * Frank-Michael Böhle und Elvira Pietzka-Böhle * Dr. Ulrich und Barbara Bongardt * Anastassia Boutsko * Anne Brinkmann * Ingrid Brunswig * Lutz Caje * Gabriele und Robert Carl * Elmar Conrads-Hassel und Dr. Ursula Hassel * Ingeborg und Erich Dederichs * Geneviève Desplanques * Irene Diederichs * Michael Eckhardt und Birgit Wolter * Christel Eichen und Ralf Kröger * Elisabeth Einecke-Klövekorn * Dr. Martina Endepohls-Ulpe und Alexander Ulpe * Heike Fischer und Carlo Fischer-Peitz * Dr. Gabriele und Ulrich Föckler * Prof. Dr. Eckhard Freyer * Johannes Geffert * Silke und Andree Georg Girg * Dr. Helga-Maleen Gerresheim * Margareta Gitizad * Carsten Gottschalk * Ulrike und Axel Groeger * Marta Gutierrez und Simon Huber * Cornelia und Dr. Holger Haas * Sylvia Haas * Christina Ruth Elise Hendges * Renate und L. Hendricks * Peter Henn * Prof. Ingeborg Henzler und Dr. Mathias Jung * Heidelore und Prof. Werner P. Herrmann * Dr. Monika Hörig * Georg Peter Hoffmann und Heide-Marie Ramsauer * Dr. Francesca und Dr. Stefan Hülshörster * Karin Ippendorf * Angela Jaschke * Dr. Michael und Dr. Elisabeth Kaiser * Elisabeth und Rolf-Dieter Kaißer * Agnieszka Maria und Jan Kaplan * Dr. Hiltrud Kastenholz und Herbert Küster * Dr. Reinhard Keller * Dr. Ulrich und Marie Louise Kersten * Rolf Kleefuß und Thomas Riedel * Dr. Gerd Knischewski * Norbert König und Clotilde Lafont-König * Sylvia Kolbe * Sigrid Kümmerlein * Gisela Kunz * Dr. Hans Dieter und Ursula Laux * Ute und Dr. Ulrich Kolck * Manfred Koschnick und Arne Siebert * Lilith Matthiaß-Küster und Norbert Küster * Thea Kutzscher * Ruth und Bernhard Lahres * Renate Leesmeister * Gernot Lehr und Dr. Eva Sewing * Traudl und Reinhard Lenz * Florian H. Luetjohann * Moritz Magdeburg * Dr. Charlotte Mende * Heinrich Meurs * Heinrich Mevißen * Dr. Dr. Peter und Dr. Ines Miebach * Karl-Josef Mittler * Dr. Josef Moch * Esther und Laurent Montenay * Friedrich Wilhelm Moog und Vera Walther-Moog * Katharina und Dr. Jochen Müller-Stromberg * Dr. Nicola und Dr. Manuel Mutschler * Dr. Gudula Neidert-Buech und Dr. Rudolf Neidert * Gerald und Vanessa Neu * Lydia Niewerth * Wolfram Nolte * Mark und Rita Opeskin * Céline Oreiller * Dieter und Brigitta Penning * Carol Ann Pereira * Gabriele Poerting * Dr. Manfred und Dorothee van Rey * Ruth Schmidt-Schütte und Hans Helmuth Schmidt * Dr. Andreas und Bettina Rohde * Prof. Dr. Tilman und Astrid Sauerbruch * Ingrid Scheithauer * Monika Schmuck * Markus Schubert * Simone Schuck * Petra Schürkes-Schepping * Dr. Manfred und Jutta von Seggern * Prof. Dr. Norma Selve * Prof. Dr. Wolfram Steinbeck * Dr. Andreas Stork * Michael Striebich * Dr. Corinna ten Thoren und Martin Frevert * Verena und Christian Thiemann * Dr. Sabine Trautmann-Voigt und Dr. Bernd Voigt * Hermann und Bettina Ude * Katrin Uhlig * Carrie Walter und Gabriel Beeby * Susanne Walter * Aino Ritva Weyers und Nadeem Hajouj * Ruth Winterwerp-van den Elzen und Jürgen Winterwerp * Dr. Bettina und Dr. Matthias Wolfgarten

        YOUNG FRIENDS

        Iklim Arikan * Linda Dahn * Lasse Frings * Ricci Frosio * Lin Golenia * Emilia Hecke * Victoria Emilia Holz * M Hornauer * Zsolt Máté Kiss * Jonas Kotulla * Marie Meißner * Felix Mennicken * Linus Neunkirchen * Felix Schuck * Hannah Speckmann * Charlotte Speckmann * Nelly Sophia Stach * Till Steinert * Johanna von Bargen * Florens Windelen * Yolanda Winter * Akichika Yukawa * Tom Ziese

        Vokaltext

        Gabriel Kahane

        emergency shelter intake form

        I. What Brings You Here

        What brings you here?
        What happened?

        Where did you sleep last night?
        Have you ever had a lease in your name?
        Have you ever had utilities in your name?
        Have you ever had a name on the tip of your tongue?

        Would prior landlord give you a bad reference?
        A glowing reference?
        Would prior landlord fail to mention
        The wondrous smells
        That would emit from your kitchen?

        Have you ever owned a home?
        Have you ever lost a home?
        Please use the following space
        To draw a picture
        Of the look on a man’s face
        When he learns he has lost his home.

        I. Was bringt Sie hierher (Übersetzung)

        Was bringt Sie hierher?
        Was ist passiert?

        Wo haben Sie letzte Nacht geschlafen?
        Haben Sie je unter Ihrem Namen einen Mietvertrag gehabt?
        Haben Sie je unter Ihrem Namen Nebenkosten bezahlt?
        Haben Sie je einen Namen auf der Zunge gehabt?

        Würde vorheriger Vermieter Ihnen ein schlechtes Zeugnis ausstellen?
        Ein glänzendes Zeugnis?
        Würde vorheriger Vermieter versäumen
        Die seltsamen Gerüche
        Die aus Ihrer Küche kamen zu erwähnen?

        Haben Sie je ein Eigenheim besessen?
        Haben Sie je ein Zuhause verloren?
        Bitte nutzen Sie den folgenden Platz
        Um ein Bild zu malen
        Vom Gesichtsausdruck eines Mannes
        Wenn er erfährt, dass er sein Zuhause verloren hat.

        II. Chorus of Inconvenient Statistics

        We are the chorus of inconvenient statistics,
        Legislation, and relevant documents.
        We do not wish to make any of you feel shitty.
        (Excuse our language—
        We haven’t been properly socialized.)
        But, we know that you, gentle listener,
        Sitting veiled in the gauzy dark,
        Did not come here this evening
        To be lectured or to be shamed.

        Nevertheless…

        We believe that the lifeblood of art is—
        How shall we put it?
        Ambiguity—
        Whereas to beat an audience
        Over the head with ideological claptrap
        Would suggest, ipso facto, that ambiguity
        Had been sacrificed in favor of
        Making a point.

        And yet we believe that
        In order to do justice
        To this heady story,
        This gnarled complex of ideas,

        We must from time to time
        Dispense with politesse
        And share with you
        The cold hard facts.

        II. Chor lästiger Statistiken (Übersetzung)

        Wir sind der Chor lästiger Statistiken
        Gesetzgebungen und relevanter Dokumente.
        Wir wünschen nicht, jemanden von Ihnen sich beschissen fühlen zu lassen.
        (Entschuldigen Sie unsere Ausdrucksweise—
        Wir wurden nicht ordentlich erzogen.)

        Doch wir wissen dass Sie, verehrter Zuhörer,
        Wie Sie in hauchdünne Dunkelheit gehüllt sitzen,
        Heute nicht hergekommen sind
        Um belehrt oder beschämt zu werden.

        Nichtsdestotrotz…

        Wir glauben, dass der Lebenssaft von Kunst—
        Wie sollen wir es sagen?
        Mehrdeutigkeit ist—
        Wohingegen ein Publikum
        Mit ideologischem Geschwafel zu bombardieren
        Suggerieren würde, ipso facto, dass Mehrdeutigkeit
        Geopfert wurde, zugunsten
        Einer klaren Aussage.

        Und doch glauben wir, dass
        Um dieser aufregenden Geschichte
        Gerecht zu werden,
        Diesem verstrickten Komplex an Ideen,

        Wir von Zeit zu Zeit
        Auf Höflichkeit verzichten
        Und mit Ihnen
        Die kalten, harten Fakten teilen müssen.

