Quatuor Ébène (Beethovenfest Residenz 2026)
Pierre Colombet Violine
Gabriel Le Magadure Violine
Marie Chilemme Viola
Yuya Okamoto Violoncello
3.9.– 3.10. 2026

Quatuor Ébène (Beethovenfest Residenz 2026)
Pierre Colombet Violine
Gabriel Le Magadure Violine
Marie Chilemme Viola
Yuya Okamoto Violoncello
Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Streichquartett Nr. 1 F-Dur op. 18/1
I. Allegro con brio
II. Adagio affettuoso ed appasionato
III. Scherzo. Allegro molto
IV. Allegro
Streichquartett Nr. 10 Es-Dur op. 74 »Harfenquartett«
I. Poco Adagio – Allegro
II. Adagio ma non troppo
III. Presto – Più presto quasi prestissimo
IV. Allegretto con Variazioni
Pause
Ludwig van Beethoven
Streichquartett Nr. 9 C-Dur op. 59/3 »Rasumowsky«
I. Introduzione. Andante con moto – Allegro vivace
II. Andante con moto quasi Allegretto
III. Menuetto grazioso
IV. Allegro molto
Konzertdauer: ca. 120 Minuten
Gastronomisches Angebot vor Ort
In Kooperation mit dem Kulturring Bad Honnef
Zusätzlich zu Blumen schenken wir den Künstler:innen Blüh-Patenschaften, mit deren Hilfe in der Region Bonn Blumenwiesen angelegt werden.
Für ein ungestörtes Konzerterlebnis bitten wir Sie, auf Foto- und Videoaufnahmen zu verzichten.
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Musikbegeisterte,
Kultur entfaltet ihre volle Kraft, wenn sie für alle zugänglich ist. Aus dieser Überzeugung heraus engagiert sich die Kreissparkasse Köln seit einem Vierteljahrhundert für das Beethovenfest in der Region. Unser Anliegen ist es, internationale Spitzenmusik zu erschwinglichen Preisen direkt vor die Haustür der Menschen zu bringen. Diese Beständigkeit ist unser Versprechen, die kulturelle Vielfalt und Lebensqualität im Rhein-Sieg-Kreis nachhaltig zu stärken.
In dieser Spielsaison freuen wir uns auf sechs exzellente Konzerte in Bad Honnef, Hennef, Königswinter, Swisttal und Wachtberg, die die Region gemeinsam in eine lebendige Bühne verwandeln.
Ein besonderes Highlight ist die enge Verbindung zum Konrad-Adenauer-Jahr. Der Fokus liegt dabei auf den Beziehungen zu den Ländern, die Adenauers Außenpolitik prägten. So schlägt das Festival eine faszinierende Brücke zwischen Geschichte, Politik und internationaler Tonkunst.
Ich wünsche Ihnen unvergessliche Konzertmomente!
Thomas Pennartz
Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Köln
Warum gelten die sechzehn Streichquartette von Ludwig van Beethoven eigentlich als »Mount Everest der Kammermusik«? Und wie gut kannte er sich selbst mit Streichinstrumenten aus? Seit seiner Kindheit spielte er Violine und wirkte sogar als Bratschist im Orchester der Bonner Hofkapelle mit. In Wien nahm er Unterricht bei dem Geiger Ignaz Schuppanzigh, der später für sein Quartettschaffen wichtig war. Doch schließlich blieb das Klavier sein eigentliches Instrument. Er war schon ein bekannter Pianist und Komponist, als er sich mit einer Gattung auseinandersetzte, die sein Lehrer Joseph Haydn zu einem Laboratorium gemacht hatte. Fast dreißig Jahre lang, von 1799 bis 1826, beschäftigte sich Beethoven mit dem Streichquartett, das in Grunde erst seit seinen Beiträgen den Ruf als ›Königsdisziplin‹ besitzt. Was ursprünglich vor allem im Kreis aristokratischer Laien gepflegt wurde, verlangte durch seine enormen gestalterischen und spieltechnischen Anforderungen bald nach Professionalisierung. Aus der Sphäre der adligen Hausmusik drang das Streichquartett in die bürgerlich-öffentlichen Konzertsäle vor.
