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Thu. 3.9.2026

19:30, Bonner Münster

Prologue: What Do I Ask of the World?

  • Vocal, Chamber Music
  • Past Event
  • € 39
Six casually dressed people walk together outdoors on a sunny sidewalk next to a the modern building of the Bonn Bundeskunsthalle museum.
Ensemble Continuum © Sophia Hegewald

Contributors

  • Ensemble CONTINUUM
    • Marie Luise Werneburg soprano
    • Franz Vitzthum countertenor
    • Raphael Höhn tenor
    • Tobias Berndt bass
    • Anna Schall cornett
    • Johanna Bartz transverse flute
    • Judith von der Goltz violin
    • Henriette Otto-Dierßen violin
    • Ildiko Ludwig violin & viola
    • Katharina Litschig cello
    • Liam Byrne viola da gamba
    • Bertram Burkert elctric guitar
    • Goran Stevanovich accordion
    • Elina Albach concept, arrangement, harpsichord, organ & artistic director

Programme

»What Do I Ask of the World?«

***

Caroline Shaw
Concerto for Harpsichord and Strings

Johann Sebastian Bach
Excerpts from the Cantatas Was frag ich nach der Welt BWV 94, Herr Jesu Christ, wahr’ Mensch und Gottes Sohn BWV 127, Wer mich liebet, der wird mein Wort halten BWV 74, Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort BWV 126, Ach Gott, wie manches Herzeleid BWV 3, Ihr werdet weinen und heulen BWV 103 and the Easter Oratorio BWV 249

 

Followed by a reception in the cloister

The concert at a glance

What can I expect?

A lovingly compiled programme on harpsichord, Baroque violin & co.: Johann Sebastian Bach and minimal music by Caroline Shaw in a continuously interwoven dialogue.

What does it sound like?
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Description

»The world seeks honour and glory among highly exalted people«, wrote the text author 300 years ago for Johann Sebastian Bach’s cantata. The Ensemble CONTINUUM brings the timeless messages of Bach’s music into an exciting dialogue with the evocative harpsichord concerto by American composer Caroline Shaw.

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      Harpsichordist Elina Albach
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    In cooperation with

    Six casually dressed people walk together outdoors on a sunny sidewalk next to a the modern building of the Bonn Bundeskunsthalle museum.

    Digital programme booklet (in German)

    Thu. 3.9.

    19:30, Bonner Münster

    Prologue: What Do I Ask of the World?

    Mitwirkende

    Ensemble Continuum

    Marie Luise Werneburg Sopran
    Franz Vitzthum Countertenor
    Raphael Höhn Tenor 
    Tobias Berndt Bass

    Anna Schall Zink & Blockflöte 
    Johanna Bartz Traversflöte 
    Judith von der Goltz Violine
    Henriette Otto-Dierßen Violine
    Ildiko Ludwig Violine & Viola
    Liam Byrne Viola da Gamba
    Katharina Litschig Violoncello 
    Bertram Burkert E-Gitarre 
    Goran Stevanovich Akkordeon

    Elina Albach Konzept, Arrangement, Cembalo, Orgel & Leitung

    Programm

    Begrüßung durch das Bonner Münster
    und Steven Walter, Intendant


    Johann Sebastian Bach (1685–1750)
    Kantate Herr Jesu Christ, wahr’ Mensch und Gott BWV 127
    Nr. 1 Chor »Herr Jesu Christ, wahr’ Mensch und Gott«

    Caroline Shaw (*1982)
    Konzert für Cembalo und Streicher
    I.

    Kantate Was frag ich nach der Welt BWV 94
    Nr. 4 Rezitativ »Die Welt sucht Ehr und Ruhm«

    Kantate Wer mich liebet, der wird mein Wort halten BWV 74
    Nr. 7 Arie »Nichts kann mich erretten von höllischen Ketten«

    Kantate Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort BWV 126
    Nr. 4 Arie »Stürze zu Boden, schwülstige Stolze!«

    Kantate Herr Jesu Christ, wahr’ Mensch und Gott BWV 127
    Nr. 3 Arie »Die Seele ruht in Jesu Händen«

    Konzert für Cembalo und Streicher
    II. »Morning Bird«

    Kantate Ach Gott, wie manches Herzeleid BWV 3
    Nr. 1 Chor »Ach Gott, wie manches Herzeleid«

    Konzert für Cembalo und Streicher
    III. »Gangbusters«

    Kantate Was frag ich nach der Welt BWV 94
    Nr. 8 Choral »Was frag ich nach der Welt!«
    Nr. 5 Recitativ »Die Welt bekümmert sich« 
    in Ausschnitten verflochten mit:
    Oster-Oratorium BWV 249
    Nr. 7 Arie »Sanfte soll mein Todeskummer«
    Nr. 2 Adagio
    Kantate Ihr werdet weinen und heulen BWV 103
    Nr. 1 Chor & Arioso »Ihr werdet weinen und heulen«

    Kantate Mit Fried und Freud fahr ich dahin BWV 125
    Nr. 4 Duett »Ein unbegreiflich Licht«
    Nr. 5 Rezitativ »O unerschöpfter Schatz der Güte«

    Kantate Schwingt freudig euch empor BWV 36
    Nr. 4 Choral »Zwingt die Saiten in Cythara« 
    verflochten mit 
    Kantate Wie schön leuchtet der Morgenstern BWV 1
    Nr. 6 Choral »Wie bin ich doch so herzlich froh« 

    Über den Konzertabend

    Konzertdauer: ca. 90 Minuten ohne Pause

    Im Anschluss laden wir zum Empfang im Kreuzgang ein.