        III. Where Did You Stay Last Night

        Where did you stay last night?
        Check one box only:

        ◻ On the Street
        ◻ Emergency Shelter
        ◻ Transitional Housing
        ◻ Psychiatric Facility
        ◻ Hospital (non-psychiatric)
        ◻ Hospital whose fluorescent light
        And whose scent of death
        Make you feel all kinds of nauseous,

        And from which you flee
        In a flowered gown
        At 3 am into the April dark …
        ◻ Jail / Prison / Juvenile Facility
        ◻ Domestic Violence Situation

        ◻ Living with Relatives / Friends
        ◻ Living with Relatives / Friends
        Whose judgment of you is
        Trying your patience.

        ◻ Living with Relatives / Friends
        Whose patience is being tried
        By you and your family.

        ◻ Living with Relatives / Friends
        In a half-finished basement
        Where you and your son and daughter
        Share a bed
        In which you lie awake;
        Listen to footsteps upstairs,
        The breath of your children,
        And wonder what you did wrong …

        ◻ Motel not paid for by Shelter Voucher
        ◻ Motel not painted by Edward Hopper
        ◻ Motel whose manager looks at you
        Sideways with a mouthful of rotten teeth,
        A look that you can’t help but think
        Has got something to do with
        The color of your skin …

        ◻ Foster Care / Group Home
        ◻ Permanent Supportive Housing
        ◻ Place Not Meant For Habitation
        ◻ Car / Bus / Subway / An Embankment

        ◻ A Bridge
        ◻ A Forest
        ◻ A Ridge
        ◻ A Clocktower

        ◻ In the moon, in the sun
        ◻ In a room overrun
        With disappointment despondency,
        And a broken flat screen tv screen
        Watched by rats enthusiastically
        You wonder what you did wrong …

        III. Wo haben Sie letzte Nacht übernachtet (Übersetzung)

        Wo haben Sie letzte Nacht übernachtet?
        Kreuzen Sie nur ein Kästchen an:


        ◻Auf der Straße
        ◻Notunterkunft
        ◻Übergangsunterkunft
        ◻Psychiatrische Einrichtung
        ◻Krankenhaus (nicht-psychiatrisch)
        ◻Krankenhaus, dessen Neonlichter
        Und dessen Todesgeruch
        Ihnen auf jede erdenkliche Weise übel werden lassen,

        Und von welchem Sie fliehen,
        In einem geblümten Nachthemd,
        Um drei Uhr nachts in die Aprildunkelheit …

        ◻U-Haft / Gefängnis / Jugendeinrichtung
        ◻Situation häuslicher Gewalt

        ◻ bei Verwandten / Freunden wohnend
        ◻ bei Verwandten / Freunden wohnend,
        Deren Urteil über Sie
        Ihre Geduld auf die Probe stellt.

        ◻ bei Verwandten / Freunden wohnend,
        Deren Geduld auf die Probe gestellt wird
        Von Ihnen und Ihrer Familie.

        ◻ bei Verwandten / Freunden wohnend,
        In einem halbfertigen Keller
        In dem Sie, Ihr Sohn und Ihre Tochter
        Ein Bett teilen
        In dem Sie wach liegen;
        Den Schritten oben lauschen,
        Dem Atem Ihrer Kinder,
        Und sich fragen, was Sie falsch gemacht haben…

        ◻ Motel nicht durch Shelter Voucher bezahlt
        ◻ Motel nicht von Edward Hopper gemalt
        ◻ Motel dessen Manager Sie ansieht
        Von der Seite, mit einem Mund voll faulender Zähne,
        Ein Blick bei dem Sie unweigerlich denken,
        Er hätte etwas mit
        Ihrer Hautfarbe zu tun…

        ◻ Pflegefamilie / Wohngruppe
        ◻ Dauerhaftes unterstütztes Wohnen
        ◻ Nicht zum Wohnen gedachter Ort
        ◻ Auto / Bus / U-Bahn / Böschung

        ◻Eine Brücke
        ◻Ein Wald
        ◻Ein Hügel
        ◻Ein Uhrenturm

        ◻Im Mond, in der Sonne
        ◻In einem Raum überfüllt
        Von Enttäuschung Niedergeschlagenheit
        Und einem kaputten Flachbildfernseher
        Begeistert von Ratten beobachtet
        Fragen Sie sich, was Sie falsch gemacht haben …

        IV. If You Answered Yes to »Living With Family Slash Friends«

        If you answered »Yes« to
        »Living with family slash friends«,
        Please complete the following:

        How do four people sleep in a room that’s meant for two,
        A game of Tetris that can’t be won?
        How do you explain the word »foreclosure«
        To your son?

        What happens when your son
        Wets the bed that the three of you
        Are sleeping in and you speak to him harshly,
        And he cries?

        And while you cannot pay for the car
        That’s in the shop, how will you get to work
        And the boys to school?

        Does your pride catch in your throat?
        Do you tell lies so that people don’t know?

        When you receive the call from the school
        In your office chair:
        Please pick up your son.

        Will you tell them the truth
        That you had to choose:
        Mortgage or Medical?

        So if my boy is acting out,
        Hit another boy in the mouth,
        Our catalog of loss
        Might have something to do with it.

        Does your pride catch in your throat?
        Do you tell lies so that people don’t know?

        IV. Wenn Sie mit Ja auf »Bei Familie oder Freunden wohnend« geantwortet haben (Übersetzung)

        Wenn Sie mit »Ja« auf
        »Bei Familie oder Freunden wohnend« geantwortet haben,
        Füllen Sie bitte Folgendes aus:

        Wie schlafen vier Leute in einem Raum für zwei,
        Ein Tetris-Spiel welches nicht gewonnen werden kann?
        Wie erklären Sie das Wort »Zwangsvollstreckung«
        Ihrem Sohn?

        Was passiert, wenn Ihr Sohn
        Das Bett nässt, in dem Sie drei
        Schlafen und Sie streng zu ihm sprechen,
        Und er weint?

        Und wenn Sie nicht für das Auto zahlen können
        Welches in der Werkstatt ist, Wie kommen Sie zur Arbeit
        Und die Jungs in die Schule?

        Steckt Ihnen der Stolz in der Kehle fest?
        Lügen Sie, damit Leute nichts wissen?

        Wenn Sie einen Anruf von der Schule erhalten
        In Ihrem Bürostuhl:
        Bitte holen Sie Ihren Sohn ab.

        Werden Sie ihm die Wahrheit erzählen,
        Dass Sie wählen mussten:
        Hypothek oder Arztrechnung?

        Wenn sich also mein Junge danebenbenimmt,
        Einem anderen Jungen auf die Nase gibt,
        Könnte unser Katalog des Verlustes
        Damit etwas zu tun haben.

        Steckt Ihnen der Stolz …

        V. Have You Ever Been Evicted

        Have you ever been evicted?
        How many times?
        0 • 1 • 2–3 • 4–9 • More than 10

        If yes, how did it feel to hold the pink paper
        You are hereby notified
        As you stood in melting snow
        that the county sheriff’s office
        Where men in coveralls tossed your belongings,
        has a court order
        Your son’s baseball trophies, your cookbooks,
        requiring your immediate removal
        Onto the pavement?
        from the premises.

        On a scale of 1 to 5,
        How would you rate your
        Failure to vacate will be cause for
        humiliation
        the sheriff to remove your belongings.
        when you asked the men,
        If an eviction is
        choking on your pride,
        necessary, risk of damages or loss
        if you could use the bathroom
        of property shall be borne by you
        in what had been
        the defendant
        until that morning
        after delivery
        your home?
        by the sheriff to the place of safe-keeping.

        Have you ever been evicted
        After calling the police
        to report the blue black bruises,
        To report the blue black bruises
        On face, neck, chest, arms?
        (check all body parts that apply)

        »Public nuisance,« the landlord claimed,
        While you applied concealer
        Outside the courtroom.
        Or perhaps you didn’t call—
        Your bruises burnish, fester, and increase?

        Or did the company move to Michigan?
        Did envelopes with plastic windows
        Pile up on the table til you found yourself
        Balanced on steel girders
        A bridge over the Delaware
        Fistfuls of pills,
        Red, yellow, pink
        Then a little voice,
        »Either God or my grandmother,«
        You would later recall,
        Told you not to jump.

        What was the last thought
        That coursed through your mind
        As you lay down on the sidewalk
        And waited to be found?

        V. Mussten Sie je Ihr Zuhause räumen (Übersetzung)

        Mussten Sie je Ihr Zuhause räumen?
        Wie viele Male?
        0 • 1 • 2–3 • 4–9 • Mehr als 10

        Wenn ja, wie fühlte es sich an, den pinken Zettel zu halten
        Sie sind hiermit davon in Kenntnis gesetzt,
        Während Sie im schmelzenden Schnee standen
        Dass das Sheriffsbüro
        In dem Männer in Overalls Ihr Hab und Gut,
        Einen Gerichtsbeschluss hat
        Die Baseballtrophäen Ihres Sohnes, Ihre Kochbücher
        Welcher Ihre sofortige Verweisung 
        Auf den Gehweg warfen?
        Vom Gelände erforderlich macht.

