Das letzte Residenzkonzert von Quatuor Ébène schließt mit der Großen Fuge, dem gigantischen Schlusssatz seines späten Quartetts op. 130: Ein Stück musikalischer Futurismus, für Komponist:innen bis ins 21. Jahrhundert prägend.
So 27.9.2026
16 Uhr, Beethovenhalle, Studio
Beethoven-Streichquartett-Zyklus III
- Kammermusik
- € 39

Mitwirkende
- Quatuor Ébène
- Pierre Colombet Violine
- Gabriel Le Magadure Violine
- Marie Chilemme Viola
- Yuya Okamoto Violoncello
Programm
Streichquartett Nr. 7 F-Dur op. 59/1 »Rasumowsky«
Streichquartett Nr. 13 B-Dur op. 130 mit Große Fuge op. 133
Auf einen Blick
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Kinderbetreuung
Besucher:innen dieses Konzerts können unsere Kinderbetreuung mit Kreativangebot und Spielaktivitäten nutzen, angeboten von der Proki Kinderevents GmbH.
- Wann und wo? 15.30–18.15 Uhr, im Seminarraum C (Rhein) der Beethovenhalle
- Für wen? Kinder von 3–12 Jahren
- Anmeldung: Bis spätestens 7 Tage vor dem Termin über das verlinkte Formular:
Heute im Festival Salon
Öffnungszeiten: 14–19.30 Uhr
Familiensonntag – mit Spiel, Spaß und Familienkonzerten
- 14.30–15.15 Uhr: Familienkonzert Ene, mene... Zaubertöne (Platzangebot begrenzt)
- 14.30–18.15 Uhr: offenes Spiel- und Spaßangebot und Kinderbetreuung von Proki (Seminarraum C)
- 14.30–15.30 Uhr: Mitmach-Konzert für Groß und Klein mit Elisa Laurent (Seminarraum D)
- 15–15.45 Uhr & 16–16.45 Uhr: Familienworkshop Gemeinsam musizieren (Seminarraum B)
- 16–17.30 Uhr: offenes Kreativangebot von Artefact (für Kinder)
Beschreibung
Als Beethoven die drei Quartette op. 59 seinem Auftraggeber Andrei Rasumowsky zuschickte, soll dieser an einen Scherz geglaubt haben – die Stücke schienen unspielbar. Das vielseitige und fantasievolle erste von ihnen lässt Quatuor Ébène auf das gewaltige Quartett op. 130 treffen. Es ragt unter den Spätwerken heraus: fünf neuartige Sätze und obendrein die wohl schwerste und futuristischste Fuge Beethovens als gigantisches Finale. Die Zeitgenoss:innen reagierten so verstört auf diese Große Fuge, dass er einen neuen Schlusssatz schrieb und die Fuge einzeln veröffentlichte. Das Quatuor Ébène spielt jedoch die ursprüngliche Fassung – ein fulminanter Abschluss für die Residenz!
Im kommenden Beethoven-Jubiläumsjahr übergibt das französische Quartett den Staffelstab an das Belcea Quartet, das den Zyklus vollenden wird.
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Quatuor Ébène (Beethovenfest Residenz 2026)
Pierre Colombet Violine
Gabriel Le Magadure Violine
Marie Chilemme Viola
Yuya Okamoto Violoncello
Programm
Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Streichquartett Nr. 7 F-Dur op. 59/1 »Rasumowsky«
I. Allegro
II. Allegretto vivace e sempre scherzando
III. Adagio molto e mesto
IV. Thème russe. Allegro
Pause
Ludwig van Beethoven
Streichquartett Nr. 13 B-Dur op. 130 mit Große Fuge B-Dur op. 133 als Finale
I. Adagio ma non troppo – Allegro
II. Presto
III. Andante con moto, ma non troppo
IV. Alla danza tedesca. Allegro assai
V. Cavatina. Adagio molto espressivo
VI. Große Fuge. Overtura. Allegro
Über den Konzertabend
Konzertdauer: ca. 120 Minuten
Gastronomisches Angebot vor Ort
Zusätzlich zu Blumen schenken wir den Künstler:innen Blüh-Patenschaften, mit deren Hilfe in der Region Bonn Blumenwiesen angelegt werden.
Für ein ungestörtes Konzerterlebnis bitten wir Sie, auf Foto- und Videoaufnahmen zu verzichten.
Festival Salon
Festival Salon
Unser Festival Salon steht vor und nach dem Konzert zum gemütlichen Verweilen offen – auch ohne Ticket. Kommen Sie vorbei!