    Zusätzlich zu Blumen schenken wir den Künstler:innen Blüh-Patenschaften, mit deren Hilfe in der Region Bonn Blumenwiesen angelegt werden.

    Für ein ungestörtes Konzerterlebnis bitten wir Sie, auf Foto- und Videoaufnahmen zu verzichten.

    In Kooperation mit

    Einleitung

    Was frag ich nach der Welt?

    Im August 1724 komponierte Johann Sebastian Bach als Leipziger Thomaskantor die Choralkantate Was frag ich nach der Welt (BWV 94). Sein Textdichter sparte dabei nicht mit wortgewaltigen Auslegungen über die Nichtigkeit allen irdischen Besitzes im Vergleich zur Herrlichkeit des Himmelreichs. So wird etwa im ersten Rezitativ das Bild eines stolzen Menschen gezeichnet, der sich in »Purpur, Gold, Silber, Seid und Samt« kleidet, einen »Hochmuts-Turm« errichtet und doch nur ein begrenztes Leben hat. 

    Diese drastischen Beschreibungen sind der Ausgangspunkt für das heutige Konzertprogramm, das Elina Albach für ihr Ensemble Continuum zusammengestellt hat. In der Art eines Pasticcios verbindet sie Chöre, Choräle, Arien und Duette aus verschiedenen Bach-Kantaten. Die Texte und musikalischen Gestaltungen behandeln geradezu existenzielle Fragen und haben trotz oder vielleicht auch wegen ihrer barocken Sprache nichts an Aktualität verloren. Daraus entspinnt sich ein Dialog mit Musik von Caroline Shaw, die spielerisch Barock und amerikanische Modernität zusammendenkt.

    © Daniel Dittus

    Bach-Kantaten

    Jede Woche eine

    Bachs Choralkantaten-Jahrgang 1724/25

    Zu Beginn seines zweiten Dienstjahrs in Leipzig, im Juni 1724, hatte Bach beschlossen, fortan an jedem Sonn- und Feiertag eine Kantate zu komponieren, deren textliche und musikalische Gestalt sich an einem zum Evangelium passenden Choral orientierte. Die Texte dazu lieferte ihm ein uns unbekannter Librettist, der nach einem weitgehend standardisierten Verfahren vorging: Der Anfangs- und der Schlussvers des betreffenden Lieds wurden wortwörtlich als Eingangschor und Schlusschoral in die Kantate übernommen. Die Binnenstrophen dagegen arbeitete der Dichter mit freier Poesie zu Rezitativen und Arien um. Bach fertigte seine Vertonungen dieser Choralkantaten mit einer unglaublichen Abwechslung und Kreativität an – und schuf Meisterwerke im Wochentakt.

    Herr Jesu Christ, wahr’ Mensch und Gott

    Zum Sonntag Estomihi (dem letzten Sonntag vor Aschermittwoch) 1725 wählten Bach und sein Librettist das Kirchenlied Herr Jesu Christ, wahr’ Mensch und Gott aus, das 1562 als Sterbelied entstanden war. Sowohl der originale Liedtext als auch die für Bachs Kantate (BWV 127) hinzugedichteten Passagen thematisieren die Besinnung auf den Tod, aber ebenso die Aussicht auf die Auferstehung. Im Eingangschor kombinierte Bach den titelgebenden Choral mit dem deutschen Agnus Dei (Christe, du Lamm Gottes), das in langen Notenwerten von Instrumenten gespielt wird. Damit verdeutlichte Bach nonverbal die Aussage des Evangeliums, wonach Christus, das Lamm Gottes, den Weg zum Kreuzestod antritt. Die Sopran-Arie »Die Seele ruht in Jesu Händen« gemahnt an die Todesstunde und wird dabei von einer kunstvoll verzierten Oboenstimme begleitet. Gleichzeitig symbolisieren die Blockflöten mit einem permanenten Staccato-Rhythmus in kurzen Noten das Läuten einer Totenglocke.

    Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort

    Genau eine Woche zuvor, am Sonntag Sexagesimae, war erstmals die Kantate Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort (BWV 126) zur Aufführung gekommen, der das gleichnamige Lied von Martin Luther zugrunde liegt. Der Liedtext bezieht sich auf das Evangelium des Sonntags, dem Gleichnis vom Sämann, dessen Saat auf unterschiedlichen Boden fällt und dort zum Teil verdorrt, erstickt oder zertreten wird, zu einem guten Teil aber auch aufgeht und Frucht bringt. Der Samen steht als Symbol für das Wort Gottes. Mit großem Affekt und Heftigkeit gestaltete Bach die Bass-Arie »Stürze zu Boden«.

    Ach Gott, wie manches Herzeleid

    Am 2. Sonntag nach Epiphanias (dem 6. Januar) 1725 führte Bach die Kantate Ach Gott, wie manches Herzeleid (BWV 3) auf, deren Basis ein 18-strophiger Choral von Martin Moller ist. Dem nachdenklichen Charakter dieses Lieds angemessen, stellt Bach seinen Eingangschor unter die langsame Tempobezeichnung »Adagio« und lässt Chor und Orchester mit ernsten, chromatischen (also engschrittigen) Melodien singen und spielen. Der Cantus firmus, die Hauptstimme des Chorals, erscheint diesmal nicht in der Oberstimme, sondern im Bass. In seiner gesamten Konzeption gleicht dieser Chor einem ausdrucksvollen Klagegesang.

