Ein Instrumentalensemble, das zu einer Geräusch-Maschine morpht und Klänge einfängt, die unsere technologisierte Welt ausmachen – mit einer Uraufführung von Fellow Brittany J. Green, einem Stück über Freiheit und den Fehler im System.
Fr 18.9.2026
19.30 Uhr, Beethovenhalle, Studio
Brittany J. Green & Alarm Will Sound
- Kammerorchester
- Vergangene Veranstaltung
- € 29
Mitwirkende
- Alarm Will Sound
- Brittany J. Green Komposition
- Alan Pierson Dirigent
Programm
gLitchED dreams//invisible BEINGS (Europäische Erstaufführung)
Auf einen Blick
Was erwartet mich?
Wie klingt das?
Hier ein Live-Auftritt von Alarm Will Sound u. a. mit den Werken von Christian Quiñones, Elijah Daniel Smith und Chris P. Thompson:
Heute im Festival Salon
Öffnungszeiten: 16–23 Uhr
- 18 Uhr: Happy Hour – Geteiltes Glück ist doppeltes Glück
- 19–20.30 Uhr: Meet Your Hobby – Strickgruppe
- 21.30–22.30 Uhr: Listening Session – mit Rebekka Salomea und Frederick Ballentine
Beschreibung
Das amerikanische Neue-Musik-Kollektiv Alarm Will Sound beherrscht die Kunst, das moderne Menschsein in Klänge zu fassen, wie kaum ein anderes Ensemble. Durch die Verbindung aktueller Kompositionen aus den 2020er-Jahren mit einer europäischen Erstaufführung von Brittany J. Green (Beethovenfest Fellow) entsteht ein Klangpanorama unseres digitalen Zeitalters: »the technological new frontier in which we find ourselves«, wie Green es beschreibt. Mit einer Wandlungsfähigkeit, die herkömmliche Instrumente wie Geige oder Klarinette vergessen lässt, vertont Alarm Will Sound das Unmögliche: vom unerbittlichen Ticken eines Metronoms bei Chris P. Thompson über Elijah Daniel Smiths Zeitlupe eines Motorradunfalls bis hin zum verschwommenen Hören tauber Menschen bei Christian Quiñones.
Mit Brittany J. Green verbindet Alarm Will Sound eine langjährige Zusammenarbeit. Im Rahmen ihres Fellowships komponiert sie gLitchED dreams//invisible BEINGS für das Ensemble. Der zusammengesetzte Titel ihres neuen Werks verweist auf Kontexte aus dem Afrofuturismus, dem Posthumanismus und dem Feminismus – allen voran dem einflussreichen Buch Glitch Feminism. Dieses Manifest feiert den glitch, den Systemfehler, als Chance zur Befreiung und Selbstbestimmung. Mit Textcollagen daraus, Musik und Videokunst erzählt Green die Geschichte des Androiden Eye, der versucht, aus seiner digitalen Realität auszubrechen und sich selbst zu finden. Die Funktionsfehler übersetzt sie in rhythmische Brüche: »Welche neuen klanglichen Räume entstehen, wenn ich der Spur der glitches innerhalb eines Stücks folge?«
Das Gastspiel von Alarm Will Sound wird gefördert durch Mid Atlantic Arts über USArtists International, ein Programm in Partnerschaft mit National Endowment for the Arts and the Trust for Mutual Understanding.
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Mitwirkende
Alarm Will Sound
Erin Lesser Flöten
Christa Robinson Oboe
Bill Kalinkos Klarinette
Elisabeth Stimpert Klarinetten
Michael Harley Fagott
Laura Weiner Horn
Tim Leopold Trompete
Michael Clayville Posaune
Chris P. Thompson, Matt Smallcomb & Megan Arns Schlagzeug
John Orfe Klavier
Patti Kilroy & Lauren Cauley Violine
Andrew Griffin Viola
Stefan Freund Cello
Miles Brown Kontrabass
Daniel Neumann Tontechniker
Brittany J. Green Komposition (Beethovenfest Fellow 2026)
Alan Pierson Dirigent
Eli Stine Software-Entwickler
Programm
Christian Quiñones
Hasta que no pueda
Elijah Daniel Smith
Vermillion Glare
Chris P. Thompson (*1978)
Hanabi
Pause
Brittany J. Green (*1991)
gLitchED dreams//invisible BEINGS (Europäische Erstaufführung)
Bobby Ge (*1996)
You Are A Topological Donut
Über den Konzertabend
Konzertdauer: ca. 90 Minuten
Für ein ungestörtes Konzerterlebnis bitten wir Sie, auf Foto- und Videoaufnahmen zu verzichten.
Zusätzlich zu Blumen schenken wir den Künstler:innen Blüh-Patenschaften, mit deren Hilfe in der Region Bonn Blumenwiesen angelegt werden.
Festival Salon
Öffnungszeiten: 16–23 Uhr
Programm:
- 18 Uhr: Happy Hour – Geteiltes Glück ist doppeltes Glück: Der Junge Freundeskreis lädt zum spielerischen Austausch ein.
- 19–20.30 Uhr: Meet Your Hobby – Strickgruppe
- 21.30–22.30 Uhr: Listening Session – mit Rebekka Salomea und Frederick Ballentine
Ort: Im Ausstellungsraum zwischen Haupt- und Südfoyer
Das Fellowship-Programm wird gefördert durch
Brittany J. Greens gLitchED dreams//invisible BEINGS wird vom Matt Marks Impact Fund unterstützt, einem Fonds, der von Alarm Will Sound in Gedenken an das AWS-Gründungsmitglied Matt Marks ins Leben gerufen wurde, um neue Werke von unterrepräsentierten Komponisten sowie für unkonventionelle Aufführungsformen in Auftrag zu geben und zu entwickeln. Weitere Unterstützung kommt von der Cheswatyr Foundation und dem National Endowment for the Arts.