Öffnungszeiten: 14–19.30 Uhr
- 14.30 Uhr: Familienkonzert Ene, mene ... Zaubertöne
- 15.30–18.15 Uhr: Kinderbetreuung auf Anmeldung verfügbar (Seminarraum C)
- 16–17.30 Uhr: Offenes Kreativangebot von Artefact (für Kinder)
- 16–16.45 Uhr & 17–17.45 Uhr: Familienworkshop Gemeinsam musi zieren (Seminarraum B)
Ort: Im Ausstellungsraum zwischen Haupt- und Südfoyer
Der Festival Salon wird gefördert durch
Einleitung
»Unglaublich visionär«
Warum gelten die sechzehn Streichquartette von Ludwig van Beethoven eigentlich als »Mount Everest der Kammermusik«? Und wie gut kannte er sich selbst mit Streichinstrumenten aus? Seit seiner Kindheit spielte er Violine und wirkte sogar als Bratschist im Orchester der Bonner Hofkapelle mit. In Wien nahm er Unterricht bei dem Geiger Ignaz Schuppanzigh, der später für sein Quartettschaffen wichtig war. Doch schließlich blieb das Klavier sein eigentliches Instrument. Er war schon ein bekannter Pianist und Komponist, als er sich mit einer Gattung auseinandersetzte, die sein Lehrer Joseph Haydn zu einem Laboratorium gemacht hatte. Fast dreißig Jahre lang, von 1799 bis 1826, beschäftigte sich Beethoven mit dem Streichquartett, das in Grunde erst seit seinen Beiträgen den Ruf als ›Königsdisziplin‹ besitzt. Was ursprünglich vor allem im Kreis aristokratischer Laien gepflegt wurde, verlangte durch seine enormen gestalterischen und spieltechnischen Anforderungen bald nach Professionalisierung. Aus der Sphäre der adligen Hausmusik drang das Streichquartett in die bürgerlich-öffentlichen Konzertsäle vor.
In drei Phasen widmete sich Beethoven der Gattung, wobei er die Grenzen von Form, Klang und Ausdruck immer weiter auslotete. Die erste Quartettreihe op. 18 fasst den Stand seiner frühen Entwicklung zusammen. Die »Rasumowsky«-Quartette op. 59 zeigen ihn im Umfeld der fünften Sinfonie auf dem Gipfel des Ruhms. Die letzte Serie schlägt radikale neue Wege ein und führte zum völligen Unverständnis in seiner Umgebung.

In seinen Streichquartetten offenbart sich Beethoven von seiner intimsten Seite: humorvoll und verspielt, träumerisch und introvertiert, aber auch kompromisslos und verstörend. Das Quatuor Ébène hat eine langjährige persönliche Beziehung zu ihm: »Er ist seit unseren Anfängen Teil unseres Alltags. Wir haben mit ihm alle menschlichen Emotionen durchlebt.« In ihrem Projekt Beethoven Around the World trug die Formation seine Musik rund um den Erdball.
Für ihre drei Programme als Residenz-Ensemble beim Beethovenfest geht das Quatuor Ébène nicht chronologisch vor, sondern kombiniert verschiedene Schaffensphasen miteinander: »So repräsentieren wir einen Querschnitt, um Beethovens gesamtem Werk gerecht zu werden.« Die zweite Hälfte des Gesamtzyklus übernimmt dann beim Beethovenfest 2027 das Belcea Quartet.
Obwohl sich die vier Künstler:innen bei diesen Stücken fast ›zu Hause‹ fühlen, bleibt bei aller Nähe stets der Respekt: »Beethoven ist kosmisch, metaphysisch, unglaublich visionär: So elegant wie Mozart, so verspielt wie Haydn, so strukturiert wie Brahms, so romantisch wie Schumann, so kontrastreich wie Bartók – und hinter einer oft auch ernsten Fassade so zerbrechlich und emotional wie jeder Mensch.«
Quartett Nr. 7
Zahlen & Fakten
Streichquartett Nr. 7 F-Dur op. 59/1 »Rasumowsky«
Komposition: 1806
Uraufführung: Privat vermutlich in Wien bei Graf Rasumowsky oder in Beethovens Wohnung auf der Wollzeile, öffentlich spätestens am 9. April 1807 und vermutlich durch das Schuppanzigh-Quartett
Erstdruck: 1808 bei Bureau des Arts et d’Industrie (Wien)
Bemerkung: Graf Andreas Kyrillowitsch Rasumowsky gewidmet. Das erste »Rasumowsky«-Quartett ist ein Manifest der schrankenlosen Individualität, das sich zur emotionalen Entäußerung bis hin zur Exzentrik bekennt. Hier begann Beethoven, ohne Rücksicht auf die zeitgenössische Hörerschaft zu schreiben.