    Mit Fried und Freud fahr ich dahin

    Zum Fest Mariä Reinigung am 2. Februar erklang dann Bachs Choralkantate Mit Fried und Freud ich fahr dahin (BWV 125). Einer der Höhepunkte dieses Werks ist das fantastisch anmutende Duett »Ein unbegreiflich Licht erfüllt«, in dem sich Tenor, Bass, zwei Violinen und Basso continuo jubelnd vereinen.

    A chamber music ensemble performs classical music in an intimate setting. Musicians focus on their instruments, including a violin and cello.
    Ensemble Continuum beim Prolog zum Beethovenfest 2024 im Bonner Münster © Daniel Dittus

    Bachs Oster- und Ziegler-Kantaten 1725

    Kurz vor Ostern 1725 schloss Bach den Choralkantaten-Jahrgang überraschend ab. Es ist zu vermuten, dass die Lieferung weiterer Texte für eine Fortsetzung des Projekts unerwartet ausblieb. Möglicherweise hatte Bachs Librettist die Stadt verlassen oder war plötzlich verstorben. Ab dem Osterfest 1725 nutzte der Thomaskantor andere Textvorlagen für seine Kantaten.

    Oster-Oratorium

    Am Ostersonntag präsentierte Bach jedoch bereits wiederum eine Novität: sein Oster-Oratorium (BWV 249). Das Stück ist allerdings zu gewissen Teilen eine Parodie (eine Neutextierung) einer weltlichen Kantate, die Bach wenige Wochen zuvor zum Geburtstag des Herzogs Christian von Sachsen-Weißenfels angefertigt hatte. Die Tenor-Arie »Sanfte soll mein Todeskummer« im Oster-Oratorium ist ein ruhiges Tongemälde, in dem die Empfindungen des Petrus beim Betrachten des leeren Grabes und des Schweißtuchs Christi wiedergegeben werden.

    Ihr werdet weinen und heulen & Wer mich liebet, der wird mein Wort halten

    Während der Osterzeit 1725 stellte Bach sein Kantaten­konzept erneut um und vertonte an neun Sonn- und Feiertagen hintereinander Libretti der Leipziger Dichterin Christiana Mariana von Ziegler. So erklang am Sonntag Jubilate (dem dritten nach Ostern) die Kantate Ihr werdet weinen und heulen (BWV 103), deren Eingangschor den im Text geschilderten Gegensatz zwischen Leiden und Freude plastisch umsetzt. 

    Einige Wochen später, zum Pfingstfest 1725, führte Bach die Kantate Wer mich liebet, der wird mein Wort halten (BWV 74) erstmals auf. Das feierliche Werk weist mit der Alt-Arie »Nichts kann mich erretten« ein höchst dramatisches Stück auf: Wenn von der Erlösung die Rede ist, hört man die im Text erwähnten »höllischen Ketten« sehr deutlich in den virtuosen Girlanden der Solovioline.

    Was frag ich nach der Welt?

    Zeitlos erscheint die Frage, die Balthasar Kindermann 1664 in seinem Lied Was frag ich nach der Welt formulierte und die Bach 1724 als Thema seiner gleichnamigen Choralkantate wählte. Mit starken poetischen Metaphern wird die Bedeutungslosigkeit des irdischen Reichtums bekräftigt. 

    Inhaltlich schließt sich das Libretto unmittelbar an das Gleichnis vom klugen Verwalter an. Dessen Weisheit besteht darin, den Schuldnern seines Herrn einen Teil ihrer Verbindlichkeiten zu erlassen. Bach vertonte im Eingangschor der Kantate den ersten Choralvers. Dabei umspielt das Orchester das Lied kunstvoll, wobei sich die Traversflöte mit exponierten Solopassagen hervortut. Dieser hochvirtuose Flötenpart könnte die schillernde, aber vergängliche Pracht des irdischen Reichtums darstellen. Zwei weitere Choralverse werden mit umfangreichen Rezitativen verknüpft, die wie bei einer Predigt den Inhalt des Chorals kommentieren.

    An orchestra in rehearsal with musicians focused on playing. In the foreground, sheet music and a microphone are visible.
    Ensemble Continuum beim Prolog zum Beethovenfest 2024 im Bonner Münster © Daniel Dittus

    Shaw: Cembalokonzert

    Bach meets Caroline Shaw

    Verwoben werden die einzelnen Sätze aus den Bach-Kantaten mit dem 2022 entstandenen Cembalokonzert von Caroline Shaw. Die amerikanische Komponistin bezieht sich in ihrem Werk auf Prinzipien der Barockmusik bzw. konkret auf die Kompositionsweise von Bach, ohne dabei direkt zu zitieren oder vordergründig zu imitieren. 

    Das Konzert besteht – wie in der Barockzeit üblich – aus drei Sätzen mit zwei schnellen Ecksätzen und einem langsamen Mittelteil. Auch der Wechsel zwischen Soloinstrument und begleitendem Orchester, das Spiel mit Akkorden und die Entwicklung langer Melodielinien entsprechen gewissen barocken Traditionen. Gleichzeitig findet Caroline Shaw aber eine ganz eigene moderne Tonsprache, die sich in spannungsvollen Harmoniefolgen und enorm virtuosen Momenten manifestiert.

    Bernhard Schrammek

    © Daniel Dittus

    Interview

    Bernhard Schrammek: Wir befinden uns in turbulenten Zeiten mit Kriegen, Umweltbedrohungen und Krisen weltweit. Erstmal grundsätzlich: Sollte ein klassisches Musikfestival auf diese Themen reagieren oder eher mit schönen Klängen ablenken? 

