Eine ungewohnte Erfahrung: Beethovens berühmte Fünfte steht der senegalesischen Kora gegenüber.
Do 1.10.2026
19.30 Uhr, Beethovenhalle, Großer Saal
Momi Maiga & Ensemble Resonanz
- Kammerorchester, Cross-Genre
- Vergangene Veranstaltung
- € 39
Mitwirkende
- Ensemble Resonanz
- Momi Maiga Kora, Gesang & Komposition
- Aleix Tobías Percussion
- Riccardo Minasi Dirigent
- Anselm Dalferth Dramaturgie
Programm
Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67
»Swell Piece #2« & »A Rose Is a Rose Is a Round« aus Postal Pieces
Fonyo, Kele, Mbolo & Dadje
»Funtukuru« aus Tegere Tulon
II. Andante aus Sinfonia G-Dur Wq. 173
»Impermanence« aus Impermanence
Marejada
Die Werke (außer Beethoven) erklingen in Arrangements für Kora, Gesang und Orchester
Auf einen Blick
Was erwartet mich?
Wie klingt das?
Heute im Festival Salon
Öffnungszeiten: 18–23 Uhr
- 18–19 Uhr: Happy Hour – Klingende Postkarten – musikalische Grüße für’s Konzert!
- 19–20.30 Uhr: Meet and Sing – Mitsingen und Mitspielen, spontan und ohne Noten mit der Beethovenfest Community Music (Seminarraum B/C)
- 21.30–22.30 Uhr: Open Stage
Werden Sie Teil des Konzerts!
Neue Begegnungen stehen im Zentrum des heutigen Konzerts mit Momi Maiga, Aleix Tobias und dem Ensemble Resonanz. Und Begegnungen werden lebendig, wenn jede:r etwas von sich in ein Zusammentreffen einbringt.
Deshalb laden wir Sie ein, den Musiker:innen einen Gruß aus Ihrem Zuhause mitzubringen: Schreiben, malen oder zeichnen Sie etwas auf eine Postkarte und bringen Sie diese zum Konzert mit. Vielleicht eine Beobachtung aus Ihrem Alltag, einen Klang, eine Erinnerung oder etwas, das Ihnen heute begegnet ist.
Die Idee knüpft an James Tenneys Postal Pieces (1965–1971) an. Tenney war zeitlebens daran interessiert, Beobachtungen des Alltags in seine Musik einfließen zu lassen. Für die Postal Pieces verschickte er musikalische Ideen an Freund:innen auf Postkarten – oft in Form kurzer, rätselhafter Anweisungen, die zum Ausgangspunkt neuer Musik wurden.
Im Konzert werden Ihre Postkarten dann gemeinsam mit den Postal Pieces Teil einer musikalischen Interpretation.
Unten verlinkt finden Sie eine Vorlage für die Postkarte. Die Rückseite können Sie frei gestalten. Einfach ausdrucken und mitbringen.
Wenn Sie möchten, können Sie Ihre Postkarte auch am Konzerttag in der Happy Hour »Klingende Postkarten« (18 Uhr) gestalten (Material & Postkarten gibt es vor Ort). In dieser kreativen Stunde erhalten Sie außerdem Einblicke in den Entstehungsprozess des Konzerts mit dem Dramaturgen Anselm Dalferth.
Die Musiker:innen freuen sich auf Ihre Post!
Und auch musikalisch können Sie Teil des Ensembles werden:
Im Konzert erklingt als letztes Werk Marejada von Angélica Negrón. Darin bringt die Komponistin Beobachtungen aus dem Alltag ihrer puerto-ricanischen Heimat zum Klingen – etwa Wellenrauschen und Vogelgezwitscher. So entsteht eine Art musikalische Postkarte, die als elektronische Zuspielung erklingt und bei der Sie mitwirken können.
Laden Sie dazu vorab das unten verlinkte Soundfile herunter.
Wenn Marejada beginnt, können Sie das Soundfile von Ihrem Handy abspielen und so selbst Teil der Aufführung werden.
Soundfile abspielen & herunterladen
Beschreibung
Zwei Konzerthälften, zwei Welten: Beethovens Fünfte begegnet einem Mix aus westafrikanischer Tradition mit Klassik, das Publikum trifft auf im Raum verteilte Musiker:innen. Unser Fellow Momi Maiga verbindet erstmals seine eigenen Kora- und Gesangsstücke mit dem Ensemble Resonanz und integriert den perlenden Klang seiner Stegharfe in klassische und zeitgenössische Orchesterstücke. Der Dramaturg Anselm Dalferth gestaltet einen einzigartigen Abend der Kontraste.
Mit dem Konzert geht die dreijährige Serie des Ensemble Resonanz beim Beethovenfest zu Ende, die je eine Beethoven-Sinfonie auf unsere Gegenwart hin befragte.