        Auf einer Skala von 1 bis 5,
        Wie würden Sie Ihre
        Das Unterlassen der Räumung ist Grund für
        Bloßstellung
        Den Sheriff, Ihr Hab und Gut zu entfernen.
        Bewerten, als Sie die Männer fragten,
        Ist eine Räumung
        An Ihrem Stolz erstickend,
        Notwendig, wird das Risiko von Schädigung oder Verlust
        Ob Sie die Toilette nutzen könnten
        Von Besitz von Ihnen getragen
        In was
        Dem Angeklagten
        Bis diesen Morgen
        Nach der Lieferung
        Ihr Zuhause war?
        Durch den Sheriff an den Aufbewahrungsort.

        Mussten Sie je Ihr Zuhause räumen,
        Nachdem Sie die Polizei riefen
        Um die blauschwarzen Blutergüsse zu melden,
        Um die blauschwarzen Blutergüsse zu melden
        Auf Gesicht, Hals, Brust, Armen?
        (kreuzen Sie alle zutreffenden Körperteile an)

        »Störenfried,« behauptete der Vermieter,
        Während Sie Concealer
        Vor dem Gericht auftrugen.

        Oder vielleicht riefen Sie nicht an—
        Ihre Blutergüsse werden poliert, eitern und vermehren sich?

        Oder zog die Firma nach Michigan?
        Häuften sich Umschläge mit Plastikfenstern
        Auf dem Tisch, bis Sie sich
        Balancierend auf Stahlträgern fanden
        Eine Brücke über dem Delaware
        Eine Faust voll Pillen
        Rot, gelb, pink
        Dann eine leise Stimme,
        »Entweder Gott oder meine Großmutter,«
        Erzählten Sie später,
        Befahl Ihnen nicht zu springen.

        Was war der letzte Gedanke
        Der durch Ihren Kopf schwirrte
        Als Sie sich auf den Gehweg legten
        Und darauf warteten, gefunden zu werden?

        VI. Certainly We Can All Agree

        Certainly we can all agree
        That we are in the midst of a housing crisis
        For which the most effective solution
        Is to build new homes at more affordable prices.

        The only nagging question that remains—
        The one that most nearly pertains—
        Is where these units should to be erected
        That we might keep protected
        Our sun-drenched, gut-renovated, acre-and-a-half victorian domains:
        And so we’ve written these refrains:

        To have shelter is a right we all hold dear
        As long as it isn’t built too near
        To our bespoke craftsman homes with their raisèd beds
        Full of heirloom asparagus and ancient grain for our breads.
        Baby, this doesn’t need to be hard—
        Put ‘em anywhere at all,
        But not in my backyard.

        We’ve always loved the unwashed masses,
        the hardscrabble working classes,
        So long as we can’t see or hear them
        ‘Cause the truth is that we fear them.
        Baby, this doesn’t need to be hard—
        Put ‘em …

        Not in my backyard!
        We don’t wanna have to have our windows barred.
        Anywhere else is fine within the urban growth boundary line,
        Put ‘em …

        Never mind the fact
        That we live on plundered land.
        Those Natives whom we killed and conquered
        Surely understand
        That when Andrew Jackson held out
        His cold and bloody hand
        They were consigning themselves
        To live in squalid poverty
        On inadequate tracts bereft
        Of modern niceties
        Like running water or electricity
        But that ain’t no concern for you or me!

        We believe in social justice at any price
        As long as it don’t mean we have to make a sacrifice.
        Mixed income housing’s nice in theory
        But in practice makes us leery, still this,
        This doesn’t have to be hard—
        Build it anywhere at all,
        Just not in my backyard.

        Not in my backyard!
        You can understand why we gotta stay on guard.
        It’s a sacred old tradition
        Of denying folks permission
        To gain entry into our community—
        That is if they don’t look like you or me
        And have an income north of a million two or three.
        This doesn’t have to be hard—
        Put ‘em …

        VI. Sicherlich können wir alle zustimmen (Übersetzung)

        Sicherlich können wir alle zustimmen,
        Dass wir in einer Wohnungskrise stecken
        Für welche die effektivste Lösung
        Ist, neue Wohnungen zu erschwinglicheren Preisen zu bauen.

        Die einzige quälende Frage die noch bleibt—
        Die, die am ehesten zutrifft—
        Ist wo diese Wohneinheiten gebaut werden sollten
        Damit wir schützen können
        Unsere sonnengebadeten, kernsanierten, anderthalb Hektar viktorianischen Grundbesitze:
        Also haben wir diese Refrains geschrieben:

        Obdach zu haben ist ein Recht welches wir alle wertschätzen
        So lang es nicht zu nah gebaut ist
        An unseren maßgeschneiderten Craftsmanhäusern mit ihren erhöhten Beeten
        Voll mit Erbstück-Spargel und uralten Getreiden für unsere Brote.
        Baby, es muss gar nicht schwer sein—
        Packt sie irgendwo hin,
        Aber nicht in meine Nachbarschaft

        Wir haben die ungewaschenen Massen schon immer geliebt,
        Die beinharten Arbeiterklassen,
        Solange wir sie nicht sehen oder hören können
        Denn die Wahrheit ist, dass wir sie fürchten.
        Baby, es muss gar nicht schwer sein—
        Packt sie …

        Nicht in meine Nachbarschaft!
        Wir wollen nicht, dass unsere Fenster vergittert sein müssen.
        Überall anders innerhalb der Grenze des städtischen Wachstums ist gut,
        Packt sie …

        Ganz abgesehen davon
        Dass wir auf geraubtem Land leben.
        Diese Ureinwohner die wir töteten und eroberten
        Verstehen sicherlich
        Dass als Andrew Jackson 
        Seine kalte, blutige Hand ausstreckte
        Sie sich überließen
        In verwahrloster Armut zu leben
        Auf unzureichenden Gebieten ohne
        Moderne Annehmlichkeiten
        Wie fließendes Wasser oder Strom
        Aber das ist keine Sorge für Sie oder mich!

        Wir glauben an soziale Gerechtigkeit um jeden Preis
        Solange es nicht bedeutet, wir müssen Opfer bringen.
        Wohnungsbau für gemischte Einkommen ist theoretisch nett
        Aber macht uns praktisch misstrauisch, aber das,
        Das muss gar nicht schwer sein 
        Baut es irgendwo hin,
        Nur nicht in meine Nachbarschaft.

        Nicht in meine Nachbarschaft!
        Sie können verstehen, warum wir wachsam sein müssen.
        Es ist eine heilige alte Tradition
        Leuten zu verbieten
        Eintritt in unsere Gemeinschaft zu erhalten—
        Also wenn sie nicht aussehen wie Sie oder ich
        Oder ein Einkommen über zwei bis drei Millionen haben.
        Das muss gar nicht schwer sein—
        Packt sie …

        VII. Have You Received Any Income From Any Source in the Past Thirty Days

        Have you received any income in the past thirty days?
        If yes, please describe:

        Home Health Aid
        Mortgage Broker
        Legal Advisor
        Conceptual Artist

        Bike Mechanic
        Brand Consultant
        Construction Worker
        Lemonade Stand Operator

        Clerk at Kroger’s
        Clerk at Walmart
        Clerk at Fred Meyer
        Oscar Meyer Weiner Mascot

        Adjunct Faculty
        Gas Station Attendant
        Security Guard
        Human Security Blanket

        Singer in a Band
        Violinist In An Orchestra
        Oboist In An Orchestra
        Head Usher

        Visual Artist
        Sandwich Artist
        Con Artist
        Escape Artist

        If you have received Non-Cash Benefits
        In the past thirty days
        And have still gone to bed hungry,
        You may not have been able to distinguish
        Between the emptiness in your stomach
        And your sense of resignation.