    Elina Albach: Schon der Titel unseres Programms »Was frag ich nach der Welt?« deutet darauf hin, dass uns die Frage beschäftigt hat, wie (Barock-)Musik und Konzerte gesellschaftliche Debatten und Fragen unserer Zeit aufgreifen können. Im Idealfall gelingt uns beides: Zuhörende, die sich nach einer Ablenkung und einer Pause sehnen, können sich ganz der Musik hingeben und nicht weiter über die Inhalte nachdenken – und Besucher:innen, die gern tiefer in das Gedankenkarussell einsteigen wollen, sind dazu auch herzlich eingeladen und werden über die Musik hinaus noch andere Ebenen entdecken. Für mich persönlich ist es zunehmend undenkbar, Programme und Konzepte zu erarbeiten, die keine gesellschaftliche oder politische Relevanz oder Kontextualisierung haben.

    Nun haben Sie für dieses Konzert einzelne Sätze aus Bach-Kantaten zu einem Pasticcio zusammengestellt. Was waren die Leitlinien bei der Auswahl? 

    Zunächst war die größte Schwierigkeit, zu ent-scheiden, welche Stücke nicht in die Endauswahl kommen können. Bach hat eine schier endlose Bandbreite an Affekten, Emotionen, Themen und Texten vertont. Es ist mir sehr schwergefallen, einige fantastische Werke aus dem Programm auszuschließen. Ausgehend von der titelgebenden Kantate Was frag ich nach der Welt haben wir uns dann auf die Suche nach Arien und Chören gemacht, die mit den inhaltlichen Themen besonders korrespondieren. 

    Ergänzt wird das Bach-Programm durch das Cembalokonzert von Caroline Shaw. Können Sie uns dieses Werk und seinen Bezug zu Bach etwas näher beschreiben?

    Caroline Shaw als eine der wichtigsten zeitgenössischen Komponistinnen bezieht sich in einer Vielzahl ihrer Werke auf Johann Sebastian Bach. So liegt der Ursprung zu diesem Cembalokonzert wohl in einem Roadtrip durch die USA, bei dem sie ständig Bachs Cembalokonzerte als Begleitmusik gehört hat. In anderen Werken zitiert sie komplette Harmonie­progressionen oder Choräle von Bach (zum Beispiel O Haupt voll Blut und Wunden in ihrem Streichquartett Punctum), das ist hier nicht der Fall. Aber sie gibt mir als Cembalistin viele Freiheiten, um mit eigenen Arpeggien (also ausgreifenden Akkorden) und Improvisationen die Spielpraxis von Bach nachzuahmen – oder auch einen ganz eigenen Stil hineinzubringen. Ansonsten sind die drei Sätze sehr kurzweilig und kammermusikalisch gehalten. In unserem Programm führen sie durch die Dramaturgie der ersten Konzerthälfte und sorgen immer wieder für etwas Leichtigkeit inmitten der tiefgründigen Bach-Arien.

    Sie sind bekannt dafür, eigene Arrangements von Barockmusik zu erstellen und aufzuführen. Wie haben Sie die Werke bearbeitet, welche Instrumente und damit Klangfarben sind hinzugekommen?

    Für dieses Programm habe ich unsere Kerngruppe etwas erweitert und wir spielen mit einer größeren Besetzung als bei vergangenen Arrangements, um eine größere Bandbreite an Klangfarben und Möglichkeiten zu haben. Die vier Sänger:innen werden durch typische Instrumente der Barockzeit wie Streicher und Traverso, aber auch unerwartete neue und alte Instrumente wie beispielsweise Viola da Gamba, Zink, Akkordeon und E-Gitarre ergänzt. Hier geht es vor allem um die jeweiligen Spieler:innen, die eine ganz eigene Expertise und Klangwelt mitbringen und damit das Feld noch einmal deutlich ausweiten. Während wir das Shaw-Konzert unbearbeitet mit Streichinstrumenten und Cembalo aufführen werden, bekommen die Bach-Arien und -Chöre je nach Inhalt und Affekt neue Arrangements. Hierbei ist es mir besonders wichtig, nie in das Notenmaterial einzugreifen, sondern zu versuchen, die Aussage mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln noch mehr zu unterstreichen. Eine Arbeitsweise, wie sie sich Bach selbst permanent in seinem Parodieverfahren zunutze gemacht hat und die historisch höchst korrekt ist.

    A musical performance in a grand church with ornate altars, statues, and colorful stained glass windows. Audience seated attentively.
    Ensemble Continuum at the Prologe in Beethovenfest 2024, Bonner Münster © Daniel Dittus

    Vokaltexte

    Herr Jesu Christ, wahr’ Mensch und Gott BWV 127, Nr. 1 Choral

    Herr Jesu Christ, wahr’ Mensch und Gott,
    Der du littst Marter, Angst und Spott,
    Für mich am Kreuz auch endlich starbst
    Und mir deins Vaters Huld erwarbst,
    Ich bitt durchs bittre Leiden dein:
    Du wollst mir Sünder gnädig sein.