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Weitere Infos
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Mitwirkende
Ensemble Resonanz
Momi Maiga Kora, Gesang & Komposition (Beethovenfest Fellow 2026)
Aleix Tobías Percussion
Riccardo Minasi Dirigent
Anselm Dalferth Dramaturgie
Programm
Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67
I. Allegro con brio
II. Andante con moto
III. Allegro
IV. Allegro
Pause
James Tenney (1934–2006)
aus Postal Pieces
»Swell Piece #2«
»A Rose Is a Rose Is a Round«
Momi Maiga (*1997)
Mbolo arr. für Orchester, Kora & Gesang von Nicholas Morrish
Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788)
II. Andante aus Sinfonia G-Dur Wq. 173
Hawa Kassé Mady Diabaté
»Funtukuru« aus Tegere Tulon
Momi Maiga
Fonyo & Kele arr. für Orchester, Kora & Gesang von Nicholas Morrish
Bryce Dessner (*1976)
»Impermanence« aus Impermanence
Momi Maiga
Dadje arr. für Orchester, Kora & Gesang von Nicholas Morrish
Angélica Négron (*1981)
Marejada
Über den Konzertabend
Konzertdauer: ca. 115 Minuten
Gastronomisches Angebot vor Ort
Nach dem Konzert: Verkauf von CDs der Künstler:innen
Für ein ungestörtes Konzerterlebnis bitten wir Sie, auf Foto- und Videoaufnahmen zu verzichten.
Zusätzlich zu Blumen schenken wir den Künstler:innen Blüh-Patenschaften, mit deren Hilfe in der Region Bonn Blumenwiesen angelegt werden.
Festival Salon
Unser Festival Salon steht vor und nach dem Konzert zum gemütlichen Verweilen offen – auch ohne Ticket. Kommen Sie vorbei!
Öffnungszeiten: 18–23 Uhr
- 18–19 Uhr: Happy Hour – Klingende Postkarten: musikalische Grüße für’s Konzert!
- 19–20.30 Uhr: Meet and Sing – Mitsingen und Mitspielen, spontan und ohne Noten mit der Beethovenfest Community Music (Seminarraum B/C)
- 21.30–22.30 Uhr: Open Stage
Ort: Im Ausstellungsraum zwischen Haupt- und Südfoyer
Werden Sie aktiv! Postkarten gestalten in der Happy Hour
Neue Begegnungen stehen im Zentrum des Konzertes. Und Begegnungen werden lebendig, wenn jede:r etwas von sich einbringt.
Deshalb laden wir Sie ein, den Musiker:innen einen Gruß aus Ihrem Zuhause mitzubringen: Schreiben, malen oder zeichnen Sie etwas auf die Postkarte und bringen Sie diese zum Konzert mit. Vielleicht eine Beobachtung aus Ihrem Alltag, einen Klang, eine Erinnerung oder etwas, das Ihnen heute begegnet ist.
Wenn Sie möchten, können Sie Ihre Postkarte am Konzerttag in der Happy Hour »Klingende Postkarten« (18 Uhr im Festival Salon) gestalten. Material und Postkarten gibt es vor Ort. In dieser Stunde erhalten Sie außerdem Einblicke in den Entstehungsprozess des Konzerts mit dem Dramaturgen Anselm Dalferth.
Die Idee knüpft an James Tenneys Postal Pieces (1965–1971) an. Für die Postal Pieces verschickte er musikalische Ideen an Freund:innen auf Postkarten – oft in Form kurzer, rätselhafter Anweisungen, die zum Ausgangspunkt neuer Musik wurden.
Im Konzert werden Ihre Postkarten dann gemeinsam mit den Postal Pieces Teil einer musikalischen Interpretation.
Das Fellowship-Programm wird gefördert durch
Einleitung
Momi Maiga & Ensemble Resonanz
Dieses Konzert ist gleich in doppelter Hinsicht etwas Besonders. Als eines der derzeit vielseitigsten Kammerorchester führt das Ensemble Resonanz darin zunächst die wohl berühmteste Beethoven-Sinfonie auf und bringt deren Schöpfer damit in seine Heimat Bonn. Anschließend trifft das weltoffene Ensemble, das in der Hamburger Elbphilharmonie residiert, auf den außergewöhnlichen senegalesischen Kora-Spieler, Sänger und Komponisten Momi Maiga. Er gehört zu den vier jungen Künstler:innen, die das Beethovenfest 2026 im Rahmen seines Fellowship-Programms fördert, um neuartige Musikprojekte zu entwickeln und zu realisieren. Momi Maiga spielt auf der traditionellen Stegharfe Westafrikas zusammen mit dem Ensemble Resonanz seine eigenen Lieder sowie Werke internationaler Komponist:innen aus der Vorklassik bis zur Gegenwart: Musik, in der er und das Ensemble Resonanz zu Hause sind.
Zum Programm
Heimkehr der »Schicksalssinfonie« in die Beethovenhalle
Im Kern ist das Ensemble Resonanz ein durch Musiker:innen demokratisch geführtes freies Streichensemble aus gut 20 Instrumentalist:innen. Mit einer Besetzung, die mehr als doppelt so groß ist, wartet das Ensemble zur Aufführung von Beethovens Sinfonie Nr. 5 im Großen Saal der Beethovenhalle auf. Um dem oft als »Schicksalssinfonie« bezeichneten Werk mit seinem opulenten Klang und pulsierenden Rhythmen gerecht zu werden, verstärken renommierte Gastmusiker:innen aus verschiedenen europäischen Ländern die Stammbesetzung durch Blas- und Schlaginstrumente. Das markante Anfangsmotiv aus den vier berühmten Tönen (Ta-da-da-daaa!!) ist allseits bekannt. Anfang des 19. Jahrhunderts sprengte die Sinfonie durch den Einsatz unkonventioneller kompositorischer Mittel traditionelle formale Grenzen.