Herzklopfen und Trauerweiden
Ein schwebendes Tonleitermotiv zu einer pochenden Begleitung, ein himmelwärts strebender Gesang zu freudigen Herzschlägen: Das erste der drei »Rasumowsky«-Quartette verlässt endgültig den Bereich höfischen Musizierens.
Die Allgemeine musikalische Zeitung kündigte die »Rasumowsky«-Serie als »sehr lang und schwierig, tiefgedacht und trefflich gearbeitet, aber nicht allgemeinfasslich« an. Tatsächlich brach das Publikum bei mancher Aufführung des Quartetts F-Dur op. 59/1 sogar in Gelächter aus, so etwa bei den ersten Takten des scherzohaften Allegrettos, wo das Cello nur einen klopfenden Rhythmus auf einem einzigen Ton spielt – unerhörte Bizarrerien für die damaligen Ohren.
Der weite Atem des aufsteigenden Themas im ersten Satz öffnet den Raum für das Spiel von Kraft und Gegenkraft, von gespannten Linien und ornamental fließender Bewegung. Zum tiefempfundenen Adagio schrieb Beethoven in seinen Skizzen die rätselhafte Bemerkung nieder, er wolle hier einen »Trauerweiden- oder Akazienbaum aufs Grab meines Bruders« setzen. Sein Bruder Kaspar Anton Karl war durchaus noch unter den Lebenden, hatte allerdings gerade geheiratet und mit seiner ungeliebten Schwägerin stand Beethoven auf Kriegsfuß. Von der privaten Familienfehde einmal abgesehen, taucht dieses großartige Adagio in eine Sphäre ein, die einer neuen Innerlichkeit den Boden bereitet. Trotz dieser zukunftsgewandten Ästhetik benutzte Beethoven auch barocke Trauergesten wie Seufzermotive und Verzierungen. Wie hier aus historischem Vokabular ein so hochindividueller Ausdrucksgehalt gewonnen wird, macht sprachlos.

Nach einer zärtlichen Kadenz der ersten Violine schließt sich ohne Unterbrechung das Finale an. Als Hommage an Rasumowsky flocht Beethoven ein Thème russe ein. Es stammt aus einer russischen Volksliedsammlung, scheint unkompliziert und fröhlich, doch sein Text spricht von der Einberufung eines Soldaten zur Armee. Dass Beethoven an dieser Stelle Material mit populärer Melodik in eine Gattung einfließen ließ, die durch ihn als Königsdisziplin der Kammermusik geadelt wurde, ist auch eine soziale und ästhetische Aussage: Volkslied und komplexeste Form, Natur und Kunst verbinden sich. Das aufspringende Thema wird nicht als importierter Fremdkörper einem banal-schmückenden Exotismus preisgegeben, sondern es verwandelt sich wie ein Chamäleon von liedhafter Einfachheit in verschiedenste Farben – von gelöster Bewegung umspielt, von verschobenen Akzenten fortgerissen, in eine drängende Fuge gegossen. Und endlich sammelt sich diese Melodie zu einem nachdenklichen Innehalten, verklärend von der ersten Violine in die höchste Lage geführt, bevor sie energisch dem Ende entgegen galoppiert.
Quartett Nr. 13
Zahlen & Fakten
Streichquartett Nr. 13 B-Dur op. 130
Komposition: 1825/26
Uraufführung: 21. März 1826 (mit op. 133 als Finale), 22. April 1827 (mit dem neuen Finale)
Erstdruck: 1827 bei Artaria (Wien)
Bemerkung: Fürst Nikolaus Borissowitsch Galitzin gewidmet. In der damaligen Kritik als »ernst, düster, mystisch, wohl auch mitunter bizarr, schroff und capriciös« bezeichnet, ist es ein gewaltiges, rätselhaftes Werk, ausgedehnt auf sechs Sätze. Die weltentrückte Cavatina ist eines der innigsten und persönlichsten Stücke Beethovens.