    Was frag ich nach der Welt BWV 94, Nr. 4 Rezitativ

    Die Welt sucht Ehr und Ruhm
    Bei hocherhabnen Leuten.
    Ein Stolzer baut die prächtigsten Paläste,
    Er sucht das höchste Ehrenamt,
    Er kleidet sich aufs Beste
    In Purpur, Gold, in Silber, Seid und Samt.
    Sein Name soll für allen
    In jedem Teil der Welt erschallen.
    Sein Hochmuts-Turm
    Soll durch die Luft bis an die Wolken dringen,
    Er trachtet nur nach hohen Dingen
    Und denkt nicht einmal dran,
    Wie bald doch diese gleiten.
    Oft bläset eine schale Luft
    Den stolzen Leib auf einmal in die Gruft,
    Und da verschwindet alle Pracht,
    Wormit der arme Erdenwurm
    Hier in der Welt so großen Staat gemacht.
    Ach! Solcher eitler Tand
    Wird weit von mir aus meiner Brust verbannt.
    Dies aber, was mein Herz
    Vor anderm rühmlich hält,
    Was Christen wahren Ruhm und rechte Ehre gibet,
    Und was mein Geist,
    Der sich der Eitelkeit entreißt,
    Anstatt der Pracht und Hoffart liebet,
    Ist Jesus nur allein,
    Und dieser solls auch ewig sein.
    Gesetzt, dass mich die Welt
    Darum vor töricht hält:
    Was frag ich nach der Welt!

    Wer mich liebet, der wird mein Wort halten BWV 74, Nr. 7 Arie

    Nichts kann mich erretten
    Von höllischen Ketten
    Als, Jesu, dein Blut.
    Dein Leiden, dein Sterben
    Macht mich ja zum Erben:
    Ich lache der Wut.

    Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort BWV 126, Nr. 4 Arie

    Stürze zu Boden, schwülstige Stolze!
    Mache zunichte, was sie erdacht!
    Lass sie den Abgrund plötzlich verschlingen,
    Wehre dem Toben feindlicher Macht,
    Lass ihr Verlangen nimmer gelingen!

    Herr Jesu Christ, wahr’ Mensch und Gott BWV 127, Nr. 3 Arie

    Die Seele ruht in Jesu Händen,
    Wenn Erde diesen Leib bedeckt.
    Ach ruft mich bald, ihr Sterbeglocken,
    Ich bin zum Sterben unerschrocken,
    Weil mich mein Jesus wieder weckt.

    Ach Gott, wie manches Herzeleid BWV 3, Chor

    Ach Gott, wie manches Herzeleid 
    Begegnet mir zu dieser Zeit! 
    Der schmale Weg ist trübsalvoll, 
    Den ich zum Himmel wandern soll.

    Was frag ich nach der Welt BWV 94, Nr. 8 Choral

    Was frag ich nach der Welt! 
    Im Hui muss sie verschwinden, 
    Ihr Ansehn kann durchaus 
    Den blassen Tod nicht binden. 
    Die Güter müssen fort, 
    Und alle Lust verfällt; 
    Bleibt Jesus nur bei mir: 
    Was frag ich nach der Welt!

    Was frag ich nach der Welt! 
    Mein Jesus ist mein Leben, 
    Mein Schatz, mein Eigentum, 
    Dem ich mich ganz ergeben, 
    Mein ganzes Himmelreich, 
    Und was mir sonst gefällt. 
    Drum sag ich noch einmal: 
    Was frag ich nach der Welt!

    Was frag ich nach der Welt BWV 94, Nr. 5 Rezitativ

    Die Welt bekümmert sich.
    Was muss doch wohl der Kummer sein? 
    O Torheit! Dieses macht ihr Pein: 
    Im Fall sie wird verachtet.
    Welt! Schäme dich! 
    Gott hat dich ja so sehr geliebet, 
    Dass er sein eingebornes Kind
    Vor deine Sünd
    Zur größten Schmach um dein Ehre gibet,
    Und du willst nicht um Jesu willen leiden?
    Die Traurigkeit der Welt ist niemals größer, 
    Als wenn man ihr mit List 
    Nach ihren Ehren trachtet. 
    Es ist ja besser, 
    Ich trage Christi Schmach, 
    Solang es ihm gefällt.
    Es ist ja nur ein Leiden dieser Zeit,
    Ich weiß gewiss, dass mich die Ewigkeit
    Dafür mit Preis und Ehren krönet;
    Ob mich die Welt 
    Verspottet und verhöhnet,
    Ob sie mich gleich verächtlich hält,
    Wenn mich mein Jesus ehrt:
    Was frag ich nach der Welt!

    Oster-Oratorium BWV 249, Nr. 7 Arie

    Sanfte soll mein Todeskummer,
    Nur ein Schlummer,
    Jesu, durch dein Schweißtuch sein.
    Ja, das wird mich dort erfrischen
    Und die Zähren meiner Pein
    Von den Wangen tröstlich wischen.

    Ihr werdet weinen und heulen BWV 103, Nr. 1 Chor & Arioso

    Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen. Ihr aber werdet traurig sein. Doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden.

    Mit Fried und Freud fahr ich dahin BWV 125, Nr. 4 Duett

    Ein unbegreiflich Licht erfüllt den ganzen Kreis der Erden.
    Es schallet kräftig fort und fort,
    Ein höchst erwünscht Verheißungswort:
    Wer glaubt, der soll selig werden.

    Mit Fried und Freud fahr ich dahin BWV 125, Nr. 5 Rezitativ

    O unerschöpfter Schatz der Güte,
    So sich uns Menschen aufgetan: es wird der Welt,
    So Zorn und Fluch auf sich geladen,
    Ein Stuhl der Gnaden
    Und Siegeszeichen aufgestellt,
    Und jedes gläubige Gemüte
    Wird in sein Gnadenreich geladen.

    Schwingt freudig euch empor BWV 36, Nr. 4 Choral

    Zwingt die Saiten in Cythara
    Und lasst die süße Musica
    Ganz freudenreich erschallen,
    Dass ich möge mit Jesulein,
    Dem wunderschönen Bräutgam mein,
    In steter Liebe wallen.
    Singet, 
    Springet,
    Jubilieret, triumphieret, dankt dem Herren!
    Groß ist der König der Ehren.

