• Magazin

Sa 27.9.2025

16 Uhr, Pantheon Theater

Brooklyn Rider: Citizenship Notes

  • Kammermusik
  • Vergangene Veranstaltung
  • € 38
Brooklyn Rider © Marco Giannavola

Mitwirkende

  • Brooklyn Rider
    • Johnny Gandelsman Violine
    • Colin Jacobsen Violine
    • Nicholas Cords Viola
    • Michael Nicolas Violoncello

Programm

Joseph Haydn
Streichquartett f-Moll op. 20/5
Matana Roberts
»borderlands…«
Gabriel Kahane
»American Studies«
Bob Dylan

»The Times They Are A-Changin’«, arr. von Colin Jacobsen

Ludwig van Beethoven

Streichquartett Nr. 9 C-Dur op. 59/3 »Rasumowsky«

Auf einen Blick

Was erwartet mich?

Ein Streichquartett denkt musikalisch über (amerikanische) Bürgerschaft nach: Ein Thema, das aktueller nicht sein könnte.

Wie klingt das?
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Rahmenprogramm

14.30 Uhr
»Transformation jetzt! Auf der Suche nach Wegen in eine nachhaltige Zukunft«
Ein Podiumsgespräch zum Abschluss des Bonner Summer of Change-Kulturfestivals

Mehr zur Podiumsdiskussion

Wie können sich Menschen für Veränderung engagieren, und wie kann Kultur auch das Publikum auf den Weg der anstehenden gesamtgesellschaftlichen Transformation mitnehmen und es aktivieren? Die Podiumsdiskussion möchte eine Brücke von der ökologischen Nachhaltigkeit zur sozialen Nachhaltigkeit bauen, um globale Handlungsschritte auf lokale Ebene zu bringen und nach dem Motto »Think global, act local« positive Beispiele skizzieren. Die Talkgäste stellen neue Formate und Themen ihrer Kulturstätten vor, die soziale Nachhaltigkeit in den Blick nehmen, und geben einen Ausblick auf die anstehende Kultursaison.

Der Kulturjournalist und Moderator Michael Köhler im Gespräch mit:

  • Dr. Birgit Schneider-Bönninger, Sport- und Kulturdezernentin der Bundesstadt Bonn
  • Dr. Eva Kraus, Intendantin der Bundeskunsthalle
  • Steven Walter, Intendant Beethovenfest Bonn
  • Daniel Hoernemann alias Walbrodt,  Gründer Zukunft:Kunst e. V. und Hoernemann & Walbrodt

27. September, 14.30 Uhr im Pantheon Theater, Eintritt frei, Einlass ab 14.00 Uhr

Das Podiumsgespräch wird durch WDR 3 mitgeschnitten und am 5. Oktober in der Sendung »WDR 3 Forum« um 18.03 Uhr gesendet.

Eine Veranstaltung im Rahmen des »Summer of Change«-Kulturfestivals Bonn

Beschreibung

Brooklyn Rider stellt mit Musik spannende Fragen – das Markenzeichen des innovativen New Yorker Streichquartetts, das vor zwei Jahren schon als Residenzensemble beim Beethovenfest begeistert hat. »Citizenship Notes« ist ein Konzert rund um die Frage: Was bedeutet Bürgerschaft, Bürgerrecht – auch und besonders als US-Amerikaner? Im demokratischen Mikrokosmos eines Streichquartetts mit seinen gleichberechtigten Stimmen lässt sich darüber gut nachdenken. Joseph Haydn erfand im Zeitalter der Aufklärung diese radikal egalitäre Form – Symbol des gesellschaftlichen Fortschritts, den Brooklyn Rider auch in Beethovens op. 59/3 am Werk sieht. Geschrieben kurz nach der »Eroica«, feiert die Schlussfuge voller Optimismus die Vielstimmigkeit, die Polyphonie.

