Lisa Batiashvili bringt die von ihr handverlesenen Stipendiaten ihrer eigenen Stiftung mit, um gemeinsam Kammermusik zu machen: ein familiäres Residenz-Finale mit viel georgischem Flair.
Sa 3.10.2026
16 Uhr, Beethovenhalle, Studio
Lisa Batiashvili & Friends
- Kammermusik
- Vergangene Veranstaltung
- € 29
Mitwirkende
- Lisa Batiashvili Violine
- Giorgi Mardaleishvili Viola
- Mark Schumann Violoncello
- Tsotne Zedginidze Komposition & Klavier
- Sandro Nebieridze Klavier
Programm
Märchenbilder für Viola und Klavier op. 113
To Gia Kancheli (P.S.) für Violine und Klavier
Nocturne für Violine und Klavier
Le Grand Tango für Viola und Klavier
Intermezzo & Allegro molto vivace aus Klavierquartett Nr. 2 f-Moll op. 2 MWV Q 13
Auf einen Blick
Was erwartet mich?
Wie klingt das?
Heute im Festival Salon
Öffnungszeiten: 15–24 Uhr
- 18 Uhr: Happy Hour – Feiern Sie mit uns!
- 19–21 Uhr: Meet Your Band – Bonnerboeuf mit Balfolk (Seminarraum B/C)
- 21.30–22.30 Uhr: Open Stage
Beschreibung
Die georgische Geigerin möchte mit ihrer Lisa Batiashvili Foundation den jungen Talenten ihrer Heimat etwas zurückgeben. Gemeinsam mit drei Stipendiaten, darunter das Kompositions-Wunderkind Tsotne Zedginidze, spielt sie ein kammermusikalisches Residenz-Finale. Als Gast ist ihr langjähriger Kammermusikpartner Mark Schumann dabei.
Die Nachwuchskünstler und ihre Mentorin bringen Raritäten mit, etwa ein frühes Klavierquartett von Mendelssohn oder Musik von Josef Bardanashvili – und Dauerbrenner wie Piazzollas Le Grand Tango.
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Weitere Infos
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Lisa Batiashvili Violine
(Beethovenfest Residenz 2026)
Giorgi Mardaleishvili Viola
Mark Schumann Violoncello
Tsotne Zedginidze Klavier
Sandro Nebieridze Klavier
Programm
Robert Schumann (1810–1856)
Märchenbilder op. 113 für Klavier und Viola
I. Nicht schnell
II. Lebhaft
III. Rasch
IV. Langsam, mit melancholischem Ausdruck
Iosseb Bardanashvili (*1948)
To Gia Kancheli (P.S.) für Violine und Klavier
Vaja Azarashvili (1936–2024)
Nocturne für Violine und Klavier
Astor Piazzolla (1991–1992)
Le Grand Tango für Viola und Klavier
Pause
Tsotne Zedginidze (*2009)
Suite für Klavier solo
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847)
Klavierquartett Nr. 2 f-Moll op. 2 MWV Q 13
III. Intermezzo
IV. Allegro molto vivace
Über den Konzertabend
Konzertdauer: ca. 100 Minuten
Gastronomisches Angebot vor Ort
Zusätzlich zu Blumen schenken wir den Künstler:innen Blüh-Patenschaften, mit deren Hilfe in der Region Bonn Blumenwiesen angelegt werden.
Für ein ungestörtes Konzerterlebnis bitten wir Sie, auf Foto- und Videoaufnahmen zu verzichten.
Festival Salon
Unser Festival Salon steht vor und nach dem Konzert zum gemütlichen Verweilen offen – auch ohne Ticket. Kommen Sie vorbei!
Öffnungszeiten: 15–24 Uhr
Programm:
18 Uhr: Happy Hour – Feiern Sie mit uns!
19–21 Uhr: Meet Your Band – Bonnerboeuf mit Balfolk (Seminarraum B/C)
21.30–22.30 Uhr: Open Stage
Ort: Im Ausstellungsraum zwischen Haupt- und Südfoyer
Einleitung
Nach fast zehn Jahren kehrt das Beethovenfest 2026 in seine historische Heimat, die sanierte Beethovenhalle Bonn, zurück. Unter dem Motto »Nach Hause/Daheim« erkundet das Festival die vielen Bedeutungen von Heimat: als Ort der Herkunft, als Raum der Geborgenheit, aber auch als kulturelle Erinnerung und als Möglichkeit der Begegnung mit anderen Menschen. Besonders eindrucksvoll spiegelt sich dieser Gedanke in der Residenz der georgischen Geigerin Lisa Batiashvili wider. Sie bringt nicht nur eigene Projekte mit nach Bonn, sondern auch musikalische Weggefährt:innen aus ihrer Heimat Georgien. Gemeinsam mit jungen Stipendiat:innen ihrer Stiftung gestaltet sie von Herzen kommende und wieder zu Herzen gehende Konzerte, die Tradition und Gegenwart, Herkunft und Zukunft miteinander verbinden.