        VII. Haben Sie in den letzten dreißig Tagen Einkünfte aus irgendeiner Quelle erzielt (Übersetzung)

        Haben Sie in den letzten dreißig Tagen Einkünfte erzielt?
        Wenn ja, bitte beschreiben Sie:

        Häusliche Pflegekraft
        Hypothekenvermittler
        Rechtsberater
        Konzeptkünstler

        Fahrradmechaniker
        Markenberater
        Bauarbeiter
        Limonadenstandverkäufer

        Verkäufer bei Kroger’s
        Verkäufer bei Walmart
        Verkäufer bei Fred Meyer
        Oscar Mayer Wiener Maskottchen

        Lehrbeauftragter
        Tankstellenwirt
        Sicherheitsbeamter
        Menschliche Sicherheitsdecke

        Bandsänger
        Violinist in einem Orchester
        Oboist in einem Orchester
        Chefplatzanweiser

        Bildender Künstler
        Sandwichkünstler
        Schwindler
        Entfesselungskünstler

        Wenn Sie in den vergangenen dreißig Tagen
        Sachbezüge erhalten haben
        Und trotzdem hungrig ins Bett gegangen sind,
        Konnten Sie vielleicht nicht
        Zwischen der Leere Ihres Magens
        Und Ihrer Resignation unterscheiden.

        VIII. Do Your Co-Workers Know That You Have Lost Your Home

        Do your co-workers know that you have lost your home?
        Do they know you have sweated through sheets
        In every bed you’ve slept in for the last six weeks?
        Do your co-workers know?

        VIII. Wissen Ihre Kollegen, dass Sie Ihr Zuhause verloren haben (Übersetzung)

        Wissen Ihre Kollegen, dass Sie Ihr Zuhause verloren haben?
        Wissen sie, dass Sie die Laken durchgeschwitzt haben
        Jedes Bettes in dem Sie die letzten sechs Wochen schliefen?
        Wissen Ihre Kollegen das?

        IX. Section 8

        Are you eligible for a Section 8 or Housing Choice Voucher?
        Have you applied for a Section 8 or Housing Choice Voucher?
        Are you on a waiting list for a Section 8 or Housing Choice Voucher?
        Were you given an estimate of how long you would be waiting?
        If yes, were you told that the wait would be:

        3–6 months • 7–12 months • 1–2 years • 3–5 years
        The duration of a presidency
        A generation

        If more than ten years,
        please check box labeled eternity

        Please make a list of the activities
        You intend to pursue
        While on the waiting list.
        Be descriptive.
        Be creative.
        You may choose to include illustrations.

        Are you aware that despite having qualified for this voucher,
        Intended to help low income, very low income,
        Extremely low income families to acquire housing,
        That you and your family have only a one in five chance
        Of receiving it?

        If by, contrast, you were a homeowner,
        You would be eligible for the mortgage interest deduction,
        Which after being capped at $750,000
        Per annum (to facilitate corporate tax cuts)
        Will still result in federal loss
        Of $50 billion dollars,
        (give or take)
        90 percent of which will benefit families
        With household incomes greater than
        $100,000 or more per annum.

        In plain English, this means
        That the federal government
        Subsidizes housing for the middle and upper classes
        At a higher rate than it does for the poor.

        How does this make you feel?

        IX. Section 8 (Übersetzung)

        Kommen Sie für einen Section 8 oder Housing Choice Voucher [Mietzuschussprogramm] infrage?
        Haben Sie sich für einen Section 8 oder Housing Choice Voucher beworben?
        Sind Sie auf einer Warteliste für einen Section 8 oder Housing Choice Voucher?
        Wurde Ihnen eine etwaige Wartezeit mitgeteilt?
        Wenn ja, wurde Ihnen gesagt, die Wartezeit betrüge:

        3–6 Monate • 7–12 Monate • 1–2 Jahre • 3–5 Jahre
        Die Dauer einer Präsidentschaft
        Eine Generation

        Wenn über zehn Jahre,
        kreuzen Sie bitte die Box, die als Ewigkeit benannt ist, an

        Bitte erstellen Sie eine Liste von Aktivitäten
        Denen Sie nachgehen möchten
        Während Sie auf der Warteliste stehen.
        Seien Sie beschreibend.
        Sie können Illustrationen verwenden.

        Sind Sie sich dessen bewusst, dass obwohl Sie Anspruch auf diesen Voucher haben,
        Der gedacht ist für einkommensschwache, sehr einkommensschwache,
        Extrem einkommensschwache Familien um Wohnungen zu finden,
        Dass Sie und Ihre Familie nur eine eins zu fünf Chance haben
        Ihn zu erhalten?

        Wären Sie hingegen ein Hausbesitzer
        Hätten Sie Anspruch auf den Hypothekenzinsabzug,
        Welcher, nachdem er bei 750000$ per annum
        Gedeckelt wurde (um Unternehmenssteuersenkungen zu ermöglichen),
        Immer noch auf Bundesebene in
        50 Milliarden Dollar Verlust resultieren wird,
        (mehr oder weniger)
        Von welchem aber 90 Prozent an Familien Nutzen finden
        Welche Haushaltseinkommen von über
        100000$ oder mehr per annum haben.

        Auf gut Deutsch bedeutet das,
        Dass die Bundesregierung
        Wohnungen für die Mittel- und Oberschicht subventioniert
        zu einer höheren Rate als für Arme.

        Wie fühlen Sie sich dabei?

        X. Has Physical Health Ever Caused You to Lose Your Housing

        Does your body ache
        Like a bright light that’s also black,
        But no doctor,
        For fear of bills
        You know that you can’t pay?

        Do you worry your lip:
        Rent or electricity,
        Gasoline or groceries,
        what to sell?

        Blood plasma
        Your body
        Check all that apply

        Check all that apply

        Sell the plasma,
        Eat the cookies,
        Drink the juice,
        Stumble to the car.

        Rest your head
        On the steering wheel
        And listen to the tape you made
        In 2004

        Regain composure
        Drive to Walmart
        Cash the forty dollar check
        You received for opening a vein.

        Does your body ache
        Like a bright light that’s also black.

        X. Hat körperliche Gesundheit je dazu geführt, dass Sie Ihre Wohnung verlieren (Übersetzung)

        Schmerzt Ihr Körper
        Wie ein grelles und doch schwarzes Licht,
        Aber kein Doktor
        Aus Angst vor Rechnungen
        Von denen Sie wissen, dass Sie sie nicht bezahlen können.

        Kauen Sie auf Ihrer Lippe;
        Miete oder Strom,
        Benzin oder Lebensmittel,
        Was verkaufen?

        Blutplasma
        Ihren Körper
        Alles Zutreffende ankreuzen

        Alles Zutreffende ankreuzen

        Das Plasma verkaufen,
        Den Keks essen,
        Den Saft Trinken,
        Zum Auto stolpern.

        Lehnen Sie Ihren Kopf 
        Auf das Steuerrad
        Und hören die Kassette an die Sie
        2004 gemacht haben

        Fassung wiedergewinnen
        Zu Walmart fahren
        Den vierzig Dollar Scheck einlösen
        Für dessen Erhalt Sie eine Ader öffneten.

        Schmerzt Ihr Körper
        Wie ein grelles und doch schwarzes Licht.

        XI. A Brief History of the Subprime Mortgage Loan Crisis

        Um, we’re super sorry to interrupt
        And we mean no disrespect,
        But we felt that this might be
        An opportune moment to interject
        A brief history of the financial crisis
        Expressed through mortgages, subprime.
        But in order to do so
        We must revisit an earlier time

        Of Absolut vodka, perms, and wedge salad,
        Michael Milken indicted for junk bonds, invalid,
        Revolutions in the Eastern bloc,
        The first tremors in a worldwide shock,
        That would leave the old guard looking pallid.

        But the suits on Wall Street
        They couldn’t be bothered,
        Too busy toasting
        The new bond they’d fathered.

        An industry-wide sensation:
        The Collateralized Debt Obligation!

        Say you’ve got yourself a pile of different loans:
        Aircraft-lease and credit card, vacations homes—
        Diversified assets you can slice and dice
        Then repackage and re-sell for a reasonable price.

        A means to redistribute the collective risk
        Into a stew of debt or better yet, securitized bisque!
        It made markets more efficient, at least that’s how it seemed:
        The free market built as Milton Friedman had dreamed!

        Can you hear the bull market roar?
        That’s the sound of the rich buying debt from the poor!
        And when they’ve bought it all, my friend,
        They’ve gotta make more,
        And that’s where subprime mortgages come in!

        Some years pass or to be exact a decade and a few,
        We go from George Bush One to Bubba on to George Bush Two.
        Wall Street got addicted to that CDO bet—
        That’s the bet that says that folks will never default on their debt.

        They needed lots of loans to feed their debt machine
        That turns our IOUs and You Owe Me’s right back into green
        So in the boom of new construction in the early to mid-aughts
        With McMansions in production on these grand suburban lots

        A plot was hatched behind the scenes
        By fatcats in the backs of limousines:
        They’d offer toxic lines of credit
        To those too poor to get it
        By more or less any other means.

        Can you hear the bull market roar? ...