In drei Phasen widmete sich Beethoven der Gattung, wobei er die Grenzen von Form, Klang und Ausdruck immer weiter auslotete. Die erste Quartettreihe op. 18 fasst den Stand seiner frühen Entwicklung zusammen. Die »Rasumowsky«-Quartette op. 59 zeigen ihn im Umfeld der fünften Sinfonie auf dem Gipfel des Ruhms. Die letzte Serie schlägt radikale neue Wege ein und führte zum völligen Unverständnis in seiner Umgebung.

In seinen Streichquartetten offenbart sich Beethoven von seiner intimsten Seite: humorvoll und verspielt, träumerisch und introvertiert, aber auch kompromisslos und verstörend. Das Quatuor Ébène hat eine langjährige persönliche Beziehung zu ihm: »Er ist seit unseren Anfängen Teil unseres Alltags. Wir haben mit ihm alle menschlichen Emotionen durchlebt.« In ihrem Projekt Beethoven Around the World trug die Formation seine Musik rund um den Erdball.
Für ihre drei Programme als Residenz-Ensemble beim Beethovenfest geht das Quatuor Ébène nicht chronologisch vor, sondern kombiniert verschiedene Schaffensphasen miteinander: »So repräsentieren wir einen Querschnitt, um Beethovens gesamtem Werk gerecht zu werden.« Die zweite Hälfte des Gesamtzyklus übernimmt dann beim Beethovenfest 2027 das Belcea Quartet.
Obwohl sich die vier Künstler:innen bei diesen Stücken fast ›zu Hause‹ fühlen, bleibt bei aller Nähe stets der Respekt: »Beethoven ist kosmisch, metaphysisch, unglaublich visionär: So elegant wie Mozart, so verspielt wie Haydn, so strukturiert wie Brahms, so romantisch wie Schumann, so kontrastreich wie Bartók – und hinter einer oft auch ernsten Fassade so zerbrechlich und emotional wie jeder Mensch.«
Streichquartett Nr. 1 F-Dur op. 18/1
Komposition: 1799
Uraufführung: Unbekannt – private Aufführungen des Opus 18 bei Fürst Lichnowsky sowie im Freundeskreis, genaue Hinweise fehlen.
Erstdruck: 1801 bei Mollo (Wien)
Bemerkung: Franz Joseph Fürst von Lobkowitz gewidmet. In seinem Quartett-Erstling wandelte Beethoven noch auf den Spuren von Mozart und Haydn; aber er ging schon eigene Wege. Der zweite Satz wirkt in seiner emotionalen Direktheit fast wie ein Theaterstück: Angeblich soll Beethoven hier das unglückliche Liebespaar Romeo und Julia vorgeschwebt haben.
Mit seiner ersten Quartettserie op. 18 erregte der 30-jährige Beethoven gleich großes Aufsehen. Zwar sind Details zur Entstehungsgeschichte und Kompositionsreihenfolge nicht bekannt und alle sechs Autografe sind verloren gegangen. Auch über die Orte und die Zeitpunkte der eigentlichen Uraufführungen wissen wir nichts. Aber dass dieser Zyklus sofort begeisterte Aufnahme im Wiener Gönnerkreis von Beethoven fand, kann als sicher gelten. Über eine Privataufführung in ihrem Palais berichtete die Gräfin Josephine von Deym am 10. Dezember 1800 an ihre Schwestern:
»Gestern hatten wir zu Ehren der Herzogin [Julia von Giovane] Musik. Alle Türen waren geöffnet und alles erleuchtet. Ich versichere euch, es war ein prächtiger Anblick! Dann ließ uns Beethoven, als ein wahrer Engel, seine neuen, noch nicht gestochenen [= veröffentlichten] Quartette hören, die das Höchste ihrer Art sind. Der berühmte [Anton] Kraft übernahm das Cello, [Ignaz] Schuppanzigh die erste Violine. Stellt euch vor, was das für ein Genuss war! Die Herzogin war bezaubert und alles herrlich gelungen.«

In das Leben von Josephine von Deym, geborene Brunsvik, war Beethoven als Klavierlehrer getreten. Die beiden verband eine innige Freundschaft, möglicherweise sogar eine Liebesbeziehung.
