Georgien, ein Land mit wechselvoller Geschichte und reichem musikalischen Erbe: Mit der Stargeigerin Lisa Batiashvili und weiteren Künstler:innen bildet es einen Schwerpunkt beim Beethovenfest Bonn 2026.
Wenn man beim Blick auf den Globus die Augen zum östlichen Ende des Schwarzen Meers schweifen lässt und sie dann etwas zusammenkneift, könnte man meinen, dass das kleine Stück Land, das sich von dort zum Kaspischen Meer erstreckt, eine Brücke sei. Eine Brücke zwischen den südöstlichen Rändern des europäischen Kontinents und Westasien. Der Teil dieses Gebiets am Kaukasus, der seit 1991 die Republik Georgien bildet, durchlebte eine wechselvolle Geschichte zwischen Kontinenten, Imperien und (in jüngster Zeit) auch Nationen. Egal ob arabische Herrscher, Mongolen, persische Dynastien, Osmanen, das russische Zarenreich oder die Sowjetunion – sie alle trugen ihre strategischen Interessen in der Region am Scheideweg zwischen Europa und Asien oft gewaltsam aus. Gleichzeitig gelang es den Georgier:innen über Jahrtausende, ihre eigene Sprache (keine Verwandtschaft zu den umliegenden Sprachen), ihr Alphabet, ihre Literatur und nicht zuletzt ihre Musik zu bewahren.


