Sie verstehen sich blind und wollen unser Beethoven-Bild revolutionieren: Jan Caeyers und Kit Armstrong haben Großes vor. In 3×3 Konzerten stellen sie alle Sinfonien und Solokonzerte Beethovens einander gegenüber – mit Le Concert Olympique, einem hochspezialisierten Orchester. Ihr Zyklus »Beethoven27« beginnt beim Festival 2026 und endet im 200. Todesjahr des Bonner Komponisten. Wir haben nachgefragt, was sie zu diesem Marathon antreibt.
Wie und wann habt Ihr Euch kennengelernt?
Jan: Das Wiener Konzerthaus wollte uns für ein gemeinsames Konzert im Juni 2022 zusammenbringen. Das ist leider wegen Corona nicht gelungen. Erst im folgenden Jahr konnten wir in Belgien auftreten.
Kit: Ich kannte damals den Namen Jan Caeyers bereits von seiner Beethoven-Biografie. Als ich die Anfrage für einen Auftritt mit Le Concert Olympique und ihm bekommen habe, sagte ich sofort zu. Nicht nur, weil ich eine große Bewunderung für ihn als Dirigenten und Musikwissenschaftler hatte, sondern einfach, weil ich etwas lernen wollte – über Beethoven.
Jan: Für mich war es sehr interessant, Beethovens Klavierkonzerte mit Kit zu machen. Er ist nicht nur Pianist, sondern auch Komponist – und kann außerdem gut improvisieren. Er ist Beethovens Sprache sehr nahe. Virtuosität ist für ihn nur ein Mittel für etwas, das sich hier abspielt (er tippt an seinen Kopf).