So hörte Josephine von Deym wohl bei dieser Soiree auch das Quartett F-Dur op. 18/1. Bereits 1799 hatte Beethoven es in einer frühen Fassung an seinen Freund Carl Amenda geschickt, überarbeitete es danach aber gründlich, als er sich intensiver mit der Gattung beschäftigte: »Dein Quartett gib ja nicht weiter, weil ich es sehr umgeändert habe, indem ich erst jetzt recht Quartetten zu schreiben weiß.« Die neue Version enthielt Kürzungen, klangliche Verfeinerungen und eine Aufwertung der Begleitstimmen. Das spielerische, sehr plastische Motiv des ersten Satzes wird in der Tradition von Haydn und Mozart immer wieder neu beleuchtet.
Für den zweiten, dunkel glühenden Satz in Moll hatte sich Beethoven nach den Worten des Freunds Amenda von Shakespeare anregen lassen: »Ich habe mir dabei die Szene im Grabgewölbe aus Romeo und Julia gedacht.« Tatsächlich sind in einem Skizzenbuch Beethovens szenische Hinweise überliefert. Mit der Ausdruckstiefe und der dramatischen Spannung dieses Adagios schlug er ein neues Kapitel auf. In das graziöse Scherzo mischt sich schon echt Beethoven’scher grimmiger Humor, wenn im Mittelteil herrische Bocksprünge auftauchen. Das sprudelnd lebendige Rondofinale kehrt Virtuosität und Spielwitz heraus, vereint die vier Instrumente aber auch immer wieder kraftvoll.
Streichquartett Nr. 10 Es-Dur op. 74 »Harfenquartett«
Komposition: 1809
Uraufführung: Unbekannt
Erstdruck: 1810 bei Breitkopf & Härtel (Leipzig) und Clementi (London)
Bemerkung: Franz Joseph Fürst von Lobkowitz gewidmet. Der nicht von Beethoven stammende Beiname bezieht sich auf die wie bei einer Harfe gezupften Töne. Es gilt als zugänglichstes der mittleren Quartette Beethovens. Eine zeitgenössische Kritik nannte es aber »mehr ernst als heiter«.
Wie beliebt die Serie op. 18 war, zeigt noch elf Jahre später eine Besprechung des Quartetts Es-Dur op. 74 (»Harfenquartett«). In der Allgemeinen musikalischen Zeitung äußerte sich der Kritiker enttäuscht, dass Beethoven die »hohe Einfachheit«, den »Reichtum seiner Imagination und die Fülle der Kunstmittel« der ersten sechs Quartette hier bewusst verlassen habe. Für das neue Werk stellte der Rezensent fest, »dass in dem düstern Geist des Ganzen auch das Leichte und Gefällige des Einzelnen schier untergegangen ist«. Diese Meinung macht deutlich, wie herausfordernd Beethovens Musik erschien. Gleich in der langsamen Einleitung befremdete den Kritiker der »unnötige Wirrwarr harter Dissonanzen«.
Heute aber gilt das »Harfenquartett« als das unkomplizierteste und gefälligste der mittleren Quartette. Seinen Beinamen trägt es wegen der gebrochenen Akkordpassagen im ersten Satz, bei denen die Saiten nicht gestrichen, sondern wie auf einer Harfe gezupft werden (eine Technik, die im langsamen Satz wiederholt wird). Bei den ersten Drucken tauchte dieser Titel allerdings noch ebenso wenig auf wie in der zitierten Rezension.
Das stürmische Scherzo steht in c-Moll wie die fünfte Sinfonie und sein Kerngedanke geht auf den gleichen rhythmischen Impuls wie deren berühmtes ›Schicksalsmotiv‹ zurück. Plötzlich versickert die Bewegung des Scherzos und ein liedhaftes Thema führt in das Finale, das dieses Mal nicht als Rondo, sondern als klangfarblich reizvoller Variationensatz gebaut ist.

