Quatuor Ébène beginnt seinen Zyklus sämtlicher Beethoven-Streichquartette in Bonn – das Markenzeichen: unverwechselbarer Samtklang und kompromisslose Freiheit im Zusammenspiel.
Fr 25.9.2026
19.30 Uhr, Kleine Beethovenhalle, Muffendorf
Beethoven-Streichquartett-Zyklus I
- Kammermusik
- Vergangene Veranstaltung
- € 49 / 29

Mitwirkende
- Quatuor Ébène
- Pierre Colombet Violine
- Gabriel Le Magadure Violine
- Marie Chilemme Viola
- Yuya Okamoto Violoncello
Programm
Auf einen Blick
Was erwartet mich?
Wie klingt das?
Beschreibung
Sie sind zurück: Erneut begrüßen wir das Quatuor Ébène für eine Residenz beim Beethovenfest. Eine Ehre, denn das französische Ensemble gehört zur Weltspitze der Streichquartett-Formationen. Mit seinem gefeierten Beethoven-Zyklus, den es bereits rund um den Globus präsentiert hat, kommt es nun nach Bonn. In den drei Konzerten seiner Residenz beim Festival 2026 spielt es die Hälfte der 16 Quartette. Im Jubiläumsjahr 2027 übernimmt das befreundete Belcea Quartet den Rest des Zyklus.
Im ersten der drei Konzerte stellt das Quatuor Ébène zwei frühe Quartette aus der Sammlung op. 18 gegenüber. In der klassischen Tradition von Haydn und Mozart verwurzelt, entwickelt Beethoven neue Freiheiten und stärkt die gleichwertigen Rollen aller Instrumente. Darauf antwortet das poetische Opus 127, das erste der Spätwerke. Sein Klang weist weit in die Romantik voraus.
Herunterladen
Weitere Infos
Magazin
Alle Beiträge
Mitwirkende
Quatuor Ébène (Beethovenfest Residenz 2026)
Pierre Colombet Violine
Gabriel Le Magadure Violine
Marie Chilemme Viola
Yuya Okamoto Violoncello
Programm
Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Streichquartett Nr. 5 A-Dur op. 18/5
I. Allegro
II. Menuetto
III. Andante cantabile
IV. Allegro
Streichquartett Nr. 4 c-Moll op. 18/4
I. Allegro ma non tanto
II. Andante scherzoso quasi Allegretto
III. Menuetto. Allegretto
IV. Allegro – Prestissimo
Pause
Ludwig van Beethoven
Streichquartett Nr. 12 Es-Dur op. 127
I. Maestoso – Allegro
II. Adagio, ma non troppo e molto cantabile
III. Scherzando. Vivace
IV. Allegro – Allegro comodo
Über den Konzertabend
Konzertdauer: ca. 120 Minuten
Gastronomisches Angebot vor Ort
Zusätzlich zu Blumen schenken wir den Künstler:innen Blüh-Patenschaften, mit deren Hilfe in der Region Bonn Blumenwiesen angelegt werden.
Für ein ungestörtes Konzerterlebnis bitten wir Sie, auf Foto- und Videoaufnahmen zu verzichten.
Einleitung
»Unglaublich visionär«
Warum gelten die sechzehn Streichquartette von Ludwig van Beethoven eigentlich als »Mount Everest der Kammermusik«? Und wie gut kannte er sich selbst mit Streichinstrumenten aus? Seit seiner Kindheit spielte er Violine und wirkte sogar als Bratschist im Orchester der Bonner Hofkapelle mit. In Wien nahm er Unterricht bei dem Geiger Ignaz Schuppanzigh, der später für sein Quartettschaffen wichtig war. Doch schließlich blieb das Klavier sein eigentliches Instrument. Er war schon ein bekannter Pianist und Komponist, als er sich mit einer Gattung auseinandersetzte, die sein Lehrer Joseph Haydn zu einem Laboratorium gemacht hatte. Fast dreißig Jahre lang, von 1799 bis 1826, beschäftigte sich Beethoven mit dem Streichquartett, das in Grunde erst seit seinen Beiträgen den Ruf als ›Königsdisziplin‹ besitzt. Was ursprünglich vor allem im Kreis aristokratischer Laien gepflegt wurde, verlangte durch seine enormen gestalterischen und spieltechnischen Anforderungen bald nach Professionalisierung. Aus der Sphäre der adligen Hausmusik drang das Streichquartett in die bürgerlich-öffentlichen Konzertsäle vor.