Einführung
Wie klingt eine Komponist:innen-Generation, die mit Internet, Videogames und digitalen Medien aufgewachsen ist? Rund um Beethovenfest Fellow Brittany J. Green präsentiert das US-amerikanische Ensemble Alarm Will Sound fünf markante Stimmen sogenannter ›Millennials‹, die ein Panorama musikalischer Positionen zwischen Instrumentalmusik und Elektronik, Afrofuturismus und Meme-Kultur, Klangexperiment und Videokunst entfalten. Gemeinsam eröffnen sie Perspektiven auf ein zeitgenössisches Komponieren, das Tradition weder fortschreibt noch verwirft, sondern wie selbstverständlich in eine postdigitale Gegenwart übersetzt.
Alarm Will Sound – der Name des US-amerikanischen Kammerorchesters stammt von der Beschriftung eines Notausgangs: wer hindurchtritt, löst ein akustisches Signal aus. Der Name ist keine Warnung, sondern illustriert das, wofür das Ensemble seit über zwei Jahrzehnten steht: Musik, die Hörgewohnheiten irritiert, vertraute Kategorien hinterfragt und sinnliche Aufmerksamkeit schärft. In enger Zusammenarbeit mit einer jungen Komponist:innen-Generation entwickelt Alarm Will Sound ein zeitgemäßes Repertoire, bei dem vermeintliche Gegensätze hybrid ineinandergreifen: Klang und Bild, Instrument und Elektronik, künstlerische Praxis und gesellschaftlicher Diskurs. Gemeinsam ist diesem Repertoire weniger ein einheitlicher Stil als ein geteilter Erfahrungshorizont, der das künstlerische ›Zuhause‹ dieser häufig als Millennials bezeichneten Generation definiert.
Millennials bezeichnet die zwischen Anfang der 1980er- und Mitte der 1990er-Jahre geborene Generation. Prägend für sie ist das Aufwachsen im Übergang vom Analogen zum Digitalen. Diese Doppelsozialisation wirkt bis heute nach: Computer, Internet und Videogames werden zu zentralen Bezugspunkten kultureller und ästhetischer Erfahrung.
Green: gLitchED dreams//invisible BEINGS
Zahlen und Fakten
Brittany J. Green: gLitchED dreams//invisible BEINGS
Uraufgeführt: 25.7.2026, Mizzou International Composers Festival in Columbia, Missouri, durch Alarm Will Sound
Eine markante Stimme dieser Generation ist Beethovenfest-Fellow Brittany J. Green (*1991). gLitchED dreams//invisible BEINGS verbindet Afrobeat, Minimalismus und Experimentalmusik zu einem afrofuturistischen »sonic storytelling«, das Fragen von (Un-)Sichtbarkeit und Identität in Wort, Klang und Bild verhandelt.
Das Stück beginnt in einem klanglichen Cyberspace, aus dem eine Stimme heraustritt: »Eye do not exist«. Spricht hier der Android Eye, der Protagonist des Stücks? Jedenfalls ist es die Äußerung einer Existenz, die gesellschaftlich überhört und unsichtbar gemacht wird. Während im Live-Video traumartige Sequenzen ablaufen (dreams), schälen sich auf musikalischer Ebene immer wieder bekannte musikalische Idiome wie Ragtime-Anklänge, gezupfte Basslinien und repetitive Pattern heraus, die Green nicht reproduziert, sondern dekonstruiert – und zwar mithilfe des titelgebenden gLitch. Ursprünglich bezeichnet der Glitch einen technischen Fehler; bei Green wird er zum kompositorischen Prinzip: Repetitive Patterns geraten aus dem Takt, Rhythmen verschieben sich gegeneinander, vertraute Idiome blitzen auf und brechen wieder auseinander. Sie versteht den Glich als »mode of existence«, der normative Sicht- und Hörordnungen irritiert und so invisible BEINGS wahrnehmbar macht: etwa den Androiden Eye, den das Stück und die Zuhörenden auf seiner Suche nach einem Ort begleiten, an dem das eigene Selbst zu existieren beginnt.
Vor diesem Hintergrund erhält auch das Motto des diesjährigen Beethovenfests eine besondere Lesart: »Nach Hause/Daheim« erscheint weniger als gegebener Ort denn als ein Zustand der Sicherheit und Geborgenheit. Green fragt aus einer afrodiasporischen Perspektive, was ›Daheim‹ für jene invisible BEINGS bedeutet, die unsichtbar und unerhört bleiben; die keinen Ort haben, an den sie zurückkehren können – und stattdessen ein ›Zuhause‹ in der Ferne oder Zukunft suchen.
Afrofuturismus verbindet Science-Fiction, Technologie und spekulative Zukunftsentwürfe mit der Geschichte und Gegenwart der afrikanischen Diaspora. Literatur, Musik und Kunst nutzen futuristische Szenarien, um koloniale Narrative zu hinterfragen und alternative Formen von Identität und Gemeinschaft, Geschichte und Zukunft zu entwerfen.

