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A man stands by a riverside with wooden posts around. The sky is overcast and the atmosphere is dusky.

Digital programme booklet (in German)

Fri. 11.9.

19:30, Beethovenhalle, Great Hall

Gabriel Kahane & Beethoven Orchester Bonn

Mitwirkende

Beethoven Orchester Bonn

Philharmonischer Chor der Stadt Bonn
Paul Krämer Einstudierung

Eliza Bagg Sopran
Alicia Hall Moran Mezzosopran
Holcombe Waller Tenor
Gabriel Kahane Bariton

Dirk Kaftan Dirigent

Programm

Gabriel Kahane (*1981)
emergency shelter intake form für vier Vokalsolist:innen, Community-Chor und Orchester (Deutsche Erstaufführung)

I. What Brings You Here 
II. The Chorus of Inconvenient Statistics
III. Where Did You Sleep Last Night? 
IV. If You Answered Yes To »Living with Family Slash Friends«
V. Have You Ever Been Evicted? 
VI. Certainly We Can All Agree 
VII. Have You Received Any Income in the Past Thirty Days? 
VIII. Do Your Co-Workers Know That You Have Lost Your Home?
IX. Are You Eligible for a Section 8 Voucher? 
X. Has Your Physical Health Ever Caused You To Lose Your Housing? 
XI. A Brief History of The Subprime Mortgage Loan Crisis
XII. Have You Ever Been Denied A Lease? 
XIII. Thank You for Completing This Form 


Pause


Antonín Dvořák (1841–1904)
Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 »Aus der neuen Welt«

I. Adagio – Allegro molto
II. Largo
III. Scherzo, molto vivace
IV. Allegro con fuoco

Über den Konzertabend

Konzertdauer: ca. 130 Minuten

Gastronomisches Angebot vor Ort

Nach dem Konzert: CD-Verkauf der Künstler:innen

Für ein ungestörtes Konzerterlebnis bitten wir Sie, auf Foto- und Videoaufnahmen zu verzichten.

Zusätzlich zu Blumen schenken wir den Künstler:innen Blüh-Patenschaften, mit deren Hilfe in der Region Bonn Blumenwiesen angelegt werden.

Einführungsgespräch

18.45 Uhr, Großer Saal
Konzerteinführung mit Tilmann Böttcher und Gespräch mit Dirk Kaftan und Gabriel Kahane

Festival Salon

Unser Festival Salon steht vor und nach dem Konzert zum gemütlichen Verweilen offen – auch ohne Ticket. Kommen Sie vorbei!
Öffnungszeiten: 16–23 Uhr

Programm:
18 Uhr:  Happy Hour – Werden Sie kreativ: Bonn-Edition. Gestalten Sie ein Andenken vom Festival Salon.
19–20.30 Uhr:  Meet Your Hobby – Debattierclub Bonn
21.30–22.30 Uhr:  Listening Session – mit Rebekka Salomea & Kit Armstrong

Ort: Im Ausstellungsraum zwischen Haupt- und Südfoyer

Einleitung

Gabriel Kahane & Beethoven Orchester Bonn

Wo begegnet uns denn das ›Zuhause‹ im heutigen Konzertabend? Antonín Dvořák fragt im Jahr 1893 danach, wo Amerika musikalisch zuhause ist und sucht im Gewand großer, romantischer Sinfonik nach künstlerischen Antworten auf Fragen, die die Gesellschaft damals spalteten. Gabriel Kahane wiederum fragt in den musikalischen Sprachen unserer Zeit, was ein Zuhause bedeutet, wenn man keines mehr hat.

Zwischen Dvořák und Kahane liegen 130 Jahre amerikanischer Geschichte – und doch verbindet beide dieselbe Frage: Wie kann Musik Geschichte und Gegenwart in einer Weise erzählen, die uns unmittelbar berührt? Dass unser Konzert genau auf den 25. Jahrestag des 11. September fällt, erinnert daran, wie eng sich in der amerikanischen Erinnerung Geschichte, Hoffnung und Verwundbarkeit überlagern.

Wie wird aus Geschichte Gegenwart? Wann verschwindet die Distanz zwischen einem Werk und uns? Und wo beginnt Musik, sich wie ein Zuhause anzufühlen?

Kahane

Zahlen und Fakten

Gabriel Kahane: emergency shelter intake form

Entstehung: 2018

Uraufführung: 12.5.2018, Arlene Schnitzer Concert Hall, Portland, OR, Oregon Symphony unter Leitung von Carlos Kalmar

Besetzung: 2 Flöten (2. auch Piccoloflöte), 2 Oboen (beide auch Englischhorn), 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 4 Hörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen, Tuba, Pauken, Schlagzeug, Akkordeon, Harfe, Klavier/Celesta, Mezzosopran, verstärktes Vokaltrio (Alt, Tenor, Bariton), Streicher

Gut zu wissen: Bei der Uraufführung standen Wohnungslose im Chor mit auf der Bühne.

Engagierte Kunst

Gabriel Kahane demonstriert sein gesellschaftliches Engagement nicht mit einer politischen Forderung, sondern mit einer künstlerischen Fragestellung: Wie lässt sich ein gesellschaftliches Problem so erzählen, dass es uns angeht?

Sein Anliegen ist nicht die amerikanische Geschichte, sondern ein sehr spezieller Ausschnitt der amerikanischen Gegenwart, nämlich das gigantische Problem der Obdachlosigkeit. In Aufsätzen und Blogbeiträgen beschreibt Kahane seine Recherchen: Besuche in Not­unter­künften, Gespräche mit Sozialarbeiter:innen, Bewohner:innen und Jurist:innen, die Analyse von Gesetzestexten und politischen Argumentationen.

Seine Recherchen nun schmilzt er in einem beinahe alchemistischen Prozess mit bürokratischen und juristischen Texten und eigenen Gedanken zu einem neuen, großen Ganzen zusammen und versieht es mit Musik: Gesetzestexte werden zu Poesie, Statistik wird Gesang, Verwaltung wird Theater. Eine Mischform aus solistisch und chorisch gesungener, vom Orchester begleiteter Musik – und doch ist emergency shelter intake form alles andere als ein klassisches Oratorium.

Kahane schwankt stilistisch zwischen den großen amerikanischen Musiktheater-Meistern des 20. Jahrhunderts wie Gian Carlo Menotti oder Leonard Bernstein, Neuer Musik, Musical, Country, Jazz und Alter Musik. Jeweils dem Text angemessen: vom Klagegesang des »Wissen Deine Kollegen, dass Du Dein Zuhause verloren hast?« bis zur Liedermacher-Nummer des »Certainly We Can All Agree« (»Wir werden sicherlich übereinstimmen«).

A man is standing in a meadow by a lake; he is wearing a dark jumper with a large white flower printed on it. He has his hands buried in his grey curls and is looking down. The atmosphere is sombre.
Gabriel Kahane © Jason Quigley

Die musikalische Reise

Das Stück beginnt mit dem Moment, in dem jemand um Aufnahme in einer Notunterkunft ersucht: »Was hat Sie hierhergeführt? Was ist passiert? Wo haben Sie letzte Nacht geschlafen?« Fragen, die in der Aufnahme so oder ähnlich vermutlich jedem und jeder Schutzsuchenden gestellt werden. Schon in dieser ersten Nummer, vom Mezzosopran gesungen, schleichen sich unvermutet Störtöne mit ein: »Hatten Sie jemals einen Namen auf der Zunge?« Sie zwingen uns, genau zuzuhören, nicht abzuschalten, selbst wenn wir glauben, dass gerade ein Fragebogen heruntergebetet wird: »Aus welchem Beruf hatten Sie in den letzten 30 Tagen Einnahmen? Rechtsberater, Fahrradmechaniker, Markenberater …« Und dann auf einmal: »Zweibeinige Schmusedecke«. Wir können niemals sicher sein, dass Kahane uns nicht hinters Licht führt, auf eine Verwaltungs-Vorschrift eine groteske Beobachtung, eine monströse Schlussfolgerung, eine logische Volte folgen lässt. 

Der warmen Stimme des Mezzosoprans stellt Kahane den unangenehmen und hartnäckigen »Chorus of Inconvenient Statistics« (»Chor der unbequemen Statistiken«) gegenüber: Wie in der griechischen Tragödie kommentieren die drei das Geschehen, sagen das, was eigentlich niemand hören möchte: Sind sie das gesellschaftliche Gewissen? Kahane lässt uns auch hier nicht sicher werden: Sie übernehmen das Ruder, die Grenzen zwischen den Rollen verschwimmen. Und auch in den Inhalten schwankt Kahane: »In der Kunst musst Du zweideutig bleiben«, hören wir den Chorus singen, und dann: »Ja, aber nicht so, dass man nicht doch manchmal die Zweideutigkeit um einer klaren Überzeugung willen opfert.«

All das führt dazu, dass wir nah dranbleiben, genau zuhören: Hat uns ein instrumentales kleines Solo gepackt? Lässt uns eine Zeile stutzen wie »Wie erklären Sie Ihrem Sohn das Wort ›Zwangsversteigerung‹«? Hier wechselt Kahane nämlich die Perspektive. Wir wissen nicht mehr, wer angesprochen ist – der Mensch in der Aufnahme der Notunterkunft, oder wir? Die Distanz, so sagt er selbst, zwischen Wohnungsbesitzenden und Obdachlosen, wird verringert – unsere bequeme Distanz zum Problem wird verringert, wir sind am Ende des Werkes dem Problem vielleicht ein bisschen näher. Ein Ende, in dem ein Chor singt: »Thank you for completing this form.« »Danke für Ihre Geduld. Für Ihre Reise von Büro zu Büro. Dank an Sie, den unerfahrenen Social Worker. Fürs Durchhalten … und fürs Ausfüllen dieses Formulars! Morgen früh um 6.30 Uhr müssen Sie draußen sein.«

Dvořák

Zahlen und Fakten

Antonín Dvořák: Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 »Aus der neuen Welt«

Entstehung: 1893

Uraufführung: 16.12.1893, Carnegie Hall, New York, New Yorker Philharmoniker unter Leitung des Komponisten

Besetzung: 2 Flöten (2. auch Piccoloflöte), 2 Oboen (2. auch Englischhorn), 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 4 Hörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen, Tuba, Pauken (3), Triangel, Becken und Streicher

An artistic photo of a conductor in concert, overlayed with a picture of a few string musicians.
Dirk Kaftan & Beethovenorchester Bonn 2025 © Maike Münstermann

Zeiten des Aufbruchs

Als die Musik-Mäzenin Jeanette Thurber 1891 Antonín Dvořák nach New York holte, befanden sich die Vereinigten Staaten in einer Phase des Aufbruchs. Der Bürgerkrieg war vorbei, die Sklaverei abgeschafft. Doch die neue Ordnung war längst nicht in der Gesellschaft angekommen. Die indigene Bevölkerung wurde weiter zurückgedrängt, viele befreite Sklav:innen erfuhren die neue Freiheit nur auf dem Papier. Rassismus, soziale Ungleichheit und die Frage nach einer gemeinsamen Identität bestimmten die Diskussionen der Zeit.