Das Programm Lisa Batiashvili & Friends steht exemplarisch für diese Idee: Werke georgischer Komponisten begegnen Musik der europäischen Romantik und des 20. Jahrhunderts. So entsteht ein klingender Dialog über Heimat und Identität – über das Bewahren von Wurzeln ebenso wie über die Neugier auf neue Horizonte. Musik wird hier zum Ort des Ankommens: ein Daheim, das sich nicht auf einen geografischen Punkt beschränkt, sondern überall dort entsteht, wo Menschen einander zuhören.
Schumann
Zahlen und Fakten
Robert Schumann: Märchenbilder op. 113 für Klavier und Viola
Entstanden: 1. bis 4. März 1851
Uraufführung: 12. November 1853 in Bonn, Hotel »Zum goldenen Stern«. Mit Wilhelm Joseph von Wasielewski, Viola und Clara Schumann, Klavier
Bemerkung: Als würde jemand bei Kerzenschein in einem alten Märchenbuch blättern, wechseln sich in Schumanns vier Charakterstücken verträumte Innigkeit und geheimnisvolle Schattenbilder ab.
Gute Vorzeichen
Im September 1850 war Robert Schumann mit seiner Frau Clara und den Kindern nach Düsseldorf gezogen, um dort das Amt des Städtischen Musikdirektors zu übernehmen. Die ersten Monate verliefen ausgesprochen erfolgreich: Man empfing den Künstler geradezu enthusiastisch. Es folgten Dirigate zahlreicher Konzerte und es entstanden innerhalb kurzer Zeit große, bedeutende Werke, darunter das Cellokonzert und die »Rheinische« Sinfonie.
Ins Innere
Robert Schumanns Märchenbilder brachte der Komponist innerhalb weniger Tage Anfang März 1851 zu Papier. Im Gegensatz zu den genannten Werken zielt diese – für alle Bratschist:innen dieser Welt wichtige – Komposition ins Innere und trifft außerdem den Zeitgeist des märchenverrückten 19. Jahrhunderts. Das viersätzige Werk bezieht sich vermutlich auf ein ebenfalls vierteiliges Gedicht mit gleichem Titel des Berliner Dichters Louis du Rieux, das dieser mit der Bitte um Vertonung an Schumann verschickt hatte.
»In der Jugend Zaubermärchen«
Das erste Gedicht von du Rieux widmet sich auf schöne, plastische Weise der komplexen Gefühlswelt junger Menschen: Man hört auf sein Inneres, seine inneren Stimmen, Verlockungen, Klagen – doch hapert es noch daran, dies sprachlich nach außen zu kehren: »In der Jugend Zaubermärchen / Uns der Geister Thun erklären / Und wir jauchzen oder klagen, / Wenn wir ihren Wandel hören.« Glaubt man an die enge Verbindung von zwischen Gedichten und Schumanns musikalischer Umsetzung, dann spürt man den Gesang der Bratsche vielleicht besonders intensiv: wie er sich nach oben streckt, amourös, neugierig und doch einsam wieder herabsinkt.

»Bis ein Bild, wie Morgenröthe«
Dann findet das lyrische Ich offenbar einen Gegenpart, jemanden, mit dem man (nicht nur) alsbald Pferde stehlen möchte: »Laß der Liebe süße Worte; / Schmerzen müssen uns verbinden, / Unsre Liebe uns erzähle: / Zweier Geister fest Umschlingen, / Während Stürme sie umtoben, / Wie die Märchen es besingen!« Aus Schumanns Umsetzung des Gedichts hören wir nun fast triumphale Töne heraus. Mit Pfeffer beginnt die Viola ihren lebhaften Part – und das Klavier stimmt gerne in diesen musikgewordenen Frühlingsaufbruch ein.
»Doch er faßt sie mit Erbeben«
Der dritte Teil der Märchenbilder handelt von den Gefahren übergroßer Lust – und demgemäß schickt Schumann die Bratsche auf die Reise. Rau trappelt sie los, begleitet von ritterlichen Burg-Tönen des Klaviers. Dann erfolgt ein Rollentausch: Die Bratsche spielt Doppelgriffe und übergibt dem Klavier die schnellen Töne. Liebe ist eben meist eine Sache von (mindestens) zwei Personen …
»Und als in dem Arm der Ruhe«
Bei du Rieux heißt es: »Und als in dem Arm der Ruhe / An dem Abend schlief das Leben, / Eilt er zu dem fernen Hause, / Das von Weingerank umgeben«. Die Liaison ist offenbar zu einem Ende gekommen. Der »Liebe süßem Zauber« muss »Lebewohl« gesagt werden. Die Vortragsbezeichnung bei Schumann lautet: »Langsam, mit melancholischem Ausdruck«. Wir hören einen wunderschönen Gesang – und träumen uns im besten Falle tatsächlich in jene Zeiten der allerersten Liebe zurück. Egal, wie lange diese zurücklegen mag. Wir waren alle mal jung – und verliebt.