    Wie schön leuchtet der Morgenstern BWV 1, Nr. 6 Choral

    Wie bin ich doch so herzlich froh,
    Dass mein Schatz ist das A und O,
    Der Anfang und das Ende;
    Er wird mich doch zu seinem Preis
    Aufnehmen in das Paradeis,
    Des klopf ich in die Hände.
    Amen!
    Komm, du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange,
    Deiner wart ich mit Verlangen.

  • Group of people at an elegant outdoor event. Title is "Beethovenfest Freundeskreis" with text about membership.
    © Nekame Klasohm
  • Wir danken den Mitgliedern des Freundeskreises

    PATRON

    Founding members Arndt and Helmut Andreas Hartwig

    PLATINUM

    Dr. Michael Buhr und Dr. Gabriele Freise-Buhr

    Godesberg Gastronomie & Event GmbH

    GOLD

    LTS Lohmann Therapie-Systeme AG

    Andrea und Ekkehard Gerlach

    Hans-Joachim Hecek und Klaus Dieter Mertens

    Dr. Thomas und Rebecca Ogilvie 

    Albert Tonger Immobilien e. K.

    Braunschweiger Privatbank, Köln

    SILVER

    Maria und Christoph Bader

    Bernd Böcking 

    Dr. Sigrun Eckelmann† und Johann Hinterkeuser

    Dr. Stefanie Montag und Dr. Stephan Herberhold

    Dr. Luciano und Ulrike Pizzulli

    Julia Rabus und Mirko Klemm 

    Jannis Ch. Vassiliou und Maricel de la Cruz

    ON THE RECOMMENDATION of our patrons Arndt and Helmut Andreas Hartwig

    Tim Achtermeyer MdL

    Judith und Tobias Andreae

    Dr. Frank Asbeck und Susanne Birkenstock

    Bettina Böttinger und Martina Wziontek

    Anja Bröker

    Philipp Buhr und Marie-Madeleine Zenker

    Tim und Jessi Buhr

    Katja Burkard und Hans Mahr

    Claudia Cieslarczyk und Heiko von Dewitz

    Rüdiger und Andrea Depkat

    Guido Déus

    Prof. Dr. Udo und Bettina Di Fabio

    Walter Droege und Hedda im Brahm-Droege

    Ralf und Antje Firmenich

    Tobias Grewe und Dr. Jan Hundgeburth

    Jörg Großkopf und Peter Daubenbüchel

    Prof. Monika Grütters

    Lothar und Martha Harings

    Dr. Bernhard Helmich und Mai Hong

    Dr. Eckart und Ulla von Hirschhausen

    Dr. Sabine Hoeft und Thomas Geitner

    Prof. Dr. Frank G. und Ulrike Holz

    Prof. Dr. Wolfgang und Dr. Brigitte Holzgreve

    Martin Hubert und Martina und Martha Marzahn

    Stephan und Sirka Huthmacher

    Dirk und Viktoria Kaftan

    Dr. Christos Katzidis MdL und Ariane Katzidis

    Andrea, Tim und Jan Kluit

    Dr. Eva Kraus

    Dr. Markus Leyck Dieken und Peter Kraushaar

    Peter und Katharina Limbourg

    Nathanael Liminski MdL und Hanna Liminski

    Horst und Katrin Lingohr

    Marianne und Stefan Ludes

    Dr. Peter Lüsebrink und Karl-Heinz von Elern

    Michael Mronz und Markus Felten

    Prof. Dr. Georg und Doris Nickenig

    Dr. Solveig Palm

    Alexandra Pape und Malte von Tottleben

    Christian A. und Rita Rast

    Hans-Arndt und Julia Riegel

    Prof. Dr. Manuel und Aila Ritter

    Matthias und Steffi Schulz

    Moritz Seibert

    Stephan Schwarz und Veronika Smetackova

    Annette Schwolen-Flümann und Thomas Flümann

    Prof. Walter Smerling und Beatrice Blank

    Elisabeth Sobotka und Prof. Dr. Hans Peter Wehrli

    Peter und Annette Storsberg

    Prof. Burkhard und Friederike Sträter

    Prof. Dr. Hendrik Streeck MdB und Paul Zubeil

    Ulrich und Petra Voigt

    Oliver und Diane Welke

    Dr. Vera Westermann und Michael Langenberg

    Dr. Matthias Wissmann und Francisco Rojas

    Christian van Zwamen und Gerd Halama

    BRONZE

    Jutta und Ludwig Acker * Prof. Dr. Wolfgang Angerstein * Alexandra Asbeck * Dr. Rainer und Liane Balzien * Munkhzul Baramsai * Christina Barton van Dorp und Dominik Barton * Christoph Beckmanns * Prof. Dr. Christa Berg * Prof. Dr. Arno und Angela Berger * Christoph Berghaus * Klaus Besier * Ingeborg Bispinck-Weigand * Christiane Bless-Paar und Dr. Dieter Paar * Frank-Michael Böhle und Elvira Pietzka-Böhle * Dr. Ulrich und Barbara Bongardt * Anastassia Boutsko * Anne Brinkmann * Ingrid Brunswig * Lutz Caje * Gabriele und Robert Carl * Elmar Conrads-Hassel und Dr. Ursula Hassel * Ingeborg und Erich Dederichs * Geneviève Desplanques * Irene Diederichs * Michael Eckhardt und Birgit Wolter * Christel Eichen und Ralf Kröger * Elisabeth Einecke-Klövekorn * Dr. Martina Endepohls-Ulpe und