Inmitten dieses vielfach beschworenen Schmelztiegels stellte Thurber die Frage nach einer nationalen Musikkultur. Und sie hatte die Mittel, ihr Gewicht zu verleihen: Sie engagierte einen der erfolgreichsten Komponisten Europas als Direktor des von ihr frisch gegründeten National Conservatory. Dvořák hatte gezeigt, wie sich Volksmusik in Kunstmusik verwandeln ließ. Genau deshalb richteten sich nun die Blicke auf ihn.

Als Dvořák erklärte, die Zukunft amerikanischer Musik liege in den Gesängen der afroamerikanischen Diaspora und der Musik der indigenen Bevölkerung, entbrannte eine heftige Debatte. Für die einen war er die große Hoffnung der amerikanischen Musik. Für die anderen ein Europäer, der den Amerikaner:innen nichts zu sagen hatte. Als schließlich seine neue Sinfonie angekündigt wurde – mit dem Beinamen »Aus der neuen Welt« –, erreichte die Spannung ihren Höhepunkt.

Große Musik

Was das Publikum am Abend des 16. Dezember 1893 suchte, waren politische Statements. Was es bekam, war schlicht überwältigende Musik: Auf dem Programm stand eine Sinfonie in vier Sätzen. Zunächst ein hervorstechendes Thema der Hörner, kämpferisch und rhythmisch markant. Ihm gegenüber steht ein liedhaftes zweites Thema, das an ein Volkslied erinnert. Im Verlauf des Satzes nähern sich die Welten einander an, verändern sich, tauschen beinahe die Rollen. Im zweiten Satz (Largo) steigen aus schwebenden Blechbläserakkorden die Töne des Englischhorns empor – eine Melodie, die klingt, als habe es sie schon immer gegeben.

Ein bewegter Mittelteil unterbricht diese nächtliche Ruhe, die sich am Schluss jedoch wieder einstellt. Das Scherzo als dritter Satz wirkt unverkennbar böhmisch. Gleichzeitig scheint der Boden unter den Füßen nie ganz fest: Akzente verschieben sich, Richtungen wechseln. Im Finale kehrt die kämpferische Atmosphäre des Beginns zurück. Doch nun zieht auch die Erinnerung ein. Themen der ersten Sätze tauchen wieder auf, Vergangenes wird gegenwärtig. Aus vielen Einzelteilen entsteht ein großer musikalischer Zusammenhang.

Zurück zur Uraufführung: Der Beifall brandete hoch. Und sofort begann die Frage: Was hatte man eigentlich gehört: Spirituals? Slawische Volksmusik? Amerika? Die Legendenbildung setzte früh ein. Kritiker:innen hörten afroamerikanische Einflüsse, andere entdeckten Longfellows berühmtes indigenes Epos Hiawatha. Dvořák, seine Unterstützung afroamerikanischer Musiker:innen und die Sinfonie »Aus der neuen Welt« verschmolzen zu einer Erzählung, die bis heute nachwirkt.

An orchestra is playing on stage in a concert hall before a blue background.
Dirk Kaftan & Beethoven Orchester Bonn 2025 © Maike Münstermann

Was ist amerikanische Musik?

Dabei hätte es dem Werk nicht geschadet, einige Fragen offen zu halten. Warum musste eine amerikanische Kunstmusik auf dem Boden europäischer Kunstmusik entstehen? Warum sollten Spirituals und die Musik der indigenen Bevölkerung ihren Platz gerade in Sinfonien und Streichquartetten finden? Vielleicht fand Dvořák in den Rhythmen und Harmonien der Spirituals etwas wieder, das ihn an die Musik seiner Heimat erinnerte, vielleicht zog ihn gerade diese Verwandtschaft an. Vielleicht stülpte sich die Amerika-Erzählung über ein böhmisches Werk und verstellt unseren Blick darauf.

Wie die meisten europäischen Künstler:innen seiner Zeit dachte auch Dvořák in Kategorien von Volkscharakter, Nationalkultur und kultureller Entwicklung. Dass afroamerikanische oder indigene Musik ihren Platz in der Kunstmusik finden könnten, erschien ihm bemerkenswert und wichtig. Ob er sich eine Zukunft dieser Musik, die er hoch schätzte, außerhalb der Formen europäischer Kunstmusik überhaupt vorstellen konnte, bleibt eine offene Frage.

Wie Dvořák die Musik Amerikas durch die Erfahrungen seiner böhmischen Heimat hörte, hören auch wir diese Sinfonie durch die Fragen unserer eigenen Zeit. Wenn jede Generation diese Sinfonie anders hört – was höre eigentlich ich? Und warum?

Tilmann Böttcher

  • Group of people at an elegant outdoor event. Title is "Beethovenfest Freundeskreis" with text about membership.
    © Nekame Klasohm
  • Wir danken den Mitgliedern des Freundeskreises

    PATRON

    Founding members Arndt and Helmut Andreas Hartwig

    PLATINUM

    Dr. Michael Buhr und Dr. Gabriele Freise-Buhr

    Godesberg Gastronomie & Event GmbH

    GOLD

    LTS Lohmann Therapie-Systeme AG

    Andrea und Ekkehard Gerlach

    Hans-Joachim Hecek und Klaus Dieter Mertens

    Dr. Thomas und Rebecca Ogilvie 

    Albert Tonger Immobilien e. K.

    Braunschweiger Privatbank, Köln

    SILVER

    Maria und Christoph Bader

    Bernd Böcking 

    Dr. Sigrun Eckelmann† und Johann Hinterkeuser

    Dr. Stefanie Montag und Dr. Stephan Herberhold

    Dr. Luciano und Ulrike Pizzulli

    Julia Rabus und Mirko Klemm 

    Jannis Ch. Vassiliou und Maricel de la Cruz

    ON THE RECOMMENDATION of our patrons Arndt and Helmut Andreas Hartwig

    Tim Achtermeyer MdL

    Judith und Tobias Andreae

    Dr. Frank Asbeck und Susanne Birkenstock

    Bettina Böttinger und Martina Wziontek

    Anja Bröker

    Philipp Buhr und Marie-Madeleine Zenker

    Tim und Jessi Buhr

    Katja Burkard und Hans Mahr

    Claudia Cieslarczyk und Heiko von Dewitz

    Rüdiger und Andrea Depkat

    Guido Déus

    Prof. Dr. Udo und Bettina Di Fabio

    Walter Droege und Hedda im Brahm-Droege

    Ralf und Antje Firmenich

    Tobias Grewe und Dr. Jan Hundgeburth

    Jörg Großkopf und Peter Daubenbüchel

    Prof. Monika Grütters

    Lothar und Martha Harings

    Dr. Bernhard Helmich und Mai Hong

    Dr. Eckart und Ulla von Hirschhausen

    Dr. Sabine Hoeft und Thomas Geitner

    Prof. Dr. Frank G. und Ulrike Holz

    Prof. Dr. Wolfgang und Dr. Brigitte Holzgreve

    Martin Hubert und Martina und Martha Marzahn

    Stephan und Sirka Huthmacher

    Dirk und Viktoria Kaftan

    Dr. Christos Katzidis MdL und Ariane Katzidis

    Andrea, Tim und Jan Kluit

    Dr. Eva Kraus

    Dr. Markus Leyck Dieken und Peter Kraushaar

    Peter und Katharina Limbourg

    Nathanael Liminski MdL und Hanna Liminski

    Horst und Katrin Lingohr

    Marianne und Stefan Ludes

    Dr. Peter Lüsebrink und Karl-Heinz von Elern

    Michael Mronz und Markus Felten

    Prof. Dr. Georg und Doris Nickenig

    Dr. Solveig Palm

    Alexandra Pape und Malte von Tottleben

    Christian A. und Rita Rast

    Hans-Arndt und Julia Riegel

    Prof. Dr. Manuel und Aila Ritter

    Matthias und Steffi Schulz

    Moritz Seibert

    Stephan Schwarz und Veronika Smetackova

    Annette Schwolen-Flümann und Thomas Flümann

    Prof. Walter Smerling und Beatrice Blank

    Elisabeth Sobotka und Prof. Dr. Hans Peter Wehrli

    Peter und Annette Storsberg

    Prof. Burkhard und Friederike Sträter

    Prof. Dr. Hendrik Streeck MdB und Paul Zubeil

    Ulrich und Petra Voigt

    Oliver und Diane Welke

    Dr. Vera Westermann und Michael Langenberg

    Dr. Matthias Wissmann und Francisco Rojas

    Christian van Zwamen und Gerd Halama

    BRONZE

    Jutta und Ludwig Acker * Prof. Dr. Wolfgang Angerstein * Alexandra Asbeck * Dr. Rainer und Liane Balzien * Munkhzul Baramsai * Christina Barton van Dorp und Dominik Barton * Christoph Beckmanns * Prof. Dr. Christa Berg * Prof. Dr. Arno und Angela Berger * Christoph Berghaus * Klaus Besier * Ingeborg Bispinck-Weigand * Christiane Bless-Paar und Dr. Dieter Paar * Frank-Michael Böhle und Elvira Pietzka-Böhle * Dr. Ulrich und Barbara Bongardt * Anastassia Boutsko * Anne Brinkmann * Ingrid Brunswig * Lutz Caje * Gabriele und Robert Carl * Elmar Conrads-Hassel und Dr. Ursula Hassel * Ingeborg und Erich Dederichs * Geneviève Desplanques * Irene Diederichs * Michael Eckhardt und Birgit Wolter * Christel Eichen und Ralf Kröger * Elisabeth Einecke-Klövekorn * Dr. Martina Endepohls-Ulpe und Alexander Ulpe * Heike Fischer und Carlo Fischer-Peitz * Dr. Gabriele und Ulrich Föckler * Prof. Dr. Eckhard Freyer * Johannes Geffert * Silke und Andree Georg Girg * Dr. Helga-Maleen Gerresheim * Margareta Gitizad * Carsten Gottschalk * Ulrike und Axel Groeger * Marta Gutierrez und Simon Huber * Cornelia und Dr. Holger Haas * Sylvia Haas * Christina Ruth Elise Hendges * Renate und L. Hendricks * Peter Henn * Prof. Ingeborg Henzler und Dr. Mathias Jung * Heidelore und Prof. Werner P. Herrmann * Dr. Monika Hörig * Georg Peter Hoffmann und Heide-Marie Ramsauer * Dr. Francesca und Dr. Stefan Hülshörster * Karin Ippendorf * Angela Jaschke * Dr. Michael und Dr. Elisabeth Kaiser * Elisabeth und Rolf-Dieter Kaißer * Agnieszka Maria und Jan Kaplan * Dr. Hiltrud Kastenholz und Herbert Küster * Dr. Reinhard Keller * Dr. Ulrich und Marie Louise Kersten * Rolf Kleefuß und Thomas Riedel * Dr. Gerd Knischewski * Norbert König und Clotilde Lafont-König * Sylvia Kolbe * Sigrid Kümmerlein * Gisela Kunz * Dr. Hans Dieter und Ursula Laux * Ute und Dr. Ulrich Kolck * Manfred Koschnick und Arne Siebert * Lilith Matthiaß-Küster und Norbert Küster * Thea Kutzscher * Ruth und Bernhard Lahres * Renate Leesmeister * Gernot Lehr und Dr. Eva Sewing * Traudl und Reinhard Lenz * Florian H. Luetjohann * Moritz Magdeburg * Dr. Charlotte Mende * Heinrich Meurs * Heinrich Mevißen * Dr. Dr. Peter und Dr. Ines Miebach * Karl-Josef Mittler * Dr. Josef Moch * Esther und Laurent Montenay * Friedrich Wilhelm Moog und Vera Walther-Moog * Katharina und Dr. Jochen Müller-Stromberg * Dr. Nicola und Dr. Manuel Mutschler * Dr. Gudula Neidert-Buech und Dr. Rudolf Neidert * Gerald und Vanessa Neu * Lydia Niewerth * Wolfram Nolte * Mark und Rita Opeskin * Céline Oreiller * Dieter und Brigitta Penning * Carol Ann Pereira * Gabriele Poerting * Dr. Manfred und Dorothee van Rey * Ruth Schmidt-Schütte und Hans Helmuth Schmidt * Dr. Andreas und Bettina Rohde * Prof. Dr. Tilman und Astrid Sauerbruch * Ingrid Scheithauer * Monika Schmuck * Markus Schubert * Simone Schuck * Petra Schürkes-Schepping * Dr. Manfred und Jutta von Seggern * Prof. Dr. Norma Selve * Prof. Dr. Wolfram Steinbeck * Dr. Andreas Stork * Michael Striebich * Dr. Corinna ten Thoren und Martin Frevert * Verena und Christian Thiemann * Dr. Sabine Trautmann-Voigt und Dr. Bernd Voigt * Hermann und Bettina Ude * Katrin Uhlig * Carrie Walter und Gabriel Beeby * Susanne Walter * Aino Ritva Weyers und Nadeem Hajouj * Ruth Winterwerp-van den Elzen und Jürgen Winterwerp * Dr. Bettina und Dr. Matthias Wolfgarten