Brittany J. Green über ihren Arbeitsprozess
»gLitchED dreams//invisible BEINGS bringt die KI in einen direkten Dialog mit der menschlichen Stimme und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Spannungen zwischen der technologische Verstrickung des Menschen und einer postdigitalen, imaginären Zukunft. Im Werk ist eine Video- und Audiospur integriert, die von mir gesprochenen Text enthält. Er besteht aus Monologen über Selbstbestimmung und abgelesenem Computercode, der aus einer Reihe von ChatGPT-Prompts generiert wurde. Die Prompts kreisten um Themen wie das Ein- und Ausbrechen aus der Zeit, das Exportieren des Selbst und das Hinauswachsen über das Digitale. Rave (Realtime Audio Variational Autoencoder), ein Framework zur Generierung eines neuronalen Netzwerkmodells aus Audiodaten, wurde verwendet, um die Sprachaufnahmen zu verarbeiten und zu manipulieren, wodurch die Stimme der Erzählerin in Echtzeit verzerrt und verändert wurde.«
Weitere Werke
Christian Quiñones
Hasta que no puedaUraufgeführt: 2023 durch Alarm Will Sound
Bei Christian Quiñones (*1996) steht das Hören selbst zur Disposition. Ausgangspunkt für Hasta que no pueda ist die fortschreitende Hörbeeinträchtigung seiner Mutter. Aus der Frage »How would my mom listen to this?« entsteht kein musikalisches Porträt, sondern ein Gedankenexperiment: Wie verändert sich Musik und mit ihr die Erfahrung der Welt, wenn sich die Bedingungen des Hörens verändern? In der Vorstellung des Komponisten ist es eine »seltsame, verformte Version der Welt, die wir hören. Sie klingt beinahe wie eine alte Platte, als wäre man unter Wasser, wie ein lautes Summen/Dröhnen – alles ist verzerrt.«
Das Stück beginnt mit fragmentierten Impulsen, aus denen eine verwirrende und faszinierende Klangwelt entsteht, in der verzerrte Erinnerungsspuren anklingen, ohne je greifbar zu werden. Gegeneinander laufende Rhythmen und ›unsaubere‹ Repetitionen entwickeln nach und nach einen seltsam fesselnden Drive, der schließlich unvermittelt abreißt und in einem nur langsam verebbenden, gequälten Liegeton ausklingt – bis wir irgendwann ins Nichts lauschen.

Elijah Daniel Smith
Vermillion GlareUraufgeführt: 21. März 2023, Princeton University, durch Alarm Will Sound
Elijah Daniel Smith (*1995) verbindet das Hören unmittelbar mit dem Sehsinn – zu einer Audio-Vision. Der Titel Vermillion Glare bezeichnet jenen Moment gleißenden Lichts, in dem Konturen verschwimmen und Farben mit besonderer Intensität hervortreten. Genau diesen geblendeten Wahrnehmungszustand übersetzt Smith ins Musikalische: Klänge schimmern, überlagern und verwandeln sich beinahe unmerklich; weniger als klar umrissene Ereignisse denn als kontinuierliche Veränderungen eines gemeinsamen Farbraums. Die Komposition entwickelt sich nicht erzählerisch, sondern atmosphärisch: Wie im flirrenden Abendlicht beginnen auch hier die Konturen zu verschwimmen, während sich die Musik langsam in immer neuen Schattierungen entfaltet, bis die Ohren zu ›blinzeln‹ beginnen.
Chris P. Thompson
HanabiUraufgeführt: 26. März 2024, Carnegie Hall New York, durch Alarm Will Sound
Chris P. Thompsons (*1978) komponierte Hanabi ursprünglich als rein elektronisches Stück – als »in-ear extended mix«, also einer abgemischten Tonspur für das intensive und ausgesteuerte Lauschen über Kopfhörer. Für Alarm Will Sound wurde es als Sinfonietta neu arrangiert, sodass nun akustische Instrumente die elektronischen Klangwelten imitieren. Der Titel Hanabi bedeutet wörtlich übersetzt »Feuerblumen« und ist der japanische Begriff für Feuerwerk – ein treffendes Bild für die Dramaturgie des Stücks, in dem kurze Impulse, aufploppende Klangereignisse, schwebende Flächen und pulsierende Rhythmen immer neue Konstellationen bilden. Der eigentliche Reiz des Wechsels vom Elektronischen zum Instrumentalen liegt dabei weniger in der Übertragung selbst als in der Wirkung: Aus einer Musik für Kopfhörer und Lautsprecher wird Musik für den Konzertsaal. Elektronische Klanggesten bleiben als ästhetische Erinnerung erhalten, gewinnen in der instrumentalen Fassung jedoch an Atem, Reibung und körperlicher Präsenz.

Bobby Ge
You Are A Topological DonutUraufgeführt: 26. Juli 2025, Mizzou Festival, durch Alarm Will Sound
Bobby Ge (*1996) macht das Digitale schließlich selbst zum Kompositionsprinzip. You Are a Topological Donut bewegt sich zwischen Konzertmusik, Videokunst, Gaming-Ästhetik und Meme-Kultur. Die für das Stück entwickelte Animation erweitert die Komposition um eine visuelle Ebene rund um den titelgebenden Donut – ein ikonisches Objekt der Internetkultur, das hier zur ebenso humorvollen wie irritierenden Metapher einer Gegenwart wird, in der Realität, Simulation und digitale Bilderwelten unauflöslich ineinandergreifen. Ein Algorithmus sorgt dafür, dass die Bilder aufgrund des Inputs des Keyboard-Spielers im Orchester live generiert werden.
