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Residenz Quatuor Ébène

»Bei Beethoven ist man nie ganz zuhause«

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Quatuor Ébène © Julien Mignot

Das Quatuor Ébène bringt Beethovens Streichquartett-Zyklus in die Heimatstadt des Komponisten – nachdem es ihn schon auf sechs Kontinenten gespielt hat. Unser Residenzensemble 2026 spricht über den Respekt vor diesem Everest der Quartette.

»Beethoven Around the World«: So hieß das spektakuläre Projekt, mit dem das Quatuor Ébène rund um den Globus auftrat, um Beethovens 16 Streichquartette in 21 Länder zu tragen – von Kenia bis Neuseeland. Die vier Musiker:innen hatten Glück: Die Tournee endete im Januar 2020 und damit wenige Wochen, bevor der Konzertbetrieb durch die Corona-Pandemie weltweit zum Erliegen kam. Auch für die Ébènes fielen etliche Auftritte im Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 aus. Aber als Dokumente blieben die sensationellen Mitschnitte von »Beethoven Around the World«. Und so wurde dieser Zyklus in einer Maßstäbe setzenden Einspielung auf CD und DVD veröffentlicht.

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Nach Hause: Daheim in Bonn

Kurz vor dem 200. Todesjahr Beethovens ist auch das Quatuor Ébène wieder am Start, um seinem Signatur-Komponisten auf einer internationalen Tour die Ehre zu erweisen: »Das ist unsere Rache an Covid«, lächeln die vier. Und eine der wichtigsten Stationen ist dabei Beethovens Geburtsstadt Bonn. Beim Beethovenfest war das in Paris beheimatete Ensemble schon 2022 mit einer umfangreichen Residenz zu erleben. Nun kehren die Ébènes also fast wieder nach Hause zurück. »Beethovens Werk in seine Heimatstadt zurückzubringen, ist eine heilige Mission, die wir nach besten Kräften erfüllen wollen. Natürlich hat das Spielen seiner Quartette am Geburtsort einen ganz besonderen Reiz!«

Fühlt sich die Formation auch bei Beethoven ›zu Hause‹? »Einerseits ja, weil er seit unseren Anfängen Teil unseres Alltags ist. Beim Aufnahmeprojekt 2019 empfanden wir ihn wie einen großen Bruder, einen Vater oder zumindest ein Familienmitglied, das über unsere Proben wachte, um sicherzustellen, dass wir auf dem richtigen Weg waren. Wir haben mit ihm alle menschlichen Emotionen durchlebt.« Doch andererseits bleibt der Respekt: »Heute haben wir das Gefühl, ihn ein wenig besser zu kennen und ihm näher zu sein. Aber es wäre vermessen zu glauben, dass wir uns in seiner unergründlich reichen Musik ›zu Hause fühlen‹!«

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Ein Zyklus in zwei Hälften

In der diesjährigen Festivalausgabe präsentiert das Quatuor Ébène die erste Hälfte eines kompletten Beethoven-Streichquartett-Zyklus: ein grandioser Kick-off der Jubiläumssaison. Es darf schon verraten werden, dass die Werkreihe im eigentlichen Feierjahr 2027 durch ein anderes berühmtes Ensemble fortgesetzt werden wird – durch das Belcea Quartet. Mit diesen befreundeten Künstler:innen hat sich das Quatuor Ébène die 16 Quartette bewusst aufgeteilt. So bieten sich zwei spannende Perspektiven auf einen musikalischen Gipfel, den zu besteigen die Ébènes niemals müde werden. »Die Vorbereitung und Aufführung des gesamten Beethoven-Zyklus stellt immer wieder eine große Herausforderung dar: Mehr als acht Stunden intensivster und anspruchsvollster Musik – sowohl emotional als auch technisch und intellektuell – verändern dein Leben in vielerlei Hinsicht.«

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Die ganze Bandbreite der Quartette

Während seiner Residenz präsentiert das Ensemble keine chronologische Ordnung der Werke. Stattdessen werden in jedem Programm verschiedene Schaffensphasen miteinander kombiniert – vom frühen Opus 18 über eine Auswahl der »Rasumowsky«-Quartette op. 59 und das »Harfenquartett« op. 74 bis zur rätselhaften Großen Fuge op. 133. »Wir haben uns überlegt, welche Stücke zueinander passen könnten, welche Tonarten sich gut verbinden lassen. So repräsentieren wir einen Querschnitt, um Beethovens gesamtem Werk gerecht zu werden«, sagen die Ébènes. Die bahnbrechende Große Fuge bildet den krönenden Abschluss: »Diese Musik war ihrer Zeit weit voraus. Sie aufzuführen ist vergleichbar mit der Art von Trance, die man wahrscheinlich in einer Rockband erlebt.« Hier stellt sich die Herausforderung, »wie ein Quartett so kraftvoll wie ein Orchester klingen kann«.

Mit seinem neuen Cellisten Yuya Okamoto taucht das Ensemble nun wieder ganz frisch ein in diese Literatur. Was macht für sie die unerschöpfliche Faszination aus? »Beethoven ist kosmisch, metaphysisch, unglaublich visionär: So elegant wie Mozart, so verspielt wie Haydn, so strukturiert wie Brahms, so romantisch wie Schumann, so kontrastreich wie Bartók – und hinter einer oft auch ernsten Fassade so zerbrechlich und emotional wie jeder Mensch.«

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Die Residenz im Überblick

Fr 25.9.2026
  • Vier Personen in dunkler Kleidung stehen vor einem dunklen Hintergrund. Sie blicken ernst in die Kamera.
    19.30 Uhr, Kleine Beethovenhalle, Muffendorf

    Beethoven-Streichquartett-Zyklus I

    Kammermusik

    Quatuor Ébène

    Beethoven

Sa 26.9.2026
  • 19.30 Uhr, Kursaal Bad Honnef

    Beethoven-Streichquartett-Zyklus II

    Kammermusik

    Quatuor Ébène

    Beethoven

So 27.9.2026
  • 16 Uhr, Beethovenhalle, Studio

    Beethoven-Streichquartett-Zyklus III

    Kammermusik

    Quatuor Ébène

    Beethoven

Artikel von Kerstin Schüssler-Bach
Ticket–Hotline +49 228 2010344 Mo, Mi–Fr, 10–14 Uhr
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