    YOUNG FRIENDS

    Iklim Arikan * Linda Dahn * Lasse Frings * Ricci Frosio * Lin Golenia * Emilia Hecke * Victoria Emilia Holz * M Hornauer * Zsolt Máté Kiss * Jonas Kotulla * Marie Meißner * Felix Mennicken * Linus Neunkirchen * Felix Schuck * Hannah Speckmann * Charlotte Speckmann * Nelly Sophia Stach * Till Steinert * Johanna von Bargen * Florens Windelen * Yolanda Winter * Akichika Yukawa * Tom Ziese

    Vokaltext

    Gabriel Kahane

    emergency shelter intake form

    I. What Brings You Here

    What brings you here?
    What happened?

    Where did you sleep last night?
    Have you ever had a lease in your name?
    Have you ever had utilities in your name?
    Have you ever had a name on the tip of your tongue?

    Would prior landlord give you a bad reference?
    A glowing reference?
    Would prior landlord fail to mention
    The wondrous smells
    That would emit from your kitchen?

    Have you ever owned a home?
    Have you ever lost a home?
    Please use the following space
    To draw a picture
    Of the look on a man’s face
    When he learns he has lost his home.

    I. Was bringt Sie hierher (Übersetzung)

    Was bringt Sie hierher?
    Was ist passiert?

    Wo haben Sie letzte Nacht geschlafen?
    Haben Sie je unter Ihrem Namen einen Mietvertrag gehabt?
    Haben Sie je unter Ihrem Namen Nebenkosten bezahlt?
    Haben Sie je einen Namen auf der Zunge gehabt?

    Würde vorheriger Vermieter Ihnen ein schlechtes Zeugnis ausstellen?
    Ein glänzendes Zeugnis?
    Würde vorheriger Vermieter versäumen
    Die seltsamen Gerüche
    Die aus Ihrer Küche kamen zu erwähnen?

    Haben Sie je ein Eigenheim besessen?
    Haben Sie je ein Zuhause verloren?
    Bitte nutzen Sie den folgenden Platz
    Um ein Bild zu malen
    Vom Gesichtsausdruck eines Mannes
    Wenn er erfährt, dass er sein Zuhause verloren hat.

    II. Chorus of Inconvenient Statistics

    We are the chorus of inconvenient statistics,
    Legislation, and relevant documents.
    We do not wish to make any of you feel shitty.
    (Excuse our language—
    We haven’t been properly socialized.)
    But, we know that you, gentle listener,
    Sitting veiled in the gauzy dark,
    Did not come here this evening
    To be lectured or to be shamed.

    Nevertheless…

    We believe that the lifeblood of art is—
    How shall we put it?
    Ambiguity—
    Whereas to beat an audience
    Over the head with ideological claptrap
    Would suggest, ipso facto, that ambiguity
    Had been sacrificed in favor of
    Making a point.

    And yet we believe that
    In order to do justice
    To this heady story,
    This gnarled complex of ideas,

    We must from time to time
    Dispense with politesse
    And share with you
    The cold hard facts.

    II. Chor lästiger Statistiken (Übersetzung)

    Wir sind der Chor lästiger Statistiken
    Gesetzgebungen und relevanter Dokumente.
    Wir wünschen nicht, jemanden von Ihnen sich beschissen fühlen zu lassen.
    (Entschuldigen Sie unsere Ausdrucksweise—
    Wir wurden nicht ordentlich erzogen.)

    Doch wir wissen dass Sie, verehrter Zuhörer,
    Wie Sie in hauchdünne Dunkelheit gehüllt sitzen,
    Heute nicht hergekommen sind
    Um belehrt oder beschämt zu werden.

    Nichtsdestotrotz…

    Wir glauben, dass der Lebenssaft von Kunst—
    Wie sollen wir es sagen?
    Mehrdeutigkeit ist—
    Wohingegen ein Publikum
    Mit ideologischem Geschwafel zu bombardieren
    Suggerieren würde, ipso facto, dass Mehrdeutigkeit
    Geopfert wurde, zugunsten
    Einer klaren Aussage.

    Und doch glauben wir, dass
    Um dieser aufregenden Geschichte
    Gerecht zu werden,
    Diesem verstrickten Komplex an Ideen,

    Wir von Zeit zu Zeit
    Auf Höflichkeit verzichten
    Und mit Ihnen
    Die kalten, harten Fakten teilen müssen.

    III. Where Did You Stay Last Night

    Where did you stay last night?
    Check one box only:

    ◻ On the Street
    ◻ Emergency Shelter
    ◻ Transitional Housing
    ◻ Psychiatric Facility
    ◻ Hospital (non-psychiatric)
    ◻ Hospital whose fluorescent light
    And whose scent of death
    Make you feel all kinds of nauseous,

    And from which you flee
    In a flowered gown
    At 3 am into the April dark …
    ◻ Jail / Prison / Juvenile Facility
    ◻ Domestic Violence Situation

    ◻ Living with Relatives / Friends
    ◻ Living with Relatives / Friends
    Whose judgment of you is
    Trying your patience.

    ◻ Living with Relatives / Friends
    Whose patience is being tried
    By you and your family.

    ◻ Living with Relatives / Friends
    In a half-finished basement
    Where you and your son and daughter
    Share a bed
    In which you lie awake;
    Listen to footsteps upstairs,
    The breath of your children,
    And wonder what you did wrong …

    ◻ Motel not paid for by Shelter Voucher
    ◻ Motel not painted by Edward Hopper
    ◻ Motel whose manager looks at you
    Sideways with a mouthful of rotten teeth,
    A look that you can’t help but think
    Has got something to do with
    The color of your skin …

    ◻ Foster Care / Group Home
    ◻ Permanent Supportive Housing
    ◻ Place Not Meant For Habitation
    ◻ Car / Bus / Subway / An Embankment

    ◻ A Bridge
    ◻ A Forest
    ◻ A Ridge
    ◻ A Clocktower

    ◻ In the moon, in the sun
    ◻ In a room overrun
    With disappointment despondency,
    And a broken flat screen tv screen
    Watched by rats enthusiastically
    You wonder what you did wrong …

    III. Wo haben Sie letzte Nacht übernachtet (Übersetzung)

    Wo haben Sie letzte Nacht übernachtet?
    Kreuzen Sie nur ein Kästchen an:


    ◻Auf der Straße
    ◻Notunterkunft
    ◻Übergangsunterkunft
    ◻Psychiatrische Einrichtung
    ◻Krankenhaus (nicht-psychiatrisch)
    ◻Krankenhaus, dessen Neonlichter
    Und dessen Todesgeruch
    Ihnen auf jede erdenkliche Weise übel werden lassen,

    Und von welchem Sie fliehen,
    In einem geblümten Nachthemd,
    Um drei Uhr nachts in die Aprildunkelheit …

    ◻U-Haft / Gefängnis / Jugendeinrichtung
    ◻Situation häuslicher Gewalt

    ◻ bei Verwandten / Freunden wohnend
    ◻ bei Verwandten / Freunden wohnend,
    Deren Urteil über Sie
    Ihre Geduld auf die Probe stellt.

    ◻ bei Verwandten / Freunden wohnend,
    Deren Geduld auf die Probe gestellt wird
    Von Ihnen und Ihrer Familie.

    ◻ bei Verwandten / Freunden wohnend,
    In einem halbfertigen Keller
    In dem Sie, Ihr Sohn und Ihre Tochter
    Ein Bett teilen
    In dem Sie wach liegen;
    Den Schritten oben lauschen,
    Dem Atem Ihrer Kinder,
    Und sich fragen, was Sie falsch gemacht haben…

    ◻ Motel nicht durch Shelter Voucher bezahlt
    ◻ Motel nicht von Edward Hopper gemalt
    ◻ Motel dessen Manager Sie ansieht
    Von der Seite, mit einem Mund voll faulender Zähne,
    Ein Blick bei dem Sie unweigerlich denken,
    Er hätte etwas mit
    Ihrer Hautfarbe zu tun…

    ◻ Pflegefamilie / Wohngruppe
    ◻ Dauerhaftes unterstütztes Wohnen
    ◻ Nicht zum Wohnen gedachter Ort
    ◻ Auto / Bus / U-Bahn / Böschung

    ◻Eine Brücke
    ◻Ein Wald
    ◻Ein Hügel
    ◻Ein Uhrenturm

    ◻Im Mond, in der Sonne
    ◻In einem Raum überfüllt
    Von Enttäuschung Niedergeschlagenheit
    Und einem kaputten Flachbildfernseher
    Begeistert von Ratten beobachtet
    Fragen Sie sich, was Sie falsch gemacht haben …

    IV. If You Answered Yes to »Living With Family Slash Friends«

    If you answered »Yes« to
    »Living with family slash friends«,
    Please complete the following:

    How do four people sleep in a room that’s meant for two,
    A game of Tetris that can’t be won?
    How do you explain the word »foreclosure«
    To your son?

    What happens when your son
    Wets the bed that the three of you
    Are sleeping in and you speak to him harshly,
    And he cries?

    And while you cannot pay for the car
    That’s in the shop, how will you get to work
    And the boys to school?