        The lenders knew the fine print of these loans contained
        A mine field full of rate hikes that were never explained,
        So folks who made subsistence wages, they got loans for half a mil—
        Told to lie about their incomes on the forms they had to fill.

        The lenders thought that housing prices couldn’t help but rise
        So when folks couldn’t make a payment, they’d instead re-amortize,
        Then these loans were bought by Wall Street, cut in pieces, packed, and sold,
        They were seemingly innocuous, the truth, though never told,

        Was that these new financial instruments, all rated triple-A
        Were in fact big piles of garbage that would putrefy some day,
        And when these unsuspecting folks who’d bought these grand and lavish homes,
        They found the housing market stalled, began to default on their loans.

        You see the boom turned to a bubble, and by fall ‘07, well
        The bubble turned to rubble, and it pains me much to tell
        You that the CDOs we mentioned, that hedge funds all had stashed
        As seemingly good money, now one by one they crashed.

        Can you hear the bull market roar? …

        For their role in fiscal meltdown, and for judgment lacked
        You’d think you’d see the guys at Deutsche Bank and Goldman sacked,
        But instead they walked with millions, golden parachutes and more,
        Sure, the building was on fire but they danced right through the door

        Because although more than nine million families’ homes were lost
        If Wall Street made a profit, baby, it was worth the cost
        Cause in America, my friend, you know, we love the dollar the most,
        So what if folks are sleeping on the street from coast to coast?

        Equality’s a concept for Norwegians, Finns, and Danes,
        Whereas we prefer our shirts and skins, our zero sum financial games,
        So in with Milton Friedman out with old John Maynard Keynes.

        Can you hear the bull market roar? …

        So baby that’s where subprime mortgages
        And predatory payday lenders
        Certain kinds of credit cards
        And a host of other strategies
        To empty out the bank accounts
        Of those who’re facing stagnant wages
        Limited opportunity for gainful employment

        Yes that’s where subprime mortgage loans come in!

        XI. Eine kurze Geschichte der Subprime-Hypothekenkrise (Übersetzung)

        Ähm, die Unterbrechung tut uns leid
        Und wir wollen nicht unhöflich sein,
        Aber wir dachten, das wäre
        Ein guter Moment um einzuwerfen
        Eine kurze Geschichte der Finanzkrise
        Ausgedrückt durch Hypotheken, Subprime-Kredit.
        Aber um das zu tun
        Müssen wir zu einer früheren Zeit zurück

        Von Absolut Wodka, Dauerwellen, und Wedge-Salat,
        Michael Milken angeklagt für Hochzinsanleihen, ungültig,
        Revolutionen im Ostblock,
        Die ersten Wellen eines weltweiten Bebens,
        Das die alte Garde blass erscheinen lassen würde.

        Aber den Anzugträgern an der Wall Street
        Könnte es nicht egaler sein,
        Zu sehr damit beschäftigt anzustoßen
        Auf die neue Anleihe die sie aus der Taufe gehoben hatten.

        Eine branchenweite Sensation:
        Die Collateralized Debt Obligation [gesicherte Schuldverschreibung]!

        Nehmen Sie an, Sie hätten einen Haufen verschiedener Darlehen:
        Flugzeugleasingvertrag und Kreditkarte, Ferienhäuser—
        Vervielfältigte Vermögenswerte, die Sie aufteilen und strukturieren können,
        Neu verpacken und wiederverkaufen für einen zivilen Preis.

        Eine Möglichkeit, das kollektive Risiko umzuverteilen
        In einen Eintopf an Schulden oder, noch besser, verbriefte Suppe!
        Es machte Märkte effizienter, zumindest schienen sie so:
        Der freie Markt, gebaut wie Milton Friedman träumte!

        Können Sie den Bullenmarkt donnern hören?
        Das ist das Geräusch der Reichen, wie sie die Schulden der Armen kaufen!
        Und wenn sie sie alle gekauft haben, mein Freund,
        Dann müssen sie noch mehr verdienen,
        Und da kommen Subprime-Hypotheken ins Spiel!

        Ein paar Jahre vergehen, um genau zu sein ein Jahrzehnt und ein paar Zerquetschte,
        Wir gehen von George Bush One über Bubba [Clinton] zu George Bush Two.
        Wall Street ist süchtig nach dieser CDO-Wette—
        Die Wette die besagt, dass Leute nie mit ihren Schulden in Verzug geraten.

        Sie brauchten jede Menge Darlehen um ihre Schuldenmaschine zu füttern
        Welche unsere Schuldscheine und gegenseitigen Forderungen wieder in Bargeld verwandelt
        Und so, im Bauboom der frühen bis Mittnuller
        Mit McMansions [geschmacklose Neubauten] in Produktion auf diesen riesigen Vorstadtgrundstücken 

        Wurde insgeheim ein Plan ausgeheckt
        Von Bonzen in den Rücksitzen von Limousinen:
        Sie würden toxische Kreditlinien anbieten
        Denen zu arm um sie auf
        Irgendwelche anderen Wegen zu erhalten.

        Können Sie den Bullenmarkt donnern hören? …

        Die Kreditgeber wussten, im Kleingedruckten dieser Kredite ist
        Ein Minenfeld von Zinsanstiegen die nie jemand erklärt hat,
        Sodass Leute mit Mindestlöhnen Kredit für eine halbe Million bekamen—
        Mit der Anweisungen auf den auszufüllenden Formularen über ihr Einkommen zu lügen.

        Die Kreditgeber dachten, dass Wohnpreise nur steigen konnten
        Sodass, wenn Leute eine Rate nicht zahlen konnten, sie stattdessen den Kredit neu amortisieren lassen würden,
        Dann wurden diese Kredite von Wall Street gekauft, zerstückelt, gebündelt und weiterverkauft,
        Sie wirkten harmlos; die Wahrheit, obwohl nie ausgesprochen,

        War, dass diese neuen finanziellen Mittel, alle mit AAA bewertet,
        Tatsächlich ein Haufen Müll waren der eines Tages verrotten würde
        Und als diese ahnungslosen Leute, die diese großen, verschwenderischen Häuser gekauft hatten
        Sahen, dass der Wohnungsmarkt zum Stillstand kam, kamen sie in Zahlungsverzug. 

        Sehen Sie, der Boom wurde zu einer Blase und bis Herbst ’07, tja
        Lag die Blase in Schutt und Asche, und es tut mir weh Ihnen 
        Zu erzählen, dass die CDOs die wir erwähnten, dass die Hedge-Fonds, die alle
        Als scheinbar sicheres Geld angelegt hatten, nun einer nach dem anderen zusammenbrachen.

        Können Sie den Bullenmarkt donnern hören? …

        Für ihren Beitrag zum Finanzkollaps und fehlendes Urteilsvermögen
        Sollte man denken, die Jungs von der Deutschen Bank und Goldman gefeuert zu sehen,
        Doch stattdessen strichen sie Millionen ein, dank ›Goldener Fallschirme‹ und mehr,
        Sicher, das Gebäude stand in Flammen, aber sie tanzten einfach zur Tür hinaus.

        Denn auch wenn die Häuser von über neun Millionen Familien verloren waren:
        Solange Wall Street Profit schlug war es den Preis wert
        Denn in Amerika, mein Freund, wissen Sie, lieben wir den Dollar über alles,
        Und wenn Leute von Küste bis Küste auf der Straße schlafen, na und?

        Gleichheit ist ein Konzept für Norweger, Finnen und Dänen,
        Wohingegen wir unser ›Hemdchen gegen Haut‹ präferieren, unsere finanziellen Nullsummenspiele,
        Also rein mit Milton Friedman, raus mit dem alten John Maynard Keynes.

        Können Sie den Bullenmarkt donnern hören? …
        Und Baby, da kommen Subprime-Hypotheken
        Und räuberische Anbieter von Kurzzeitkrediten
        Bestimmte Arten von Kreditkarten
        Und ein Haufen anderer Strategien
        Um die Konten jener zu leeren
        Die mit stagnierenden Löhnen konfrontiert sind
        Mit begrenzten Möglichkeiten für Erwerbstätigkeit

        Ja da kommen die Subprime-Hypotheken ins Spiel!

        XII. Have You Ever Been Denied a Loan or a Lease

        Natural or artificially established barriers
        Have you ever been denied a lease?
        will prove effective
        Have you ever been denied a loan?
        in protecting a neighborhood
        In Birmingham in 1886
        in protecting a neighborhood
        In Chicago in 1933
        and the locations within it
        Milwaukee 1964
        from adverse influence, namely,
        Queens 1978
        the infiltration of business and industrial uses,
        Baltimore in 2007
        lower-class occupancy,
        In Philadelphia
        and inharmonious racial groups.
        In 2016
        and inharmonious racial groups.