In drei Phasen widmete sich Beethoven der Gattung, wobei er die Grenzen von Form, Klang und Ausdruck immer weiter auslotete. Die erste Quartettreihe op. 18 fasst den Stand seiner frühen Entwicklung zusammen. Die »Rasumowsky«-Quartette op. 59 zeigen ihn im Umfeld der fünften Sinfonie auf dem Gipfel des Ruhms. Die letzte Serie schlägt radikale neue Wege ein und führte zum völligen Unverständnis in seiner Umgebung.

In seinen Streichquartetten offenbart sich Beethoven von seiner intimsten Seite: humorvoll und verspielt, träumerisch und introvertiert, aber auch kompromisslos und verstörend. Das Quatuor Ébène hat eine langjährige persönliche Beziehung zu ihm: »Er ist seit unseren Anfängen Teil unseres Alltags. Wir haben mit ihm alle menschlichen Emotionen durchlebt.« In ihrem Projekt Beethoven Around the World trug die Formation seine Musik rund um den Erdball.
Für ihre drei Programme als Residenz-Ensemble beim Beethovenfest geht das Quatuor Ébène nicht chronologisch vor, sondern kombiniert verschiedene Schaffensphasen miteinander: »So repräsentieren wir einen Querschnitt, um Beethovens gesamtem Werk gerecht zu werden.« Die zweite Hälfte des Gesamtzyklus übernimmt dann beim Beethovenfest 2027 das Belcea Quartet.
Obwohl sich die vier Künstler:innen bei diesen Stücken fast ›zu Hause‹ fühlen, bleibt bei aller Nähe stets der Respekt: »Beethoven ist kosmisch, metaphysisch, unglaublich visionär: So elegant wie Mozart, so verspielt wie Haydn, so strukturiert wie Brahms, so romantisch wie Schumann, so kontrastreich wie Bartók – und hinter einer oft auch ernsten Fassade so zerbrechlich und emotional wie jeder Mensch.«
Quartett Nr. 5
Zahlen und Fakten
Ludwig van Beethoven: Streichquartett Nr. 5 A-Dur op. 18/5
Komposition: 1799
Uraufführung: Unbekannt – private Aufführungen des Opus 18 bei Fürst Lichnowsky sowie im Freundeskreis, genaue Hinweise fehlen.
Erstdruck: 1801 bei Mollo (Wien)
Bemerkung: Franz Joseph Fürst von Lobkowitz gewidmet. Beethovens erste Quartettserie wurde in einer Werbeanzeige der Allgemeinen musikalischen Zeitung als »sehr schwer auszuführen und keineswegs populair« beschrieben. Trotzdem wurde sie ein Erfolg. Die Nummer 5 nimmt Anregungen von Mozart auf.
Vom Modell zur Meisterschaft
Haydns Labor, Mozarts Verstetigung: Das Streichquartett hatte Ende des 18. Jahrhunderts einen ungeheuren Aufschwung genommen. Haydns und Mozarts Beiträge kannte der junge Beethoven sehr gut. Während seiner Lehrzeit bei Haydn studierte er dessen neueste Quartettzyklen. Auch die Quartette des 1791 verstorbenen Mozart ging Beethoven sorgfältig durch. Die Schatten waren also lang. Zunächst erprobte sich Beethoven daher an anderen kammermusikalischen Gattungen. Gleichzeitig tauchte er tief in die kunstsinnige Wiener Adelswelt ein. Das Sponsoring der Aristokratie konzentrierte sich nach der Verkleinerung der Hofkapellen nun auf Kammermusik. Dem böhmisch-österreichischen Mäzen Franz Joseph Fürst von Lobkowitz verdankte Beethoven seinen ersten Streichquartettauftrag: die sechs Quartette op. 18. Pikanterweise beauftragte Lobkowitz aber parallel seinen alten Protegé Haydn: Provokation oder Ansporn durch Konkurrenz? Jedenfalls nahm Beethoven die Herausforderung an.