Unkonventionelle Musik nah am Publikum
Nach der Pause geht es unkonventionell weiter. »Das Publikum findet eine offene Situation in der Beethovenhalle vor: Notenständer stehen im gesamten Zuschauerraum an unterschiedlichen Orten verteilt, um die man herumlaufen kann«, erklärt Anselm Dalferth. Der preisgekrönte Konzertgestalter, Regisseur, Musiker und Professor für Konzert und Performance an der staatlichen Hochschule für Musik in Nürnberg ist der Dramaturg der zweiten Konzerthälfte. »Die Grundidee ist, Menschen auf künstlerische Art zusammenzubringen. Es geht um eine musikalische Begegnung, aber auch um eine von Menschen, die Unterschiedliches mitbringen. Für mich ist immer wichtig, dass bei einem Konzert Künstler:innen und Publikum in einem Raum aktiv aufeinandertreffen. Das Publikum wird so ein Teil der Begegnung«, erläutert Dalferth.

Besondere Begegnungen
Die Konzertbesucher:innen haben die Möglichkeit, die experimentellen und minimalistischen Kompositionen des amerikanischen Komponisten James Tenney mitzugestalten. Einerseits folgen die Musiker:innen des Ensemble Resonanz Tenneys grafischer Notation, während sie dessen Werke spielen: Das in der Lautstärke anschwellende Swell Piece #2 und den Vokalkanon A Rose is a Rose is a Round – zwei Stücke aus Tenneys berühmter Serie Postal Pieces, die er um 1971 auf Postkarten druckte und an Freund:innen verschickte. Andererseits improvisieren die Mitglieder des Streichensembles über das, was das Publikum im Vorfeld für sie auf Postkarten geschrieben oder gemalt hat: »Sätze möglicherweise wie ›Ich freue mich auf dieses Konzert‹ oder eine Zeichnung, die das Zuhause von jemanden zeigt«, meint Anselm Dalferth. Er hatte die Idee zu der Aktion. Im Verlauf dieser einleitenden Musik laufen die Musiker:innen dann vom Zuschauerraum zur Bühne, wo Momi Maiga und Aleix Tobías sie erwarten. Der katalanische Schlagzeuger und Perkussionist ist Teil des Quartetts, das Momi Maiga im spanischen Girona gegründet hat, wo er seit 2019 lebt.

Musik, die Menschen vereint
Am Anfang der spannenden musikalischen Begegnung des Ensemble Resonanz mit Momi Maiga stehen vier Kompositionen des westafrikanischen Griots, der aus einer Familie stammt, die seit vielen Generationen die mündlich überlieferte Musiktradition ihrer Heimat pflegt. In seinem Stück Fonyo ist der Sänger in seiner Herkunftssprache Mandinka zu hören. Mit seiner berührenden hellen Stimme singt er darin von der belebenden Kraft des Winds. Das treibende Lied im unregelmäßigen Siebener-Takt ist gleichzeitig ein Ruf nach Freiheit und ein Plädoyer dafür, dass die Fesseln kolonialer Unterdrückung gesprengt werden und eine neue Ära der Gerechtigkeit in Afrika anbricht.
In dem melancholischen Stück Kele bittet der 29-Jährige eindringlich um Frieden auf der Welt. Mbolo greift das Thema Gemeinschaft auf und stellt heraus, wie stark sich verschiedene Kulturen gegenseitig bereichern. Musikalisch unterstrichen wird das durch die Verbindung des westafrikanischen Rhythmus Konkoba mit Flamenco und mediterranen Einflüssen. Seine atemberaubende Virtuosität auf den 22 Saiten seines Instruments zeigt Momi Maiga dann noch einmal im Instrumentalstück Dadje. Die vier Kompositionen hat er 2022 auf seinem Debütalbum Nio (Seele) sowie 2024 auf seinem zweiten Album Kairo (Frieden) veröffentlicht. »Im Zusammenspiel mit dem Ensemble Resonanz klingen sie aber ganz anders, als wenn ich sie mit meinem Quartett spiele«, betont der kosmopolitische Musiker.