Alexander Ulpe * Heike Fischer und Carlo Fischer-Peitz * Dr. Gabriele und Ulrich Föckler * Prof. Dr. Eckhard Freyer * Johannes Geffert * Silke und Andree Georg Girg * Dr. Helga-Maleen Gerresheim * Margareta Gitizad * Carsten Gottschalk * Ulrike und Axel Groeger * Marta Gutierrez und Simon Huber * Cornelia und Dr. Holger Haas * Sylvia Haas * Christina Ruth Elise Hendges * Renate und L. Hendricks * Peter Henn * Prof. Ingeborg Henzler und Dr. Mathias Jung * Heidelore und Prof. Werner P. Herrmann * Dr. Monika Hörig * Georg Peter Hoffmann und Heide-Marie Ramsauer * Dr. Francesca und Dr. Stefan Hülshörster * Karin Ippendorf * Angela Jaschke * Dr. Michael und Dr. Elisabeth Kaiser * Elisabeth und Rolf-Dieter Kaißer * Agnieszka Maria und Jan Kaplan * Dr. Hiltrud Kastenholz und Herbert Küster * Dr. Reinhard Keller * Dr. Ulrich und Marie Louise Kersten * Rolf Kleefuß und Thomas Riedel * Dr. Gerd Knischewski * Norbert König und Clotilde Lafont-König * Sylvia Kolbe * Sigrid Kümmerlein * Gisela Kunz * Dr. Hans Dieter und Ursula Laux * Ute und Dr. Ulrich Kolck * Manfred Koschnick und Arne Siebert * Lilith Matthiaß-Küster und Norbert Küster * Thea Kutzscher * Ruth und Bernhard Lahres * Renate Leesmeister * Gernot Lehr und Dr. Eva Sewing * Traudl und Reinhard Lenz * Florian H. Luetjohann * Moritz Magdeburg * Dr. Charlotte Mende * Heinrich Meurs * Heinrich Mevißen * Dr. Dr. Peter und Dr. Ines Miebach * Karl-Josef Mittler * Dr. Josef Moch * Esther und Laurent Montenay * Friedrich Wilhelm Moog und Vera Walther-Moog * Katharina und Dr. Jochen Müller-Stromberg * Dr. Nicola und Dr. Manuel Mutschler * Dr. Gudula Neidert-Buech und Dr. Rudolf Neidert * Gerald und Vanessa Neu * Lydia Niewerth * Wolfram Nolte * Mark und Rita Opeskin * Céline Oreiller * Dieter und Brigitta Penning * Carol Ann Pereira * Gabriele Poerting * Dr. Manfred und Dorothee van Rey * Ruth Schmidt-Schütte und Hans Helmuth Schmidt * Dr. Andreas und Bettina Rohde * Prof. Dr. Tilman und Astrid Sauerbruch * Ingrid Scheithauer * Monika Schmuck * Markus Schubert * Simone Schuck * Petra Schürkes-Schepping * Dr. Manfred und Jutta von Seggern * Prof. Dr. Norma Selve * Prof. Dr. Wolfram Steinbeck * Dr. Andreas Stork * Michael Striebich * Dr. Corinna ten Thoren und Martin Frevert * Verena und Christian Thiemann * Dr. Sabine Trautmann-Voigt und Dr. Bernd Voigt * Hermann und Bettina Ude * Katrin Uhlig * Carrie Walter und Gabriel Beeby * Susanne Walter * Aino Ritva Weyers und Nadeem Hajouj * Ruth Winterwerp-van den Elzen und Jürgen Winterwerp * Dr. Bettina und Dr. Matthias Wolfgarten

    YOUNG FRIENDS

    Iklim Arikan * Linda Dahn * Lasse Frings * Ricci Frosio * Lin Golenia * Emilia Hecke * Victoria Emilia Holz * M Hornauer * Zsolt Máté Kiss * Jonas Kotulla * Marie Meißner * Felix Mennicken * Linus Neunkirchen * Felix Schuck * Hannah Speckmann * Charlotte Speckmann * Nelly Sophia Stach * Till Steinert * Johanna von Bargen * Florens Windelen * Yolanda Winter * Akichika Yukawa * Tom Ziese

    Biografien

    Ensemble Continuum
    Six casually dressed people walk together outdoors on a sunny sidewalk next to a the modern building of the Bonn Bundeskunsthalle museum.
    Ensemble Continuum © Sophia Hegewald

    Continuum ist vor allem: vieles nicht. Zum Beispiel: kein festes Ensemble und kein Kollektiv. Es ist eher eine über den konkreten Projekten und Personen schwebende Gesamtidee, die sich in alle Richtungen lehnen kann. Continuum ist die Freiheit, Alte Musik ganz neu zu denken, innovativ zu präsentieren und sie damit in Bezug zu setzen zu einer Gegenwart, die ihr nicht so fern liegt, wie der Name und die gewöhnliche Aufführungspraxis suggerieren.

    Continuum ist alles, was die vielfach ausgezeichnete Cembalistin Elina Albach mit Besetzung macht, egal wie groß diese ist. Ein Pool von Instrumentalist:innen und Sänger:innen, auf die sie zurückgreifen kann, ermöglicht es ihr, beinahe jede denkbare Version eines Stückes umzusetzen: Von großen Chorensembles zu intimen Dreier-Besetzungen.

    Seit 2015 entstehen mit Continuum Projekte, die die Aktualität der Alten Musik ausloten, spektakuläre Verschränkungen alter und zeitgenössischer Musik mit der Entwicklung eines neuen Repertoires für barockes Instrumentarium und innovative Konzertdesigns. 