Der Zeit voraus
Das Quartett B-Dur op. 130 betrachtet das Quatuor Ébène sozusagen als sein Signaturstück:
»Formal gesehen, bricht dieses Quartett mit der klassischen Form. Hinsichtlich des geistigen Gehalts verschiebt es die Grenzen der Moderne: Es bewegt sich vom kraftvollen Elan bis zur zartesten Ruhe, vom Gigantismus zu der größtmöglichen Innerlichkeit und der ergreifendsten Emotion (die Cavatina!).«
Statt der üblichen vier Sätze ist die Anlage um einen zusätzlichen langsamen Satz und einen Tanzsatz erweitert. Wieder steht eine langsame Einleitung am Beginn, diesmal jedoch nicht als getrennte Einheit, sondern mit dem folgenden Allegro verschlungen: in ständiger Unterbrechung, in Rückschau und als Kommentar. Der Wildheit des atemlosen und kurzen Presto folgt ein feingliedriges Andante, das wie ein fantastisches Zwischenspiel verschiedenste Stimmungen verbindet. Ein knapper und charmanter Tanzsatz gibt sich ganz diesseitig, bevor die zauberische Cavatina zur Weltentrückung einlädt. Sie sei, so berichtete Beethovens Freund Karl Holz, für den Komponisten die »Krone aller Quartettsätze und sein Lieblingsstück« gewesen: »Er hat sie wirklich unter Tränen der Wehmut komponiert und gestand mir, dass noch nie seine eigene Musik einen solchen Eindruck auf ihn hervorgebracht habe und dass selbst das Zurückempfinden dieses Stücks ihn immer neue Tränen koste.« Dieser lyrische Instrumental-Gesang wird allerdings plötzlich durch einen nervösen Einschub gestört. Die völlige Gewissheit der Ruhe gibt es nicht.

Große Fuge: Zahlen und Fakten
Große Fuge B-Dur op. 133
Komposition: 1825
Uraufführung: 21. März 1826 (als Schlusssatz von op. 130)
Erstdruck: 1827 bei Artaria (Wien)
Bemerkung: Erzherzog Rudolph von Österreich gewidmet. Ursprünglich bildete die Große Fuge den Finalsatz von op. 130. Weil das Publikum aber vor der »Unzahl von Dissonanzen« kapitulierte, schrieb Beethoven dafür ein neues Finale und gab die schroffe Große Fuge gesondert heraus. Sie bleibt ein eigenwilliges Monument: herausfordernd, radikal, aufregend modern. Heute spielt das Quatuor Ébène das Gesamtquartett op. 130 in der Urform mit der Fuge als Schluss.
Ohne Rücksicht auf damalige Hörgewohnheiten sprengt die bahnbrechende Große Fuge jedes Maß. Ihre ungewöhnliche Länge und radikale dissonanzgesättigte Sprache verstörte das zeitgenössische Publikum, während die anderen Sätze des Opus 130 durchaus Beifall gefunden hatten. Ein Kritiker empfand die Große Fuge als »unverständlich, wie Chinesisch«. Daher entschloss sich Beethoven, sie getrennt zu veröffentlichen und ein neues Finale zu komponieren. Im heutigen Konzert spielt das Quatuor Ébène die ursprüngliche Fassung des Quartetts op. 130 mit der Großen Fuge als Finale.
»Diese Musik war ihrer Zeit weit voraus. Sie aufzuführen, ist vergleichbar mit der Art von Trance, die man wahrscheinlich in einer Rockband erlebt«, sagen die Ébènes. Für sie stellt sich mit diesem Abschluss die Herausforderung, »wie ein Quartett so kraftvoll wie ein Orchester klingen kann«.
Kerstin Schüssler-Bach
Interview

Das Beethovenfest hat dieses Jahr das Motto »Nach Hause«. Was bedeutet das für Euch und Eure Verbindung zu Bonn, zu Beethoven und seinen Quartetten? Sind sie für Euch ein Zuhause?
Beethoven in seine Heimatstadt zu bringen, ist eine heilige Mission, die wir nach besten Kräften erfüllen wollen. Natürlich hat das Spielen seiner Quartette am Geburtsort einen ganz besonderen Reiz! Wir hatten schon 2022 die Ehre, als Residenz-Ensemble beim Beethovenfest zu sein. Daher freuen wir uns sehr, 2026 mit dem Beethoven-Zyklus erneut für eine Residenz zurückzukehren. Beethovens Quartette sind insofern für uns ein Zuhause, dass sie seit unseren Anfängen Teil unseres Alltags waren. Seine Werke stellen die reichhaltigste Streichquartett-Literatur dar. Wir empfinden ihn wie einen großen Bruder, einen Vater oder zumindest ein Familienmitglied, das über unsere Proben wacht, um sicherzustellen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir haben mit ihm alle menschlichen Emotionen durchlebt. Sein Niveau ist so hoch, dass wir uns zu seiner Sprache hocharbeiten mussten, in jahrelanger Arbeit. Heute haben wir das Gefühl, ihn ein wenig besser zu kennen und ihm näher zu sein. Aber es wäre vermessen zu glauben, dass wir uns in seiner unergründlich reichen Musik ›zu Hause fühlen‹!