    Does your pride catch in your throat?
    Do you tell lies so that people don’t know?

    When you receive the call from the school
    In your office chair:
    Please pick up your son.

    Will you tell them the truth
    That you had to choose:
    Mortgage or Medical?

    So if my boy is acting out,
    Hit another boy in the mouth,
    Our catalog of loss
    Might have something to do with it.

    Does your pride catch in your throat?
    Do you tell lies so that people don’t know?

    IV. Wenn Sie mit Ja auf »Bei Familie oder Freunden wohnend« geantwortet haben (Übersetzung)

    Wenn Sie mit »Ja« auf
    »Bei Familie oder Freunden wohnend« geantwortet haben,
    Füllen Sie bitte Folgendes aus:

    Wie schlafen vier Leute in einem Raum für zwei,
    Ein Tetris-Spiel welches nicht gewonnen werden kann?
    Wie erklären Sie das Wort »Zwangsvollstreckung«
    Ihrem Sohn?

    Was passiert, wenn Ihr Sohn
    Das Bett nässt, in dem Sie drei
    Schlafen und Sie streng zu ihm sprechen,
    Und er weint?

    Und wenn Sie nicht für das Auto zahlen können
    Welches in der Werkstatt ist, Wie kommen Sie zur Arbeit
    Und die Jungs in die Schule?

    Steckt Ihnen der Stolz in der Kehle fest?
    Lügen Sie, damit Leute nichts wissen?

    Wenn Sie einen Anruf von der Schule erhalten
    In Ihrem Bürostuhl:
    Bitte holen Sie Ihren Sohn ab.

    Werden Sie ihm die Wahrheit erzählen,
    Dass Sie wählen mussten:
    Hypothek oder Arztrechnung?

    Wenn sich also mein Junge danebenbenimmt,
    Einem anderen Jungen auf die Nase gibt,
    Könnte unser Katalog des Verlustes
    Damit etwas zu tun haben.

    Steckt Ihnen der Stolz …

    V. Have You Ever Been Evicted

    Have you ever been evicted?
    How many times?
    0 • 1 • 2–3 • 4–9 • More than 10

    If yes, how did it feel to hold the pink paper
    You are hereby notified
    As you stood in melting snow
    that the county sheriff’s office
    Where men in coveralls tossed your belongings,
    has a court order
    Your son’s baseball trophies, your cookbooks,
    requiring your immediate removal
    Onto the pavement?
    from the premises.

    On a scale of 1 to 5,
    How would you rate your
    Failure to vacate will be cause for
    humiliation
    the sheriff to remove your belongings.
    when you asked the men,
    If an eviction is
    choking on your pride,
    necessary, risk of damages or loss
    if you could use the bathroom
    of property shall be borne by you
    in what had been
    the defendant
    until that morning
    after delivery
    your home?
    by the sheriff to the place of safe-keeping.

    Have you ever been evicted
    After calling the police
    to report the blue black bruises,
    To report the blue black bruises
    On face, neck, chest, arms?
    (check all body parts that apply)

    »Public nuisance,« the landlord claimed,
    While you applied concealer
    Outside the courtroom.
    Or perhaps you didn’t call—
    Your bruises burnish, fester, and increase?

    Or did the company move to Michigan?
    Did envelopes with plastic windows
    Pile up on the table til you found yourself
    Balanced on steel girders
    A bridge over the Delaware
    Fistfuls of pills,
    Red, yellow, pink
    Then a little voice,
    »Either God or my grandmother,«
    You would later recall,
    Told you not to jump.

    What was the last thought
    That coursed through your mind
    As you lay down on the sidewalk
    And waited to be found?

    V. Mussten Sie je Ihr Zuhause räumen (Übersetzung)

    Mussten Sie je Ihr Zuhause räumen?
    Wie viele Male?
    0 • 1 • 2–3 • 4–9 • Mehr als 10

    Wenn ja, wie fühlte es sich an, den pinken Zettel zu halten
    Sie sind hiermit davon in Kenntnis gesetzt,
    Während Sie im schmelzenden Schnee standen
    Dass das Sheriffsbüro
    In dem Männer in Overalls Ihr Hab und Gut,
    Einen Gerichtsbeschluss hat
    Die Baseballtrophäen Ihres Sohnes, Ihre Kochbücher
    Welcher Ihre sofortige Verweisung 
    Auf den Gehweg warfen?
    Vom Gelände erforderlich macht.

    Auf einer Skala von 1 bis 5,
    Wie würden Sie Ihre
    Das Unterlassen der Räumung ist Grund für
    Bloßstellung
    Den Sheriff, Ihr Hab und Gut zu entfernen.
    Bewerten, als Sie die Männer fragten,
    Ist eine Räumung
    An Ihrem Stolz erstickend,
    Notwendig, wird das Risiko von Schädigung oder Verlust
    Ob Sie die Toilette nutzen könnten
    Von Besitz von Ihnen getragen
    In was
    Dem Angeklagten
    Bis diesen Morgen
    Nach der Lieferung
    Ihr Zuhause war?
    Durch den Sheriff an den Aufbewahrungsort.

    Mussten Sie je Ihr Zuhause räumen,
    Nachdem Sie die Polizei riefen
    Um die blauschwarzen Blutergüsse zu melden,
    Um die blauschwarzen Blutergüsse zu melden
    Auf Gesicht, Hals, Brust, Armen?
    (kreuzen Sie alle zutreffenden Körperteile an)

    »Störenfried,« behauptete der Vermieter,
    Während Sie Concealer
    Vor dem Gericht auftrugen.

    Oder vielleicht riefen Sie nicht an—
    Ihre Blutergüsse werden poliert, eitern und vermehren sich?

    Oder zog die Firma nach Michigan?
    Häuften sich Umschläge mit Plastikfenstern
    Auf dem Tisch, bis Sie sich
    Balancierend auf Stahlträgern fanden
    Eine Brücke über dem Delaware
    Eine Faust voll Pillen
    Rot, gelb, pink
    Dann eine leise Stimme,
    »Entweder Gott oder meine Großmutter,«
    Erzählten Sie später,
    Befahl Ihnen nicht zu springen.

    Was war der letzte Gedanke
    Der durch Ihren Kopf schwirrte
    Als Sie sich auf den Gehweg legten
    Und darauf warteten, gefunden zu werden?

    VI. Certainly We Can All Agree

    Certainly we can all agree
    That we are in the midst of a housing crisis
    For which the most effective solution
    Is to build new homes at more affordable prices.

    The only nagging question that remains—
    The one that most nearly pertains—
    Is where these units should to be erected
    That we might keep protected
    Our sun-drenched, gut-renovated, acre-and-a-half victorian domains:
    And so we’ve written these refrains:

    To have shelter is a right we all hold dear
    As long as it isn’t built too near
    To our bespoke craftsman homes with their raisèd beds
    Full of heirloom asparagus and ancient grain for our breads.
    Baby, this doesn’t need to be hard—
    Put ‘em anywhere at all,
    But not in my backyard.

    We’ve always loved the unwashed masses,
    the hardscrabble working classes,
    So long as we can’t see or hear them
    ‘Cause the truth is that we fear them.
    Baby, this doesn’t need to be hard—
    Put ‘em …

    Not in my backyard!
    We don’t wanna have to have our windows barred.
    Anywhere else is fine within the urban growth boundary line,
    Put ‘em …

    Never mind the fact
    That we live on plundered land.
    Those Natives whom we killed and conquered
    Surely understand
    That when Andrew Jackson held out
    His cold and bloody hand
    They were consigning themselves
    To live in squalid poverty
    On inadequate tracts bereft
    Of modern niceties
    Like running water or electricity
    But that ain’t no concern for you or me!

    We believe in social justice at any price
    As long as it don’t mean we have to make a sacrifice.
    Mixed income housing’s nice in theory
    But in practice makes us leery, still this,
    This doesn’t have to be hard—
    Build it anywhere at all,
    Just not in my backyard.

    Not in my backyard!
    You can understand why we gotta stay on guard.
    It’s a sacred old tradition
    Of denying folks permission
    To gain entry into our community—
    That is if they don’t look like you or me
    And have an income north of a million two or three.
    This doesn’t have to be hard—
    Put ‘em …

    VI. Sicherlich können wir alle zustimmen (Übersetzung)

    Sicherlich können wir alle zustimmen,
    Dass wir in einer Wohnungskrise stecken
    Für welche die effektivste Lösung
    Ist, neue Wohnungen zu erschwinglicheren Preisen zu bauen.

    Die einzige quälende Frage die noch bleibt—
    Die, die am ehesten zutrifft—
    Ist wo diese Wohneinheiten gebaut werden sollten
    Damit wir schützen können
    Unsere sonnengebadeten, kernsanierten, anderthalb Hektar viktorianischen Grundbesitze:
    Also haben wir diese Refrains geschrieben:

    Obdach zu haben ist ein Recht welches wir alle wertschätzen
    So lang es nicht zu nah gebaut ist
    An unseren maßgeschneiderten Craftsmanhäusern mit ihren erhöhten Beeten
    Voll mit Erbstück-Spargel und uralten Getreiden für unsere Brote.
    Baby, es muss gar nicht schwer sein—
    Packt sie irgendwo hin,
    Aber nicht in meine Nachbarschaft

    Wir haben die ungewaschenen Massen schon immer geliebt,
    Die beinharten Arbeiterklassen,
    Solange wir sie nicht sehen oder hören können
    Denn die Wahrheit ist, dass wir sie fürchten.
    Baby, es muss gar nicht schwer sein—
    Packt sie …

    Nicht in meine Nachbarschaft!
    Wir wollen nicht, dass unsere Fenster vergittert sein müssen.
    Überall anders innerhalb der Grenze des städtischen Wachstums ist gut,
    Packt sie …

    Ganz abgesehen davon
    Dass wir auf geraubtem Land leben.
    Diese Ureinwohner die wir töteten und eroberten
    Verstehen sicherlich
    Dass als Andrew Jackson 
    Seine kalte, blutige Hand ausstreckte
    Sie sich überließen
    In verwahrloster Armut zu leben
    Auf unzureichenden Gebieten ohne
    Moderne Annehmlichkeiten
    Wie fließendes Wasser oder Strom
    Aber das ist keine Sorge für Sie oder mich!

    Wir glauben an soziale Gerechtigkeit um jeden Preis
    Solange es nicht bedeutet, wir müssen Opfer bringen.
    Wohnungsbau für gemischte Einkommen ist theoretisch nett
    Aber macht uns praktisch misstrauisch, aber das,
    Das muss gar nicht schwer sein 
    Baut es irgendwo hin,
    Nur nicht in meine Nachbarschaft.