Bardanashvili
Zahlen und Fakten
Iosseb Bardanashvili: To Gia Kancheli (P.S.) für Violine und Klavier
Entstanden: Wohl 2025
Uraufführung: 28. April 2026 in der Zankel Hall der Carnegie Hall in New York City. Mit Lisa Batiashvili, Violine und Giorgi Gigashvili, Klavier
Bemerkung: Musik wie ein nie abgeschickter, herzensöffnender Brief an einen Freund: leise, nachdenklich, voller Erinnerungen zwischen ›nah‹ und ›fern‹.
Heimatliche Hommage
Iosseb Bardanashvilis To Gia Kancheli (P.S.) entstand 2025 eigens für Lisa Batiashvili. Bardanashvili huldigt hier dem georgischen Landsmann Gija Kantscheli, der einst in Tbilisi Komposition studiert hatte und auch durch seine zahlreichen Filmmusiken bekannt wurde. Kantschelis Musik spielte und spielt im Leben von Batiashvili eine wichtige Rolle: Bereits 2011 hatte sie Kantschelis Komposition V & V im Studio aufgenommen. Und als Kantscheli 2019 starb, sagte Batiashvili: »Heute habe ich einen lieben Freund, einen wunderbaren Menschen und einen der größten Komponisten unserer Zeit verloren.« Kantschelis Musik sei für sie von Anfang an präsent gewesen. So erinnert sich Batiashvili: »Als ich klein war und Filme sah, war die schönste Musik, die man sich für Kinderfilme – oder überhaupt für Filme – vorstellen konnte, die Musik von Gija Kantscheli!«
Bardanashvilis Hommage To Gia Kancheli (P.S.) ist aber offenbar kein Mini-Requiem für Kantscheli, im Gegenteil: Das Stück trumpft humorvoll-nostalgisch auf. Fast meint man, beim Hören der ersten Solo-Töne der Geige gleich das deutschsprachige Kinderlied Alle meine Entchen vorgeführt zu bekommen. Doch kurz vor der vermeintlichen Erwartungserfüllung komponiert Bardanashvili ein Augenzwinkern in der Geige; das Klavier setzt ein und alles klingt plötzlich eher wie ein Tango: schwelgerisch, melancholisch, brütend.

Azarashvili
Zahlen und Fakten
Vaja Azarashvili: Nocturne für Violine und Klavier
Entstanden: Wohl 1986, zunächst als Version für Klavier solo (später diverse Bearbeitungen)
Uraufführung: Nicht genau bekannt, möglicherweise 1986 in Tbilisi (Georgien)
Bemerkung: Über den ruhigen Klavierklängen scheint die Violine eine nächtliche Geschichte ohne Worte zu erzählen – mal sehnsuchtsvoll, mal tröstend, von großer Gesanglichkeit geprägt.
Verbundenheit
Vaja Azarashvilis Nocturne wurde 1986 komponiert und zählt zu den populärsten Werken des Georgiers. In seiner kantablen Melodik verbindet das Stück spätromantische Klangsprache mit georgischer Musiziertradition. Die Komposition gefiel Azarashvili offenbar selbst sehr gut, denn er arbeitete die ursprüngliche Version für Klavier solo mehrfach für diverse Besetzungen um.
Fast ein Ave Maria
Hört man allein den Beginn des ungefähr vierminütigen Nocturnes, so erinnert man sich vielleicht an das erste Präludium aus dem ersten Band von Johann Sebastian Bachs Das Wohltemperirte Clavier (1722), das Charles Gounod viele Jahrzehnte später zu einem romantischen Ave Maria umwerkelte. Auch das Ave Maria Franz Schuberts (Ellens dritter Gesang, 1825) tönt bei Azarashvili als ›Hommage zwischen den Zeilen‹ mit. Man könnte sagen: Alle sind irgendwie überall anwesend, Daheim, Zuhause; Hauptsache, man musiziert oder singt gemeinsam!
Piazzolla

Zahlen und Fakten
Astor Piazzolla: Le Grand Tango für Viola und Klavier
Entstanden: 1982
Uraufführung: 24. April 1990 in New Orleans durch Widmungsträger Mstislav Rostropowitsch, Violoncello und Sarah Wolfensohn, Klavier
Bemerkung: Heute erklingt der Tango mit Viola statt Cello. Hier wird der Tango vom Tanzboden auf die Konzertbühne gehoben: leidenschaftlich, virtuos und voller rhythmischer Spannung, als pulsiere das nächtliche Buenos Aires durch den Saal.