Mozart als Vorbild
Das Quartett A-Dur op. 18/5 orientiert sich mit seiner Tonart, der Satzreihenfolge und im Charakter an Mozarts Quartett KV 464, das sich Beethoven sogar abgeschrieben hatte. Von sklavischer Nachahmung ist jedoch keine Spur. Ziel ist nicht wie bei Mozart die Verschmelzung der Stimmen, sondern eine Entflechtung oder paarweise Kombination. Seine Individualität behauptet der junge Beethoven gleich mit dem ersten Thema: Nach einem kräftigen Akkord nimmt die erste Violine zwei Anläufe, bevor sie sich in die Höhe schwingt. Das muntere Geschehen trübt sich nach Moll ein, aber nur kurz. Das Spielerische gewinnt immer mehr einen tänzerischen Ausdruck.
An zweiter Stelle steht wie bei Mozarts Vorbild ein Menuett. Leicht und durchsichtig, am Anfang sogar nur zweistimmig, entfaltet es sich. Doch plötzlich hören wir dramatische Verdunklungen und hartnäckige Tonwiederholungen – eine kleine Aufsässigkeit gegenüber der höfischen Tanzform. Das Herzstück ist der dritte Satz, wie in Mozarts A-Dur-Quartett ein ausgedehnter Variationensatz. Faszinierend sind die Innigkeit des Themas, die Fülle und der Reichtum der Variationen. Schnell wurde dieser Satz so populär, dass man ihn auch getrennt in Konzerten aufführte. Gravitätischer Humor und brillante Virtuosität mischen sich. Schließlich zaubert Beethoven in der vierten Variation aus scheinbarer Schlichtheit den Ausdruck tiefer Empfindung hervor. Das quirlige Finale arbeitet mit knappen Phrasen, die auf engstem Raum durch die Stimmen wandern. Dieser Geschäftigkeit scheinen die leisen Schlusstakte nachzulauschen.

Quartett Nr. 4
Zahlen & Fakten
Ludwig van Beethoven: Streichquartett Nr. 4 c-Moll op. 18/4
Komposition: 1799
Uraufführung: Unbekannt – private Aufführungen des Opus 18 bei Fürst Lichnowsky sowie im Freundeskreis, genaue Hinweise fehlen.
Erstdruck: 1801 bei Mollo (Wien)
Bemerkung: Franz Joseph Fürst von Lobkowitz gewidmet. In Beethovens ›Schicksalstonart‹ c-Moll ist das Quartett Nr. 4 durch eine besondere dramatische Spannung gekennzeichnet. Es gibt keinen langsamen Satz.
Pathos und Tanz
Als Beethovens ›Schicksalstonart‹ gilt c-Moll. Und wie die in jener Tonart stehende Klaviersonate »Pathétique« oder die fünfte Sinfonie, so ist auch das Quartett c-Moll op. 18/4 von einem dramatischen Gestus durchzogen. Über dreizehn Takte und fast drei Oktaven spannt sich das leidenschaftliche erste Thema, geschärft durch Akzente und vorwärtsgetrieben durch eine pulsierende Begleitung. Das Gegenthema ist direkt daraus abgeleitet: Pathetik wird in schwelgerische Melodik umgedeutet.
Auf einen langsamen Satz verzichtet Beethoven. Dem scherzoartigen zweiten Satz folgt ein Menuett: zwei Tanzsätze, aber mit eigener Physiognomie. Das Andante scherzoso quasi Allegretto gießt einen strengen Ausdruck in spielerische Form: Das fast barocke Thema mit kurzen Notenwerten, das wie in einer lehrbuchhaften Fuge durch alle Instrumente wandert, dreht sich im Tanz weiter. Hat sich Beethoven hier womöglich an einer Parodie ›alter Zöpfe‹ versucht? Das folgende Menuett greift die pathetischen Emotionen des ersten Satzes mit widerborstigen Betonungen und harmonischen Spannungen wieder auf. Demgegenüber mutet das Rondofinale ein wenig konventionell an, freilich bis zur fieberhaften Atemlosigkeit vorangetrieben. War dieser etwas routinierte Schlusssatz vielleicht der Grund dafür, dass Beethoven über das c-Moll-Quartett die nicht sehr schmeichelhaften Worte fand: »Das ist ein rechter Dreck!«?