Dazu hat das Quartett zwei neue Werke bei amerikanischen Komponist:innen in Auftrag gegeben, die aktuelle Konflikte um Bürgerrechte thematisieren. Die Jazzmusikerin Matana Roberts setzt sich in ihrem Stück mit der Krise an der Grenze zwischen den USA und Mexiko auseinander und nutzt Improvisation und Zufall. Die Musiker rezitieren darin unter anderem aus der Unabhängigkeitserklärung der USA. Der Singer-Songwriter Gabriel Kahane steuerte ein Werk für »The Brooklyn Rider Almanac 2.0« bei: Nachdenkliche Musik über die komplizierte Frage, was es bedeutet, heute Amerikaner zu sein. Der zweite Geiger des Quartetts Colin Jacobsen hat außerdem Bob Dylans Folk-Klassiker »The Times They Are A-Changin’« arrangiert – so etwas wie die Hymne der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung.

Das Konzert stellt die Abschlussveranstaltung des Bonner Kulturfestivals Summer of Change dar. Vor Beginn findet um 14.30 Uhr auf der Bühne im Pantheon-Theater ein Podiumsgespräch über Transformation und Nachhaltigkeit statt.



Eine Veranstaltung zum Abschluss des Summer of Change-Kulturfestivals, eine Initiative der Bundesstadt Bonn in Kooperation mit der Bundeskunsthalle und rund 30 weiteren Kulturpartner:innen. Weitere Informationen unter: bonn.de/summer-of-change

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    • bee.contemporary mit
      Nicholas Cords von Brooklyn Rider
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    Digitales Programmheft

    Sa 27.9.

    16 Uhr, Pantheon Theater

    Brooklyn Rider: Citizenship Notes

    Mitwirkende

    Brooklyn Rider

    Johnny Gandelsman Violine
    Colin Jacobsen Violine
    Nicholas Cords Viola
    Michael Nicolas Violoncello

    Programm

    Joseph Haydn (1732–1809)
    Streichquartett f-Moll op. 20/5

    I. Allegro moderato
    II. Menuetto
    III. Adagio
    IV. Finale
     

    Matana Roberts (*1975)
    »borderlands …«
     

    Gabriel Kahane (*1981)
    »American Studies«
     

    Pause
     

    Bob Dylan (*1941)
    »The Times They Are A-Changin’«, arr. von Colin Jacobsen
     

    Ludwig van Beethoven (1770–1827)
    Streichquartett Nr. 9 C-Dur op. 59/3

    I. Introduzione. Andante con moto – Allegro vivace
    II. Andante con moto quasi Allegretto
    III. Menuetto. Grazioso – Trio (attacca subito)
    IV. Allegro molto

     

    Über die Veranstaltung

    Konzertdauer: ca. 110 Minuten

    Gastronomisches Angebot vor Ort

    Zusätzlich zu Blumen schenken wir den Künstler:innen Blüh-Patenschaften, mit deren Hilfe in der Region Bonn Blumenwiesen angelegt werden.

    Für ein ungestörtes Konzerterlebnis bitten wir Sie, auf Foto- und Videoaufnahmen zu verzichten.

    14.30 Uhr: Podiumsdiskussion Summer of Change

    »Transformation jetzt! Auf der Suche nach Wegen in eine nachhaltige Zukunft«

    Ein Podiumsgespräch zum Abschluss des Bonner Summer of Change-Kulturfestivals

    14.30 Uhr, Pantheon Theater
    Eintritt frei

    Mitschnitt des Podiumsgesprächs durch den WDR, Sendung in »WDR 3 Forum. Kunst und Kultur im Diskurs« am 5.10.2025 ab 18.04 Uhr 

    Eine Veranstaltung zum Abschluss des Summer of Change-Kulturfestivals Bonn

    Einleitung

    Einleitung

    Das New Yorker Streichquartett Brooklyn Rider ist vielseitig unterwegs: Mal thematisiert das Quartett auf seinem Album die globale Erwärmung, dann wiederum musiziert es gemeinsam mit Irish-Fiddle-Star Martin Hayes. Beim Beethovenfest ist Brooklyn Rider zum wiederholten Mal zu Gast – dieses Jahr mit dem Programm »Citizenship Notes«. Mit im Gepäck haben die Musiker Stücke aus verschiedenen Jahrhunderten, die jeweils auf ihre Weise Demokratie und Bürgerschaft thematisieren. Und nicht zuletzt möchte Brooklyn Rider in seinen Konzerten alle Grenzen zwischen Musik, Künstler:innen und Publikum überwinden – und das geht als Streichquartett besonders gut.