    Nicht in meine Nachbarschaft!
    Sie können verstehen, warum wir wachsam sein müssen.
    Es ist eine heilige alte Tradition
    Leuten zu verbieten
    Eintritt in unsere Gemeinschaft zu erhalten—
    Also wenn sie nicht aussehen wie Sie oder ich
    Oder ein Einkommen über zwei bis drei Millionen haben.
    Das muss gar nicht schwer sein—
    Packt sie …

    VII. Have You Received Any Income From Any Source in the Past Thirty Days

    Have you received any income in the past thirty days?
    If yes, please describe:

    Home Health Aid
    Mortgage Broker
    Legal Advisor
    Conceptual Artist

    Bike Mechanic
    Brand Consultant
    Construction Worker
    Lemonade Stand Operator

    Clerk at Kroger’s
    Clerk at Walmart
    Clerk at Fred Meyer
    Oscar Meyer Weiner Mascot

    Adjunct Faculty
    Gas Station Attendant
    Security Guard
    Human Security Blanket

    Singer in a Band
    Violinist In An Orchestra
    Oboist In An Orchestra
    Head Usher

    Visual Artist
    Sandwich Artist
    Con Artist
    Escape Artist

    If you have received Non-Cash Benefits
    In the past thirty days
    And have still gone to bed hungry,
    You may not have been able to distinguish
    Between the emptiness in your stomach
    And your sense of resignation.

    VII. Haben Sie in den letzten dreißig Tagen Einkünfte aus irgendeiner Quelle erzielt (Übersetzung)

    Haben Sie in den letzten dreißig Tagen Einkünfte erzielt?
    Wenn ja, bitte beschreiben Sie:

    Häusliche Pflegekraft
    Hypothekenvermittler
    Rechtsberater
    Konzeptkünstler

    Fahrradmechaniker
    Markenberater
    Bauarbeiter
    Limonadenstandverkäufer

    Verkäufer bei Kroger’s
    Verkäufer bei Walmart
    Verkäufer bei Fred Meyer
    Oscar Mayer Wiener Maskottchen

    Lehrbeauftragter
    Tankstellenwirt
    Sicherheitsbeamter
    Menschliche Sicherheitsdecke

    Bandsänger
    Violinist in einem Orchester
    Oboist in einem Orchester
    Chefplatzanweiser

    Bildender Künstler
    Sandwichkünstler
    Schwindler
    Entfesselungskünstler

    Wenn Sie in den vergangenen dreißig Tagen
    Sachbezüge erhalten haben
    Und trotzdem hungrig ins Bett gegangen sind,
    Konnten Sie vielleicht nicht
    Zwischen der Leere Ihres Magens
    Und Ihrer Resignation unterscheiden.

    VIII. Do Your Co-Workers Know That You Have Lost Your Home

    Do your co-workers know that you have lost your home?
    Do they know you have sweated through sheets
    In every bed you’ve slept in for the last six weeks?
    Do your co-workers know?

    VIII. Wissen Ihre Kollegen, dass Sie Ihr Zuhause verloren haben (Übersetzung)

    Wissen Ihre Kollegen, dass Sie Ihr Zuhause verloren haben?
    Wissen sie, dass Sie die Laken durchgeschwitzt haben
    Jedes Bettes in dem Sie die letzten sechs Wochen schliefen?
    Wissen Ihre Kollegen das?

    IX. Section 8

    Are you eligible for a Section 8 or Housing Choice Voucher?
    Have you applied for a Section 8 or Housing Choice Voucher?
    Are you on a waiting list for a Section 8 or Housing Choice Voucher?
    Were you given an estimate of how long you would be waiting?
    If yes, were you told that the wait would be:

    3–6 months • 7–12 months • 1–2 years • 3–5 years
    The duration of a presidency
    A generation

    If more than ten years,
    please check box labeled eternity

    Please make a list of the activities
    You intend to pursue
    While on the waiting list.
    Be descriptive.
    Be creative.
    You may choose to include illustrations.

    Are you aware that despite having qualified for this voucher,
    Intended to help low income, very low income,
    Extremely low income families to acquire housing,
    That you and your family have only a one in five chance
    Of receiving it?

    If by, contrast, you were a homeowner,
    You would be eligible for the mortgage interest deduction,
    Which after being capped at $750,000
    Per annum (to facilitate corporate tax cuts)
    Will still result in federal loss
    Of $50 billion dollars,
    (give or take)
    90 percent of which will benefit families
    With household incomes greater than
    $100,000 or more per annum.

    In plain English, this means
    That the federal government
    Subsidizes housing for the middle and upper classes
    At a higher rate than it does for the poor.

    How does this make you feel?

    IX. Section 8 (Übersetzung)

    Kommen Sie für einen Section 8 oder Housing Choice Voucher [Mietzuschussprogramm] infrage?
    Haben Sie sich für einen Section 8 oder Housing Choice Voucher beworben?
    Sind Sie auf einer Warteliste für einen Section 8 oder Housing Choice Voucher?
    Wurde Ihnen eine etwaige Wartezeit mitgeteilt?
    Wenn ja, wurde Ihnen gesagt, die Wartezeit betrüge:

    3–6 Monate • 7–12 Monate • 1–2 Jahre • 3–5 Jahre
    Die Dauer einer Präsidentschaft
    Eine Generation

    Wenn über zehn Jahre,
    kreuzen Sie bitte die Box, die als Ewigkeit benannt ist, an

    Bitte erstellen Sie eine Liste von Aktivitäten
    Denen Sie nachgehen möchten
    Während Sie auf der Warteliste stehen.
    Seien Sie beschreibend.
    Sie können Illustrationen verwenden.

    Sind Sie sich dessen bewusst, dass obwohl Sie Anspruch auf diesen Voucher haben,
    Der gedacht ist für einkommensschwache, sehr einkommensschwache,
    Extrem einkommensschwache Familien um Wohnungen zu finden,
    Dass Sie und Ihre Familie nur eine eins zu fünf Chance haben
    Ihn zu erhalten?

    Wären Sie hingegen ein Hausbesitzer
    Hätten Sie Anspruch auf den Hypothekenzinsabzug,
    Welcher, nachdem er bei 750000$ per annum
    Gedeckelt wurde (um Unternehmenssteuersenkungen zu ermöglichen),
    Immer noch auf Bundesebene in
    50 Milliarden Dollar Verlust resultieren wird,
    (mehr oder weniger)
    Von welchem aber 90 Prozent an Familien Nutzen finden
    Welche Haushaltseinkommen von über
    100000$ oder mehr per annum haben.

    Auf gut Deutsch bedeutet das,
    Dass die Bundesregierung
    Wohnungen für die Mittel- und Oberschicht subventioniert
    zu einer höheren Rate als für Arme.

    Wie fühlen Sie sich dabei?

    X. Has Physical Health Ever Caused You to Lose Your Housing

    Does your body ache
    Like a bright light that’s also black,
    But no doctor,
    For fear of bills
    You know that you can’t pay?

    Do you worry your lip:
    Rent or electricity,
    Gasoline or groceries,
    what to sell?

    Blood plasma
    Your body
    Check all that apply

    Check all that apply

    Sell the plasma,
    Eat the cookies,
    Drink the juice,
    Stumble to the car.

    Rest your head
    On the steering wheel
    And listen to the tape you made
    In 2004

    Regain composure
    Drive to Walmart
    Cash the forty dollar check
    You received for opening a vein.

    Does your body ache
    Like a bright light that’s also black.

    X. Hat körperliche Gesundheit je dazu geführt, dass Sie Ihre Wohnung verlieren (Übersetzung)

    Schmerzt Ihr Körper
    Wie ein grelles und doch schwarzes Licht,
    Aber kein Doktor
    Aus Angst vor Rechnungen
    Von denen Sie wissen, dass Sie sie nicht bezahlen können.

    Kauen Sie auf Ihrer Lippe;
    Miete oder Strom,
    Benzin oder Lebensmittel,
    Was verkaufen?

    Blutplasma
    Ihren Körper
    Alles Zutreffende ankreuzen

    Alles Zutreffende ankreuzen

    Das Plasma verkaufen,
    Den Keks essen,
    Den Saft Trinken,
    Zum Auto stolpern.

    Lehnen Sie Ihren Kopf 
    Auf das Steuerrad
    Und hören die Kassette an die Sie
    2004 gemacht haben

    Fassung wiedergewinnen
    Zu Walmart fahren
    Den vierzig Dollar Scheck einlösen
    Für dessen Erhalt Sie eine Ader öffneten.

    Schmerzt Ihr Körper
    Wie ein grelles und doch schwarzes Licht.

    XI. A Brief History of the Subprime Mortgage Loan Crisis

    Um, we’re super sorry to interrupt
    And we mean no disrespect,
    But we felt that this might be
    An opportune moment to interject
    A brief history of the financial crisis
    Expressed through mortgages, subprime.
    But in order to do so
    We must revisit an earlier time

    Of Absolut vodka, perms, and wedge salad,
    Michael Milken indicted for junk bonds, invalid,
    Revolutions in the Eastern bloc,
    The first tremors in a worldwide shock,
    That would leave the old guard looking pallid.

    But the suits on Wall Street
    They couldn’t be bothered,
    Too busy toasting
    The new bond they’d fathered.

    An industry-wide sensation:
    The Collateralized Debt Obligation!

    Say you’ve got yourself a pile of different loans:
    Aircraft-lease and credit card, vacations homes—
    Diversified assets you can slice and dice
    Then repackage and re-sell for a reasonable price.

    A means to redistribute the collective risk
    Into a stew of debt or better yet, securitized bisque!
    It made markets more efficient, at least that’s how it seemed:
    The free market built as Milton Friedman had dreamed!

    Can you hear the bull market roar?
    That’s the sound of the rich buying debt from the poor!
    And when they’ve bought it all, my friend,
    They’ve gotta make more,
    And that’s where subprime mortgages come in!

    Some years pass or to be exact a decade and a few,
    We go from George Bush One to Bubba on to George Bush Two.
    Wall Street got addicted to that CDO bet—
    That’s the bet that says that folks will never default on their debt.

    They needed lots of loans to feed their debt machine
    That turns our IOUs and You Owe Me’s right back into green
    So in the boom of new construction in the early to mid-aughts
    With McMansions in production on these grand suburban lots

    A plot was hatched behind the scenes
    By fatcats in the backs of limousines:
    They’d offer toxic lines of credit
    To those too poor to get it
    By more or less any other means.

    Can you hear the bull market roar? ...

    The lenders knew the fine print of these loans contained
    A mine field full of rate hikes that were never explained,
    So folks who made subsistence wages, they got loans for half a mil—
    Told to lie about their incomes on the forms they had to fill.

    The lenders thought that housing prices couldn’t help but rise
    So when folks couldn’t make a payment, they’d instead re-amortize,
    Then these loans were bought by Wall Street, cut in pieces, packed, and sold,
    They were seemingly innocuous, the truth, though never told,

    Was that these new financial instruments, all rated triple-A
    Were in fact big piles of garbage that would putrefy some day,
    And when these unsuspecting folks who’d bought these grand and lavish homes,
    They found the housing market stalled, began to default on their loans.

    You see the boom turned to a bubble, and by fall ‘07, well
    The bubble turned to rubble, and it pains me much to tell
    You that the CDOs we mentioned, that hedge funds all had stashed
    As seemingly good money, now one by one they crashed.