Quartett Nr. 12
Zahlen & Fakten
Ludwig van Beethoven: Streichquartett Nr. 12 Es-Dur op. 127
Komposition: 1824/25
Uraufführung: 6. März 1825 durch das Schuppanzigh-Quartett in Wien
Erstdruck: 1826 bei Schott (Mainz)
Bemerkung: Fürst Nikolaus Borissowitsch Galitzin gewidmet. Nach 14-jähriger Quartettpause komponiert, ist es von besonderer Gesanglichkeit und Klangschönheit durchdrungen. Im langsamen Satz, einer Variationenreihe über ein weitgespanntes Thema, steht die Zeit still.
»Des Gesanges wegen«
Von Beethovens späten Streichquartetten ist das Werk in Es-Dur op. 127 wohl das zugänglichste: Die strömende Melodik, der dezente Witz, die Orientierung an der vertrauten viersätzigen Form machten es schon der zeitgenössischen Hörerschaft leicht, dieses Stück als »herrlichste[s] Kunstgebilde in blendender Glorie« zu loben. Diese Begeisterung breitete sich jedoch erst bei der zweiten Aufführung durch das Schuppanzigh-Quartett aus, bei der Joseph Böhm den Part der ersten Violine übernahm. Bei der Uraufführung selbst war der so verdienstvolle Primarius Ignaz Schuppanzigh, der Beethovens Quartette seit den Anfängen begleitet hatte, offenbar schlecht disponiert gewesen. Jedenfalls ließ Beethoven ihn für eine zweite Darbietung durch Böhm ersetzen. Obwohl schon völlig ertaubt, leitete der Komponist selbst die Proben: »Mit gespannter Aufmerksamkeit folgten seine Augen dem Bogen und darnach wusste er die kleinsten Schwankungen im Tempo oder Rhythmus zu beurteilen und selbe auch gleich abzustellen« – so berichtete Böhm.
Das Es-Dur-Quartett entstand auf Bestellung des Fürsten Nikolaus Galitzin, der vorzüglich Cello spielte. Beethoven teilte ihm mit, dass er das neue Werk »des Gesanges wegen, welcher allzeit verdient allem übrigen vorgezogen zu werden« schreibe. Dies trifft besonders auf den langsamen Satz zu. Wie in op. 18/4 ist es ein Variationensatz, aber diesmal in frei fließender Form im Sinne einer unendlichen Metamorphose – ein Blick in die Ewigkeit und verwandt mit dem himmlischen »Benedictus« aus der kurz zuvor komponierten Missa solemnis.
Kerstin Schüssler-Bach
Interview

Das Beethovenfest hat dieses Jahr das Motto »Nach Hause«. Was bedeutet das für Euch und Eure Verbindung zu Bonn, zu Beethoven und seinen Quartetten? Sind sie für Euch ein Zuhause?
Beethoven in seine Heimatstadt zu bringen, ist eine heilige Mission, die wir nach besten Kräften erfüllen wollen. Natürlich hat das Spielen seiner Quartette am Geburtsort einen ganz besonderen Reiz! Wir hatten schon 2022 die Ehre, als Residenz-Ensemble beim Beethovenfest zu sein. Daher freuen wir uns sehr, 2026 mit dem Beethoven-Zyklus erneut für eine Residenz zurückzukehren. Beethovens Quartette sind insofern für uns ein Zuhause, dass sie seit unseren Anfängen Teil unseres Alltags waren. Seine Werke stellen die reichhaltigste Streichquartett-Literatur dar. Wir empfinden ihn wie einen großen Bruder, einen Vater oder zumindest ein Familienmitglied, das über unsere Proben wacht, um sicherzustellen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir haben mit ihm alle menschlichen Emotionen durchlebt. Sein Niveau ist so hoch, dass wir uns zu seiner Sprache hocharbeiten mussten, in jahrelanger Arbeit. Heute haben wir das Gefühl, ihn ein wenig besser zu kennen und ihm näher zu sein. Aber es wäre vermessen zu glauben, dass wir uns in seiner unergründlich reichen Musik ›zu Hause fühlen‹!
Ihr spielt die erste Hälfte eines kompletten Zyklus der Beethoven-Streichquartette, aber nicht chronologisch. Stattdessen habt Ihr Stücke aus allen Schaffensperioden durchmischt – wie kam diese Programmfolge zustande?