Für Rostropowitsch
1982 komponierte Astor Piazzolla Le Grand Tango für den großen russischen Cellisten Mstislaw Rostropowitsch. Der war von dem Stück zwar begeistert, ließ sich mit der Uraufführung allerdings Zeit: Erst acht Jahre später brachte er es auf die Bühne. Das Warten hatte sich gelohnt, denn Piazzolla schrieb keinen Tango zum Tanzen, sondern einen Tango zum Zuhören – einen Tango für den Konzertsaal.
Check-in zum Flug nach Buenos Aires
Piazzolla hatte die traditionelle Tangomusik seiner argentinischen Heimat längst auf neue Wege geführt. Jazz, klassische Musik und südamerikanische Rhythmen gehen bei ihm ganz selbstverständlich Verbindungen ein. Auch Le Grand Tango lebt von dieser Offenheit. Immer wieder meint man, Straßenlärm, Stimmengewirr oder das pulsierende Nachtleben von Buenos Aires zu hören. Doch die Musik erzählt keine konkrete Geschichte. Sie schafft vielmehr Räume für eigene Bilder.
Nähe und Distanz
Besonders reizvoll ist das Wechselspiel der beiden Instrumente. Mal scheint die Bratsche zu singen, zu klagen oder zu verführen, mal treibt das Klavier sie mit scharfen Akzenten voran. Dann wieder halten beide inne, als müssten sie erst Luft holen, bevor der nächste Energieschub folgt. Leidenschaft und Nachdenklichkeit stehen hier unmittelbar nebeneinander. Typisch Tango.
Gerade darin liegt bis heute die Faszination des Werks: Le Grand Tango bewegt sich ständig zwischen zwei Welten: zwischen populärer Musik und Kunstmusik, zwischen improvisatorischer Freiheit und präziser Konstruktion, zwischen Körper und Geist. Oder einfacher gesagt: Man weiß beim Hören manchmal nicht, ob man lieber mittanzen oder einfach nur staunen möchte – und genau das hätte Piazzolla vermutlich gefallen.
Zedginidze

Zahlen und Fakten
Tsotne Zedginidze: Suite für Klavier solo
Entstanden: 2019
Uraufführung: Wahrscheinlich 2019 in Tbilisi mit dem Komponisten selbst am Klavier
Bemerkung: Das freche Frühwerk eines Hochbegabten!
Geburt einer musikalischen Stimme
Als Tsotne Zedginidze seine Suite komponierte, war er gerade einmal zehn Jahre alt. Das allein wäre noch keine Nachricht. Entscheidend ist vielmehr, was man hört: keine ›Kindermusik‹, kein gefälliges Frühwerk, sondern den erstaunlich frechen Zugang eines (sehr) jungen Künstlers zur Musikgeschichte. Schon als Kind begeisterte er sich für die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts und entwickelte seinen kompositorischen Stil weitgehend autodidaktisch.
Aber vielleicht hört man diese Musik am besten, ohne nach Vorbildern zu suchen. Die einzelnen Abschnitte erscheinen wie rasch wechselnde Gedankenbilder: hier eine spielerische Geste, dort ein überraschender harmonischer Schatten, dann wieder ein lyrischer Moment. Alles ist ständig in Bewegung. Gerade darin liegt der besondere Reiz dieser frühen Komposition. Die Suite zeigt keinen fertigen Meister, sondern einen jungen Künstler auf Entdeckungsreise. Und vielleicht macht genau das das Zuhören so spannend: Man erlebt nicht nur ein Werk, sondern zugleich die Geburt einer musikalischen Stimme.