    Can you hear the bull market roar? …

    For their role in fiscal meltdown, and for judgment lacked
    You’d think you’d see the guys at Deutsche Bank and Goldman sacked,
    But instead they walked with millions, golden parachutes and more,
    Sure, the building was on fire but they danced right through the door

    Because although more than nine million families’ homes were lost
    If Wall Street made a profit, baby, it was worth the cost
    Cause in America, my friend, you know, we love the dollar the most,
    So what if folks are sleeping on the street from coast to coast?

    Equality’s a concept for Norwegians, Finns, and Danes,
    Whereas we prefer our shirts and skins, our zero sum financial games,
    So in with Milton Friedman out with old John Maynard Keynes.

    Can you hear the bull market roar? …

    So baby that’s where subprime mortgages
    And predatory payday lenders
    Certain kinds of credit cards
    And a host of other strategies
    To empty out the bank accounts
    Of those who’re facing stagnant wages
    Limited opportunity for gainful employment

    Yes that’s where subprime mortgage loans come in!

    XI. Eine kurze Geschichte der Subprime-Hypothekenkrise (Übersetzung)

    Ähm, die Unterbrechung tut uns leid
    Und wir wollen nicht unhöflich sein,
    Aber wir dachten, das wäre
    Ein guter Moment um einzuwerfen
    Eine kurze Geschichte der Finanzkrise
    Ausgedrückt durch Hypotheken, Subprime-Kredit.
    Aber um das zu tun
    Müssen wir zu einer früheren Zeit zurück

    Von Absolut Wodka, Dauerwellen, und Wedge-Salat,
    Michael Milken angeklagt für Hochzinsanleihen, ungültig,
    Revolutionen im Ostblock,
    Die ersten Wellen eines weltweiten Bebens,
    Das die alte Garde blass erscheinen lassen würde.

    Aber den Anzugträgern an der Wall Street
    Könnte es nicht egaler sein,
    Zu sehr damit beschäftigt anzustoßen
    Auf die neue Anleihe die sie aus der Taufe gehoben hatten.

    Eine branchenweite Sensation:
    Die Collateralized Debt Obligation [gesicherte Schuldverschreibung]!

    Nehmen Sie an, Sie hätten einen Haufen verschiedener Darlehen:
    Flugzeugleasingvertrag und Kreditkarte, Ferienhäuser—
    Vervielfältigte Vermögenswerte, die Sie aufteilen und strukturieren können,
    Neu verpacken und wiederverkaufen für einen zivilen Preis.

    Eine Möglichkeit, das kollektive Risiko umzuverteilen
    In einen Eintopf an Schulden oder, noch besser, verbriefte Suppe!
    Es machte Märkte effizienter, zumindest schienen sie so:
    Der freie Markt, gebaut wie Milton Friedman träumte!

    Können Sie den Bullenmarkt donnern hören?
    Das ist das Geräusch der Reichen, wie sie die Schulden der Armen kaufen!
    Und wenn sie sie alle gekauft haben, mein Freund,
    Dann müssen sie noch mehr verdienen,
    Und da kommen Subprime-Hypotheken ins Spiel!

    Ein paar Jahre vergehen, um genau zu sein ein Jahrzehnt und ein paar Zerquetschte,
    Wir gehen von George Bush One über Bubba [Clinton] zu George Bush Two.
    Wall Street ist süchtig nach dieser CDO-Wette—
    Die Wette die besagt, dass Leute nie mit ihren Schulden in Verzug geraten.

    Sie brauchten jede Menge Darlehen um ihre Schuldenmaschine zu füttern
    Welche unsere Schuldscheine und gegenseitigen Forderungen wieder in Bargeld verwandelt
    Und so, im Bauboom der frühen bis Mittnuller
    Mit McMansions [geschmacklose Neubauten] in Produktion auf diesen riesigen Vorstadtgrundstücken 

    Wurde insgeheim ein Plan ausgeheckt
    Von Bonzen in den Rücksitzen von Limousinen:
    Sie würden toxische Kreditlinien anbieten
    Denen zu arm um sie auf
    Irgendwelche anderen Wegen zu erhalten.

    Können Sie den Bullenmarkt donnern hören? …

    Die Kreditgeber wussten, im Kleingedruckten dieser Kredite ist
    Ein Minenfeld von Zinsanstiegen die nie jemand erklärt hat,
    Sodass Leute mit Mindestlöhnen Kredit für eine halbe Million bekamen—
    Mit der Anweisungen auf den auszufüllenden Formularen über ihr Einkommen zu lügen.

    Die Kreditgeber dachten, dass Wohnpreise nur steigen konnten
    Sodass, wenn Leute eine Rate nicht zahlen konnten, sie stattdessen den Kredit neu amortisieren lassen würden,
    Dann wurden diese Kredite von Wall Street gekauft, zerstückelt, gebündelt und weiterverkauft,
    Sie wirkten harmlos; die Wahrheit, obwohl nie ausgesprochen,

    War, dass diese neuen finanziellen Mittel, alle mit AAA bewertet,
    Tatsächlich ein Haufen Müll waren der eines Tages verrotten würde
    Und als diese ahnungslosen Leute, die diese großen, verschwenderischen Häuser gekauft hatten
    Sahen, dass der Wohnungsmarkt zum Stillstand kam, kamen sie in Zahlungsverzug. 

    Sehen Sie, der Boom wurde zu einer Blase und bis Herbst ’07, tja
    Lag die Blase in Schutt und Asche, und es tut mir weh Ihnen 
    Zu erzählen, dass die CDOs die wir erwähnten, dass die Hedge-Fonds, die alle
    Als scheinbar sicheres Geld angelegt hatten, nun einer nach dem anderen zusammenbrachen.

    Können Sie den Bullenmarkt donnern hören? …

    Für ihren Beitrag zum Finanzkollaps und fehlendes Urteilsvermögen
    Sollte man denken, die Jungs von der Deutschen Bank und Goldman gefeuert zu sehen,
    Doch stattdessen strichen sie Millionen ein, dank ›Goldener Fallschirme‹ und mehr,
    Sicher, das Gebäude stand in Flammen, aber sie tanzten einfach zur Tür hinaus.

    Denn auch wenn die Häuser von über neun Millionen Familien verloren waren:
    Solange Wall Street Profit schlug war es den Preis wert
    Denn in Amerika, mein Freund, wissen Sie, lieben wir den Dollar über alles,
    Und wenn Leute von Küste bis Küste auf der Straße schlafen, na und?

    Gleichheit ist ein Konzept für Norweger, Finnen und Dänen,
    Wohingegen wir unser ›Hemdchen gegen Haut‹ präferieren, unsere finanziellen Nullsummenspiele,
    Also rein mit Milton Friedman, raus mit dem alten John Maynard Keynes.

    Können Sie den Bullenmarkt donnern hören? …
    Und Baby, da kommen Subprime-Hypotheken
    Und räuberische Anbieter von Kurzzeitkrediten
    Bestimmte Arten von Kreditkarten
    Und ein Haufen anderer Strategien
    Um die Konten jener zu leeren
    Die mit stagnierenden Löhnen konfrontiert sind
    Mit begrenzten Möglichkeiten für Erwerbstätigkeit

    Ja da kommen die Subprime-Hypotheken ins Spiel!

    XII. Have You Ever Been Denied a Loan or a Lease

    Natural or artificially established barriers
    Have you ever been denied a lease?
    will prove effective
    Have you ever been denied a loan?
    in protecting a neighborhood
    In Birmingham in 1886
    in protecting a neighborhood
    In Chicago in 1933
    and the locations within it
    Milwaukee 1964
    from adverse influence, namely,
    Queens 1978
    the infiltration of business and industrial uses,
    Baltimore in 2007
    lower-class occupancy,
    In Philadelphia
    and inharmonious racial groups.
    In 2016
    and inharmonious racial groups.

    Have you and your parents
    Your grandparents, too
    Been corralled into districts
    Whose borders somebody drew

    In bright blood red greasepaint
    On maps tacked to walls
    In unadorned offices
    In unadorned halls?
    Bleeding Albina
    The greasepaint to signify
    That there shall not be
    Any investment
    By state or by industry

    Ensuring decline
    The seeds of decay
    Of a once thriving neighbourhood
    Til some impossible Sunday

    When some nice young couple
    Plant a flag with their towheaded son,
    Varnish the floors,
    Re-do the doors,
    Reinvestment’s begun.
    Bleeding Albina.

    If somehow you managed
    To take out a loan
    And in spite of obstruction
    You went and purchased a home

    In a calm and suburban neighbourhood
    Where your mere presence was deemed no good
    What were the tactics
    Used to encourage you to leave?

    Rock hurled through ground floor window
    In the space provided below
    Rock hurled through second story window
    Please draw a straight line, if possible,
    Cruficix driven into lawn and set ablaze
    A straight line from your current hardship
    Dead animal set on lawn to moulder, putrefy
    And lack of assets
    Bomb threats, idle threats
    To the system discrimination
    Casual tyranny
    Waged from generation to generation
    Dynamite strewn under porch and ignited
    By government and private citizens alike
    Prank phone calls
    You may use
    In the middle of the night
    This red grease pencil.
    In the middle of the night

    XII. Wurde Ihnen je ein Kredit oder Mietvertrag verweigert (Übersetzung)

    Natürlich oder künstlich erschaffene Barrieren
    Wurde Ihnen je ein Mietvertrag verweigert?
    werden sich als effektiv erweisen
    Wurde Ihnen je ein Kredit verweigert?
    um eine Nachbarschaft zu schützen
    In Birmingham in 1886
    um eine Nachbarschaft zu schützen
    In Chicago in 1933
    und die Orte in ihr
    Milwaukee 1964
    vor widrigen Einflüssen, genauer,
    Queens 1987
    der Unterwanderung von Geschäften und industriellen Nutzen,
    Baltimore in 2007
    Besetzung durch niedrigere Klassen,
    In Philadelphia
    und unharmonischen ethnischen Gruppen.
    In 2016
    Und unharmonischen ethnischen Gruppen.

    Wurden Sie und Ihre Eltern
    Ihre Großeltern auch
    In Bezirke eingepfercht
    Deren Grenzen von jemandem gezogen wurden

    In knallroter Fettschminke
    Auf an die Wand gepinnten Karten
    In schmucklosen Büros
    In schmucklosen Gängen?
    Bleeding Albina [Studie von 2007 über Segregation und Desinvestition in Wohnvierteln]

    Die Fettschminke da um darzustellen
    Dass es keine
    Investition
    Durch Staat oder Industrie geben wird

    Um Verschlechterung sicherzustellen
    Die Samen des Verfalls
    Einer einst blühenden Nachbarschaft
    Bis einen unmöglichen Sonntag

    Ein nettes junges Paar
    Mit ihrem flachsblonden Sohn eine Flagge hisst,
    Die Böden lackiert,
    Die Türen neu macht,
    Reinvestition hat begonnen.
    Bleeding Albina.

    Sollten Sie es irgendwie geschafft haben
    Einen Kredit aufzunehmen
    Und wider jedes Hindernis
    Ein Zuhause gekauft haben

    In einer ruhigen, vorstädtischen Nachbarschaft
    In der Ihre bloße Anwesenheit für nicht gut befunden wurde
    Was waren die Taktiken
    Die genutzt wurden Sie zum Gehen zu ermuntern?