Damit die Zuhörer:innen die ganze Bandbreite seines Schaffens erleben können, ist es reizvoller, im Rahmen eines Konzerts verschiedene Werke zu spielen, die unterschiedlichen Lebensabschnitten des Komponisten entsprechen. Außerdem erscheint es uns etwas schwer verdaulich, nur Stücke aus Opus 18 oder mehrere der letzten Quartette hintereinander zu spielen. Wir haben diese Programme erstellt, indem wir uns überlegt haben, was gut zusammenpassen könnte, welche Tonart sich mit einer anderen verbinden ließe … So können wir die facettenreiche Identität Beethovens widerspiegeln, um seinem gesamten Werk gerecht zu werden.
Das Beethoven-Jubiläum 2027 wird sicherlich eine Herausforderung, da Ihr mehrere Zyklen in Konzertsälen auf der ganzen Welt aufführt. Werdet Ihr nie müde, Beethoven zu spielen?
Einen Beethoven-Zyklus vorzubereiten und zu präsentieren, ist immer eine riesige Herausforderung. Es ist mehr als acht Stunden höchst intensive und anspruchsvolle Musik, emotional, technisch und intellektuell. Das verändert dein Leben in vielerlei Hinsicht. Unsere Welttournee 2019 wurde ja durch Corona abgekürzt. Das war sehr frustrierend. Daher ist die kommende Saison unsere Rache an Covid! Dass man von Beethoven genug bekommt, wird niemals passieren. Körperlich werden wir natürlich müde, wir müssen uns wie Sportler vorbereiten, aber die Lust am Spielen dieser Musik zu verlieren, ist schlichtweg unmöglich – aus so vielen Gründen, dass man mehrere Bücher zu diesem Thema schreiben könnte …
Habt Ihr ein bestimmtes Lieblingsquartett von Beethoven, ein Markenzeichen?
Sich nur eines von Beethovens 16 Quartetten auszusuchen, kommt einem fast wie ein Affront gegenüber den anderen 15 vor. Aber wenn wir uns auf dieses Spiel einlassen wollen, könnten wir vielleicht op. 130 nennen, einschließlich der Großen Fuge op. 133. Formal gesehen bricht dieses Quartett mit der klassischen Form. Geistig gesehen erweitert es die Grenzen der Moderne und bewegt sich von Kraft zu sanftester Ruhe, von Gigantismus zur tiefsten Innerlichkeit und zur ergreifendsten Emotion. Die Große Fuge ihrerseits ist das beste Beispiel dafür, wie man Regeln bricht und seine eigene Stärke auf die Probe stellt: Wie kann ein Quartett so kraftvoll klingen wie ein Orchester? Diese Musik, die vor gerade einmal 200 Jahren komponiert wurde, war für die Menschen damals unvorstellbar, da sie ihrer Zeit tatsächlich um Jahrhunderte voraus war. Sie zu spielen ist für uns vergleichbar mit jener Art von Trance, die man wahrscheinlich empfindet, wenn man in einer Rockband spielt!
Kerstin Schüssler-Bach
Wir danken den Mitgliedern des Freundeskreises
MÄZEN
Gründungsmitglieder Arndt und Helmut Andreas Hartwig
PLATIN
Dr. Michael Buhr und Dr. Gabriele Freise-Buhr
Godesberg Gastronomie & Event GmbH
GOLD
LTS Lohmann Therapie-Systeme AG
Andrea und Ekkehard Gerlach
Hans-Joachim Hecek und Klaus Dieter Mertens
Dr. Thomas und Rebecca Ogilvie
Albert Tonger Immobilien e. K.