        Have you and your parents
        Your grandparents, too
        Been corralled into districts
        Whose borders somebody drew

        In bright blood red greasepaint
        On maps tacked to walls
        In unadorned offices
        In unadorned halls?
        Bleeding Albina
        The greasepaint to signify
        That there shall not be
        Any investment
        By state or by industry

        Ensuring decline
        The seeds of decay
        Of a once thriving neighbourhood
        Til some impossible Sunday

        When some nice young couple
        Plant a flag with their towheaded son,
        Varnish the floors,
        Re-do the doors,
        Reinvestment’s begun.
        Bleeding Albina.

        If somehow you managed
        To take out a loan
        And in spite of obstruction
        You went and purchased a home

        In a calm and suburban neighbourhood
        Where your mere presence was deemed no good
        What were the tactics
        Used to encourage you to leave?

        Rock hurled through ground floor window
        In the space provided below
        Rock hurled through second story window
        Please draw a straight line, if possible,
        Cruficix driven into lawn and set ablaze
        A straight line from your current hardship
        Dead animal set on lawn to moulder, putrefy
        And lack of assets
        Bomb threats, idle threats
        To the system discrimination
        Casual tyranny
        Waged from generation to generation
        Dynamite strewn under porch and ignited
        By government and private citizens alike
        Prank phone calls
        You may use
        In the middle of the night
        This red grease pencil.
        In the middle of the night

        XII. Wurde Ihnen je ein Kredit oder Mietvertrag verweigert (Übersetzung)

        Natürlich oder künstlich erschaffene Barrieren
        Wurde Ihnen je ein Mietvertrag verweigert?
        werden sich als effektiv erweisen
        Wurde Ihnen je ein Kredit verweigert?
        um eine Nachbarschaft zu schützen
        In Birmingham in 1886
        um eine Nachbarschaft zu schützen
        In Chicago in 1933
        und die Orte in ihr
        Milwaukee 1964
        vor widrigen Einflüssen, genauer,
        Queens 1987
        der Unterwanderung von Geschäften und industriellen Nutzen,
        Baltimore in 2007
        Besetzung durch niedrigere Klassen,
        In Philadelphia
        und unharmonischen ethnischen Gruppen.
        In 2016
        Und unharmonischen ethnischen Gruppen.

        Wurden Sie und Ihre Eltern
        Ihre Großeltern auch
        In Bezirke eingepfercht
        Deren Grenzen von jemandem gezogen wurden

        In knallroter Fettschminke
        Auf an die Wand gepinnten Karten
        In schmucklosen Büros
        In schmucklosen Gängen?
        Bleeding Albina [Studie von 2007 über Segregation und Desinvestition in Wohnvierteln]

        Die Fettschminke da um darzustellen
        Dass es keine
        Investition
        Durch Staat oder Industrie geben wird

        Um Verschlechterung sicherzustellen
        Die Samen des Verfalls
        Einer einst blühenden Nachbarschaft
        Bis einen unmöglichen Sonntag

        Ein nettes junges Paar
        Mit ihrem flachsblonden Sohn eine Flagge hisst,
        Die Böden lackiert,
        Die Türen neu macht,
        Reinvestition hat begonnen.
        Bleeding Albina.

        Sollten Sie es irgendwie geschafft haben
        Einen Kredit aufzunehmen
        Und wider jedes Hindernis
        Ein Zuhause gekauft haben

        In einer ruhigen, vorstädtischen Nachbarschaft
        In der Ihre bloße Anwesenheit für nicht gut befunden wurde
        Was waren die Taktiken
        Die genutzt wurden Sie zum Gehen zu ermuntern?

        Stein durch das Erdgeschossfenster geworfen
        Im unten vorgesehenen Bereich
        Stein durch das Fenster des ersten Stockes geworfen
        Malen Sie bitte, wenn möglich, eine gerade Linie
        Kruzifix in den Rasen gerammt und angezündet
        Eine Linie von Ihren momentanen Schwierigkeiten
        Tote Tiere auf den Rasen gelegt um zu verschimmeln, verwesen
        Und Mangel an Vermögen
        Bombendrohungen, leere Drohungen
        Zur Systemdiskriminierung
        Beiläufige Tyrannei
        Von Generation zu Generation ausgetragen
        Dynamit unter die Terrasse gestreut und entzündet
        Durch Regierung und Einzelbürger gleichermaßen
        Telefonstreiche
        Sie dürfen
        Mitten in der Nacht
        Diesen roten Fettstift verwenden.
        Mitten in der Nacht

        Thank You for Completing This Form

        Thank you.
        Thank you for your patience.
        Thank you for trekking from office to office.
        Thank you, thank you for enduring the long lines,
        The clutches of crying children,
        Thank you
        The downturned mouth of your caseworker,
        Thank you
        The bad fluorescent lighting.
        Thank you
        Sleeping in chairs,
        Middle of summer,
        Way too much air-conditioning,
        Thank you for completing this form.

        Thank you.
        Thank you for enduring
        Under the breath comments of family members,
        Thank you
        Nights under scratchy blankets,
        On worn out sofas
        Thank you
        The inexperienced social worker,
        Breakfast and lunch at the senior center,
        Showers at the gym,
        Long hours at your job,
        In less than ideal circumstances,
        Thank you for completing this form.

        For enduring this and more
        We are pleased to inform you
        That tonight we can offer
        In a concrete church basement

        In the room to the right as you enter the door
        An emergency shelter bed.

        You will need to be gone
        By six thirty am.

        XIII. Danke, dass Sie dieses Formular ausgefüllt haben (Übersetzung)

        Danke. 
        Danke für Ihre Geduld. 
        Danke, dass Sie von Büro zu Büro gewandert sind.
        Danke, danke, dass Sie die langen Warteschlangen ausgehalten haben,
        Das Klammern weinender Kinder
        Danke
        Den nach unten gewendeten Mund Ihres Fallbearbeiters,
        Danke
        Das schlechte Neonlicht.
        Danke
        Auf Stühlen schlafen,
        Mitten im Sommer,
        Viel zu hoch eingestellte Klimaanlage,
        Danke, dass Sie dieses Formular ausgefüllt haben.

        Danke.
        Danke, dass Sie ausgehalten haben
        Leise vor sich hin gemurmelte Bemerkungen von Familienmitgliedern,
        Danke
        Nächte unter kratzigen Decken
        Auf durchgelegenen Sofas
        Danke
        Den unerfahrenen Sozialarbeiter,
        Frühstück und Mittagessen im Seniorenzentrum,
        Duschen im Fitnessstudio,
        Lange Arbeitstage,
        In nicht idealen Umständen,
        Danke, dass Sie dieses Formular ausgefüllt haben.

        Dafür, dass Sie das und mehr ausgehalten haben
        Freuen wir uns, Ihnen mitteilen zu können,
        Dass wir diese Nacht anbieten können
        In einem Betonkirchenkeller

        Im Raum zur Rechten wenn Sie hereinkommen:
        Ein Notunterkunftsbett.

        Sie müssen wieder raus sein
        Bis sechs Uhr dreißig morgens.

        Biografien

        Gabriel Kahane, Bariton & Komponist
        Jason Quigley
        Gabriel Kahane © Jason Quigley

        Gabriel Kahane ist Musiker, Schriftsteller und Geschichtenerzähler. Er arbeitet mit Künstler:innen verschiedenster Genres zusammen, darunter Phoebe Bridgers, Paul Simon und Sufjan Stevens sowie das Danish String Quartet, Caroline Shaw und Pekka Kuusisto. Mit seinen Kompositionen leistet er einen künstlerischen Beitrag zu politischen Debatten, etwa in seinem Oratorium emergency shelter intake form, das anhand von Obdachlosigkeit und unsicheren Wohnverhältnissen die wirtschaftliche Ungleichheit anprangert. Das Stück war unter anderem in London, New York und Chicago zu hören.

        Als begeisterter Theaterkünstler eröffnete Kahane die letzte Saison im New Yorker Off-Broadway-Theater Playwrights Horizons mit der Premiere von zwei Solostücken: Magnificent Bird und Book of Travelers. Letzteres dokumentiert seine 8 980 Meilen lange Zugreise nach der Präsidentschaftswahl 2016. Gabriel Kahanes umfangreiche Diskografie umfasst fünf Alben als Singer-Songwriter sowie mehrere Orchester- und Kammermusikprojekte. Kahane wurde 2021 mit dem Charles Ives Fellowship der American Academy of Arts and Letters ausgezeichnet. Seit 2019 ist er als Creative Chair der Oregon Symphony tätig.