Bobby Ge zitiert vertraute Klanggesten, sampelt sie und versetzt sie in immer neue Zusammenhänge. Die Musik springt spielerisch zwischen klassischer Instrumentalmusik, Minimal Music, Pop und Internetästhetik, ohne sich dauerhaft einer dieser Welten zuzuordnen. Sie verhält sich beinahe wie ein Social-Media-Feed: assoziativ, überraschend und ständig in Bewegung – als würde das Internet selbst komponieren.
Anna Schürmer
Wir danken den Mitgliedern des Freundeskreises
MÄZEN
Gründungsmitglieder Arndt und Helmut Andreas Hartwig
PLATIN
Dr. Michael Buhr und Dr. Gabriele Freise-Buhr
Godesberg Gastronomie & Event GmbH
GOLD
LTS Lohmann Therapie-Systeme AG
Andrea und Ekkehard Gerlach
Hans-Joachim Hecek und Klaus Dieter Mertens
Dr. Thomas und Rebecca Ogilvie
Albert Tonger Immobilien e. K.
Braunschweiger Privatbank, Köln
SILBER
Maria und Christoph Bader
Bernd Böcking
Dr. Sigrun Eckelmann† und Johann Hinterkeuser
Dr. Stefanie Montag und Dr. Stephan Herberhold
Dr. Luciano und Ulrike Pizzulli
Julia Rabus und Mirko Klemm
Jannis Ch. Vassiliou und Maricel de la Cruz
AUF EMPFEHLUNG unserer Mäzene Arndt und Helmut Andreas Hartwig
Tim Achtermeyer MdL
Judith und Tobias Andreae
Dr. Frank Asbeck und Susanne Birkenstock
Bettina Böttinger und Martina Wziontek
Anja Bröker
Philipp Buhr und Marie-Madeleine Zenker
Tim und Jessi Buhr
Katja Burkard und Hans Mahr
Claudia Cieslarczyk und Heiko von Dewitz
Rüdiger und Andrea Depkat
Guido Déus
Prof. Dr. Udo und Bettina Di Fabio
Walter Droege und Hedda im Brahm-Droege
Ralf und Antje Firmenich
Tobias Grewe und Dr. Jan Hundgeburth
Jörg Großkopf und Peter Daubenbüchel
Prof. Monika Grütters
Lothar und Martha Harings
Dr. Bernhard Helmich und Mai Hong
Dr. Eckart und Ulla von Hirschhausen
Dr. Sabine Hoeft und Thomas Geitner
Prof. Dr. Frank G. und Ulrike Holz
Prof. Dr. Wolfgang und Dr. Brigitte Holzgreve
Martin Hubert und Martina und Martha Marzahn
Stephan und Sirka Huthmacher
Dirk und Viktoria Kaftan
Dr. Christos Katzidis MdL und Ariane Katzidis
Andrea, Tim und Jan Kluit
Dr. Eva Kraus
Dr. Markus Leyck Dieken und Peter Kraushaar
Peter und Katharina Limbourg
Nathanael Liminski MdL und Hanna Liminski
Horst und Katrin Lingohr
Marianne und Stefan Ludes
Dr. Peter Lüsebrink und Karl-Heinz von Elern
Michael Mronz und Markus Felten
Prof. Dr. Georg und Doris Nickenig
Dr. Solveig Palm
Alexandra Pape und Malte von Tottleben
Christian A. und Rita Rast
Hans-Arndt und Julia Riegel
Prof. Dr. Manuel und Aila Ritter
Matthias und Steffi Schulz
Moritz Seibert
Stephan Schwarz und Veronika Smetackova
Annette Schwolen-Flümann und Thomas Flümann
Prof. Walter Smerling und Beatrice Blank
Elisabeth Sobotka und Prof. Dr. Hans Peter Wehrli
Peter und Annette Storsberg
Prof. Burkhard und Friederike Sträter
Prof. Dr. Hendrik Streeck MdB und Paul Zubeil
Ulrich und Petra Voigt
Oliver und Diane Welke
Dr. Vera Westermann und Michael Langenberg
Dr. Matthias Wissmann und Francisco Rojas
Christian van Zwamen und Gerd Halama
BRONZE
Jutta und Ludwig Acker * Prof. Dr. Wolfgang Angerstein * Alexandra Asbeck * Dr. Rainer und Liane Balzien * Munkhzul Baramsai * Christina Barton van Dorp und Dominik Barton * Christoph Beckmanns * Prof. Dr. Christa Berg * Prof. Dr. Arno und Angela Berger * Christoph Berghaus * Klaus Besier * Ingeborg Bispinck-Weigand * Christiane Bless-Paar und Dr. Dieter Paar * Frank-Michael Böhle und Elvira Pietzka-Böhle * Dr. Ulrich und Barbara Bongardt * Anastassia Boutsko * Anne Brinkmann * Ingrid Brunswig * Lutz Caje * Gabriele und Robert Carl * Elmar Conrads-Hassel und Dr. Ursula Hassel * Ingeborg und Erich Dederichs * Geneviève Desplanques * Irene Diederichs * Michael Eckhardt und Birgit Wolter * Christel Eichen und Ralf Kröger * Elisabeth Einecke-Klövekorn * Dr. Martina Endepohls-Ulpe und Alexander Ulpe * Heike Fischer und Carlo Fischer-Peitz * Dr. Gabriele und Ulrich Föckler * Prof. Dr. Eckhard Freyer * Johannes Geffert * Silke und Andree Georg Girg * Dr. Helga-Maleen Gerresheim * Margareta Gitizad * Carsten Gottschalk * Ulrike und Axel Groeger * Marta Gutierrez und Simon Huber * Cornelia und Dr. Holger Haas * Sylvia Haas * Christina Ruth Elise Hendges * Renate und L. Hendricks * Peter Henn * Prof. Ingeborg Henzler und Dr. Mathias Jung * Heidelore und Prof. Werner P. Herrmann * Dr. Monika Hörig * Georg Peter Hoffmann und Heide-Marie Ramsauer * Dr. Francesca und Dr. Stefan Hülshörster * Karin Ippendorf * Angela Jaschke * Dr. Michael und Dr. Elisabeth Kaiser * Elisabeth und Rolf-Dieter Kaißer * Agnieszka Maria und Jan Kaplan * Dr. Hiltrud Kastenholz und Herbert Küster * Dr. Reinhard Keller * Dr. Ulrich und Marie Louise Kersten * Rolf Kleefuß und Thomas Riedel * Dr. Gerd Knischewski * Norbert König und Clotilde Lafont-König * Sylvia Kolbe * Sigrid Kümmerlein * Gisela Kunz * Dr. Hans Dieter und Ursula Laux * Ute und Dr. Ulrich Kolck * Manfred Koschnick und Arne Siebert * Lilith Matthiaß-Küster und Norbert Küster * Thea Kutzscher * Ruth und Bernhard Lahres * Renate Leesmeister * Gernot Lehr und Dr. Eva Sewing * Traudl und Reinhard Lenz * Florian H. Luetjohann * Moritz Magdeburg * Dr. Charlotte Mende * Heinrich Meurs * Heinrich