Etwas zurückgeben
Ein paar Jahre nach der Entstehung der Suite komponierte Zedginidze eine – und sicherlich nicht die letzte – Violinsonate für Lisa Batiashvili, die den jungen Musiker mit Hilfe ihrer eigenen Stiftung früh förderte und in einem Interview dazu sagte:
»Ich möchte meinem Heimatland Georgien etwas zurückgeben, das ich im Alter von zwölf Jahren verlassen habe. Dort gibt es junge Künstlerinnen und Künstler, deren Talent mich so tief berührt hat, dass ich sie auf ihrem Weg unterstützen möchte. Die neue Generation verfügt über eine unglaubliche Bandbreite an Begabungen und hat eine große Bedeutung für die Zukunft der klassischen Musik. Diese jungen Musikerinnen und Musiker können bereits in sehr jungen Jahren Erstaunliches leisten – und genau das möchte ich fördern. Georgien ist kulturell und künstlerisch ein hochentwickeltes Land und hat viele herausragende Künstlerinnen und Künstler hervorgebracht. Sie durch Kultur und Musik möglichst bekannt und sichtbar zu machen, gehört zu den besten Möglichkeiten, wie wir Georgierinnen und Georgier unserem kleinen Land helfen können.«
Mendelssohn

Zahlen und Fakten
Felix Mendelssohn Bartholdy: Klavierquartett Nr. 2 f-Moll op. 2 MWV Q 13
Entstanden: 1823
Uraufführung: Nicht sicher dokumentiert; vermutlich 1823/24 im Rahmen privater Aufführungen im Berliner Umfeld der Familie Mendelssohn
Von früh bis spät
Bekanntlich starb Mendelssohn bereits im November 1847 im Alter von nur 38 Jahren nach einem Schlaganfall. Das Klavier hatte ihn als Interpreten und Komponisten allerdings im wahrsten Sinne des Wortes ›von früh bis spät‹ beschäftigt: Sein erstes Kammermusikwerk mit Einbeziehung des Klaviers entstand schon im April 1820; Mendelssohn war gerade einmal elf Jahre alt. Das mutmaßlich letzte legte der Komponist schließlich im Jahr 1845 vor.
Mendelssohn Bartholdy war 14 Jahre alt, als er sein f-Moll-Klavierquartett notierte. Hieraus hören wir den dritten und schließlich den vierten und damit letzten Satz. Der dritte Satz (Intermezzo) beginnt mit einer leichten, fast an die Musik von Wolfgang Amadeus Mozart erinnernden Klage, die nur vom Klavier formuliert wird. Anschließend nehmen die drei Streichinstrumente das Heft in die Hand; das Klavier schweigt nun in Gänze. Im Finale (Allegro molto vivace) huscht die erste Violine voran. Und dieses Mal disponiert Mendelssohn das ›Gegeneinander‹ von Klavier und Streichern in umgekehrter Reihenfolge: Erst nur die Streicher, dann das Klavier alleine. Hier, am Klavier, war der junge Mendelssohn ganz Zuhause, von hier aus konnte er sich freispielen; sowohl als Pianist als auch als Komponist. Und hierin ist er Tsotne Zedginidze ganz verwandt: Auf dem Klavierhocker wird Klavier geübt – und komponiert! Der Klavierhocker: eine andere Art von »Zuhause«.
Arno Lücker
Wir danken den Mitgliedern des Freundeskreises
MÄZEN
Gründungsmitglieder Arndt und Helmut Andreas Hartwig
PLATIN
Dr. Michael Buhr und Dr. Gabriele Freise-Buhr
Godesberg Gastronomie & Event GmbH
GOLD
LTS Lohmann Therapie-Systeme AG
Andrea und Ekkehard Gerlach
Hans-Joachim Hecek und Klaus Dieter Mertens
Dr. Thomas und Rebecca Ogilvie
Albert Tonger Immobilien e. K.
Braunschweiger Privatbank, Köln
SILBER
Maria und Christoph Bader
Bernd Böcking
Dr. Sigrun Eckelmann† und Johann Hinterkeuser
Dr. Hiltrud Kastenholz und Herbert Küster
Dr. Stefanie Montag und Dr. Stephan Herberhold
Dr. Luciano und Ulrike Pizzulli
Julia Rabus und Mirko Klemm
Jannis Ch. Vassiliou und Maricel de la Cruz
AUF EMPFEHLUNG unserer Mäzene Arndt und Helmut Andreas Hartwig
Tim Achtermeyer MdL
Judith und Tobias Andreae
Dr. Frank Asbeck und Susanne Birkenstock
Bettina Böttinger und Martina Wziontek
Anja Bröker
Philipp Buhr und Marie-Madeleine Zenker
Tim und Jessi Buhr
Katja Burkard und Hans Mahr
Claudia Cieslarczyk und Heiko von Dewitz
Rüdiger und Andrea Depkat
Guido Déus
Prof. Dr. Udo und Bettina Di Fabio