        Alicia Hall Moran, Mezzosopran
        Peter Adamik
        Alicia Hall Moran © Peter Adamik

        Die Mezzosopranistin Alicia Hall Moran veröffentlichte die preisgekrönten Soloalben Heavy Blue und Here Today. In ihrem neuesten Album Coldblooded (2026) verfolgt sie wie bei früheren Projekten die Mission, die Genregrenzen aufzuheben. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Jason Moran entstanden Produktionen für die Washington National Opera und die Biennale von Venedig. Als Regisseurin inszenierte sie Two Wings: The Music of Black America in Migration in der Carnegie Hall. Nach ihrem Broadway-Debüt in The Gershwins’ Porgy & Bess wurde sie für den NAACP Theater Award nominiert.

        Moran kooperiert zudem mit Bildenden Künstler:innen wie Joan Jonas oder Simone Leigh. Sie tritt regelmäßig mit großen Sinfonieorchestern wie dem BBC Symphony Orchestra London oder dem Philadelphia Orchestra auf. Die Produktion von Gabriel Kahanes emergency shelter intake form 2020 mit dem Oregon Symphony Orchestra war ein weiterer Karrierehöhepunkt. Sie war Stipendia­tin der Ford Foundation wurde zudem mit dem Jerome Hill Artist Award ausgezeichnet.

        Eliza Bagg, Sopran
        Tonje Thielson
        Eliza Bagg © Tonje Thielson

        Eliza Bagg ist eine experimentelle Sängerin und Komponistin, die weltweit in Projekten vom Concertgebouw bis zur Carnegie Hall auftritt. Sie ist bekannt für ihre »ätherische« Ästhetik und ihren »leuchtenden Klang«. Häufig arbeitet sie eng mit Komponist:innen wie Meredith Monk zusammen, wobei sie ihre Improvisationskunst und kompositorischen Fähigkeiten beiträgt. Sie brachte Werke von Ellen Reid mit dem New York Philharmonic und von Chaya Czernowin in der Walt Disney Concert Hall zur Uraufführung.

        Bagg sang Hauptrollen in neuen Opern an der Komischen Oper Berlin und trat als Solistin mit großen Sinfonieorchestern wie dem Boston Symphony Orchestra auf. Zudem ist sie Mitglied des Ensembles Roomful of Teeth.

        Unter dem Namen Lisel veröffentlichte sie drei Soloalben, darunter das Werk Patterns For Auto-Tuned Voices And Delay. Sie erhielt ein Stipendium der Foundation for Contemporary Arts für das Jahr 2025. Ihre innovativen eigenen Werke für Stimme und Elektronik präsentierte sie unter anderem im Lincoln Center sowie beim Big Ears Festival.

        Holcombe Waller, Tenor
        Privat
        Holcombe Waller © Privat

        Holcombe Waller ist ein US-amerikanischer Sänger, welcher sich mit Leichtigkeit zwischen kontemporärer Musik, klassischen Einflüssen und eigenen theatralischen Projekten bewegt. Seine Stimme hat ihn bereits durch Konzertsäle und andere, spannende Räume getragen, in denen Zuhörer:innen eingeladen sind nicht nur zu lauschen, sondern miteinbezogen zu werden.

        Waller konzertierte international und komponiert für Bühne und Film. Eines seiner Projekte ist sein ­jährliches Weihnachtskonzert mit dem Titel »A Very George Michael Christmas«. Zu seinen Auszeichnungen gehören ein Creative Capital Award, vier MAP Fund Stipendien und das United States Artists Berresford Fellowship in Musik.

        In den letzten Jahren hat sich Holcombe Wallers kreative Arbeit über die Bühne hinweg in die Welt der Gastfreundschaft ausgedehnt. Als Inhaber der Klondike Tavern und des bald verfügbaren Klondike Hotel in St. Helens, Oregon, wendet er den gleichen Ethos auf physischen Raum wie auf Musik an: Atmosphäre als Geschichtenerzählung, Service als Darbietung und Gäst:innen als Teilnehmer:innen.

        Paul Krämer, Chor-Einstudierung
        Christian Palm
        Paul Krämer © Christian Palm

        Paul Krämer schloss sein Dirigierstudium an der Hochschule für Musik und Tanz Köln als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes ab. Seine Tätigkeit führt ihn in große Konzerthäuser Europas wie das Concertgebouw Amsterdam, das Sheldonian Theatre Oxford oder das Brüsseler Bozar.

        Als Gastdirigent arbeitet Krämer regelmäßig mit dem WDR Rundfunkchor, dem Netherlands Radio Choir und dem SWR Vokalensemble zusammen. Er dirigierte das Gürzenich-Orchester Köln, das Kölner Kammerorchester, die Bochumer Symphoniker, das Sinfonieorchester Wuppertal, das Concerto con Anima und das Cölner Barockorchester. Er ist Dirigent der Kartäuserkantorei Köln. Unter seiner Leitung konzertiert der Chor regelmäßig in der Kölner Philharmonie.

        Paul Krämer trat 2016 die Stelle des Chordirektors beim Philharmonischen Chor der Stadt Bonn an. Neben regelmäßigen Einstudierungen für das Beethoven Orchester Bonn konzertiert er mit dem Philharmonischen Chor im In- und Ausland. Im Rahmen der Chorakademie des WDR Rundfunkchores ist Krämer außerdem als Dozent für Ensemblegesang tätig.

        Philharmonischer Chor Bonn
        Philharmonischer Chor Bonn
        Philharmonischer Chor Bonn © Philharmonischer Chor Bonn

        Seit seiner Gründung 1852 prägt der Philharmonische Chor das Bonner Musikleben. Das Repertoire reicht von chorsinfonischen Werken der Klassik und Romantik bis hin zu moderner englischer und französischer Chormusik. Ein zentraler Pfeiler ist die Kooperation mit dem Beethoven Orchester Bonn sowie Auftritte beim Beethovenfest Bonn.

        Obwohl er ein Laienchor bleibt, agiert das Ensemble auf semiprofessionellem Niveau. Dies sichert die Sopranistin und Stimmbildnerin Elisabeth Menke durch kontinuierliche Arbeit am Chorklang. Gastauftritte führten die Sänger:innen bereits mit renommierten Dirigent:innen wie Esa-Pekka Salonen oder Christoph von Dohnányi zusammen.

        Gesellschaftlich engagiert sich der Chor durch Schülerprojekte am Bonner Tannenbusch-Gymnasium oder Benefizkonzerte auf dem Alten Friedhof der Stadt. Seit 2016 leitet Paul Krämer das Ensemble. Er ist nebenbei als Dozent für Ensemblegesang an der WDR Chorakademie sowie als Gastdirigent bei verschiedenen nationalen und internationalen Vokalensembles tätig.

        Philharmonischer Chor Bonn, Besetzung

        Sopran
        Sue Bailey
        Karola Block
        Ghita Elberdai
        Helen Faßbender
        Stefanie Frische
        Melanie Heckelsberg
        Heike Heinen
        Verena Hilpert
        Vanessa Hüsch
        Vera Jansen
        Elisabeth König
        Juliane Langer
        Viola Neuwald-Fernandez
        Ursula Nolte
        Katja Saraßa
        Isabel Schlangen
        Nicole Schmidt
        Liza Schonlau
        Dagmar Schröder
        Johanna Schroeder
        Silke Tiggemann
        Barbara von Faber
        Anna Zoporowski

        Alt
        Lisa Coppack
        Frauke Dungs
        Josefine Grabert
        Anja Hermes
        Stephanie Hochheim
        Beate Leber
        Renate Lubitz
        Hildegard Lückge
        Annette Münzenberg
        Ulla Pinsdorf
        Ute Poschenrieder
        Sonja Puttkamer-Krampe
        Franziska Schlué
        Annette Siebke
        Karin Tkotz
        Lisa Simone Voigt
        Cornelia Weber
        Ursula Wiesbrock

        Tenor
        Christoph Aißlinger
        Johannes Bender
        Fabian Bley
        Georg Hilpert
        Hans-Werner Meurer
        Jonathan Pungel
        Michael Schaefers
        Harris Tiddens

        Bass
        Christian Böcker
        Bastian Broer
        Roger Hare
        Jürgen Heinen
        Christoph Jansen
        Martin Junghöfer
        Volker Ochsenfahrt
        Hans-Dietrich Pallmann
        Holger Quellmalz
        Lasse Rothhardt
        Tobias Senger
        Thomas Sonntag
        Martin Stratenwerth
        Jürgen Tietke
        Joachim von Eynern
        Bernd Weber

        Dirk Kaftan, Dirigent
        Irene Zandel
        Dirk Kaftan © Irene Zandel

        Seit Sommer 2017 ist Dirk Kaftan Generalmusikdirektor des Beethoven Orchester Bonn und der Oper Bonn. Im Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 war er Initiator und Motor für eine ganze Reihe von Projekten wie den »Beethoven Lounges«, »Hofkapelle« und »Beethoven Moves!«, die sich mit dem großen Bonner Sohn beschäftigten.