Mevißen * Dr. Dr. Peter und Dr. Ines Miebach * Karl-Josef Mittler * Dr. Josef Moch * Esther und Laurent Montenay * Friedrich Wilhelm Moog und Vera Walther-Moog * Katharina und Dr. Jochen Müller-Stromberg * Dr. Nicola und Dr. Manuel Mutschler * Dr. Gudula Neidert-Buech und Dr. Rudolf Neidert * Gerald und Vanessa Neu * Lydia Niewerth * Wolfram Nolte * Mark und Rita Opeskin * Céline Oreiller * Dieter und Brigitta Penning * Carol Ann Pereira * Gabriele Poerting * Dr. Manfred und Dorothee van Rey * Ruth Schmidt-Schütte und Hans Helmuth Schmidt * Dr. Andreas und Bettina Rohde * Prof. Dr. Tilman und Astrid Sauerbruch * Ingrid Scheithauer * Monika Schmuck * Markus Schubert * Simone Schuck * Petra Schürkes-Schepping * Dr. Manfred und Jutta von Seggern * Prof. Dr. Norma Selve * Prof. Dr. Wolfram Steinbeck * Dr. Andreas Stork * Michael Striebich * Dr. Corinna ten Thoren und Martin Frevert * Verena und Christian Thiemann * Dr. Sabine Trautmann-Voigt und Dr. Bernd Voigt * Hermann und Bettina Ude * Katrin Uhlig * Carrie Walter und Gabriel Beeby * Susanne Walter * Aino Ritva Weyers und Nadeem Hajouj * Ruth Winterwerp-van den Elzen und Jürgen Winterwerp * Dr. Bettina und Dr. Matthias Wolfgarten
JUNGER FREUNDESKREIS
Iklim Arikan * Linda Dahn * Lasse Frings * Ricci Frosio * Lin Golenia * Emilia Hecke * Victoria Emilia Holz * M Hornauer * Zsolt Máté Kiss * Jonas Kotulla * Marie Meißner * Felix Mennicken * Linus Neunkirchen * Felix Schuck * Hannah Speckmann * Charlotte Speckmann * Nelly Sophia Stach * Till Steinert * Johanna von Bargen * Florens Windelen * Yolanda Winter * Akichika Yukawa * Tom Ziese
Die Komponist:innen über ihre Werke
Christian Quiñones
über Hasta que no pueda»One of my most constant fears in life is reaching the day when my mother can’t hear me or listen to music. She has congenital hearing loss and I still clearly remember the day when as a kid I understood what that meant. The terrifying thought of her one day not being able to understand me or being able to enjoy music has always been a persistent but seemingly distant dread, but a lot of that has become more imminent recently. The past year we received the news that her hearing loss reached fifty percent in one ear. After that moment, even in the most mundane situations in life, I often think about ›how would my mom listen to this?‹ with the help of a website that simulates the effect of different types of hearing loss, this piece strives to answer that question. The piece takes short samples of many songs that I didn’t necessarily like, but that my mom used to listen to a lot when we were growing up, and reimagines them through a filtered and maximalist lens. Sonically, the piece slowly morphs from a muted and dark soundscape into a brightly colored and vibrant texture that mirrors my mother’s congenital chronic condition.«
Übersetzung
»Eine meiner beständigsten Ängste im Leben ist der Tag, an dem meine Mutter mich nicht mehr hören oder keine Musik mehr hören kann. Sie hat einen angeborenen Hörverlust, und ich erinnere mich noch genau an den Tag, an dem ich als Kind begriff, was das bedeutete. Der erschreckende Gedanke, dass sie mich eines Tages nicht mehr verstehen oder keine Musik mehr genießen kann, war schon immer eine anhaltende, aber scheinbar ferne Angst – doch in letzter Zeit ist vieles davon immer dringlicher geworden. Im vergangenen Jahr erhielten wir die Nachricht, dass ihr Hörverlust auf einem Ohr fünfzig Prozent erreicht hat. Seitdem denke ich selbst in den alltäglichsten Situationen oft darüber nach: ›Wie würde meine Mutter das wohl hören?‹ Mithilfe einer Website, die die Auswirkungen verschiedener Arten von Hörverlust simuliert, versucht dieses Stück, diese Frage zu beantworten. Das Stück verwendet kurze Ausschnitte aus vielen Liedern, die mir nicht unbedingt gefallen haben, die meine Mutter aber oft hörte, als wir aufwuchsen, und interpretiert sie durch eine gefilterte und maximalistische Linse neu. Klanglich wandelt sich das Stück langsam von einer gedämpften und dunklen Klanglandschaft zu einer farbenfrohen und lebendigen Textur, die die angeborene chronische Erkrankung meiner Mutter widerspiegelt.«
Elijah Daniel Smith
über Vermillion Glare»Vermilion Glare aims to capture the feeling of straining to visually focus on what’s in front of you when the setting sun is shining directly into your eyes.«
***
»Vermilion Glare soll das Gefühl einfangen, wie man sich anstrengt, den Blick auf das zu richten, was vor einem liegt, wenn die untergehende Sonne direkt in die Augen scheint.«
Chris P. Thompson
über Hanabi»The original Hanabi was a short piece of electronic music wherein I played with the similarities between the bulletproof kevlar articulation of marching percussion and the pops and sizzles of a fireworks show. (Hanabi 花火 = Japanese for ›fireworks‹). This was also the first time I ever incorporated the sound of metronomes into my music (a creative delight that has proven endlessly fruitful to this day). I wanted to create a subtle transition: from the organized structure of metronomic time to the chaotic entropy of random explosions.