Streichquartett Nr. 9 C-Dur op. 59/3 »Rasumowsky«
Komposition: 1806
Uraufführung: Privat vermutlich in Wien bei Graf Rasumowsky oder in Beethovens Wohnung auf der Wollzeile, öffentlich spätestens am 9. April 1807 und vermutlich durch das Schuppanzigh-Quartett
Erstdruck: 1808 bei Bureau des Arts et d’Industrie (Wien)
Bemerkung: Graf Andreas Kyrillowitsch Rasumowsky gewidmet. Zum ersten Mal schrieb Beethoven eine langsame Einleitung für ein Streichquartett. Der wiegenliedartige, volkstümliche zweite Satz ist von besonderer Schönheit. Im stürmischen Finale ist brillante Virtuosität gefragt.
Waren diese beiden Stücke erneut Fürst Lobkowitz gewidmet, so trat nun ein weiterer jener adligen Gönner auf den Plan, von denen Beethoven trotz aller bürgerlichen Emanzipation bis zuletzt abhängig war. Der Diplomat Graf Andreas Kyrillowitsch Rasumowsky – geboren in der Stadt Gluchow/Hluchiw, die damals im russischen Kaiserreich lag und heute zur Ukraine gehört – hatte sich als Musikmäzen in seiner Wahlheimat Wien unentbehrlich gemacht. Er spielte selbst Violine, unterstützte aber vor allem das professionelle Schuppanzigh-Quartett. Nach siebenjähriger Pause hatte Beethoven den Faden der Quartettkomposition wieder aufgenommen. Mittlerweile waren großformatige Werke wie die »Eroica«-Sinfonie entstanden und so zielen auch die drei »Rasumowsky«-Quartette auf eine ausgedehntere Form in sinfonischer Klangfülle.
Das Quartett C-Dur op. 59/3 beginnt wie das »Harfenquartett« mit einer spannungsvollen Introduzione. Zum ersten Mal übertrug Beethoven hier den aus der Sinfonik bekannten Typus der langsamen Einleitung auf das Streichquartett – ein folgenreicher Schritt, wenn man an die ausdrucksstarken Eröffnungen seiner späteren Quartette denkt. Umso vitaler setzt das Allegro ein, das alle Grübeleien beiseite wischt.
Anders als in den beiden vorausgegangenen »Rasumowsky«-Quartetten verwendete Beethoven im langsamen Satz kein dezidiert ›russisches‹ Thema. Die elegische Melodie über rustikal gezupften Tönen des Cellos erinnert trotzdem an folkloristisch-östliche Vorbilder. Im Menuett schaute Beethoven ein letztes Mal auf die höfische grazioso-Herkunft dieses Tanzes, zersetzte sie aber durch rhythmische und motivische Irritationen. Die unerhörte Energie des Finales bricht sich mit einem schnellen Fugenthema Bahn, aus dem ein geradezu entfesselter Klangrausch wächst. Diese wahnwitzige Grenzüberschreitung im Hochrisiko-Bereich ist ein heißer Ritt für die Ausführenden.
Kerstin Schüssler-Bach

Das Beethovenfest hat dieses Jahr das Motto »Nach Hause«. Was bedeutet das für Euch und Eure Verbindung zu Bonn, zu Beethoven und seinen Quartetten? Sind sie für Euch ein Zuhause?
Beethoven in seine Heimatstadt zu bringen, ist eine heilige Mission, die wir nach besten Kräften erfüllen wollen. Natürlich hat das Spielen seiner Quartette am Geburtsort einen ganz besonderen Reiz! Wir hatten schon 2022 die Ehre, als Residenz-Ensemble beim Beethovenfest zu sein. Daher freuen wir uns sehr, 2026 mit dem Beethoven-Zyklus erneut für eine Residenz zurückzukehren. Beethovens Quartette sind insofern für uns ein Zuhause, dass sie seit unseren Anfängen Teil unseres Alltags waren. Seine Werke stellen die reichhaltigste Streichquartett-Literatur dar. Wir empfinden ihn wie einen großen Bruder, einen Vater oder zumindest ein Familienmitglied, das über unsere Proben wacht, um sicherzustellen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir haben mit ihm alle menschlichen Emotionen durchlebt. Sein Niveau ist so hoch, dass wir uns zu seiner Sprache hocharbeiten mussten, in jahrelanger Arbeit. Heute haben wir das Gefühl, ihn ein wenig besser zu kennen und ihm näher zu sein. Aber es wäre vermessen zu glauben, dass wir uns in seiner unergründlich reichen Musik ›zu Hause fühlen‹!