Arrangements auf den Leib geschrieben
»In den neuen Arrangements erscheinen die Stücke von Momi in einem ganz anderen Licht«, bestätigt Anselm Dalferth. »Der britische Komponist Nicholas Morrish hat sie so bearbeitet, dass die Band von Momi Maiga nicht einfach durch das Ensemble Resonanz ersetzt wird, sondern dass die Identität des Hamburger Streichensembles mit einfließt, zum Beispiel durch gewisse zeitgenössische Spieltechniken. Dadurch erfährt seine Musik noch einmal neue Facetten.«
Für die Musiker:innen des Ensemble Resonanz ist es streckenweise durchaus eine Herausforderung, die Kompositionen von Momi Maiga zu spielen – trotz ihrer erstklassigen Ausbildung und reichhaltigen Erfahrung mit Musik ganz unterschiedlicher Art, verrät der Bratschist des Ensembles Tim-Erik Winzer. »Die rhythmische Welt dieser westafrikanischen Tradition enthält teilweise sehr komplexe Rhythmen. Sie sind für uns zwar extra aufgeschrieben worden, aber es ist nicht immer sofort genau erkennbar, wie ein Musiker wie Momi Maiga diese Rhythmen fühlt und differenziert und wo genau die Betonungen sind. Deshalb war es für uns entscheidend, dass wir vor dem Konzert gemeinsam mit ihm proben.«

Entwicklung einer gemeinsamen Sprache
Die Magie, die sich im Konzert über die Musik entfaltet, ist das Ergebnis sensiblen Aufeinanderzugehens. Da die westafrikanische Musiktradition, in der Momi Maiga steht, traditionell rein mündlich weitergegeben wird, hat der geniale Kora-Spieler nie gelernt, Noten zu lesen. »Momi hat grundsätzlich eine ganz andere Herangehensweise an Musik. Sie ist sehr viel stärker aus der inneren Stimme gespeist. Es ist total spannend zu sehen, wie das zusammenkommt, denn es schafft natürlich teilweise Schwierigkeiten«, erzählt Anselm Dalferth. »Um Momi Maigas Musik gemeinsam mit Werken aus unserem Kulturkreis zu spielen, die auf Partituren notiert sind, haben wir mit dem Ensemble Resonanz einen neuen Weg eingeschlagen«, berichtet Tim-Erik Winzer. »Wir haben ihm kurze Abschnitte von Musik, die aus unserer Ecke kommt, vorgespielt und dann geschaut, wie er diese Musik hört und was ihm dazu einfällt. Er ist ja ein ganz großartiger Improvisateur, der einfach übers Ohr und Herz den ganzen Tag Musik erfindet. Wir haben viel Zeit miteinander verbracht und viel ausprobiert.«
Verschmelzung der Denkweisen verschiedener Welten
»Ich habe bei dieser Probe viel gelernt«, offenbart Momi Maiga. »Wir haben unsere verschiedenen Denkweisen dabei miteinander zu verschmelzen versucht: meine oral tradierte Herangehensweise, bei der ich einfach zuhöre und dazu im Augenblick etwas improvisiere – und die schriftlich geprägte Form der klassischen Musik, in der man genau das spielen muss, was auf den Notenblättern steht. Wir haben diese beiden Welten miteinander vermischt.« Im Programm ihres gemeinsamen Konzerts in der Beethovenhalle bietet die Komposition Funtukuru dabei bereits von vorne herein eine Schnittstelle zwischen der Heimatkultur Momi Maigas und des Ensemble Resonanz. Das Stück basiert auf dem traditionellen Händeklatschspiel Tegere Toulon, das in Westafrika junge Mädchen spielen. Die malische Sängerin Hawa Kassé Mady Diabaté hat das Stück 2018 komponiert, als Teil des Projekts 50 for the Future. Damit ist es eins von 50 neuen Werken für Streichquartett, die im Auftrag des Kronos Quartet von zeitgenössischen Komponist:innen aus aller Welt geschaffen wurden.

Gemeinschaft von Freigeistern der Musik
Völlig neues Terrain betritt Momi Maiga, wenn er zusammen mit dem Ensemble Resonanz Carl Philipp Emanuel Bachs Andante aus der Sinfonia G-Dur Wq. 173 spielt. Gemäß der Idee des Konzerts, dass die Künstler:innen darin Werke vortragen, in denen sie sich musikalisch zu Hause fühlen, schlug Tim-Erik Winzer vor, auch etwas aus dem 18. Jahrhundert von dem berühmtesten Sohns Johann Sebastian Bachs zu spielen. C. P. E. Bach verbrachte die letzten 20 Jahre seines Lebens in Hamburg und prägte dort stark die Musikszene. »Er war ein großer Freigeist seiner Zeit und ist mit seiner klassischen, aber auch wilden Musik eine sehr gute Beschreibung dessen, was das Ensemble zum Teil ausmacht«, findet Tim-Erik Winzer.
Bei der Auswahl der Komposition wurde darauf geachtet, dass sie in einer Tonart steht, die auch Momi Maiga auf seinem diatonischen Instrument spielen kann, ohne es vorher umstimmen zu müssen. Bei Bach sei er nervöser als bei den Werken anderer Komponist:innen, gesteht Momi Maiga. Und fügt hinzu: »Aber wir gehen das Ganze von meiner Denk- und Arbeitsweise aus an und verbinden es dann mit der Welt der klassischen Musik. Es wird also Bach sein, aber anders.«

Inspirierende Entdeckungen
Auch die Komposition Impermanence des US-amerikanischen Komponisten Bryce Dessner, Grammy-Preisträger unter anderem als Gitarrist der Indie-Rockband The National, steht mit seiner grenzüberschreitenden Musik stellvertretend für die musikalische Heimat des Ensemble Resonanz. »Dessners Musik ist ziemlich offen komponiert. Sie ist zeitgenössisch angelegt, aber enthält teilweise auch alte Harmonien, die relativ einfach sind. Die sind grundsätzlich sehr anregend für Improvisationen. Wir setzen darin einige zeitgenössische Spieltechniken ein, die ein bisschen mehr ins Geräuschhafte gehen«, führt Tim-Erik Winzer aus. Diese Art zu Musizieren war für Momi Maiga eine Entdeckung, die ihn inspiriert hat, ebenfalls Neues auszuprobieren. »Ich habe zum ersten Mal Effekte auf der Kora erzeugt, z. B. indem ich auf den Saiten die Finger hoch und runter schiebe oder Percussion auf dem Steg spiele«, schildert er.