Ihr spielt die erste Hälfte eines kompletten Zyklus der Beethoven-Streichquartette, aber nicht chronologisch. Stattdessen habt Ihr Stücke aus allen Schaffensperioden durchmischt – wie kam diese Programmfolge zustande?
Damit die Zuhörer:innen die ganze Bandbreite seines Schaffens erleben können, ist es reizvoller, im Rahmen eines Konzerts verschiedene Werke zu spielen, die unterschiedlichen Lebensabschnitten des Komponisten entsprechen. Außerdem erscheint es uns etwas schwer verdaulich, nur Stücke aus Opus 18 oder mehrere der letzten Quartette hintereinander zu spielen. Wir haben diese Programme erstellt, indem wir uns überlegt haben, was gut zusammenpassen könnte, welche Tonart sich mit einer anderen verbinden ließe … So können wir die facettenreiche Identität Beethovens widerspiegeln, um seinem gesamten Werk gerecht zu werden.
Das Beethoven-Jubiläum 2027 wird sicherlich eine Herausforderung, da Ihr mehrere Zyklen in Konzertsälen auf der ganzen Welt aufführt. Werdet Ihr nie müde, Beethoven zu spielen?
Einen Beethoven-Zyklus vorzubereiten und zu präsentieren, ist immer eine riesige Herausforderung. Es ist mehr als acht Stunden höchst intensive und anspruchsvolle Musik, emotional, technisch und intellektuell. Das verändert dein Leben in vielerlei Hinsicht. Unsere Welttournee 2019 wurde ja durch Corona abgekürzt. Das war sehr frustrierend. Daher ist die kommende Saison unsere Rache an Covid! Dass man von Beethoven genug bekommt, wird niemals passieren. Körperlich werden wir natürlich müde, wir müssen uns wie Sportler vorbereiten, aber die Lust am Spielen dieser Musik zu verlieren, ist schlichtweg unmöglich – aus so vielen Gründen, dass man mehrere Bücher zu diesem Thema schreiben könnte …
Habt Ihr ein bestimmtes Lieblingsquartett von Beethoven, ein Markenzeichen?
Sich nur eines von Beethovens 16 Quartetten auszusuchen, kommt einem fast wie ein Affront gegenüber den anderen 15 vor. Aber wenn wir uns auf dieses Spiel einlassen wollen, könnten wir vielleicht op. 130 nennen, einschließlich der Großen Fuge op. 133. Formal gesehen bricht dieses Quartett mit der klassischen Form. Geistig gesehen erweitert es die Grenzen der Moderne und bewegt sich von Kraft zu sanftester Ruhe, von Gigantismus zur tiefsten Innerlichkeit und zur ergreifendsten Emotion. Die Große Fuge ihrerseits ist das beste Beispiel dafür, wie man Regeln bricht und seine eigene Stärke auf die Probe stellt: Wie kann ein Quartett so kraftvoll klingen wie ein Orchester? Diese Musik, die vor gerade einmal 200 Jahren komponiert wurde, war für die Menschen damals unvorstellbar, da sie ihrer Zeit tatsächlich um Jahrhunderte voraus war. Sie zu spielen ist für uns vergleichbar mit jener Art von Trance, die man wahrscheinlich empfindet, wenn man in einer Rockband spielt!
Kerstin Schüssler-Bach
Wir danken den Mitgliedern des Freundeskreises
MÄZEN
Gründungsmitglieder Arndt und Helmut Andreas Hartwig
PLATIN
Dr. Michael Buhr und Dr. Gabriele Freise-Buhr
Godesberg Gastronomie & Event GmbH
GOLD
LTS Lohmann Therapie-Systeme AG
Andrea und Ekkehard Gerlach
Hans-Joachim Hecek und Klaus Dieter Mertens
Dr. Thomas und Rebecca Ogilvie
Albert Tonger Immobilien e. K.