After that track was released, I transcribed the marching tenors, drums, and bass, with an eye to turning it into something that could be played live. This extended version of Hanabi turned out interestingly different enough that I actually recorded it and included it on my next album as Hanabi (in-ear extended mix). If Aphex Twin could remix himself I figured I could too.
Eventually, Hanabi (in-ear extended mix) entered the ears of one Miles Brown, and next thing I knew — a full arrangement for Alarm Will Sound was born, bringing marching tenors to the concert stage side-by-side with friends and metronomes.«
Übersetzung
»Das ursprüngliche Hanabi war ein kurzes Stück elektronischer Musik, in dem ich mit den Ähnlichkeiten zwischen der knallharten Artikulation von Marschpercussion und den Knallen und Zischen eines Feuerwerks gespielt habe. (Hanabi 花火 = japanisch für ›Feuerwerk‹). Dies war auch das erste Mal, dass ich den Klang von Metronomen in meine Musik integriert habe (eine kreative Freude, die sich bis heute als unendlich fruchtbar erwiesen hat). Ich wollte einen subtilen Übergang schaffen: von der geordneten Struktur des metronomischen Taktes zur chaotischen Entropie zufälliger Explosionen.
Nachdem dieser Track veröffentlicht worden war, transkribierte ich die Stimmen der Marching Band, die Trommeln und den Bass, mit dem Ziel, daraus etwas zu machen, das live gespielt werden könnte. Diese erweiterte Version von Hanabi fiel interessanterweise so anders aus, dass ich sie tatsächlich aufnahm und auf meinem nächsten Album als Hanabi (In-Ear Extended Mix) veröffentlichte. Wenn Aphex Twin sich selbst remixen konnte, dachte ich mir, dann könnte ich das auch.
Schließlich kam Hanabi (In-Ear Extended Mix) einem gewissen Miles Brown zu Ohren, und ehe ich mich versah, war ein vollständiges Arrangement für Alarm Will Sound entstanden, das die Marsch-Tenortrommeln Seite an Seite mit Freunden und Metronomen auf die Konzertbühne brachte.«
Brittany J. Green
über gLitchED dreams//invisible BEINGS»gLitchED dreams//invisible BEINGS is a modular, sonic collage of Afrofuturism, Afrobeat, Minimalism, and Experimentalism that follows the journey of Eye, an Android that finds themselves trying to break out of a world in which they cannot exist as their authentic self. Through this journey of self actualization, Eye struggles to untangle where the world ends and they begin, grappling with the blurred lines of choice, coercion, and control within invisible power structures. Inspired by Legacy Russell’s Glitch, this work explores the ways technology, our intersecting identities, and the unseen structures around us inform and mediate one another, asking ›how can I choose agency within a controlled construct?‹ The performers of the piece engage with the material through the perspective of Eye.
With the order of musical material determined by a computer, performers must choose to perform as they are instructed, perform their own material in defiance, or refuse to engage with the piece all together. The piece features text written by me, alongside quotations from Essex Hemphill and Kara Keeling, and ChatGPT generated code and includes live video processing by Kate Alexandrite.«
Übersetzung
»gLitchED dreams//invisible BEINGS ist eine modulare Klangcollage aus Afrofuturismus, Afrobeat, Minimalismus und Experimentalismus, die die Reise von Eye nachzeichnet – einem Androiden, der versucht, aus einer Welt auszubrechen, in der er nicht als sein authentisches Selbst existieren kann. Auf dieser Reise der Selbstverwirklichung ringt Eye darum, zu entwirren, wo die Welt endet und es selbst beginnt. Dabei setzt er sich mit den verschwommenen Grenzen von Wahlfreiheit, Zwang und Kontrolle innerhalb unsichtbarer Machtstrukturen auseinander. Inspiriert von Legacy Russells Glitch untersucht dieses Werk, wie Technologie, unsere sich überschneidenden Identitäten und die unsichtbaren Strukturen um uns herum sich gegenseitig beeinflussen und vermitteln, und stellt die Frage: ›Wie kann ich innerhalb eines kontrollierten Konstrukts selbstbestimmt handeln?‹
Da die Reihenfolge des musikalischen Materials von einem Computer bestimmt wird, müssen die Musiker:innen entscheiden, ob sie die Anweisungen befolgen, aus Trotz ihr eigenes Material spielen oder sich gänzlich weigern, sich auf das Stück einzulassen. Das Stück enthält von mir verfasste Texte sowie Zitate von Essex Hemphill und Kara Keeling, von ChatGPT generierten Code und umfasst Live-Videoverarbeitung von Kate Alexandrite.«
Bobby Ge
über You Are A Topological Donut»This piece was conceived when a good friend of mine, Elicia Neo, mentioned to me that she was learning Blender, a free animation software that, for whatever reason, seemed singularly donut-obsessed. For reasons still unclear to me, animating a donut was the Blender equivalent of ›Hello, World!‹, and the more I thought about this, the more amusing yet existential the implications became. The donut seemed a perfect metaphor for the superficiality of the digital world, distinguished as much by its immediate appeal as by its fundamental emptiness. I wondered how many digital donuts existed by virtue of Blender, and I wondered how many were used as assets in video games, films, images, memes, and beyond.