Klassisches Musizieren mit großer Freiheit
Das Konzert von Momi Maiga & Ensemble Resonanz verklingt mit dem Stück Marejada der puerto-ricanischen Komponistin Angélica Négron. Diese weitere Komposition aus der Musiksammlung 50 for the Future ist ebenso neu im Repertoire des Hamburger Streichensembles wie für den westafrikanischen Musiker. Der spanische Titel des Werks bezieht sich auf das stürmische Meer. Die Komponistin lässt darin unter anderem Klangcollagen aus ihrer Heimat einfließen. »Das Stück bietet eine sehr gute Möglichkeit, klassisches Musizieren mit einer großen Freiheit zu verbinden«, bemerkt Tim-Erik Winzer.
Anselm Dalferth greift diese Freiheit auf, um auch abschließend noch einmal das Publikum durch das Mitgestalten der Musik zu einem aktiven Teil der Aufführung zu machen. Über einen QR-Code, der vor dem Konzert gescannt werden kann, können die Besucher:innen Soundfiles auf ihren Handys abspielen, die etwa das Rauschen von Wellen wiedergeben. Damit geht ein ungewöhnlicher Konzertabend mit mitreißender Musik voll origineller Ideen und sehr speziellen Begegnungen zu Ende.
Antje Hollunder
Vokaltexte
Momi Maiga: Fonyo
»Fonyo« bedeutet »Wind« auf Mandinka. Das Lied symbolisiert seine belebende Kraft, gibt Hoffnung und neue Perspektiven. Es steht für eine Kritik an kolonialer Politik, die afrikanische Nationen beeinflusst, und spricht sich für nachhaltige Entwicklung aus. Es verkörpert einen Ruf nach Freiheit, um die Ketten der kolonialen Unterdrückung zu brechen und eine neue Ära der Gerechtigkeit für Afrika einzuläuten.
Fonyo ba fonyo ba le nata
Es ist ein Wind, ein starker Wind (der Wind der Veränderung)
Ntel la Afrique Africa
der Afrika erreicht hat.
Aling mbe nga kafu ngomma
Lasst uns zusammenstehen.
fo dakjha si ké,
Lasst uns unsere Kräfte vereinigen, damit Afrika erblühe.
Africain africainne yi yewlen
Afrikaner:innen, erhebt euch. Wacht auf.
Dagnu warra mom sugnu bopp
Wir müssen unser Schicksal in die Hand nehmen.
Djel le fi politicien yi bon yi
Lasst uns korrupte Anführer:innen verbannen, und diejenigen, die ihr Volk verraten
Ndakh Afrique meune nexx
damit Afrika wirklich gedeihen kann.
Ngellow bu bess mo warra souflé Africa
Damit Afrika der florierende Kontinent werden kann, der er immer sein sollte.
Kai kai kai, Kai kai kai
Kommt, kommt, kommt.
Momi Maiga: Kele
»Kele« ist eine Antikriegshymne, die den Dialog statt Gewalt fordert und dazu aufruft, unsere gemeinsame Menschlichkeit anzuerkennen. Sie erinnert eindringlich an die Zerbrechlichkeit des Friedens und die tragischen Folgen des Krieges.
Nte te kele la katu kele manyin nte te kele la
Kele manyin de
Kele ye kide kamale, Kele ye yanfo kamale, Kele ye diakalo kamale, Kele ye saya kamale, Kele ye badia tinyale
Eheeeee, Kele manyin de
A manyin de Kele ba a manyin de A manyin manyin manyin manyin de A manyin de Yo kele manyin manyin manyin
Momi Maiga: Mbolo
»Mbolo« bedeutet »Einheit« auf Mandinka. Das Lied schlägt musikalische Brücken zwischen senegalesischer Musik, Flamenco und Einflüssen des Mittelmeerraums. Es symbolisiert einen Schnittpunkt, wo scheinbar unterschiedlicher Kulturen sich bereichern.
Iye Malissadio, ba fulabe Malissa,
Malissadio, ba fulabe Malile
Fellowship
»Die Kunst will von uns, dass wir nicht stehenbleiben« – L. v. Beethoven
Das Fellowship-Programm2023 hob das Beethovenfest ein Projekt aus der Taufe, mit dem in Bonn musikalische Zukunft erfunden wird: das Fellowship-Programm. Seitdem bietet das Festival Künstler:innen, Komponist:innen und Ensembles einen Freiraum für Experimente und Innovationen. Die Ergebnisse der mehrmonatigen Projektphasen werden im Festival präsentiert. Zusätzlich werden verschiedene Leuchtturm- und Sonderprojekte realisiert. Momi Maiga ist einer von insgesamt vier Fellows 2026.
Wir danken den Mitgliedern des Freundeskreises
MÄZEN
Gründungsmitglieder Arndt und Helmut Andreas Hartwig
PLATIN
Dr. Michael Buhr und Dr. Gabriele Freise-Buhr
Godesberg Gastronomie & Event GmbH
GOLD
LTS Lohmann Therapie-Systeme AG
Andrea und Ekkehard Gerlach
Hans-Joachim Hecek und Klaus Dieter Mertens
Dr. Thomas und Rebecca Ogilvie
Albert Tonger Immobilien e. K.