    Über Brooklyn Rider

    Das Streichquartett als demokratischer Kosmos

    Über Brooklyn Rider

    Wie fühlt sich das an, in einem Streichquartett zu spielen? Ein Ensemble aus vier verschiedenen Mitgliedern, drei Instrumenten mit unterschiedlichen Anforderungen, auf der Suche nach einem gemeinsamen Klang. Wie ist dieser Klang beschaffen? Wer tut sich hervor, wer hört zu, wer leitet an?

    Brooklyn Rider: »New York Sound« im Beethoven-Haus beim Beethovenfest 2023 © Sophia Hegewald

    Der Kosmos des Streichquartetts ist einer, der die Musikwelt seit Jahrhunderten fasziniert. Zahllose Bücher wurden geschrieben, Zitate überliefert und Filme gedreht, um das musikalische und menschliche Innenleben eines Streichquartetts im Detail zu sezieren. Für das New Yorker Ensemble Brooklyn Rider ist klar: Perfekt ist dieses gemeinsame Musikmachen nie. Vielmehr geht es um eine Suche – eine Suche nach der Demokratie in der Musik. 

    »Wir wollen Menschen im Konzert nicht vorgeben, was sie zu denken haben. Sie sollen mit einer Idee kommen und mit einer neuen gehen.« 

    – Nicholas Cords, Brooklyn Rider

    Eine der Voraussetzungen für eine funktionierende Demokratie ist Zuhören. Nicht lauter sein wollen als andere, sich im richtigen Moment zurücknehmen, Raum geben. Das gilt für unsere Gesellschaft, lässt sich aber auch auf das Musikmachen im Streichquartett anwenden und ist eines der Hauptanliegen von Brooklyn Rider: sich als Künstler so zurückzunehmen, dass der Klang frei fließen kann. Mit so wenig kommunikativem Aufwand wie möglich soll die Musik entstehen, sodass das Publikum ohne Umwege eintauchen und zum Herzen der Musik gelangen kann. 

    Haydn

    Papa Hadyn poliert das Streichquartett

    Auf einen Blick: Joseph Haydn, Streichquartett f-Moll op. 20/5

    Komponiert: 1772

    Veröffentlicht: 1774, Louis-Balthazar de La Chevardière in Paris

    Gut zu wissen

    Enthält als Finale eine seltene Doppelfuge mit zwei gleichberechtigten Themen.

    Es gibt musikalische Werke, die veranschaulichen, wie sich eine perfekt gelebte Demokratie anfühlen und anhören könnte. Ein Beispiel dafür ist der vierte Satz des Streichquartetts f-Moll op. 20 Nr. 5 von Joseph Haydn. Wenn über die Gattung des Streichquartetts philosophiert wird, dann gelten Haydns Streichquartette als absolute Musterbeispiele. Er war derjenige, der der Musikwelt zeigte, wie gleichberechtigt vier Instrumente miteinander interagieren können. Gleichzeitig bediente er sich einer reichen Palette an Emotionen und Farben – in seiner Musik steckt mal schweres Pathos, mal eine absolute Strenge, hier und da blitzen Humor und Witz durch. Nicht umsonst wurde der Komponist schon zu seinen Lebzeiten als »Vater des Streichquartetts« bezeichnet. 

    Aber wie hat Joseph Haydn das demokratische Prinzip nun in Musik verpackt? Er nutzt die Fuge als Stilmittel: Ein musikalisches Thema und – in diesem Fall – ein Gegenthema wandern durch die vier verschiedenen Stimmen des Streichquartetts. Wie in einem Gespräch führen die Stimmen abwechselnd ihre Argumente an, ziehen sich wieder zurück, geben sich Raum, fallen sich ins Wort, erschaffen etwas Gemeinsames. Sobald alle Instrumente an einem Strang ziehen, entwickelt dieses Ping-Pong-Spiel eine gewaltige Wucht. Vielleicht sollten wir unsere gesellschaftlichen Debatten in Zukunft etwas musikalischer denken ...