Ihr spielt die erste Hälfte eines kompletten Zyklus der Beethoven-Streichquartette, aber nicht chronologisch. Stattdessen habt Ihr Stücke aus allen Schaffensperioden durchmischt – wie kam diese Programmfolge zustande?
Damit die Zuhörer:innen die ganze Bandbreite seines Schaffens erleben können, ist es reizvoller, im Rahmen eines Konzerts verschiedene Werke zu spielen, die unterschiedlichen Lebensabschnitten des Komponisten entsprechen. Außerdem erscheint es uns etwas schwer verdaulich, nur Stücke aus Opus 18 oder mehrere der letzten Quartette hintereinander zu spielen. Wir haben diese Programme erstellt, indem wir uns überlegt haben, was gut zusammenpassen könnte, welche Tonart sich mit einer anderen verbinden ließe … So können wir die facettenreiche Identität Beethovens widerspiegeln, um seinem gesamten Werk gerecht zu werden.
Das Beethoven-Jubiläum 2027 wird sicherlich eine Herausforderung, da Ihr mehrere Zyklen in Konzertsälen auf der ganzen Welt aufführt. Werdet Ihr nie müde, Beethoven zu spielen?
Einen Beethoven-Zyklus vorzubereiten und zu präsentieren, ist immer eine riesige Herausforderung. Es ist mehr als acht Stunden höchst intensive und anspruchsvolle Musik, emotional, technisch und intellektuell. Das verändert dein Leben in vielerlei Hinsicht. Unsere Welttournee 2019 wurde ja durch Corona abgekürzt. Das war sehr frustrierend. Daher ist die kommende Saison unsere Rache an Covid! Dass man von Beethoven genug bekommt, wird niemals passieren. Körperlich werden wir natürlich müde, wir müssen uns wie Sportler vorbereiten, aber die Lust am Spielen dieser Musik zu verlieren, ist schlichtweg unmöglich – aus so vielen Gründen, dass man mehrere Bücher zu diesem Thema schreiben könnte …
Habt Ihr ein bestimmtes Lieblingsquartett von Beethoven, ein Markenzeichen?
Sich nur eines von Beethovens 16 Quartetten auszusuchen, kommt einem fast wie ein Affront gegenüber den anderen 15 vor. Aber wenn wir uns auf dieses Spiel einlassen wollen, könnten wir vielleicht op. 130 nennen, einschließlich der Großen Fuge op. 133. Formal gesehen bricht dieses Quartett mit der klassischen Form. Geistig gesehen erweitert es die Grenzen der Moderne und bewegt sich von Kraft zu sanftester Ruhe, von Gigantismus zur tiefsten Innerlichkeit und zur ergreifendsten Emotion. Die Große Fuge ihrerseits ist das beste Beispiel dafür, wie man Regeln bricht und seine eigene Stärke auf die Probe stellt: Wie kann ein Quartett so kraftvoll klingen wie ein Orchester? Diese Musik, die vor gerade einmal 200 Jahren komponiert wurde, war für die Menschen damals unvorstellbar, da sie ihrer Zeit tatsächlich um Jahrhunderte voraus war. Sie zu spielen ist für uns vergleichbar mit jener Art von Trance, die man wahrscheinlich empfindet, wenn man in einer Rockband spielt!
Kerstin Schüssler-Bach
Founding members Arndt and Helmut Andreas Hartwig
Dr. Michael Buhr und Dr. Gabriele Freise-Buhr
Godesberg Gastronomie & Event GmbH
LTS Lohmann Therapie-Systeme AG
Andrea und Ekkehard Gerlach
Hans-Joachim Hecek und Klaus Dieter Mertens
Dr. Thomas und Rebecca Ogilvie
Albert Tonger Immobilien e. K.