    Elina Albach
    A woman with shoulder-length brown hair wearing a dark blue sweater looks directly into the camera against a black background.
    Elina Albach © N. Navaee

    Dass Elina Albach nicht nur als Fünfjährige begann, Cembalo zu spielen, sondern auch als Spross einer sehr musikaffinen Familie mit Hintergründen in Alter Musik und Kirchenmusik von klein auf mit deren Repertoire bekannt ist, hatte weitreichende Folgen. Denn vielleicht muss etwas so tief eingesickert, so vertraut und verbunden sein, damit es völlig neu und mit Risiko anders gedacht werden kann: Nicht nur ist Albach als Cembalistin heute international gefragt und vielfach ausgezeichnet, auch gilt das von ihr erdachte fluide Ensemble Continuum als Keimzelle einer so noch nie gehörten Herangehensweise an Alte Musik.

    Elina Albach studierte an der Schola Cantorum Basiliensis, leitete bereits das Vokalconsort Berlin, die Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker und unterrichtete an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden sowie der Hochschule für Musik Detmold Kammermusik, Generalbass und Cembalo. Sie trat auf zahlreichen rennomierten Festivals und in legendären Häusern auf vier Kontinenten auf. Derzeit arbeitet sie vor allem daran, kanonisierte Werke des Barock durch Verdichtung in kleinen Besetzungen intensiv neu erlebbar zu machen.

    Konzertempfehlungen

    Mehr Alte Musik

    beim Beethovenfest
    Othografie Taeseok Oh
    Barock'n'Roll © Othografie Taeseok Oh
    Fr 25.9.2026, 22 Uhr, Namen-Jesu-Kirche

    Late Night: Tunes & Tears

    Ein stilles spätes Konzert mit Blockflöte und Cembalo rund um wehmütige Musik aus der Volks- und Kunstmusik des englischen Barock.
    Eintritt frei, Anmeldung erforderlich
    Mirjam Devriendt
    B’Rock Orchestra © Mirjam Devriendt
    So 27.9.2026, 19.30 Uhr, Beethovenhalle, Großer Saal

    Missa Morphosis

    Bachs monumentale »h-Moll-Messe« im neuen Gewand mit hochkarätigen lokalen und internationalen Musiker:innen aus Jazz und Klassik rund um den Kammerchor Vox Bona der Bonner Kreuzkirche und das B’Rock Orchestra.
    Tickets

    Festival-Miteinander

    Festival-Miteinander

    Wir – das Beethovenfest Bonn – laden ein, in einem offenen und respektvollen Miteinander Beethovenfeste zu feiern. Dafür wünschen wir uns Achtsamkeit im Umgang miteinander: vor, hinter und auf der Bühne.

    Für möglicherweise auftretende Fälle von Grenzüberschreitung ist eine interne Ansprechstelle erreichbar für Publikum, Künstler:innen und Mitarbeiter:innen. 

    Wir sind ansprechbar über eine Telefon-Hotline (+49 228 2010321, im Festival täglich von 13–21 Uhr) oder per E-Mail (awareness@beethovenfest.de).

    Werte und Überzeugungen unseres Miteinanders sowie weitere externe Kontaktmöglichkeiten können hier auf unserer Website aufgerufen werden.

  • Illustration of three journalists with a microphone and camera. Text: "Viele Stimmen, ein Ensemble" and "Together in dialogue, for freedom and innovation."
    © Deutsche Welle
  • Poster celebrating 200 years of culture. Features symbols for music, literature, and art. Highlights support for the Beethovenfest.
    © Sparkasse KölnBonn
  • A pianist performs on stage under a pink spotlight. The audience sits in a large concert hall.
    © Deutsche Telekom AG
  • Yellow poster with red soundwave motif. Text: 'Im Puls der Stadt' and event details for Deutsche Post and DHL event.
    © DHL Group
  • The image shows the announcement for chamber concerts at Beethoven-Haus Bonn for the 2026/27 season, featuring a concert hall with a piano.
    © Beethoven-Haus Bonn
  • A woman with a ukulele stands against a red background. Text emphasizes music's role for refugees. UNO Refugee Aid logo visible.
    © UNO-Flüchtlingshilfe
  • Blue poster featuring Beethoven's illustration. Quote by Ludwig van Beethoven about talent and diligence. Logos of dhpg and CLA Global.
    © dhpg
  • Illustration: A lightbulb burns with an image of Beethoven's head. Script: "Bonn hat's in der Birne." and "Secure your new client's bonus now!"
    © SWB
  • Advertisement for Beethoven Fest 2026 featuring an illustration of Beethoven and the slogan "Music. Moves. Connects." QR code included.
    © Autohaus Thomas
  • Men loading a truck with aid supplies. Text: “Bonn helps Kherson – Get involved!” and a website link.
    © Help e. V.
  • Das Beethovenfest Bonn 2026 steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst.

    Programmheftredaktion:
    Sarah Avischag Müller
    M Hornauer

    Lektorat:
    Heidi Rogge

    Die Texte von Bernhard Schrammek sind Originalbeiträge für dieses Programmheft.

    • Mitwirkende
    • Programm
    • Einleitung
    • Bach-Kantaten
    • Shaw: Cembalokonzert
    • Interview
    • Vokaltexte
    • Biografien
    • Konzertempfehlungen
    • Festival-Miteinander
    Ticket Hotline +49 228 2010344 Mon, Wed–Fri, 10:00–14:00
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