    Roberts

    Die amerikanisch-mexikanische Grenze unterm Brennglas

    Auf einen Blick: Matana Roberts, »borderlands …«

    Komponiert: 2018 für das Brooklyn Rider-Programm »Healing Modes«

    Gut zu wissen

    Die Musiker sprechen im Werk Passagen aus der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung.

    Das Stück »borderlands ...« von Matana Roberts bringt uns in das aktuelle Amerika. Es ist aus dem Verständnis eines demokratischen Amerikas heraus entstanden und aus dem Frust darüber, wie dieses Verständnis durch die Politik zerschlagen wird. Konkret: Es geht um die Situation an der amerikanisch-mexikanischen Grenze. Die Jazz-Künstlerin und Komponistin Matana Roberts will durch das Werk ihren Schmerz und ihre Hilflosigkeit in Anbetracht der menschenverachtenden Lage dort in das kollektive Bewusstsein rücken, basierend auf detailliert recherchierten Daten. Und gleichzeitig schreibt Matana Roberts eine Komposition, die demokratischer nicht sein könnte – so viel Raum für Mitbestimmung lässt sie den Musikern. Matana Roberts schrieb keine Partitur, sondern malte Bilder: Collagen – mit viel schwarz und rot, hier und da scheinen Notenlinien hervor, darauf gezeichnete Buchstaben und Zahlen. 

    Brooklyn Rider: »New York Sound« im Beethoven-Haus © Sophia Hegewald

    Außerdem entwarf Matana Roberts Regeln – die sogenannten »rules of engagement« –, die das Stück mitbestimmen. Eine davon: Alle 36 Sekunden sollen die Musiker zum nächsten Bild umblättern. 36 Sekunden – so lange dauert es durchschnittlich, einem Menschen Handschellen anzulegen, fand Roberts in ihrer Recherche heraus. »borderlands ...« ist ein Stück, das sowohl dem Publikum als auch den Musikern viel abverlangt. Die grafische Notation provoziert Chaos. Dann wieder gibt es Momente, in denen alles zusammenkommt, im Einklang ist. Die Worte, die die Musiker rezitieren, sind Ausschnitte aus der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Diese sollten wir uns immer wieder in Erinnerung rufen: 

    »… dass alle Menschen gleich erschaffen wurden, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt wurden, worunter sind Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit.«

    Kahane

    Was bedeutet es, Amerikaner:in zu sein?

    Auf einen Blick: Gabriel Kahane, »American Studies«

    Komponiert: 2023 für Brooklyn Riders Album »Almanach 2.0« 

    Fassung: Ist eine instrumentale Version des Songs »To Be American« von Kahanes Singer-Songwriter-Album »Magnificent Bird« (2022), der im Original mit Streichern und Klavier gesetzt ist

    Auf die Frage nach einem Ratschlag, wie wir die Kreativität in uns wecken können, antwortet der amerikanische Komponist und Singer-Songwriter Gabriel Kahane im Youtube-Format Lightning Bugs: »Wenn dein Job es erlaubt, lasse deine elektronischen Geräte bis 15 oder 16 Uhr am Nachmittag ausgeschaltet. Und dann spüre, wie sich das Leben anfühlt.« Gabriel Kahane muss es wissen. 2016, einen Tag nach der amerikanischen Präsidentschaftswahl von Donald Trump, ist er mit dem Zug 13 Tage lang durch 31 Staaten gefahren, um nachzuspüren, was in seinem Land los ist; um seine eigenen Vorurteile zu erkennen, zu überwinden und sich in Toleranz zu üben. Das Handy hat er zu Hause gelassen. 

    Drei Jahre später wiederholte er das Digital-Detox-Experiment – aus den 13 Tagen wurde ein ganzes Jahr ohne Internet. Er wollte sich an die Interaktionen in unserem realen Alltag erinnern, die wir, gefangen im Virtuellen, verpassen. Die Corona-Pandemie machte ihm in dieser Hinsicht einen Strich durch die Rechnung. Dennoch – oder gerade deshalb – ist er sich bewusst geworden, was er als Musiker erreichen will: Gemeinschaft ermöglichen. Ein soziales Miteinander. Und er philosophierte darüber, was es eigentlich bedeutet, Amerikaner:in zu sein. Daraus ist der Song »To Be American« entstanden. Ein nostalgischer Song über ein früheres Gemeinschaftsgefühl in Amerika, das sich heute so fern anfühlt. Brooklyn Rider spielt Kahanes Version für Streichquartett. 