Walter Droege und Hedda im Brahm-Droege
Ralf und Antje Firmenich
Tobias Grewe und Dr. Jan Hundgeburth
Jörg Großkopf und Peter Daubenbüchel
Prof. Monika Grütters
Lothar und Martha Harings
Dr. Bernhard Helmich und Mai Hong
Dr. Eckart und Ulla von Hirschhausen
Dr. Sabine Hoeft und Thomas Geitner
Prof. Dr. Frank G. und Ulrike Holz
Prof. Dr. Wolfgang und Dr. Brigitte Holzgreve
Martin Hubert und Martina und Martha Marzahn
Stephan und Sirka Huthmacher
Dirk und Viktoria Kaftan
Dr. Christos Katzidis MdL und Ariane Katzidis
Andrea, Tim und Jan Kluit
Dr. Eva Kraus
Dr. Markus Leyck Dieken und Peter Kraushaar
Peter und Katharina Limbourg
Nathanael Liminski MdL und Hanna Liminski
Horst und Katrin Lingohr
Marianne und Stefan Ludes
Dr. Peter Lüsebrink und Karl-Heinz von Elern
Barbara Massing
Michael Mronz und Markus Felten
Prof. Dr. Georg und Doris Nickenig
Dr. Solveig Palm
Alexandra Pape und Malte von Tottleben
Christian A. und Rita Rast
Hans-Arndt und Julia Riegel
Prof. Dr. Manuel und Aila Ritter
Ilona Schmiel
Matthias und Steffi Schulz
Moritz Seibert
Stephan Schwarz und Veronika Smetackova
Annette Schwolen-Flümann und Thomas Flümann
Prof. Walter Smerling und Beatrice Blank
Elisabeth Sobotka und Prof. Dr. Hans Peter Wehrli
Peter und Annette Storsberg
Prof. Burkhard und Friederike Sträter
Prof. Dr. Hendrik Streeck MdB und Paul Zubeil
Ulrich und Petra Voigt
Oliver und Diane Welke
Dr. Vera Westermann und Michael Langenberg
Dr. Matthias Wissmann und Francisco Rojas
Christian van Zwamen und Gerd Halama
BRONZE
Jutta und Ludwig Acker * Prof. Dr. Wolfgang Angerstein * Alexandra Asbeck * Dr. Rainer und Liane Balzien * Munkhzul Baramsai * Christina Barton van Dorp und Dominik Barton * Christoph Becker und Ursula Baierl-Becker * Christoph Beckmanns * Prof. Dr. Christa Berg * Prof. Dr. Arno und Angela Berger * Christoph Berghaus * Klaus Besier * Ingeborg Bispinck-Weigand * Christiane Bless-Paar und Dr. Dieter Paar * Frank-Michael Böhle und Elvira Pietzka-Böhle * Dr. Ulrich und Barbara Bongardt * Anastassia Boutsko * Anne Brinkmann * Ingrid Brunswig * Lutz Caje * Gabriele und Robert Carl * Elmar Conrads-Hassel und Dr. Ursula Hassel * Ingeborg und Erich Dederichs * Geneviève Desplanques * Irene Diederichs * Michael Eckhardt und Birgit Wolter * Christel Eichen und Ralf Kröger * Elisabeth Einecke-Klövekorn * Dr. Martina Endepohls-Ulpe und Alexander Ulpe * Heike Fischer und Carlo Fischer-Peitz * Dr. Gabriele und Ulrich Föckler * Prof. Dr. Eckhard Freyer * Johannes Geffert * Silke und Andree Georg Girg * Dr. Helga-Maleen Gerresheim * Margareta Gitizad * Carsten Gottschalk * Ulrike und Axel Groeger * Marta Gutierrez und Simon Huber * Cornelia und Dr. Holger Haas * Sylvia Haas * Christina Ruth Elise Hendges * Renate und L. Hendricks * Peter Henn * Prof. Ingeborg Henzler und Dr. Mathias Jung * Heidelore und Prof. Werner P. Herrmann * Dr. Monika Hörig * Georg Peter Hoffmann und Heide-Marie Ramsauer * Dr. Francesca und Dr. Stefan Hülshörster * Karin Ippendorf * Angela Jaschke * Dr. Michael und Dr. Elisabeth Kaiser * Elisabeth und Rolf-Dieter Kaißer * Agnieszka Maria und Jan Kaplan * Dr. Reinhard Keller * Dr. Ulrich und Marie Louise Kersten * Rolf Kleefuß und Thomas Riedel * Dr. Gerd Knischewski * Norbert König und Clotilde Lafont-König * Sylvia Kolbe * Peter Kreutzer * Sigrid Kümmerlein * Gisela Kunz * Dr. Hans Dieter und Ursula Laux * Ute und Dr. Ulrich Kolck * Manfred Koschnick und Arne Siebert * Lilith Matthiaß-Küster und Norbert Küster * Thea Kutzscher * Ruth und Bernhard Lahres * Renate Leesmeister * Gernot Lehr und Dr. Eva Sewing * Traudl und Reinhard Lenz * Florian H. Luetjohann * Moritz Magdeburg * Dr. Charlotte Mende * Heinrich Meurs * Heinrich Mevißen * Dr. Dr. Peter und Dr. Ines Miebach * Karl-Josef Mittler * Dr. Josef Moch * Esther und Laurent Montenay * Friedrich Wilhelm Moog und Vera Walther-Moog * Katharina und Dr. Jochen Müller-Stromberg * Dr. Nicola und Dr. Manuel Mutschler * Dr. Gudula Neidert-Buech und Dr. Rudolf Neidert * Gerald und Vanessa Neu * Lydia Niewerth * Wolfram Nolte * Mark und Rita Opeskin * Céline Oreiller * Dieter und Brigitta Penning * Carol Ann Pereira * Gabriele Poerting * Dr. Manfred und Dorothee van Rey * Ruth Schmidt-Schütte und Hans Helmuth Schmidt * Dr. Andreas und Bettina Rohde * Prof. Dr. Tilman und Astrid Sauerbruch * Ingrid Scheithauer * Monika Schmuck * Markus Schubert * Simone Schuck * Petra Schürkes-Schepping * Dr. Manfred und Jutta von Seggern * Prof. Dr. Norma Selve * Prof. Dr. Wolfram Steinbeck * Dr. Andreas Stork * Michael Striebich * Dr. Corinna ten Thoren und Martin Frevert * Verena und Christian Thiemann * Dr. Sabine Trautmann-Voigt und Dr. Bernd Voigt * Hermann und Bettina Ude * Katrin Uhlig * Carrie Walter und Gabriel Beeby * Susanne Walter * Aino Ritva Weyers und Nadeem Hajouj * Ruth Winterwerp-van den Elzen und Jürgen Winterwerp * Dr. Bettina und Dr. Matthias Wolfgarten
JUNGER FREUNDESKREIS
Iklim Arikan * Linda Dahn * Lasse Frings * Ricci Frosio * Lin Golenia * Emilia Hecke * Victoria Emilia Holz * M Hornauer * Zsolt Máté Kiss * Jonas Kotulla * Marie Meißner * Felix Mennicken * Linus Neunkirchen * Felix Schuck * Hannah Speckmann * Charlotte Speckmann * Nelly Sophia Stach * Till Steinert * Johanna von Bargen * Florens Windelen * Yolanda Winter * Akichika Yukawa * Tom Ziese
Biografien
Lisa Batiashvili
ViolineDie georgisch-stämmige deutsche Violinistin Lisa Batiashvili ist eine vielfach ausgezeichnete Musikerin und hat Beziehungen zu den weltbesten Orchestern, Dirigent:innen und Solist:innen aufgebaut. Sie spielt eine Violine von Joseph Guarneri del Gesù aus dem Jahre 1739. Batiashvili konzertiert und tourt regelmäßig mit verschiedenen Ensembles, etwa mit dem Oslo Philharmonic Orchestra, der Filarmonica della Scala, dem City of Birmingham Symphony Orchestra und dem Los Angeles Philharmonic Orchestra. Kammermusikalisch ist sie auf Tourneen im Klaviertrio mit Jean-Yves Thibaudet und Gautier Capuçon sowie im Duo mit Giorgi Gigashvili zu erleben.
2021 gründete sie die Lisa Batiashvili Foundation, in der sie sich für die Unterstützung junger, hochtalentierter georgischer Musiker:innen engagiert. 2006 erhielt sie für ihre herausragende Beethoven-Interpretation beim Beethovenfest Bonn den Beethoven-Ring der Bürger für Beethoven. 2025 wurde Batiashvili mit dem Kaiser-Otto-Preis der Stadt Magdeburg für ihren Einsatz gegen Krieg und Antisemitismus und für die Förderung des europäischen Gedankens sowie mit dem Pro Meritis Scientiae et Litterarum des Bayerischen Staatsministeriums geehrt.

Giorgi Mardaleishvili
ViolaDer Bratschist Giorgi Mardaleishvili begann seine Ausbildung am Staatlichen Konservatorium Tbilisi bei Nodar Zhvania. Seit 2022 studiert er an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Sebastian Herberg sowie Streichquartett bei Johannes Meissl.
Mardaleishvili arbeitete mit dem Georgischen Philharmonischen Orchester zusammen und gastierte bei zahlreichen europäischen Festivals. Seit 2019 ist er Solobratschist des Pan-Caucasian Youth Orchestra, wo er unter Dirigenten wie Gianandrea Noseda, Lahav Shani und Manfred Honeck musizierte. Zudem ist er Mitglied des in Wien ansässigen Rubik Quartetts.
Er ist Preisträger des Otar-Taktakishvili-Musikwettbewerbs (2018) und des Georgischen Nationalen Musikwettbewerbs (2019). Seit 2024 ist Mardaleishvili Stipendiat der Lisa Batiashvili Foundation.
Mark Schumann
VioloncelloMark Schumann wird als einer der herausragendsten Cellisten seiner Generation angesehen. Als Solist und Kammermusiker konzertierte er weltweit in Konzerthallen wie der Elbphilharmonie, der Victoria Hall Genf und Minato Mirai Hall Yokohama. Er war mit renommierten Orchestern zu erleben, u. a. dem MDR-Sinfonieorchester.