Braunschweiger Privatbank, Köln
Maria und Christoph Bader
Bernd Böcking
Dr. Sigrun Eckelmann† und Johann Hinterkeuser
Dr. Hiltrud Kastenholz und Herbert Küster
Dr. Stefanie Montag und Dr. Stephan Herberhold
Dr. Luciano und Ulrike Pizzulli
Julia Rabus und Mirko Klemm
Jannis Ch. Vassiliou und Maricel de la Cruz
Tim Achtermeyer MdL
Judith und Tobias Andreae
Dr. Frank Asbeck und Susanne Birkenstock
Bettina Böttinger und Martina Wziontek
Anja Bröker
Philipp Buhr und Marie-Madeleine Zenker
Tim und Jessi Buhr
Katja Burkard und Hans Mahr
Claudia Cieslarczyk und Heiko von Dewitz
Rüdiger und Andrea Depkat
Guido Déus
Prof. Dr. Udo und Bettina Di Fabio
Walter Droege und Hedda im Brahm-Droege
Ralf und Antje Firmenich
Tobias Grewe und Dr. Jan Hundgeburth
Jörg Großkopf und Peter Daubenbüchel
Prof. Monika Grütters
Lothar und Martha Harings
Dr. Bernhard Helmich und Mai Hong
Dr. Eckart und Ulla von Hirschhausen
Dr. Sabine Hoeft und Thomas Geitner
Prof. Dr. Frank G. und Ulrike Holz
Prof. Dr. Wolfgang und Dr. Brigitte Holzgreve
Martin Hubert und Martina und Martha Marzahn
Stephan und Sirka Huthmacher
Dirk und Viktoria Kaftan
Dr. Christos Katzidis MdL und Ariane Katzidis
Andrea, Tim und Jan Kluit
Dr. Eva Kraus
Dr. Markus Leyck Dieken und Peter Kraushaar
Peter und Katharina Limbourg
Nathanael Liminski MdL und Hanna Liminski
Horst und Katrin Lingohr
Marianne und Stefan Ludes
Dr. Peter Lüsebrink und Karl-Heinz von Elern
Barbara Massing
Michael Mronz und Markus Felten
Prof. Dr. Georg und Doris Nickenig
Dr. Solveig Palm
Alexandra Pape und Malte von Tottleben
Christian A. und Rita Rast
Hans-Arndt und Julia Riegel
Prof. Dr. Manuel und Aila Ritter
Ilona Schmiel
Matthias und Steffi Schulz
Moritz Seibert
Stephan Schwarz und Veronika Smetackova
Annette Schwolen-Flümann und Thomas Flümann
Prof. Walter Smerling und Beatrice Blank
Elisabeth Sobotka und Prof. Dr. Hans Peter Wehrli
Peter und Annette Storsberg
Prof. Burkhard und Friederike Sträter
Prof. Dr. Hendrik Streeck MdB und Paul Zubeil
Ulrich und Petra Voigt
Oliver und Diane Welke
Dr. Vera Westermann und Michael Langenberg
Dr. Matthias Wissmann und Francisco Rojas
Christian van Zwamen und Gerd Halama
Jutta und Ludwig Acker * Prof. Dr. Wolfgang Angerstein * Alexandra Asbeck * Dr. Rainer und Liane Balzien * Munkhzul Baramsai * Christina Barton van Dorp und Dominik Barton * Christoph Becker und Ursula Baierl-Becker * Christoph Beckmanns * Prof. Dr. Christa Berg * Prof. Dr. Arno und Angela Berger * Christoph Berghaus * Klaus Besier * Ingeborg Bispinck-Weigand * Christiane Bless-Paar und Dr. Dieter Paar * Frank-Michael Böhle und Elvira Pietzka-Böhle * Dr. Ulrich und Barbara Bongardt * Anastassia Boutsko * Anne Brinkmann * Ingrid Brunswig * Lutz Caje * Gabriele und Robert Carl * Elmar Conrads-Hassel und Dr. Ursula Hassel * Ingeborg und Erich Dederichs * Geneviève Desplanques * Irene Diederichs * Michael Eckhardt und Birgit Wolter * Christel Eichen und Ralf Kröger * Elisabeth Einecke-Klövekorn * Dr. Martina Endepohls-Ulpe und Alexander Ulpe * Heike Fischer und Carlo Fischer-Peitz * Dr. Gabriele und Ulrich Föckler * Prof. Dr. Eckhard Freyer * Johannes Geffert * Silke und Andree Georg Girg * Dr. Helga-Maleen Gerresheim * Margareta Gitizad * Carsten Gottschalk * Ulrike und Axel Groeger * Marta Gutierrez und Simon Huber * Cornelia und Dr. Holger Haas * Sylvia Haas * Christina Ruth Elise Hendges * Renate und L. Hendricks * Peter Henn * Prof. Ingeborg Henzler und Dr. Mathias Jung * Heidelore und Prof. Werner P. Herrmann * Dr. Monika Hörig * Georg Peter Hoffmann und Heide-Marie Ramsauer * Dr. Francesca und Dr. Stefan Hülshörster * Karin Ippendorf * Angela Jaschke * Dr. Michael und Dr. Elisabeth Kaiser * Elisabeth und Rolf-Dieter Kaißer * Agnieszka Maria und Jan Kaplan * Dr. Reinhard Keller * Dr. Ulrich und Marie Louise Kersten * Rolf Kleefuß und Thomas Riedel * Dr. Gerd Knischewski * Norbert König und Clotilde Lafont-König * Sylvia Kolbe * Peter Kreutzer * Sigrid Kümmerlein * Gisela Kunz * Dr. Hans Dieter und Ursula Laux * Ute und Dr. Ulrich Kolck * Manfred Koschnick und Arne Siebert * Lilith Matthiaß-Küster und Norbert Küster * Thea Kutzscher * Ruth und Bernhard Lahres * Renate Leesmeister * Gernot Lehr und Dr. Eva Sewing * Traudl und Reinhard Lenz * Florian H. Luetjohann * Moritz Magdeburg * Dr. Charlotte Mende * Heinrich Meurs * Heinrich Mevißen * Dr. Dr. Peter und Dr. Ines Miebach * Karl-Josef Mittler * Dr. Josef Moch * Esther und Laurent Montenay * Friedrich Wilhelm Moog und Vera Walther-Moog * Katharina und Dr. Jochen Müller-Stromberg * Dr. Nicola und Dr. Manuel Mutschler * Dr. Gudula Neidert-Buech und Dr. Rudolf Neidert * Gerald und Vanessa Neu * Lydia Niewerth * Wolfram Nolte * Mark und Rita Opeskin * Céline Oreiller * Dieter und Brigitta Penning * Carol Ann Pereira * Gabriele Poerting * Dr. Manfred und Dorothee van Rey * Ruth Schmidt-Schütte und Hans Helmuth Schmidt * Dr. Andreas und Bettina Rohde * Prof. Dr. Tilman und Astrid Sauerbruch * Ingrid Scheithauer * Monika Schmuck * Markus Schubert * Simone Schuck * Petra Schürkes-Schepping * Dr. Manfred und Jutta von Seggern * Prof. Dr. Norma Selve * Prof. Dr. Wolfram Steinbeck * Dr. Andreas Stork * Michael Striebich * Dr. Corinna ten Thoren und Martin Frevert * Verena und Christian Thiemann * Dr. Sabine Trautmann-Voigt und Dr. Bernd Voigt * Hermann und Bettina Ude * Katrin Uhlig * Carrie Walter und Gabriel Beeby * Susanne Walter * Aino Ritva Weyers und Nadeem Hajouj * Ruth Winterwerp-van den Elzen und Jürgen Winterwerp * Dr. Bettina und Dr. Matthias Wolfgarten
Iklim Arikan * Linda Dahn * Lasse Frings * Ricci Frosio * Lin Golenia * Emilia Hecke * Victoria Emilia Holz * M Hornauer * Zsolt Máté Kiss * Jonas Kotulla * Marie Meißner * Felix Mennicken * Linus Neunkirchen * Felix Schuck * Hannah Speckmann * Charlotte Speckmann * Nelly Sophia Stach * Till Steinert * Johanna von Bargen * Florens Windelen * Yolanda Winter * Akichika Yukawa * Tom Ziese

Das Streichquartett Quatuor Ébène begeistert seit fast drei Jahrzehnten mit Interpretationen, die vertraute Werke in neuem Licht erscheinen lassen, künstlerischer Exzellenz gepaart mit klanglicher Flexibilität und einer enormen rhythmischen Präzision.