Braunschweiger Privatbank, Köln
SILBER
Maria und Christoph Bader
Bernd Böcking
Dr. Sigrun Eckelmann† und Johann Hinterkeuser
Dr. Hiltrud Kastenholz und Herbert Küster
Dr. Stefanie Montag und Dr. Stephan Herberhold
Dr. Luciano und Ulrike Pizzulli
Julia Rabus und Mirko Klemm
Jannis Ch. Vassiliou und Maricel de la Cruz
AUF EMPFEHLUNG unserer Mäzene Arndt und Helmut Andreas Hartwig
Tim Achtermeyer MdL
Judith und Tobias Andreae
Dr. Frank Asbeck und Susanne Birkenstock
Bettina Böttinger und Martina Wziontek
Anja Bröker
Philipp Buhr und Marie-Madeleine Zenker
Tim und Jessi Buhr
Katja Burkard und Hans Mahr
Claudia Cieslarczyk und Heiko von Dewitz
Rüdiger und Andrea Depkat
Guido Déus
Prof. Dr. Udo und Bettina Di Fabio
Walter Droege und Hedda im Brahm-Droege
Ralf und Antje Firmenich
Tobias Grewe und Dr. Jan Hundgeburth
Jörg Großkopf und Peter Daubenbüchel
Prof. Monika Grütters
Lothar und Martha Harings
Dr. Bernhard Helmich und Mai Hong
Dr. Eckart und Ulla von Hirschhausen
Dr. Sabine Hoeft und Thomas Geitner
Prof. Dr. Frank G. und Ulrike Holz
Prof. Dr. Wolfgang und Dr. Brigitte Holzgreve
Martin Hubert und Martina und Martha Marzahn
Stephan und Sirka Huthmacher
Dirk und Viktoria Kaftan
Dr. Christos Katzidis MdL und Ariane Katzidis
Andrea, Tim und Jan Kluit
Dr. Eva Kraus
Dr. Markus Leyck Dieken und Peter Kraushaar
Peter und Katharina Limbourg
Nathanael Liminski MdL und Hanna Liminski
Horst und Katrin Lingohr
Marianne und Stefan Ludes
Dr. Peter Lüsebrink und Karl-Heinz von Elern
Barbara Massing
Michael Mronz und Markus Felten
Prof. Dr. Georg und Doris Nickenig
Dr. Solveig Palm
Alexandra Pape und Malte von Tottleben
Christian A. und Rita Rast
Hans-Arndt und Julia Riegel
Prof. Dr. Manuel und Aila Ritter
Ilona Schmiel
Matthias und Steffi Schulz
Moritz Seibert
Stephan Schwarz und Veronika Smetackova
Annette Schwolen-Flümann und Thomas Flümann
Prof. Walter Smerling und Beatrice Blank
Elisabeth Sobotka und Prof. Dr. Hans Peter Wehrli
Peter und Annette Storsberg
Prof. Burkhard und Friederike Sträter
Prof. Dr. Hendrik Streeck MdB und Paul Zubeil
Ulrich und Petra Voigt
Oliver und Diane Welke
Dr. Vera Westermann und Michael Langenberg
Dr. Matthias Wissmann und Francisco Rojas
Christian van Zwamen und Gerd Halama
BRONZE
Jutta und Ludwig Acker * Prof. Dr. Wolfgang Angerstein * Alexandra Asbeck * Dr. Rainer und Liane Balzien * Munkhzul Baramsai * Christina Barton van Dorp und Dominik Barton * Christoph Becker und Ursula Baierl-Becker * Christoph Beckmanns * Prof. Dr. Christa Berg * Prof. Dr. Arno und Angela Berger * Christoph Berghaus * Klaus Besier * Ingeborg Bispinck-Weigand * Christiane Bless-Paar und Dr. Dieter Paar * Frank-Michael Böhle und Elvira Pietzka-Böhle * Dr. Ulrich und Barbara Bongardt * Anastassia Boutsko * Anne Brinkmann * Ingrid Brunswig * Lutz Caje * Gabriele und Robert Carl * Elmar Conrads-Hassel und Dr. Ursula Hassel * Ingeborg und Erich Dederichs * Geneviève Desplanques * Irene Diederichs * Michael Eckhardt und Birgit Wolter * Christel Eichen und Ralf Kröger * Elisabeth Einecke-Klövekorn * Dr. Martina Endepohls-Ulpe und Alexander Ulpe * Heike Fischer und Carlo Fischer-Peitz * Dr. Gabriele und Ulrich Föckler * Prof. Dr. Eckhard Freyer * Johannes Geffert * Silke und Andree Georg Girg * Dr. Helga-Maleen Gerresheim * Margareta Gitizad * Carsten Gottschalk * Ulrike und Axel Groeger * Marta Gutierrez und Simon Huber * Cornelia und Dr. Holger Haas * Sylvia Haas * Christina Ruth