Schumann ist nicht nur Solist, sondern auch leidenschaftlicher Kammermusiker. Er arbeitete bereits mit Persönlichkeiten wie Sir András Schiff, Vilde Frang, Nils Mönkemeyer und Sabine Meyer zusammen. Im Jahr 2007 gründete er mit seinen Brüdern Erik und Ken sowie dem Bratschisten Veit Hertenstein das Schumann Quartet, welches eine Vielzahl an internationalen Wettbewerben gewann und diverse Auszeichnungen wie den ersten Preis der International String Quartet Competition oder den Opus Klassik erhielt.
Mark Schumann gibt regelmäßig Meisterklassen, inklusive bei den Zeist Music Days, der Eastman School of Music in Rochester und der Summer Academy in Uelzen. Seine Diskografie umfasst acht Aufnahmen mit dem Schumann Quartet, eine Aufnahme von Brahms’ Doppelkonzert mit seinem Bruder Erik sowie sein Soloalbum Short Stories, welches dem Repertoire von Encore-Stücken gewidmet ist. Schumann spielt auf einem Violoncello von Giovanni & Francesco Grancino aus dem Jahr 1680.
Tsotne Zedginidze
KlavierDer georgische Pianist und Komponist Tsotne Zedginidze entstammt einer traditionsreichen Musikerfamilie. Sein Urgroßvater war der Komponist Niko Sulkhanishvili. Er begann mit fünf Jahren bei seiner Großmutter Nino Mamradze Klavier zu spielen und komponierte bereits als Sechsjähriger erste Stücke. Mit zehn Jahren gab er sein erstes Recital in Tbilisi und spielte Schostakowitschs Klavierkonzert Nr. 2 mit dem Georgischen Georgian Philharmonic Orchestra. Es folgten Auftritte im Wiener Konzerthaus, in der Berliner Philharmonie sowie bei Festivals in Verbier und Luzern.
Seit 2021 wird er von der Lisa-Batiashvili-Stiftung gefördert und arbeitete mit Künstler:innen wie Daniel Barenboim, Alfred Brendel und Antonio Pappano zusammen. 2024 lud ihn Sir Simon Rattle ein, Werke von Schönberg, Bartók und Poulenc aufzuführen. Im Januar 2025 wurde seine erste Sinfonie bei der Mozartwoche Salzburg uraufgeführt.
Heute studiert er an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin sowie an der kooperierenden Barenboim-Said Akademie bei Jörg Widmann und Sir András Schiff.
Sandro Nebieridze
KlavierDer georgische Pianist und Komponist Sandro Nebieridze wurde in Tbilisi ausgebildet und studiert derzeit an der Musikhochschule München bei Antti Siirala sowie in Imola bei Boris Petrushansky. Er ist Preisträger namhafter Wettbewerbe wie der Grand Piano Competition.
Sein kompositorisches Schaffen umfasst Klavierwerke, Chormusik und Ballettkompositionen. Nebieridzes Kompositionen, darunter das Kammerballett Ink Rain, wurden unter anderem im Konzerthaus Berlin uraufgeführt.
Das 2019 bei Harmonia Mundi erschienene Debütalbum mit Werken von Rachmaninow und Prokofjew brachte ihm den Tsinandali-Preis und eine Nominierung für den Opus Klassik ein.
Als Stipendiat der Lisa Batiashvili Foundation tourte er durch Europa und sprang kurzfristig für Lang Lang beim ZDF-Weihnachtskonzert ein. Als Solist arbeitete er mit Orchestern weltweit und Dirigent:innen wie Petr Popelka oder Gianandrea Noseda zusammen.
Konzertempfehlung
Festival-Miteinander
Festival-Miteinander
Wir – das Beethovenfest Bonn – laden ein, in einem offenen und respektvollen Miteinander Beethovenfeste zu feiern. Dafür wünschen wir uns Achtsamkeit im Umgang miteinander: vor, hinter und auf der Bühne.
Für möglicherweise auftretende Fälle von Grenzüberschreitung ist eine interne Ansprechstelle erreichbar für Publikum, Künstler:innen und Mitarbeiter:innen.
Wir sind ansprechbar über eine Telefon-Hotline (+49 228 2010321, im Festival täglich von 13–21 Uhr) oder per E-Mail (awareness@beethovenfest.de).
Werte und Überzeugungen unseres Miteinanders sowie weitere externe Kontaktmöglichkeiten können hier auf unserer Website aufgerufen werden.
Das Beethovenfest Bonn 2026 steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst.
Programmheftredaktion:
Sarah Avischag Müller
M Hornauer
Die Texte von Arno Lücker sind Originalbeiträge für dieses Programmheft.





