Nach Studien beim Quatuor Ysaÿe in Paris sowie bei Gábor Takács, Eberhard Feltz und György Kurtág folgte der herausragende Sieg beim ARD Musikwettbewerb 2004; es folgten zahlreiche weitere Preise und Auszeichnungen. So wurde das Quartett z. B. mit dem Belmont-Preis der Forberg-Schneider-Stiftung ausgezeichnet, wurde als erstes Ensemble mit dem Preis der Frankfurter Musikmesse geehrt und gewann 2026 den Bremer-Musikfest-Preis, mit dem herausragende internationale Künstler:innen für ihren Beitrag zur Bereicherung und Weiterentwicklung des internationalen Musiklebens geehrt werden.
Von der Hochschule für Musik und Theater München wurde das Quartett beauftragt, im Rahmen der neugegründeten Quatuor Ébène Academy eine Streichquartett-Klasse aufzubauen. Seit der Saison 2021/22 gestaltet das Quartett gemeinsam mit dem Belcea Quartet einen Zyklus im Wiener Konzerthaus. Es war Residenzensemble in der Philharmonie Luxembourg und Quatuor en résidence à Radio France mit jeweils drei Konzerten pro Saison in Paris. Beim Beethovenfest Bonn sind die vier Musiker:innen 2026 Residenz-Quartett.
Neben dem traditionellen Repertoire taucht das Quartett auch immer wieder in andere Stile ein. Was als Zerstreuungsübung vier junger Musiker in den Proberäumen der Universität begann – Improvisieren über Jazz-Standards und Pop-Song – wurde zu einem Markenzeichen des Quatuor Ébène. Bis heute hat das Quartett in diesen Genres drei Alben veröffentlicht, Fiction (2010), Brazil (2014) und Eternal Stories (2017).
Die Alben des Quatuor Ébène mit Aufnahmen etwa von Bartók, Beethoven und den Geschwistern Mendelssohn wurden mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Gramophone, BBC Music Magazine und dem Midem Classic Award. Auch widmete sich das Quartett dem Thema Lied und wirkte an dem Album Green (Mélodies françaises) von Philippe Jaroussky mit. Das Quartett kollaborierte mit Musiker:innen wie Matthias Goerne, Gautier Gapuçon und dem Belcea Quartet. Aus diesen Zusammenarbeiten entstandene Einspielungen wurden etwa mit dem Choc Classica, Diapason d’Or, Gramophone of the Month oder dem Opus Klassik ausgezeichnet.
Allen voran steht die Einspielung der 16 Streichquartette Beethovens, welche sie in einem weltumspannenden Projekt auf sechs Kontinenten aufnahmen und mit welcher sie zugleich ihr 20. Bühnenjubiläum zelebrierten. In der aktuellen Saison steht der Beethoven Streichquartett-Zyklus im Zentrum – mit Aufführungen in der Berliner Philharmonie, der Carnegie Hall New York, der Suntory Hall Tokio und beim Beethovenfest Bonn. Darüber hinaus gastieren sie bei einigen Zyklen gemeinschaftlich mit dem Belcea Quartet.
Pierre Colombet spielt eine Violine von Antonio Stradivari aus dem Jahr 1717, die »Piatti«. Gabriel Le Magadure spielt eine Violine von Antonio Stradivari aus dem Jahr 1710, die »King George«. Marie Chilemme spielt eine Bratsche von Antonio Stradivari aus dem Jahr 1734, die »Gibson«. Yuya Okamoto spielt ein Cello von Antonio Stradivari aus dem Jahr 1698, das »De Kermadec-Bläss«.
We – the Beethovenfest Bonn – invite you to celebrate the Beethovenfest in open cooperation and to work respectfully. To this end, we ask that you treat one another with consideration: before, behind and on stage.
Should any instances of inappropriate behaviour arise, an internal point of contact is available for audience members, artists and staff.
You can contact us via a telephone helpline (+49 228 2010321, available daily during the festival from 1 pm to 9 pm) or by email (awareness@beethovenfest.de).
Our values and principles governing our interactions, as well as further external contact details, can be found here on our website.
The Beethovenfest Bonn 2026 is held under the patronage of the Minister-President of North Rhine-Westphalia, Hendrik Wüst.
Programme booklet editors:
Sarah Avischag Müller
M Hornauer
The texts by Nana Sharikadze are original contributions to this programme booklet.