    Stein durch das Erdgeschossfenster geworfen
    Im unten vorgesehenen Bereich
    Stein durch das Fenster des ersten Stockes geworfen
    Malen Sie bitte, wenn möglich, eine gerade Linie
    Kruzifix in den Rasen gerammt und angezündet
    Eine Linie von Ihren momentanen Schwierigkeiten
    Tote Tiere auf den Rasen gelegt um zu verschimmeln, verwesen
    Und Mangel an Vermögen
    Bombendrohungen, leere Drohungen
    Zur Systemdiskriminierung
    Beiläufige Tyrannei
    Von Generation zu Generation ausgetragen
    Dynamit unter die Terrasse gestreut und entzündet
    Durch Regierung und Einzelbürger gleichermaßen
    Telefonstreiche
    Sie dürfen
    Mitten in der Nacht
    Diesen roten Fettstift verwenden.
    Mitten in der Nacht

    Thank You for Completing This Form

    Thank you.
    Thank you for your patience.
    Thank you for trekking from office to office.
    Thank you, thank you for enduring the long lines,
    The clutches of crying children,
    Thank you
    The downturned mouth of your caseworker,
    Thank you
    The bad fluorescent lighting.
    Thank you
    Sleeping in chairs,
    Middle of summer,
    Way too much air-conditioning,
    Thank you for completing this form.

    Thank you.
    Thank you for enduring
    Under the breath comments of family members,
    Thank you
    Nights under scratchy blankets,
    On worn out sofas
    Thank you
    The inexperienced social worker,
    Breakfast and lunch at the senior center,
    Showers at the gym,
    Long hours at your job,
    In less than ideal circumstances,
    Thank you for completing this form.

    For enduring this and more
    We are pleased to inform you
    That tonight we can offer
    In a concrete church basement

    In the room to the right as you enter the door
    An emergency shelter bed.

    You will need to be gone
    By six thirty am.

    XIII. Danke, dass Sie dieses Formular ausgefüllt haben (Übersetzung)

    Danke. 
    Danke für Ihre Geduld. 
    Danke, dass Sie von Büro zu Büro gewandert sind.
    Danke, danke, dass Sie die langen Warteschlangen ausgehalten haben,
    Das Klammern weinender Kinder
    Danke
    Den nach unten gewendeten Mund Ihres Fallbearbeiters,
    Danke
    Das schlechte Neonlicht.
    Danke
    Auf Stühlen schlafen,
    Mitten im Sommer,
    Viel zu hoch eingestellte Klimaanlage,
    Danke, dass Sie dieses Formular ausgefüllt haben.

    Danke.
    Danke, dass Sie ausgehalten haben
    Leise vor sich hin gemurmelte Bemerkungen von Familienmitgliedern,
    Danke
    Nächte unter kratzigen Decken
    Auf durchgelegenen Sofas
    Danke
    Den unerfahrenen Sozialarbeiter,
    Frühstück und Mittagessen im Seniorenzentrum,
    Duschen im Fitnessstudio,
    Lange Arbeitstage,
    In nicht idealen Umständen,
    Danke, dass Sie dieses Formular ausgefüllt haben.

    Dafür, dass Sie das und mehr ausgehalten haben
    Freuen wir uns, Ihnen mitteilen zu können,
    Dass wir diese Nacht anbieten können
    In einem Betonkirchenkeller

    Im Raum zur Rechten wenn Sie hereinkommen:
    Ein Notunterkunftsbett.

    Sie müssen wieder raus sein
    Bis sechs Uhr dreißig morgens.

    Biografien

    Gabriel Kahane, Bariton & Komponist
    Jason Quigley
    Gabriel Kahane © Jason Quigley

    Gabriel Kahane ist Musiker, Schriftsteller und Geschichtenerzähler. Er arbeitet mit Künstler:innen verschiedenster Genres zusammen, darunter Phoebe Bridgers, Paul Simon und Sufjan Stevens sowie das Danish String Quartet, Caroline Shaw und Pekka Kuusisto. Mit seinen Kompositionen leistet er einen künstlerischen Beitrag zu politischen Debatten, etwa in seinem Oratorium emergency shelter intake form, das anhand von Obdachlosigkeit und unsicheren Wohnverhältnissen die wirtschaftliche Ungleichheit anprangert. Das Stück war unter anderem in London, New York und Chicago zu hören.

    Als begeisterter Theaterkünstler eröffnete Kahane die letzte Saison im New Yorker Off-Broadway-Theater Playwrights Horizons mit der Premiere von zwei Solostücken: Magnificent Bird und Book of Travelers. Letzteres dokumentiert seine 8 980 Meilen lange Zugreise nach der Präsidentschaftswahl 2016. Gabriel Kahanes umfangreiche Diskografie umfasst fünf Alben als Singer-Songwriter sowie mehrere Orchester- und Kammermusikprojekte. Kahane wurde 2021 mit dem Charles Ives Fellowship der American Academy of Arts and Letters ausgezeichnet. Seit 2019 ist er als Creative Chair der Oregon Symphony tätig.

    Alicia Hall Moran, Mezzosopran
    Peter Adamik
    Alicia Hall Moran © Peter Adamik

    Die Mezzosopranistin Alicia Hall Moran veröffentlichte die preisgekrönten Soloalben Heavy Blue und Here Today. In ihrem neuesten Album Coldblooded (2026) verfolgt sie wie bei früheren Projekten die Mission, die Genregrenzen aufzuheben. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Jason Moran entstanden Produktionen für die Washington National Opera und die Biennale von Venedig. Als Regisseurin inszenierte sie Two Wings: The Music of Black America in Migration in der Carnegie Hall. Nach ihrem Broadway-Debüt in The Gershwins’ Porgy & Bess wurde sie für den NAACP Theater Award nominiert.

    Moran kooperiert zudem mit Bildenden Künstler:innen wie Joan Jonas oder Simone Leigh. Sie tritt regelmäßig mit großen Sinfonieorchestern wie dem BBC Symphony Orchestra London oder dem Philadelphia Orchestra auf. Die Produktion von Gabriel Kahanes emergency shelter intake form 2020 mit dem Oregon Symphony Orchestra war ein weiterer Karrierehöhepunkt. Sie war Stipendia­tin der Ford Foundation wurde zudem mit dem Jerome Hill Artist Award ausgezeichnet.

    Eliza Bagg, Sopran
    Tonje Thielson
    Eliza Bagg © Tonje Thielson

    Eliza Bagg ist eine experimentelle Sängerin und Komponistin, die weltweit in Projekten vom Concertgebouw bis zur Carnegie Hall auftritt. Sie ist bekannt für ihre »ätherische« Ästhetik und ihren »leuchtenden Klang«. Häufig arbeitet sie eng mit Komponist:innen wie Meredith Monk zusammen, wobei sie ihre Improvisationskunst und kompositorischen Fähigkeiten beiträgt. Sie brachte Werke von Ellen Reid mit dem New York Philharmonic und von Chaya Czernowin in der Walt Disney Concert Hall zur Uraufführung.

    Bagg sang Hauptrollen in neuen Opern an der Komischen Oper Berlin und trat als Solistin mit großen Sinfonieorchestern wie dem Boston Symphony Orchestra auf. Zudem ist sie Mitglied des Ensembles Roomful of Teeth.

    Unter dem Namen Lisel veröffentlichte sie drei Soloalben, darunter das Werk Patterns For Auto-Tuned Voices And Delay. Sie erhielt ein Stipendium der Foundation for Contemporary Arts für das Jahr 2025. Ihre innovativen eigenen Werke für Stimme und Elektronik präsentierte sie unter anderem im Lincoln Center sowie beim Big Ears Festival.

    Holcombe Waller, Tenor
    Privat
    Holcombe Waller © Privat

    Holcombe Waller ist ein US-amerikanischer Sänger, welcher sich mit Leichtigkeit zwischen kontemporärer Musik, klassischen Einflüssen und eigenen theatralischen Projekten bewegt. Seine Stimme hat ihn bereits durch Konzertsäle und andere, spannende Räume getragen, in denen Zuhörer:innen eingeladen sind nicht nur zu lauschen, sondern miteinbezogen zu werden.

    Waller konzertierte international und komponiert für Bühne und Film. Eines seiner Projekte ist sein ­jährliches Weihnachtskonzert mit dem Titel »A Very George Michael Christmas«. Zu seinen Auszeichnungen gehören ein Creative Capital Award, vier MAP Fund Stipendien und das United States Artists Berresford Fellowship in Musik.

    In den letzten Jahren hat sich Holcombe Wallers kreative Arbeit über die Bühne hinweg in die Welt der Gastfreundschaft ausgedehnt. Als Inhaber der Klondike Tavern und des bald verfügbaren Klondike Hotel in St. Helens, Oregon, wendet er den gleichen Ethos auf physischen Raum wie auf Musik an: Atmosphäre als Geschichtenerzählung, Service als Darbietung und Gäst:innen als Teilnehmer:innen.

    Paul Krämer, Chor-Einstudierung
    Christian Palm
    Paul Krämer © Christian Palm

    Paul Krämer schloss sein Dirigierstudium an der Hochschule für Musik und Tanz Köln als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes ab. Seine Tätigkeit führt ihn in große Konzerthäuser Europas wie das Concertgebouw Amsterdam, das Sheldonian Theatre Oxford oder das Brüsseler Bozar.

    Als Gastdirigent arbeitet Krämer regelmäßig mit dem WDR Rundfunkchor, dem Netherlands Radio Choir und dem SWR Vokalensemble zusammen. Er dirigierte das Gürzenich-Orchester Köln, das Kölner Kammerorchester, die Bochumer Symphoniker, das Sinfonieorchester Wuppertal, das Concerto con Anima und das Cölner Barockorchester. Er ist Dirigent der Kartäuserkantorei Köln. Unter seiner Leitung konzertiert der Chor regelmäßig in der Kölner Philharmonie.

    Paul Krämer trat 2016 die Stelle des Chordirektors beim Philharmonischen Chor der Stadt Bonn an. Neben regelmäßigen Einstudierungen für das Beethoven Orchester Bonn konzertiert er mit dem Philharmonischen Chor im In- und Ausland. Im Rahmen der Chorakademie des WDR Rundfunkchores ist Krämer außerdem als Dozent für Ensemblegesang tätig.

    Philharmonischer Chor Bonn
    Philharmonischer Chor Bonn
    Philharmonischer Chor Bonn © Philharmonischer Chor Bonn

    Seit seiner Gründung 1852 prägt der Philharmonische Chor das Bonner Musikleben. Das Repertoire reicht von chorsinfonischen Werken der Klassik und Romantik bis hin zu moderner englischer und französischer Chormusik. Ein zentraler Pfeiler ist die Kooperation mit dem Beethoven Orchester Bonn sowie Auftritte beim Beethovenfest Bonn.

    Obwohl er ein Laienchor bleibt, agiert das Ensemble auf semiprofessionellem Niveau. Dies sichert die Sopranistin und Stimmbildnerin Elisabeth Menke durch kontinuierliche Arbeit am Chorklang. Gastauftritte führten die Sänger:innen bereits mit renommierten Dirigent:innen wie Esa-Pekka Salonen oder Christoph von Dohnányi zusammen.