Braunschweiger Privatbank, Köln
SILBER
Maria und Christoph Bader
Bernd Böcking
Dr. Sigrun Eckelmann† und Johann Hinterkeuser
Dr. Hiltrud Kastenholz und Herbert Küster
Dr. Stefanie Montag und Dr. Stephan Herberhold
Dr. Luciano und Ulrike Pizzulli
Julia Rabus und Mirko Klemm
Jannis Ch. Vassiliou und Maricel de la Cruz
AUF EMPFEHLUNG unserer Mäzene Arndt und Helmut Andreas Hartwig
Tim Achtermeyer MdL
Judith und Tobias Andreae
Dr. Frank Asbeck und Susanne Birkenstock
Bettina Böttinger und Martina Wziontek
Anja Bröker
Philipp Buhr und Marie-Madeleine Zenker
Tim und Jessi Buhr
Katja Burkard und Hans Mahr
Claudia Cieslarczyk und Heiko von Dewitz
Rüdiger und Andrea Depkat
Guido Déus
Prof. Dr. Udo und Bettina Di Fabio
Walter Droege und Hedda im Brahm-Droege
Ralf und Antje Firmenich
Tobias Grewe und Dr. Jan Hundgeburth
Jörg Großkopf und Peter Daubenbüchel
Prof. Monika Grütters
Lothar und Martha Harings
Dr. Bernhard Helmich und Mai Hong
Dr. Eckart und Ulla von Hirschhausen
Dr. Sabine Hoeft und Thomas Geitner
Prof. Dr. Frank G. und Ulrike Holz
Prof. Dr. Wolfgang und Dr. Brigitte Holzgreve
Martin Hubert und Martina und Martha Marzahn
Stephan und Sirka Huthmacher
Dirk und Viktoria Kaftan
Dr. Christos Katzidis MdL und Ariane Katzidis
Andrea, Tim und Jan Kluit
Dr. Eva Kraus
Dr. Markus Leyck Dieken und Peter Kraushaar
Peter und Katharina Limbourg
Nathanael Liminski MdL und Hanna Liminski
Horst und Katrin Lingohr
Marianne und Stefan Ludes
Dr. Peter Lüsebrink und Karl-Heinz von Elern
Barbara Massing
Michael Mronz und Markus Felten
Prof. Dr. Georg und Doris Nickenig
Dr. Solveig Palm
Alexandra Pape und Malte von Tottleben
Christian A. und Rita Rast
Hans-Arndt und Julia Riegel
Prof. Dr. Manuel und Aila Ritter
Ilona Schmiel
Matthias und Steffi Schulz
Moritz Seibert
Stephan Schwarz und Veronika Smetackova
Annette Schwolen-Flümann und Thomas Flümann
Prof. Walter Smerling und Beatrice Blank
Elisabeth Sobotka und Prof. Dr. Hans Peter Wehrli
Peter und Annette Storsberg
Prof. Burkhard und Friederike Sträter
Prof. Dr. Hendrik Streeck MdB und Paul Zubeil
Ulrich und Petra Voigt
Oliver und Diane Welke
Dr. Vera Westermann und Michael Langenberg
Dr. Matthias Wissmann und Francisco Rojas
Christian van Zwamen und Gerd Halama
BRONZE
Jutta und Ludwig Acker * Prof. Dr. Wolfgang Angerstein * Alexandra Asbeck * Dr. Rainer und Liane Balzien * Munkhzul Baramsai * Christina Barton van Dorp und Dominik Barton * Christoph Becker und Ursula Baierl-Becker * Christoph Beckmanns * Prof. Dr. Christa Berg * Prof. Dr. Arno und Angela Berger * Christoph Berghaus * Klaus Besier * Ingeborg Bispinck-Weigand * Christiane Bless-Paar und Dr. Dieter Paar * Frank-Michael Böhle und Elvira Pietzka-Böhle * Dr. Ulrich und Barbara Bongardt * Anastassia Boutsko * Anne Brinkmann * Ingrid Brunswig * Lutz Caje * Gabriele und Robert Carl * Elmar Conrads-Hassel und Dr. Ursula Hassel * Ingeborg und Erich Dederichs * Geneviève Desplanques * Irene Diederichs * Michael Eckhardt und Birgit Wolter * Christel Eichen und Ralf Kröger * Elisabeth Einecke-Klövekorn * Dr. Martina Endepohls-Ulpe und Alexander Ulpe * Heike Fischer und Carlo Fischer-Peitz * Dr. Gabriele und Ulrich Föckler * Prof. Dr. Eckhard Freyer * Johannes Geffert * Silke und Andree Georg Girg * Dr. Helga-Maleen Gerresheim * Margareta Gitizad * Carsten Gottschalk * Ulrike und Axel Groeger * Marta Gutierrez und Simon Huber * Cornelia und Dr. Holger Haas * Sylvia Haas * Christina Ruth Elise Hendges * Renate und L. Hendricks * Peter Henn * Prof. Ingeborg Henzler und Dr. Mathias Jung * Heidelore und Prof. Werner P. Herrmann * Dr. Monika Hörig * Georg Peter Hoffmann und Heide-Marie Ramsauer * Dr. Francesca und Dr. Stefan Hülshörster * Karin Ippendorf * Angela Jaschke * Dr. Michael und Dr. Elisabeth Kaiser * Elisabeth und Rolf-Dieter Kaißer * Agnieszka Maria und Jan Kaplan * Dr. Reinhard Keller * Dr. Ulrich und Marie Louise Kersten * Rolf Kleefuß und Thomas Riedel * Dr. Gerd