    »Ich denke, wenn wir anfangen, die Grenze zwischen ›denen‹ und ›uns‹ zu überwinden, dann erkennen wir, dass wir alle nur Menschen sind.« 

    – Gabriel Kahane

    Songtext »To be American«

    To be American again,
    Teenaged and certain of innocence:
    Six lanes of Western caravan
    Burn fuel to speed up the renaissance.

    Before the trench coats and the roped off rooms,
    The shell-shocked mothers and the TV crews,

    [Ref.:] Foreclosing a grand old dream –
    Black motorcade running on empty,
    Big box and a Ponzi scheme,
    Drain everything, land of the plenty.

    In high school I sang in the choir
    With all the Mormons from Rohnert Park.
    Now all their houses are on fire;
    Strange glow of oxblood in the dark.

    I think we all meant well, or so I thought,
    That season, privilege was a parking spot.

    [Ref.]

    If Reconstruction and the War
    Seemed distant back in eleventh grade,
    How quaint our simple lives before
    Seem now in face of the coming days.

    [Ref.]

    Our furniture’s on the street;
    In every church last rites are spoken.
    One criminal’s soft defeat
    Can’t change the fact that we’re broken.

    Dylan

    Bob Dylan und die Protest-Songs

    Auf einen Blick: Bob Dylan, »The Times They Are A-Changin’«

    Entstehung des Originals: 1964 als Song auf dem gleichnamigen Album

    Fassung: Arrangiert vom 2. Geiger von Brooklyn Rider Colin Jacobsen für das Programm

    Der Wunsch nach Demokratie, Freiheit, Menschenrechte für alle kann sich auf subtile Weise in Musik widerspiegeln. Oder er kann offen besungen werden. Wie in den Protestliedern, die zum Beispiel in den Sechzigerjahren in Amerika den Wunsch nach Veränderung und Gleichberechtigung zum Klingen gebracht haben. Vor allem die junge Generation hat sich ihre Stimmbänder bei den sogenannten »Hootenannies« warm gesungen: Auf öffentlichen Plätzen, in Cafés und Colleges kamen die Menschen zum Singen zusammen. So entstand ein neuer Hype um die Folk Music. Denn was sie besonders gut kann: Ängste, Sorgen und Erfahrungen in Musik verpacken, ein Gemeinschaftsgefühl wecken. Es entstanden sozialkritische Lieder der Gewerkschaften, Spottlieder auf Politiker, Antikriegs-Lieder. 

    © Sophia Hegewald

    Bob Dylans »The Times are A-Changing« aus dem Jahr 1964 ist auch so ein Protest-Song. 

    »Die Zeiten ändern sich, kritisiert nicht, was ihr nicht verstehen könnt, eure alte Straße altert schnell, blockiert nicht die neue.« 

    Der Text ist so zeitlos, er könnte auch für 2025 gelten – die Melodie sowieso. Für Brooklyn Rider hat das Quartett-Mitglied Colin Jacobsen eine neue Komposition geschrieben, basierend auf »The Times are A-Changing«.  

    Songtext »The Times are A-Changin’«

    Come gather ’round people
    Wherever you roam
    And admit that the waters
    Around you have grown
    And accept it that soon
    You’ll be drenched to the bone
    If your time to you is worth savin’
    Then you better start swimmin’ or you’ll sink like a stone
    For the times they are a-changin’

    Come writers and critics
    Who prophesize with your pen
    And keep your eyes wide
    The chance won’t come again
    And don’t speak too soon
    For the wheel’s still in spin
    And there’s no tellin’ who that it’s namin’
    For the loser now will be later to win
    For the times they are a-changin’