Braunschweiger Privatbank, Köln
SILBER
Maria und Christoph Bader
Bernd Böcking
Dr. Sigrun Eckelmann† und Johann Hinterkeuser
Dr. Hiltrud Kastenholz und Herbert Küster
Dr. Stefanie Montag und Dr. Stephan Herberhold
Dr. Luciano und Ulrike Pizzulli
Julia Rabus und Mirko Klemm
Jannis Ch. Vassiliou und Maricel de la Cruz
AUF EMPFEHLUNG unserer Mäzene Arndt und Helmut Andreas Hartwig
Tim Achtermeyer MdL
Judith und Tobias Andreae
Dr. Frank Asbeck und Susanne Birkenstock
Bettina Böttinger und Martina Wziontek
Anja Bröker
Philipp Buhr und Marie-Madeleine Zenker
Tim und Jessi Buhr
Katja Burkard und Hans Mahr
Claudia Cieslarczyk und Heiko von Dewitz
Rüdiger und Andrea Depkat
Guido Déus
Prof. Dr. Udo und Bettina Di Fabio
Walter Droege und Hedda im Brahm-Droege
Ralf und Antje Firmenich
Tobias Grewe und Dr. Jan Hundgeburth
Jörg Großkopf und Peter Daubenbüchel
Prof. Monika Grütters
Lothar und Martha Harings
Dr. Bernhard Helmich und Mai Hong
Dr. Eckart und Ulla von Hirschhausen
Dr. Sabine Hoeft und Thomas Geitner
Prof. Dr. Frank G. und Ulrike Holz
Prof. Dr. Wolfgang und Dr. Brigitte Holzgreve
Martin Hubert und Martina und Martha Marzahn
Stephan und Sirka Huthmacher
Dirk und Viktoria Kaftan
Dr. Christos Katzidis MdL und Ariane Katzidis
Andrea, Tim und Jan Kluit
Dr. Eva Kraus
Dr. Markus Leyck Dieken und Peter Kraushaar
Peter und Katharina Limbourg
Nathanael Liminski MdL und Hanna Liminski
Horst und Katrin Lingohr
Marianne und Stefan Ludes
Dr. Peter Lüsebrink und Karl-Heinz von Elern
Barbara Massing
Michael Mronz und Markus Felten
Prof. Dr. Georg und Doris Nickenig
Dr. Solveig Palm
Alexandra Pape und Malte von Tottleben
Christian A. und Rita Rast
Hans-Arndt und Julia Riegel
Prof. Dr. Manuel und Aila Ritter
Ilona Schmiel
Matthias und Steffi Schulz
Moritz Seibert
Stephan Schwarz und Veronika Smetackova
Annette Schwolen-Flümann und Thomas Flümann
Prof. Walter Smerling und Beatrice Blank
Elisabeth Sobotka und Prof. Dr. Hans Peter Wehrli
Peter und Annette Storsberg
Prof. Burkhard und Friederike Sträter
Prof. Dr. Hendrik Streeck MdB und Paul Zubeil
Ulrich und Petra Voigt
Oliver und Diane Welke
Dr. Vera Westermann und Michael Langenberg
Dr. Matthias Wissmann und Francisco Rojas
Christian van Zwamen und Gerd Halama
BRONZE
Jutta und Ludwig Acker * Prof. Dr. Wolfgang Angerstein * Alexandra Asbeck * Dr. Rainer und Liane Balzien * Munkhzul Baramsai * Christina Barton van Dorp und Dominik Barton * Christoph Becker und Ursula Baierl-Becker * Christoph Beckmanns * Prof. Dr. Christa Berg * Prof. Dr. Arno und Angela Berger * Christoph Berghaus * Klaus Besier * Ingeborg Bispinck-Weigand * Christiane Bless-Paar und Dr. Dieter Paar * Frank-Michael Böhle und Elvira Pietzka-Böhle * Dr. Ulrich und Barbara Bongardt * Anastassia Boutsko * Anne Brinkmann * Ingrid Brunswig * Lutz Caje * Gabriele und Robert Carl * Elmar Conrads-Hassel und Dr. Ursula Hassel * Ingeborg und Erich Dederichs * Geneviève Desplanques * Irene Diederichs * Michael Eckhardt und Birgit Wolter * Christel Eichen und Ralf Kröger * Elisabeth Einecke-Klövekorn * Dr. Martina Endepohls-Ulpe und Alexander Ulpe * Heike Fischer und Carlo Fischer-Peitz * Dr. Gabriele