Knischewski * Norbert König und Clotilde Lafont-König * Sylvia Kolbe * Peter Kreutzer * Sigrid Kümmerlein * Gisela Kunz * Dr. Hans Dieter und Ursula Laux * Ute und Dr. Ulrich Kolck * Manfred Koschnick und Arne Siebert * Lilith Matthiaß-Küster und Norbert Küster * Thea Kutzscher * Ruth und Bernhard Lahres * Renate Leesmeister * Gernot Lehr und Dr. Eva Sewing * Traudl und Reinhard Lenz * Florian H. Luetjohann * Moritz Magdeburg * Dr. Charlotte Mende * Heinrich Meurs * Heinrich Mevißen * Dr. Dr. Peter und Dr. Ines Miebach * Karl-Josef Mittler * Dr. Josef Moch * Esther und Laurent Montenay * Friedrich Wilhelm Moog und Vera Walther-Moog * Katharina und Dr. Jochen Müller-Stromberg * Dr. Nicola und Dr. Manuel Mutschler * Dr. Gudula Neidert-Buech und Dr. Rudolf Neidert * Gerald und Vanessa Neu * Lydia Niewerth * Wolfram Nolte * Mark und Rita Opeskin * Céline Oreiller * Dieter und Brigitta Penning * Carol Ann Pereira * Gabriele Poerting * Dr. Manfred und Dorothee van Rey * Ruth Schmidt-Schütte und Hans Helmuth Schmidt * Dr. Andreas und Bettina Rohde * Prof. Dr. Tilman und Astrid Sauerbruch * Ingrid Scheithauer * Monika Schmuck * Markus Schubert * Simone Schuck * Petra Schürkes-Schepping * Dr. Manfred und Jutta von Seggern * Prof. Dr. Norma Selve * Prof. Dr. Wolfram Steinbeck * Dr. Andreas Stork * Michael Striebich * Dr. Corinna ten Thoren und Martin Frevert * Verena und Christian Thiemann * Dr. Sabine Trautmann-Voigt und Dr. Bernd Voigt * Hermann und Bettina Ude * Katrin Uhlig * Carrie Walter und Gabriel Beeby * Susanne Walter * Aino Ritva Weyers und Nadeem Hajouj * Ruth Winterwerp-van den Elzen und Jürgen Winterwerp * Dr. Bettina und Dr. Matthias Wolfgarten
JUNGER FREUNDESKREIS
Iklim Arikan * Linda Dahn * Lasse Frings * Ricci Frosio * Lin Golenia * Emilia Hecke * Victoria Emilia Holz * M Hornauer * Zsolt Máté Kiss * Jonas Kotulla * Marie Meißner * Felix Mennicken * Linus Neunkirchen * Felix Schuck * Hannah Speckmann * Charlotte Speckmann * Nelly Sophia Stach * Till Steinert * Johanna von Bargen * Florens Windelen * Yolanda Winter * Akichika Yukawa * Tom Ziese
Biografien
Momi Maiga
Kora, Gesang & KompositionMomi Maiga ist ein virtuoser Kora-Spieler, fesselnder Sänger und autodidaktischer Komponist, der für seine Sensibilität und die Fähigkeit, Jazz, Flamenco und klassische Einflüsse zu verbinden, gefeiert wird. Er singt hauptsächlich in den Sprachen Mandinka und Wolof und seine Texte behandeln universelle Themen wie Migration, Bildung und soziale Gerechtigkeit.
Maiga wurde im Süden Senegals geboren und gehört zur Griot-Musikerfamilie Cissokho. Seit seiner Kindheit ist er von den musikalischen Traditionen Westafrikas geprägt und verkörpert dieses jahrhundertealte Erbe, während er ihm seine eigene zeitgenössische Stimme verleiht. Mit sechs Jahren begann er, Kora zu spielen, und erlangte aufgrund seines Talents schnell Bekanntheit.
Maiga lebt in Spanien und hat sich als Bandleader, Sänger und Komponist international einen Namen gemacht. Mit seinen beiden Alben Nio (2022) und Kairo (2024) tourte er ausgiebig durch ganz Europa. Zudem arbeitete er mit renommierten Künstler:innen wie Jordi Savall, Youssou N’Dour, Amaro Freitas und Silvia Perez Cruz zusammen.
Aleix Tobías
PercussionAleix Tobías ist Perkussionist, Schlagzeuger, Sänger und Komponist und eine der vielseitigsten Persönlichkeiten der katalanischen Musikszene. Seine Karriere ist eng mit Roots-Musik, iberischer Percussion, Weltmusik und zeitgenössischem Schaffen verbunden. Als Gründer von Coetus, dem iberischen Percussion-Orchester, hat er mit Künstler:innen wie Marco Mezquida, Sílvia Pérez Cruz, Aziza Brahim, Judit Neddermann, Eliseo Parra, Maria del Mar Bonet und Raúl Rodríguez zusammengearbeitet. In Momi Maigas Quartett schafft er mit seinem rhythmischen Instrumentarium Energie, Tiefe und eine organische Verbindung zwischen afrikanischer Tradition, dem Mittelmeerraum und zeitgenössischen Musiksprachen.