    Come senators, congressmen
    Please heed the call
    Don’t stand in the doorway
    Don’t block up the hall
    For he that gets hurt
    Will be he who has stalled
    There’s a battle outside and it is ragin’
    It’ll soon shake your windows and rattle your walls
    For the times they are a-changin’

    Come mothers and fathers
    Throughout the land
    And don’t criticize
    What you can’t understand
    Your sons and your daughters
    Are beyond your command
    Your old road is rapidly agin’
    Please get out of the new one if you can’t lend your hand
    For the times they are a-changin’

    The line it is drawn
    The curse it is cast
    The slow one now
    Will later be fast
    As the present now
    Will later be past
    The order is rapidly fadin’
    And the first one now will later be last
    For the times they are a-changin’

    Beethoven

    Beethoven bringt das Streichquartett auf die große Bühne

    Auf einen Blick: Ludwig van Beethoven, Streichquartett Nr. 9 C-Dur op. 59/3

    Komponiert: 1807

    Widmung: Andrei Kirillowitsch Rasumowski, russischer Diplomat und Auftraggeber der drei Quartette op. 59

    Gut zu wissen

    Ähnlich wie beim Haydn-Quartett dieses Konzerts ist auch hier das Finale eine Fuge.

    Zurück an den Anfang des 19. Jahrhunderts und zur Hauptperson dieses Festivals: Ludwig van Beethoven. Ja, er konnte sich mit den Idealen der Französischen Revolution anfreunden. Damit, dass jeder Mensch einen Wert hat. Er hat daran geglaubt, dass sich jeder Mensch durch eigenes Bestreben, durch Bildung vervollkommnen kann. Das war damals der intellektuelle Zeitgeist in Europa. Doch Beethoven war nicht durch und durch der revolutionäre Geist, zu dem ihn die Nachwelt stilisiert hat. Sein Hauptinteresse galt immer noch der Musik und ihrer künstlerischen Vervollkommnung. Das hat er zum Beispiel auch in seinen Streichquartetten op. 59 unter Beweis gestellt. 

    Brooklyn Rider © Marco Giannavola

    Anlass für die Komposition der drei Quartette war der Kontakt mit Ignaz Schuppanzigh. Er war Geiger im ersten professionellen Streichquartett der Musikgeschichte überhaupt und Kurator einer Abonnementreihe für Kammermusik. Beethoven witterte die Gelegenheit, seine Musik in professionellstem Umfeld aufzuführen, und machte sich direkt ans Werk. Was Haydn begonnen hatte, führte er fort. Er erweiterte den Umfang der Quartette, steckte noch mehr Dynamik und Spannung hinein, Tonarten und Harmonien führte er an ihre Grenzen. Auch die Instrumentalisten forderte er heraus – ganz ungewohnt war es für sie in dieser Zeit, dass sie tatsächlich üben mussten. 

    Diese Streichquartette sprengten den Rahmen von gemütlichen Salonkonzerten in Wohnzimmern und wurden von nun an im Konzertsaal aufgeführt. Man kann sich vorstellen, wie überrascht das Publikum über den zukunftsgewandten Drive der Quartette gewesen sein musste. Die Menschen waren voller Bewunderung für Beethoven, interessiert, aber auch etwas überfordert. Beethoven ließ sich nicht beirren: 

    »Wahre Kunst ist eigensinnig, lässt sich nicht in schmeichelnde Formen zwingen.« 

    – Ludwig van Beethoven

    Texte: Svenja Wieser

  • Wir danken den Mitgliedern des Freundeskreises

    MÄZEN

    Gründungsmitglieder Arndt und Helmut Andreas Hartwig (Bonn)

    PLATIN

    Dr. Michael Buhr und Dr. Gabriele Freise-Buhr (Bonn)

    Godesberg Gastronomie & Event GmbH

    Olaf Wegner (Bad Honnef)

    Wohnbau GmbH (Bonn)

    GOLD

    LTS Lohmann Therapie-Systeme AG (Andernach)

    Andrea und Ekkehard Gerlach (Bonn)

    Hans-Joachim Hecek und Klaus Dieter Mertens (Meckenheim)

    Dr. Thomas und Rebecca Ogilvie (Bonn)