und Ulrich Föckler * Prof. Dr. Eckhard Freyer * Johannes Geffert * Silke und Andree Georg Girg * Dr. Helga-Maleen Gerresheim * Margareta Gitizad * Carsten Gottschalk * Ulrike und Axel Groeger * Marta Gutierrez und Simon Huber * Cornelia und Dr. Holger Haas * Sylvia Haas * Christina Ruth Elise Hendges * Renate und L. Hendricks * Peter Henn * Prof. Ingeborg Henzler und Dr. Mathias Jung * Heidelore und Prof. Werner P. Herrmann * Dr. Monika Hörig * Georg Peter Hoffmann und Heide-Marie Ramsauer * Dr. Francesca und Dr. Stefan Hülshörster * Karin Ippendorf * Angela Jaschke * Dr. Michael und Dr. Elisabeth Kaiser * Elisabeth und Rolf-Dieter Kaißer * Agnieszka Maria und Jan Kaplan * Dr. Reinhard Keller * Dr. Ulrich und Marie Louise Kersten * Rolf Kleefuß und Thomas Riedel * Dr. Gerd Knischewski * Norbert König und Clotilde Lafont-König * Sylvia Kolbe * Peter Kreutzer * Sigrid Kümmerlein * Gisela Kunz * Dr. Hans Dieter und Ursula Laux * Ute und Dr. Ulrich Kolck * Manfred Koschnick und Arne Siebert * Lilith Matthiaß-Küster und Norbert Küster * Thea Kutzscher * Ruth und Bernhard Lahres * Renate Leesmeister * Gernot Lehr und Dr. Eva Sewing * Traudl und Reinhard Lenz * Florian H. Luetjohann * Moritz Magdeburg * Dr. Charlotte Mende * Heinrich Meurs * Heinrich Mevißen * Dr. Dr. Peter und Dr. Ines Miebach * Karl-Josef Mittler * Dr. Josef Moch * Esther und Laurent Montenay * Friedrich Wilhelm Moog und Vera Walther-Moog * Katharina und Dr. Jochen Müller-Stromberg * Dr. Nicola und Dr. Manuel Mutschler * Dr. Gudula Neidert-Buech und Dr. Rudolf Neidert * Gerald und Vanessa Neu * Lydia Niewerth * Wolfram Nolte * Mark und Rita Opeskin * Céline Oreiller * Dieter und Brigitta Penning * Carol Ann Pereira * Gabriele Poerting * Dr. Manfred und Dorothee van Rey * Ruth Schmidt-Schütte und Hans Helmuth Schmidt * Dr. Andreas und Bettina Rohde * Prof. Dr. Tilman und Astrid Sauerbruch * Ingrid Scheithauer * Monika Schmuck * Markus Schubert * Simone Schuck * Petra Schürkes-Schepping * Dr. Manfred und Jutta von Seggern * Prof. Dr. Norma Selve * Prof. Dr. Wolfram Steinbeck * Dr. Andreas Stork * Michael Striebich * Dr. Corinna ten Thoren und Martin Frevert * Verena und Christian Thiemann * Dr. Sabine Trautmann-Voigt und Dr. Bernd Voigt * Hermann und Bettina Ude * Katrin Uhlig * Carrie Walter und Gabriel Beeby * Susanne Walter * Aino Ritva Weyers und Nadeem Hajouj * Ruth Winterwerp-van den Elzen und Jürgen Winterwerp * Dr. Bettina und Dr. Matthias Wolfgarten
JUNGER FREUNDESKREIS
Iklim Arikan * Linda Dahn * Lasse Frings * Ricci Frosio * Lin Golenia * Emilia Hecke * Victoria Emilia Holz * M Hornauer * Zsolt Máté Kiss * Jonas Kotulla * Marie Meißner * Felix Mennicken * Linus Neunkirchen * Felix Schuck * Hannah Speckmann * Charlotte Speckmann * Nelly Sophia Stach * Till Steinert * Johanna von Bargen * Florens Windelen * Yolanda Winter * Akichika Yukawa * Tom Ziese
Biografie

Das Streichquartett Quatuor Ébène begeistert seit fast drei Jahrzehnten mit Interpretationen, die vertraute Werke in neuem Licht erscheinen lassen, künstlerischer Exzellenz gepaart mit klanglicher Flexibilität und einer enormen rhythmischen Präzision.