It occurred to me that even prior to the onslaught of open-source generative AI models, there were probably more digital replicas of objects than there were actual objects in the world. Between photos, drawings, animations, emoji, and derivatives thereof, the digital realm – the virtual world, the ›metaverse‹, or whatever dystopic buzzword is next – was ever-growing and ever-deepening in its expansive, cannibalistic project of cataloguing every conceivable thought, symbol, and idea its screen-addled users could provide. And again, this was happening at a wildly uncontrolled rate even before the likes of ChatGPT were unleashed.
You Are a Topological Donut recounts, by way of its corny meditation stylings, a history of donut imagery. The piece begins with old-timey photos and moves through increasingly surreal animations, growing more and more nightmarish and bizarre as simulation, simulacra, and self become subsumed into a digital soup of hollow pixels. Even as it sinks into apocalyptic incomprehensibility, the music remains foolishly optimistic and bright-eyed to the very end.
This piece was written in collaboration with Elicia, who created and storyboarded all the animations in Blender. Many thanks to her and the brilliant musicians of Alarm Will Sound, whose daring and technical craft gave me the confidence to write something so enthusiastically absurd.«
Übersetzung
»Die Idee zu diesem Werk entstand, als eine gute Freundin von mir, Elicia Neo, mir erzählte, dass sie gerade Blender lernte – eine kostenlose Animationssoftware, die aus irgendeinem Grund geradezu von Donuts besessen zu sein schien. Aus Gründen, die mir bis heute unklar sind, war das Animieren eines Donuts das Blender-Äquivalent zu ›Hello, World!‹, und je mehr ich darüber nachdachte, desto amüsanter und zugleich existentieller wurden die Implikationen. Der Donut schien mir eine perfekte Metapher für die Oberflächlichkeit der digitalen Welt zu sein, die sich ebenso sehr durch ihre unmittelbare Anziehungskraft wie durch ihre grundlegende Leere auszeichnet. Ich fragte mich, wie viele digitale Donuts es dank Blender gab, und ich fragte mich, wie viele davon in Videospielen, Filmen, Bildern, Memes und darüber hinaus verwendet wurden.
Mir kam der Gedanke, dass es wahrscheinlich schon vor dem Ansturm der generativen Open-Source-KI-Modelle mehr digitale Nachbildungen von Objekten gab als tatsächliche Objekte in der Welt. Zwischen Fotos, Zeichnungen, Animationen, Emojis und deren Ableitungen wuchs die digitale Sphäre – die virtuelle Welt, das ›Metaversum‹ oder welches dystopische Schlagwort auch immer als Nächstes kommen mag – stetig weiter und vertiefte sich immer mehr in ihrem expansiven, kannibalistischen Vorhaben, jeden erdenklichen Gedanken, jedes Symbol und jede Idee zu katalogisieren, die ihre bildschirmverblendeten Nutzer liefern konnten. Und noch einmal: Dies geschah in einem völlig unkontrollierten Tempo, noch bevor Programme wie ChatGPT auf den Markt kamen.
You Are a Topological Donut erzählt in seinem kitschigen, meditativen Stil eine Geschichte der Donut-Bildsprache. Das Stück beginnt mit altmodischen Fotos und entwickelt sich zu zunehmend surrealen Animationen, die immer albtraumhafter und bizarrer werden, während Simulation, Simulakren und das Selbst in einem digitalen Brei aus hohlen Pixeln aufgehen. Selbst wenn es in apokalyptische Unbegreiflichkeit versinkt, bleibt die Musik bis zum Schluss töricht optimistisch und strahlend.
Dieses Stück entstand in Zusammenarbeit mit Elicia, die alle Animationen in Blender erstellt und als Storyboard entworfen hat. Vielen Dank an sie und die brillanten Musiker von Alarm Will Sound, deren Wagemut und technisches Können mir das Selbstvertrauen gaben, etwas so enthusiastisch Absurdes zu schreiben.«
Fellowship
»Die Kunst will von uns, dass wir nicht stehenbleiben« – L. v. Beethoven
Das Fellowship-Programm2023 hob das Beethovenfest ein Projekt aus der Taufe, mit dem in Bonn musikalische Zukunft erfunden wird: das Fellowship-Programm. Seitdem bietet das Festival Künstler:innen, Komponist:innen und Ensembles einen Freiraum für Experimente und Innovationen. Die Ergebnisse der mehrmonatigen Projektphasen werden im Festival präsentiert. Zusätzlich werden verschiedene Leuchtturm- und Sonderprojekte realisiert. Brittany J. Green ist eine von insgesamt vier Fellows 2026.