Riccardo Minasi
Dirigent»Was mich an der Zusammenarbeit mit dem Ensemble Resonanz vom ersten Augenblick an begeistert hat, war die Liebe, mit der es jedem Komponisten, dem wir uns angenähert haben, begegnet ist. Diese Fähigkeit, förmlich die Hautfarbe zu wechseln, je nachdem, auf welchen Stein es seinen Fuß setzt, ist eine große Stärke des Ensembles.«
Musikhistorische Quellenforschung, energiegeladene Orchesterleitung und eine einzigartige musikalische Vision zeichnen den in Rom geborenen Geiger und Dirigenten Riccardo Minasi aus. Er war Mitbegründer und Leiter des Ensemble Il Pomo d’Oro von 2012 bis 2015, seit 2017 ist er Chefdirigent des Mozarteumorchester Salzburg und seit 2022 Künstlerischer Leiter des Orchesters La Scintilla am Opernhaus Zürich.
Mit dem Ensemble Resonanz verbindet ihn seit 2014 eine fruchtbare musikalische Zusammenarbeit, die sich ab der Saison 2022/23 intensivierte und mit der Ernennung als »Principal Guest Conductor« eine unbefristete Perspektive erhielt. Von der besonderen Verbindung zwischen Dirigent und Ensemble zeugen zahlreiche gemeinsame Konzerte und preisgekrönte CD-Einspielungen mit Werken von C. P. E. Bach (mit dem Cellisten Jean-Guihen Queyras), Haydn, Mozart, Pergolesi und Beethoven. Gemeinsam haben sie ein spezifisches Klangbild für dieses Repertoire entwickelt, dem gleichermaßen historisch begründete wie zeitgenössische Interpretationen auf modernen Instrumenten zu Grunde liegen.
Ensemble Resonanz
Mit Spielfreude, Neugier und künstlerischer Eigenständigkeit zählt das Ensemble Resonanz zu den weltweit vielseitigsten Kammerorchestern. Das demokratisch organisierte, 21-köpfige Streichorchester arbeitet ohne feste Leitung und setzt klassisches Repertoire in Dialog mit zeitgenössischer Musik.
Wichtige Impulse setzen künstlerische Partner wie Riccardo Minasi (»Principal Guest Conductor & Partner in Crime«) sowie Tabea Zimmermann und Jean-Guihen Queyras. Das Ensemble arbeitet regelmäßig mit namhaften Solist:innen zusammen und bringt neue Werke internationaler Komponist:innen zur Uraufführung.
Seit Eröffnung der Elbphilharmonie ist das Ensemble dort Residenzorchester und prägt mit der Reihe »resonanzen« das Hamburger Musikleben. In St. Pauli betreibt es zudem den resonanzraum – einen europaweit einzigartigen Clubraum, der Klassik mit Clubkultur, Elektronik und Diskurs verbindet. Über Hamburg hinaus gastiert das Ensemble auf internationalen Festivals und in führenden Konzerthäusern weltweit.
Anselm Dalferth
DramaturgieAnselm Dalferth ist Konzertgestalter, Regisseur, Vermittler und Musiker, der künstlerisch den Begegnungs- und Beziehungsraum zwischen Künstler:innen und Publikum erforscht. Dabei verbindet er Techniken der Inszenierung in Musiktheater und Konzert mit performativen und vermittelnden Ansätzen. Um Teilhabe zu fördern, entwickelt er Projekte gleichberechtigt für erwachsenes und junges Publikum.
Er inszeniert Opern, Konzerte und Theater, gestaltet Performances, führt partizipative Projekte mit Bürger:innen durch, entwickelt Stücke und schreibt Musik. Sein künstlerisches Engagement führt ihn etwa an die Elbphilharmonie Hamburg, zum Beethoven Orchester Bonn, dem Musikverein Wien und dem Strathmore Arts Center Washington.
Dalferth war künstlerischer Leiter des »Hörtheater« am Staatstheater Mainz, der Konzertreihe »Mara, die Mannheimer Rakete« am Nationaltheater Mannheim, des Festivals Sound of the City an der Oper Wuppertal und beim D-bü Wettbewerb Studierender der Deutschen Musikhochschulen. Er lehrt als Professor für Konzert und Performance an der Hochschule für Musik Nürnberg.
Konzertempfehlungen
Festival-Miteinander
Festival-Miteinander
Wir – das Beethovenfest Bonn – laden ein, in einem offenen und respektvollen Miteinander Beethovenfeste zu feiern. Dafür wünschen wir uns Achtsamkeit im Umgang miteinander: vor, hinter und auf der Bühne.
Für möglicherweise auftretende Fälle von Grenzüberschreitung ist eine interne Ansprechstelle erreichbar für Publikum, Künstler:innen und Mitarbeiter:innen.
Wir sind ansprechbar über eine Telefon-Hotline (+49 228 2010321, im Festival täglich von 13–21 Uhr) oder per E-Mail (awareness@beethovenfest.de).
Werte und Überzeugungen unseres Miteinanders sowie weitere externe Kontaktmöglichkeiten können hier auf unserer Website aufgerufen werden.
Das Beethovenfest Bonn 2026 steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst.
Programmheftredaktion:
Sarah Avischag Müller
M Hornauer
Die Texte von Antje Hollunder sind Originalbeiträge für dieses Programmheft.
