        Kaftans Repertoire ist breit und reicht von stürmisch gefeierten Beethoven-Sinfonien bis zu interkulturellen Projekten. Kaftan ist an großen Häusern gern gesehener Gast, u. a. beim Bruckner-Orchester Linz, beim Ensemble Modern und mit einem vielbeachteten Tristan an der Staatsoper Hannover. Seine Arbeit wird von Publikum und Kritik gleichermaßen geschätzt, hochgelobte CDs liegen vor.

        »Auf Menschen zugehen«, »Kräfte bündeln«: Das ist wichtig für den Bonner Generalmusikdirektor. Ob im Umgang mit Musiker:innen oder im Kontakt mit dem Publikum: Dirk Kaftan wünscht sich, dass Musik immer als wesentlicher Teil des Lebens wahrgenommen wird – sie ist eine Einladung zum Mitdenken und Mittun.

        Beethoven Orchester Bonn
        Magdalena Spinn
        Beethoven Orchester Bonn © Magdalena Spinn

        Gemeinsam mit dem Publikum entdecken das Beethoven Orchester Bonn und sein Dirigent Dirk Kaftan auf höchstem Niveau musikalische Welten aus allen Epochen und Kulturkreisen. Das Orchester versteht sich dabei als leidenschaftlicher Botschafter Beethovens. Neben der Arbeit mit internationalen Solist:innen richtet sich der Fokus auf die Erarbeitung historischen Repertoires, auf interkulturelle Projekte sowie partizipative und pädagogische Konzerte.

        Exemplarisch für die Arbeit des Orchesters standen in der Vergangenheit außergewöhnliche und mit Preisen ausgezeichnete Konzertprojekte. Die erste gemeinsame Produktion mit Dirk Kaftan, Beethovens Egmont, wurde 2020 mit dem OPUS KLASSIK ausgezeichnet.

        Seit 1907 von bedeutenden Dirigent:innen geprägt, verbindet das Orchester heute unter Dirk Kaftan Konzerttradition mit Offenheit, Teilhabe und dem Anspruch, Musik immer neu erlebbar zu machen.

        Beethoven Orchester Bonn, Besetzung

        Violine I
        Mikhail Ovrutsky
        Artur Chermonov
        Irakli Tsadaia
        Theresia Veale
        Veronica Wehling
        Sonja Wiedebusch
        Irina Rohde
        Daniele Di Renzo
        Susanne Salbego
        Anna Putnikova
        Chanmi Park
        Ajin Moon
        Noori Nah
        Francesco Mardegan

        Violine II
        Keunah Park
        Jin Choi
        Beate Ochs
        Mechthild Bozzetti
        Vivien Wald
        Mareike Neumann
        Pedro Barreto
        Alexandra Tsiokou
        Alexandra Samedova
        Alexandra Arba
        Wojin Lee

        Viola
        Susanne Roehrig
        Tigran Sudzhijants
        Martin Wandel
        Zeyang Kan
        Susanne Dürmeyer
        Christine Kinder
        Christian Fischer
        Michael Bergen
        Ji Eun Yang
        Felix Lohde

        Violoncello
        Grigory Alumyan
        Markus Rundel
        Se-Eun Hyun
        Benjamin Hönle-Marttunen
        Caroline Steiner
        Ines Altmann
        Lena Ovrutsky-Wignjosaputro
        Eena Yoon

        Kontrabass
        Róbert Grondžel                            
        Hyeseon Lee
        Maren Rabien
        Peter Cender
        Frank Geuer
        Jan Stefaniak

        Flöte
        Leonie Bumüller
        Javier Jose Gutierrez Monterola

        Oboe
        Gunde Hamraths
        Stanislav Zhukovskyy

        Klarinette
        Hans-Joachim Mohrmann
        Henry Paulus

        Fagott
        Thomas Ludes
        Viola Focke

        Horn
        Gillian Williams
        Martin Mangrum
        Rohan Richards
        Joseph Rauch

        Trompete
        Linus Fehn
        José Real Cintero
        Bernd Fritz

        Posaune
        Oliver Meißner
        Gerhard Lederer
        Nándo Németi

        Tuba
        Christoph Schneider

        Harfe
        Johanna Welsch

        Schlagwerk
        Alexander Schubert
        Camillo Anderwaldt
        Peter Hänsch

        Tasteninstrumente
        Miho Mach

        Akkordeon
        Nico Gutu

        Konzertempfehlungen

        Charlie Weinmann
        Roomful of Teeth & Gabriel Kahane © Charlie Weinmann
        Sa 12.9.2026, 19.30 Uhr, Bundeskunsthalle, Forum

        Roomful of Teeth

        A-cappella-Vokalpop von acht außergewöhnlich virtuosen Stimmen und Songs eines ikonischen Singer-Songwriters, Gabriel Kahane.
        Tickets
        Nekame Klasohm
        Jan Caeyers & Kit Armstrong © Nekame Klasohm
        So 13.9.2026, 11 Uhr, Beethovenhalle, Großer Saal

        Kit Armstrong & Le Concert Olympique II

        Der neuartige Beethoven-Zyklus mit Sonate, Konzert und Sinfonie geht in die zweite Runde, die einen Krisenmoment in Beethovens Leben fokussiert: Die Zeit seines Heiligenstädter Testaments, in dem er sogar Selbstmordgedanken äußerte.
        Tickets

        Festival-Miteinander

        Festival-Miteinander

        Wir – das Beethovenfest Bonn – laden ein, in einem offenen und respektvollen Miteinander Beethovenfeste zu feiern. Dafür wünschen wir uns Achtsamkeit im Umgang miteinander: vor, hinter und auf der Bühne.

        Für möglicherweise auftretende Fälle von Grenzüberschreitung ist eine interne Ansprechstelle erreichbar für Publikum, Künstler:innen und Mitarbeiter:innen. 

        Wir sind ansprechbar über eine Telefon-Hotline (+49 228 2010321, im Festival täglich von 13–21 Uhr) oder per E-Mail (awareness@beethovenfest.de).

        Werte und Überzeugungen unseres Miteinanders sowie weitere externe Kontaktmöglichkeiten können hier auf unserer Website aufgerufen werden.

      • Illustration of three journalists with a microphone and camera. Text: "Viele Stimmen, ein Ensemble" and "Together in dialogue, for freedom and innovation."
        © Deutsche Welle
      • Poster celebrating 200 years of culture. Features symbols for music, literature, and art. Highlights support for the Beethovenfest.
        © Sparkasse KölnBonn
      • A pianist performs on stage under a pink spotlight. The audience sits in a large concert hall.
        © Deutsche Telekom AG
      • Yellow poster with red soundwave motif. Text: 'Im Puls der Stadt' and event details for Deutsche Post and DHL event.
        © DHL Group
      • Image: A man in concert clothes sitting on a stage with a horn on his lap, looking to the left. Text: "Hearing new things. Discovering new things. New subscription. 26/27 Beethoven Orchester Bonn /"
        © Beethoven Orchester Bonn
      • A woman with a ukulele stands against a red background. Text emphasizes music's role for refugees. UNO Refugee Aid logo visible.
        © UNO-Flüchtlingshilfe
      • Blue poster featuring Beethoven's illustration. Quote by Ludwig van Beethoven about talent and diligence. Logos of dhpg and CLA Global.
        © dhpg
      • Illustration: A lightbulb burns with an image of Beethoven's head. Script: "Bonn hat's in der Birne." and "Secure your new client's bonus now!"
        © SWB
      • Advertisement for Beethoven Fest 2026 featuring an illustration of Beethoven and the slogan "Music. Moves. Connects." QR code included.
        © Autohaus Thomas
      • Men loading a truck with aid supplies. Text: “Bonn helps Kherson – Get involved!” and a website link.
        © Help e. V.
      • Das Beethovenfest Bonn 2026 steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst.

        Programmheftredaktion:
        Sarah Avischag Müller
        M Hornauer

        Die Texte von Tilmann Böttcher sind Originalbeiträge für dieses Programmheft.

        • Mitwirkende
        • Programm
        • Einleitung
        • Kahane
        • Dvořák
        • Vokaltext
        • Biografien
        • Konzertempfehlungen
        • Festival-Miteinander
        Ticket Hotline +49 228 2010344 Mon, Wed–Fri, 10:00–14:00
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