    Gesellschaftlich engagiert sich der Chor durch Schülerprojekte am Bonner Tannenbusch-Gymnasium oder Benefizkonzerte auf dem Alten Friedhof der Stadt. Seit 2016 leitet Paul Krämer das Ensemble. Er ist nebenbei als Dozent für Ensemblegesang an der WDR Chorakademie sowie als Gastdirigent bei verschiedenen nationalen und internationalen Vokalensembles tätig.

    Philharmonischer Chor Bonn, Besetzung

    Sopran
    Sue Bailey
    Karola Block
    Ghita Elberdai
    Helen Faßbender
    Stefanie Frische
    Melanie Heckelsberg
    Heike Heinen
    Verena Hilpert
    Vanessa Hüsch
    Vera Jansen
    Elisabeth König
    Juliane Langer
    Viola Neuwald-Fernandez
    Ursula Nolte
    Katja Saraßa
    Isabel Schlangen
    Nicole Schmidt
    Liza Schonlau
    Dagmar Schröder
    Johanna Schroeder
    Silke Tiggemann
    Barbara von Faber
    Anna Zoporowski

    Alt
    Lisa Coppack
    Frauke Dungs
    Josefine Grabert
    Anja Hermes
    Stephanie Hochheim
    Beate Leber
    Renate Lubitz
    Hildegard Lückge
    Annette Münzenberg
    Ulla Pinsdorf
    Ute Poschenrieder
    Sonja Puttkamer-Krampe
    Franziska Schlué
    Annette Siebke
    Karin Tkotz
    Lisa Simone Voigt
    Cornelia Weber
    Ursula Wiesbrock

    Tenor
    Christoph Aißlinger
    Johannes Bender
    Fabian Bley
    Georg Hilpert
    Hans-Werner Meurer
    Jonathan Pungel
    Michael Schaefers
    Harris Tiddens

    Bass
    Christian Böcker
    Bastian Broer
    Roger Hare
    Jürgen Heinen
    Christoph Jansen
    Martin Junghöfer
    Volker Ochsenfahrt
    Hans-Dietrich Pallmann
    Holger Quellmalz
    Lasse Rothhardt
    Tobias Senger
    Thomas Sonntag
    Martin Stratenwerth
    Jürgen Tietke
    Joachim von Eynern
    Bernd Weber

    Dirk Kaftan, Dirigent
    Irene Zandel
    Dirk Kaftan © Irene Zandel

    Seit Sommer 2017 ist Dirk Kaftan Generalmusikdirektor des Beethoven Orchester Bonn und der Oper Bonn. Im Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 war er Initiator und Motor für eine ganze Reihe von Projekten wie den »Beethoven Lounges«, »Hofkapelle« und »Beethoven Moves!«, die sich mit dem großen Bonner Sohn beschäftigten.

    Kaftans Repertoire ist breit und reicht von stürmisch gefeierten Beethoven-Sinfonien bis zu interkulturellen Projekten. Kaftan ist an großen Häusern gern gesehener Gast, u. a. beim Bruckner-Orchester Linz, beim Ensemble Modern und mit einem vielbeachteten Tristan an der Staatsoper Hannover. Seine Arbeit wird von Publikum und Kritik gleichermaßen geschätzt, hochgelobte CDs liegen vor.

    »Auf Menschen zugehen«, »Kräfte bündeln«: Das ist wichtig für den Bonner Generalmusikdirektor. Ob im Umgang mit Musiker:innen oder im Kontakt mit dem Publikum: Dirk Kaftan wünscht sich, dass Musik immer als wesentlicher Teil des Lebens wahrgenommen wird – sie ist eine Einladung zum Mitdenken und Mittun.

    Beethoven Orchester Bonn
    Magdalena Spinn
    Beethoven Orchester Bonn © Magdalena Spinn

    Gemeinsam mit dem Publikum entdecken das Beethoven Orchester Bonn und sein Dirigent Dirk Kaftan auf höchstem Niveau musikalische Welten aus allen Epochen und Kulturkreisen. Das Orchester versteht sich dabei als leidenschaftlicher Botschafter Beethovens. Neben der Arbeit mit internationalen Solist:innen richtet sich der Fokus auf die Erarbeitung historischen Repertoires, auf interkulturelle Projekte sowie partizipative und pädagogische Konzerte.

    Exemplarisch für die Arbeit des Orchesters standen in der Vergangenheit außergewöhnliche und mit Preisen ausgezeichnete Konzertprojekte. Die erste gemeinsame Produktion mit Dirk Kaftan, Beethovens Egmont, wurde 2020 mit dem OPUS KLASSIK ausgezeichnet.

    Seit 1907 von bedeutenden Dirigent:innen geprägt, verbindet das Orchester heute unter Dirk Kaftan Konzerttradition mit Offenheit, Teilhabe und dem Anspruch, Musik immer neu erlebbar zu machen.

    Beethoven Orchester Bonn, Besetzung

    Violine I
    Mikhail Ovrutsky
    Artur Chermonov
    Irakli Tsadaia
    Theresia Veale
    Veronica Wehling
    Sonja Wiedebusch
    Irina Rohde
    Daniele Di Renzo
    Susanne Salbego
    Anna Putnikova
    Chanmi Park
    Ajin Moon
    Noori Nah
    Francesco Mardegan

    Violine II
    Keunah Park
    Jin Choi
    Beate Ochs
    Mechthild Bozzetti
    Vivien Wald
    Mareike Neumann
    Pedro Barreto
    Alexandra Tsiokou
    Alexandra Samedova
    Alexandra Arba
    Wojin Lee

    Viola
    Susanne Roehrig
    Tigran Sudzhijants
    Martin Wandel
    Zeyang Kan
    Susanne Dürmeyer
    Christine Kinder
    Christian Fischer
    Michael Bergen
    Ji Eun Yang
    Felix Lohde

    Violoncello
    Grigory Alumyan
    Markus Rundel
    Se-Eun Hyun
    Benjamin Hönle-Marttunen
    Caroline Steiner
    Ines Altmann
    Lena Ovrutsky-Wignjosaputro
    Eena Yoon

    Kontrabass
    Róbert Grondžel                            
    Hyeseon Lee
    Maren Rabien
    Peter Cender
    Frank Geuer
    Jan Stefaniak

    Flöte
    Leonie Bumüller
    Javier Jose Gutierrez Monterola

    Oboe
    Gunde Hamraths
    Stanislav Zhukovskyy

    Klarinette
    Hans-Joachim Mohrmann
    Henry Paulus

    Fagott
    Thomas Ludes
    Viola Focke

    Horn
    Gillian Williams
    Martin Mangrum
    Rohan Richards
    Joseph Rauch

    Trompete
    Linus Fehn
    José Real Cintero
    Bernd Fritz

    Posaune
    Oliver Meißner
    Gerhard Lederer
    Nándo Németi

    Tuba
    Christoph Schneider

    Harfe
    Johanna Welsch

    Schlagwerk
    Alexander Schubert
    Camillo Anderwaldt
    Peter Hänsch

    Tasteninstrumente
    Miho Mach

    Akkordeon
    Nico Gutu

    Konzertempfehlungen

    Charlie Weinmann
    Roomful of Teeth & Gabriel Kahane © Charlie Weinmann
    Sa 12.9.2026, 19.30 Uhr, Bundeskunsthalle, Forum

    Roomful of Teeth

    A-cappella-Vokalpop von acht außergewöhnlich virtuosen Stimmen und Songs eines ikonischen Singer-Songwriters, Gabriel Kahane.
    Tickets
    Nekame Klasohm
    Jan Caeyers & Kit Armstrong © Nekame Klasohm
    So 13.9.2026, 11 Uhr, Beethovenhalle, Großer Saal

    Kit Armstrong & Le Concert Olympique II

    Der neuartige Beethoven-Zyklus mit Sonate, Konzert und Sinfonie geht in die zweite Runde, die einen Krisenmoment in Beethovens Leben fokussiert: Die Zeit seines Heiligenstädter Testaments, in dem er sogar Selbstmordgedanken äußerte.
    Tickets

    Festival-Miteinander

    Festival-Miteinander

    Wir – das Beethovenfest Bonn – laden ein, in einem offenen und respektvollen Miteinander Beethovenfeste zu feiern. Dafür wünschen wir uns Achtsamkeit im Umgang miteinander: vor, hinter und auf der Bühne.

    Für möglicherweise auftretende Fälle von Grenzüberschreitung ist eine interne Ansprechstelle erreichbar für Publikum, Künstler:innen und Mitarbeiter:innen. 

    Wir sind ansprechbar über eine Telefon-Hotline (+49 228 2010321, im Festival täglich von 13–21 Uhr) oder per E-Mail (awareness@beethovenfest.de).

    Werte und Überzeugungen unseres Miteinanders sowie weitere externe Kontaktmöglichkeiten können hier auf unserer Website aufgerufen werden.

  • Illustration of three journalists with a microphone and camera. Text: "Viele Stimmen, ein Ensemble" and "Together in dialogue, for freedom and innovation."
    © Deutsche Welle
  • Poster celebrating 200 years of culture. Features symbols for music, literature, and art. Highlights support for the Beethovenfest.
    © Sparkasse KölnBonn
  • A pianist performs on stage under a pink spotlight. The audience sits in a large concert hall.
    © Deutsche Telekom AG
  • Yellow poster with red soundwave motif. Text: 'Im Puls der Stadt' and event details for Deutsche Post and DHL event.
    © DHL Group
  • Image: A man in concert clothes sitting on a stage with a horn on his lap, looking to the left. Text: "Hearing new things. Discovering new things. New subscription. 26/27 Beethoven Orchester Bonn /"
    © Beethoven Orchester Bonn
  • A woman with a ukulele stands against a red background. Text emphasizes music's role for refugees. UNO Refugee Aid logo visible.
    © UNO-Flüchtlingshilfe
  • Blue poster featuring Beethoven's illustration. Quote by Ludwig van Beethoven about talent and diligence. Logos of dhpg and CLA Global.
    © dhpg
  • Illustration: A lightbulb burns with an image of Beethoven's head. Script: "Bonn hat's in der Birne." and "Secure your new client's bonus now!"
    © SWB
  • Advertisement for Beethoven Fest 2026 featuring an illustration of Beethoven and the slogan "Music. Moves. Connects." QR code included.
    © Autohaus Thomas
  • Men loading a truck with aid supplies. Text: “Bonn helps Kherson – Get involved!” and a website link.
    © Help e. V.
  • Das Beethovenfest Bonn 2026 steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst.

    Programmheftredaktion:
    Sarah Avischag Müller
    M Hornauer

    Die Texte von Tilmann Böttcher sind Originalbeiträge für dieses Programmheft.

    • Mitwirkende
    • Programm
    • Einleitung
    • Kahane
    • Dvořák
    • Vokaltext
    • Biografien
    • Konzertempfehlungen
    • Festival-Miteinander
    Ticket Hotline +49 228 2010344 Mon, Wed–Fri, 10:00–14:00
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