Elise Hendges * Renate und L. Hendricks * Peter Henn * Prof. Ingeborg Henzler und Dr. Mathias Jung * Heidelore und Prof. Werner P. Herrmann * Dr. Monika Hörig * Georg Peter Hoffmann und Heide-Marie Ramsauer * Dr. Francesca und Dr. Stefan Hülshörster * Karin Ippendorf * Angela Jaschke * Dr. Michael und Dr. Elisabeth Kaiser * Elisabeth und Rolf-Dieter Kaißer * Agnieszka Maria und Jan Kaplan * Dr. Reinhard Keller * Dr. Ulrich und Marie Louise Kersten * Rolf Kleefuß und Thomas Riedel * Dr. Gerd Knischewski * Norbert König und Clotilde Lafont-König * Sylvia Kolbe * Peter Kreutzer * Sigrid Kümmerlein * Gisela Kunz * Dr. Hans Dieter und Ursula Laux * Ute und Dr. Ulrich Kolck * Manfred Koschnick und Arne Siebert * Lilith Matthiaß-Küster und Norbert Küster * Thea Kutzscher * Ruth und Bernhard Lahres * Renate Leesmeister * Gernot Lehr und Dr. Eva Sewing * Traudl und Reinhard Lenz * Florian H. Luetjohann * Moritz Magdeburg * Dr. Charlotte Mende * Heinrich Meurs * Heinrich Mevißen * Dr. Dr. Peter und Dr. Ines Miebach * Karl-Josef Mittler * Dr. Josef Moch * Esther und Laurent Montenay * Friedrich Wilhelm Moog und Vera Walther-Moog * Katharina und Dr. Jochen Müller-Stromberg * Dr. Nicola und Dr. Manuel Mutschler * Dr. Gudula Neidert-Buech und Dr. Rudolf Neidert * Gerald und Vanessa Neu * Lydia Niewerth * Wolfram Nolte * Mark und Rita Opeskin * Céline Oreiller * Dieter und Brigitta Penning * Carol Ann Pereira * Gabriele Poerting * Dr. Manfred und Dorothee van Rey * Ruth Schmidt-Schütte und Hans Helmuth Schmidt * Dr. Andreas und Bettina Rohde * Prof. Dr. Tilman und Astrid Sauerbruch * Ingrid Scheithauer * Monika Schmuck * Markus Schubert * Simone Schuck * Petra Schürkes-Schepping * Dr. Manfred und Jutta von Seggern * Prof. Dr. Norma Selve * Prof. Dr. Wolfram Steinbeck * Dr. Andreas Stork * Michael Striebich * Dr. Corinna ten Thoren und Martin Frevert * Verena und Christian Thiemann * Dr. Sabine Trautmann-Voigt und Dr. Bernd Voigt * Hermann und Bettina Ude * Katrin Uhlig * Carrie Walter und Gabriel Beeby * Susanne Walter * Aino Ritva Weyers und Nadeem Hajouj * Ruth Winterwerp-van den Elzen und Jürgen Winterwerp * Dr. Bettina und Dr. Matthias Wolfgarten
JUNGER FREUNDESKREIS
Iklim Arikan * Linda Dahn * Lasse Frings * Ricci Frosio * Lin Golenia * Emilia Hecke * Victoria Emilia Holz * M Hornauer * Zsolt Máté Kiss * Jonas Kotulla * Marie Meißner * Felix Mennicken * Linus Neunkirchen * Felix Schuck * Hannah Speckmann * Charlotte Speckmann * Nelly Sophia Stach * Till Steinert * Johanna von Bargen * Florens Windelen * Yolanda Winter * Akichika Yukawa * Tom Ziese
Biografie

Das Streichquartett Quatuor Ébène begeistert seit fast drei Jahrzehnten mit Interpretationen, die vertraute Werke in neuem Licht erscheinen lassen, künstlerischer Exzellenz gepaart mit klanglicher Flexibilität und einer enormen rhythmischen Präzision.
Nach Studien beim Quatuor Ysaÿe in Paris sowie bei Gábor Takács, Eberhard Feltz und György Kurtág folgte der herausragende Sieg beim ARD Musikwettbewerb 2004; es folgten zahlreiche weitere Preise und Auszeichnungen. So wurde das Quartett z. B. mit dem Belmont-Preis der Forberg-Schneider-Stiftung ausgezeichnet, wurde als erstes Ensemble mit dem Preis der Frankfurter Musikmesse geehrt und gewann 2026 den Bremer-Musikfest-Preis, mit dem herausragende internationale Künstler:innen für ihren Beitrag zur Bereicherung und Weiterentwicklung des internationalen Musiklebens geehrt werden.