Biografien
Brittany J. Green
Komposition & PerformanceBrittany J. Green (*1991) ist eine in North Carolina lebende Komponistin, Performerin und Pädagogin. Ihre Musik wird als »im besten Sinne filmisch« (Chicago Classical Review) beschrieben. Sie schafft gemeinschaftliche, intime musikalische Räume, die unmittelbare Reaktionen hervorrufen. Ihre Werke verbinden Klang, Video, Bewegung und Text, wobei oft die Beziehungen zwischen diesen Elementen hinterfragt und neu definiert werden. Sie studierte Komposition, Musikpädagogik und Musiktheorie an der UNC-Pembroke, der East Carolina University und der Duke University. Zahlreiche Preise zeichnen ihre Arbeit aus.
Brittany Greens Musik wurde weltweit aufgeführt, etwa durch das Chicago Symphony Orchestra, in der Carnegie Hall oder in Tanglewood. Sie arbeitet regelmäßig mit Rebekah Heller, Alarm Will Sound, dem International Contemporary Ensemble und dem JACK Quartet zusammen. Brittany hatte Residenzen beim Louisville Orchestra, im Virginia Center for the Creative Arts und im Atlantic Center for the Arts inne. Die Komponistin widmet sich auch der Musikforschung. Zu ihren Interessen gehören das Werk von Julius Eastman und Ansätze der Musiktheorie, der kritischen Theorie und der Queer Theory.
Alarm Will Sound
Alarm Will Sound ist 22-köpfige Band, die sich innovativen Aufführungen und Aufnahmen zeitgenössischer Musik verschrieben hat. Sie ist das Residenzensemble des Mizzou International Composers Festival. Die Gruppe veröffentlichte bereits zwanzig CDs, darunter Land of Winter, welches ihnen 2026 einen Grammy einbrachte.
Alarm Will Sound wurde von vielen renommierten Institutionen präsentiert und spielte auch internationale Touren. Das Ensemble demonstrierte sein Engagement für Bildung durch Residenzen und Aktivitäten u.a. an der Manhattan School of Music und der Princeton University. Highlights der letzten Jahre umfassen etwa ein nächtliches Konzert mit John Luther Adams Ten Thousand Birds an der Pariser Philharmonie während der Nuit Blanche oder Mary Kouyoumdjians Paper Pianos im Experimental Media and Performing Arts Center.
Das Gastspiel von Alarm Will Sound wird gefördert durch Mid Atlantic Arts über USArtists International, ein Programm in Partnerschaft mit National Endowment for the Arts and the Trust for Mutual Understanding.
Alarm Will Sound bedankt sich herzlich bei seinen einzelnen Spendern und den folgenden Stiftungen für ihre Unterstützung: Aaron Copland Fund for Music, Amphion Foundation, Alice M. Ditson Fund der Columbia University, BMI Foundation, Cheswatyr Foundation, Fan Fox and Leslie R. Samuels Foundation, Howard Gilman Foundation, New Music USA’s 2026-27 Organization Fund und die Sinquefield Charitable Foundation.
Alan Pierson
DirigentDer mit einem Grammy ausgezeichnete Dirigent Alan Pierson ist der künstlerische Leiter von Alarm Will Sound. Er unterhält enge Partnerschaften mit zeitgenössischen Komponist:innen. In hochgelobten genreübergreifenden Projekten trifft er mit Künstler:innen verschiedener Sparten zusammen. Pierson ist Co-Leiter des Northwestern University Contemporary Music Ensemble. Er war Intendant des Brooklyn Philharmonic sowie Chefdirigent des in Dublin basierten Crash Ensemble, ist ein gefragter Gastdirigent und hat mehr als 30 Alben veröffentlicht.
Als herausragender Interpret zeitgenössischer Opern leitet Pierson Produktionen mit renommierten Institutionen. Zu den Highlights der letzten Jahre zählen Mary Kouyoumdjians und Royce Vavreks Grammy-nominiertes Adoration sowie David T. Littles Adaption für Alarm Will Sound von Garth Greenwells gefeiertem Debütroman What Belongs to You. Im Herbst 2026 wird er Steve Reichs Music for 18 Musicians: Staged Variations im Park Avenue Armory dirigieren.
Eli Stine
Software-EntwicklerEli Stine ist ein Medienkünstler und Softwareentwickler, dessen Musik international aufgeführt wird. Darüber hinaus ist er Assistenzprofessor für Computermusik und digitale Kunst am Oberlin Conservatory. Zuvor arbeitete er bei Meta Reality Labs Audio Research. Er promovierte an der University of Virginia als Jefferson Fellow. Stines Arbeit umfasst immersive elektronische Musik sowie Mixed-Reality-Storytelling. Viele seiner Projekte sind interdisziplinär. Sein Sounddesign für die Virtual-Reality-Installation VRWandlung, eine Adaption von Franz Kafkas Die Verwandlung, tourt seit 2018 weltweit durch über 50 Städte. Sein Werk Where Water Meets Memory wurde international aufgeführt und gewann den Prix CIME Electroacoustic Music Competition 2025. Stines Werke sind bei Labels wie New Focus Recordings oder Naxos Records erschienen.
Konzertempfehlungen
Festival-Miteinander
Festival-Miteinander
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Das Beethovenfest Bonn 2026 steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst.
Programmheftredaktion:
Sarah Avischag Müller
M Hornauer
Die Texte von Anna Schürmer sind Originalbeiträge für dieses Programmheft.




