Nach Studien beim Quatuor Ysaÿe in Paris sowie bei Gábor Takács, Eberhard Feltz und György Kurtág folgte der herausragende Sieg beim ARD Musikwettbewerb 2004; es folgten zahlreiche weitere Preise und Auszeichnungen. So wurde das Quartett z. B. mit dem Belmont-Preis der Forberg-Schneider-Stiftung ausgezeichnet, wurde als erstes Ensemble mit dem Preis der Frankfurter Musikmesse geehrt und gewann 2026 den Bremer-Musikfest-Preis, mit dem herausragende internationale Künstler:innen für ihren Beitrag zur Bereicherung und Weiterentwicklung des internationalen Musiklebens geehrt werden.
Von der Hochschule für Musik und Theater München wurde das Quartett beauftragt, im Rahmen der neugegründeten Quatuor Ébène Academy eine Streichquartett-Klasse aufzubauen. Seit der Saison 2021/22 gestaltet das Quartett gemeinsam mit dem Belcea Quartet einen Zyklus im Wiener Konzerthaus. Es war Residenzensemble in der Philharmonie Luxembourg und Quatuor en résidence à Radio France mit jeweils drei Konzerten pro Saison in Paris. Beim Beethovenfest Bonn sind die vier Musiker:innen 2026 Residenz-Quartett.
Neben dem traditionellen Repertoire taucht das Quartett auch immer wieder in andere Stile ein. Was als Zerstreuungsübung vier junger Musiker in den Proberäumen der Universität begann – Improvisieren über Jazz-Standards und Pop-Song – wurde zu einem Markenzeichen des Quatuor Ébène. Bis heute hat das Quartett in diesen Genres drei Alben veröffentlicht, Fiction (2010), Brazil (2014) und Eternal Stories (2017).
Die Alben des Quatuor Ébène mit Aufnahmen etwa von Bartók, Beethoven und den Geschwistern Mendelssohn wurden mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Gramophone, BBC Music Magazine und dem Midem Classic Award. Auch widmete sich das Quartett dem Thema Lied und wirkte an dem Album Green (Mélodies françaises) von Philippe Jaroussky mit. Das Quartett kollaborierte mit Musiker:innen wie Matthias Goerne, Gautier Gapuçon und dem Belcea Quartet. Aus diesen Zusammenarbeiten entstandene Einspielungen wurden etwa mit dem Choc Classica, Diapason d’Or, Gramophone of the Month oder dem Opus Klassik ausgezeichnet.
Allen voran steht die Einspielung der 16 Streichquartette Beethovens, welche sie in einem weltumspannenden Projekt auf sechs Kontinenten aufnahmen und mit welcher sie zugleich ihr 20. Bühnenjubiläum zelebrierten. In der aktuellen Saison steht der Beethoven Streichquartett-Zyklus im Zentrum – mit Aufführungen in der Berliner Philharmonie, der Carnegie Hall New York, der Suntory Hall Tokio und beim Beethovenfest Bonn. Darüber hinaus gastieren sie bei einigen Zyklen gemeinschaftlich mit dem Belcea Quartet.
Pierre Colombet spielt eine Violine von Antonio Stradivari aus dem Jahr 1717, die »Piatti«. Gabriel Le Magadure spielt eine Violine von Antonio Stradivari aus dem Jahr 1710, die »King George«. Marie Chilemme spielt eine Bratsche von Antonio Stradivari aus dem Jahr 1734, die »Gibson«. Yuya Okamoto spielt ein Cello von Antonio Stradivari aus dem Jahr 1698, das »De Kermadec-Bläss«.
Konzertempfehlungen
Festival-Miteinander
Festival-Miteinander
Wir – das Beethovenfest Bonn – laden ein, in einem offenen und respektvollen Miteinander Beethovenfeste zu feiern. Dafür wünschen wir uns Achtsamkeit im Umgang miteinander: vor, hinter und auf der Bühne.
Für möglicherweise auftretende Fälle von Grenzüberschreitung ist eine interne Ansprechstelle erreichbar für Publikum, Künstler:innen und Mitarbeiter:innen.
Wir sind ansprechbar über eine Telefon-Hotline (+49 228 2010321, im Festival täglich von 13–21 Uhr) oder per E-Mail (awareness@beethovenfest.de).
Werte und Überzeugungen unseres Miteinanders sowie weitere externe Kontaktmöglichkeiten können hier auf unserer Website aufgerufen werden.
Das Beethovenfest Bonn 2026 steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst.
Programmheftredaktion:
Sarah Avischag Müller
M Hornauer
Lektorat:
Heidi Rogge
Die Texte von Kerstin Schüssler-Bach sind Originalbeiträge für dieses Programmheft.