Von der Hochschule für Musik und Theater München wurde das Quartett beauftragt, im Rahmen der neugegründeten Quatuor Ébène Academy eine Streichquartett-Klasse aufzubauen. Seit der Saison 2021/22 gestaltet das Quartett gemeinsam mit dem Belcea Quartet einen Zyklus im Wiener Konzerthaus. Es war Residenzensemble in der Philharmonie Luxembourg und Quatuor en résidence à Radio France mit jeweils drei Konzerten pro Saison in Paris. Beim Beethovenfest Bonn sind die vier Musiker:innen 2026 Residenz-Quartett.
Neben dem traditionellen Repertoire taucht das Quartett auch immer wieder in andere Stile ein. Was als Zerstreuungsübung vier junger Musiker in den Proberäumen der Universität begann – Improvisieren über Jazz-Standards und Pop-Song – wurde zu einem Markenzeichen des Quatuor Ébène. Bis heute hat das Quartett in diesen Genres drei Alben veröffentlicht, Fiction (2010), Brazil (2014) und Eternal Stories (2017).
Die Alben des Quatuor Ébène mit Aufnahmen etwa von Bartók, Beethoven und den Geschwistern Mendelssohn wurden mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Gramophone, BBC Music Magazine und dem Midem Classic Award. Auch widmete sich das Quartett dem Thema Lied und wirkte an dem Album Green (Mélodies françaises) von Philippe Jaroussky mit. Das Quartett kollaborierte mit Musiker:innen wie Matthias Goerne, Gautier Gapuçon und dem Belcea Quartet. Aus diesen Zusammenarbeiten entstandene Einspielungen wurden etwa mit dem Choc Classica, Diapason d’Or, Gramophone of the Month oder dem Opus Klassik ausgezeichnet.
Allen voran steht die Einspielung der 16 Streichquartette Beethovens, welche sie in einem weltumspannenden Projekt auf sechs Kontinenten aufnahmen und mit welcher sie zugleich ihr 20. Bühnenjubiläum zelebrierten. In der aktuellen Saison steht der Beethoven Streichquartett-Zyklus im Zentrum – mit Aufführungen in der Berliner Philharmonie, der Carnegie Hall New York, der Suntory Hall Tokio und beim Beethovenfest Bonn. Darüber hinaus gastieren sie bei einigen Zyklen gemeinschaftlich mit dem Belcea Quartet.
Pierre Colombet spielt eine Violine von Antonio Stradivari aus dem Jahr 1717, die »Piatti«. Gabriel Le Magadure spielt eine Violine von Antonio Stradivari aus dem Jahr 1710, die »King George«. Marie Chilemme spielt eine Bratsche von Antonio Stradivari aus dem Jahr 1734, die »Gibson«. Yuya Okamoto spielt ein Cello von Antonio Stradivari aus dem Jahr 1698, das »De Kermadec-Bläss«.
Konzertempfehlungen
Festival-Miteinander
Festival-Miteinander
Wir – das Beethovenfest Bonn – laden ein, in einem offenen und respektvollen Miteinander Beethovenfeste zu feiern. Dafür wünschen wir uns Achtsamkeit im Umgang miteinander: vor, hinter und auf der Bühne.
Für möglicherweise auftretende Fälle von Grenzüberschreitung ist eine interne Ansprechstelle erreichbar für Publikum, Künstler:innen und Mitarbeiter:innen.
Wir sind ansprechbar über eine Telefon-Hotline (+49 228 2010321, im Festival täglich von 13–21 Uhr) oder per E-Mail (awareness@beethovenfest.de).
Werte und Überzeugungen unseres Miteinanders sowie weitere externe Kontaktmöglichkeiten können hier auf unserer Website aufgerufen werden.
Das Beethovenfest Bonn 2026 steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst.
Programmheftredaktion:
Sarah Avischag Müller
M Hornauer
Lektorat:
Heidi Rogge
Die Texte von Kerstin Schüssler-Bach sind Originalbeiträge für dieses Programmheft.