    SILBER

    Bernd Böcking (Wachtberg)

    Dr. Sigrun Eckelmann† und Johann Hinterkeuser (Bonn)

    Dr. Helga Hauck (Wachtberg)

    Dr. Stefanie Montag und Dr. Stephan Herberhold (Bonn)

    Dr. Luciano und Ulrike Pizzulli (Bonn)

    Jannis Ch. Vassiliou und Maricel de la Cruz (Bonn)

    AUF EMPFEHLUNG unserer Mäzene Arndt und Helmut Andreas Hartwig

    Tim Achtermeyer MdL * Judith und Tobias Andreae * Dr. Frank Asbeck und Susanne Birkenstock * Bettina Böttinger und Martina Wziontek * Anja Bröker * Philipp Buhr und Marie-Madeleine Zenker * Katja Burkard und Hans Mahr * Claudia Cieslarczyk und Heiko von Dewitz * Rüdiger und Andrea Depkat * Guido Déus MdL * Prof. Dr. Udo und Bettina Di Fabio * Walter Droege und Hedda im Brahm-Droege * Ralf und Antje Firmenich * Tobias Grewe und Dr. Jan Hundgeburth * Jörg Großkopf und Peter Daubenbüchel * Prof. Monika Grütters * Lothar und Martha Harings * Dr. Bernhard Helmich und Mai Hong * Dr. Eckart und Ulla von Hirschhausen * Dr. Sabine Hoeft und Thomas Geitner * Prof. Dr. Frank G. und Ulrike Holz * Prof. Dr. Wolfgang und Dr. Brigitte Holzgreve * Martin Hubert und Martina und Martha Marzahn * Stephan und Sirka Huthmacher * Dirk und Viktoria Kaftan * Dr. Christos Katzidis MdL und Ariane Katzidis * Andrea, Tim und Jan Kluit und Edgar Fischer * Dr. Eva Kraus * Dr. Markus Leyck Dieken und Peter Kraushaar * Peter und Katharina Limbourg * Nathanael und Hanna Liminski * Horst und Katrin Lingohr * Marianne und Stefan Ludes * Dr. Peter Lüsebrink und Karl-Heinz von Elern * Michael Mronz und Markus Felten * Prof. Dr. Georg und Doris Nickenig * Alexandra Pape und Malte von Tottleben * Hans-Arndt und Julia Riegel * Prof. Dr. Manuel und Aila Ritter * Matthias und Steffi Schulz * Stephan Schwarz und Veronika Smetackova * Prof. Walter Smerling und Beatrice Blank * Peter und Annette Storsberg * Prof. Burkhard und Friederike Sträter * Prof. Dr. Hendrik Streeck MdB und Paul Zubeil * Ulrich und Petra Voigt * Oliver und Diane Welke * Dr. Vera Westermann und Michael Langenberg * Dr. Matthias Wissmann und Francisco Rojas * Christian van Zwamen und Gerd Halama

    BRONZE

    Jutta und Ludwig Acker (Bonn) * Alexandra Asbeck (Bonn) * Dr. Rainer und Liane Balzien (Bonn) * Munkhzul Baramsai (Bonn) * Christina Barton van Dorp und Dominik Barton (Bonn) * Christoph Beckmanns (Bonn) * Prof. Dr. Christa Berg (Bonn) * Prof. Dr. Arno und Angela Berger (Bonn) * Christoph Berghaus (Köln) * Klaus Besier (Meckenheim) * Ingeborg Bispinck-Weigand (Nottuln) * Christiane Bless-Paar und Dr. Dieter Paar (Bonn) * Dr. Ulrich und Barbara Bongardt (Bonn) * Anastassia Boutsko (Köln) * Anne Brinkmann (Bonn) * Ingrid Brunswig (Bad Honnef) * Lutz Caje (Bramsche) * Elmar Conrads-Hassel und Dr. Ursula Hassel (Bonn) * Ingeborg und Erich Dederichs (Bonn) * Geneviève Desplanques (Bonn) * Irene Diederichs (Bonn) * Christel Eichen und Ralf Kröger (Meckenheim) * Elisabeth Einecke-Klövekorn (Bonn) * Heike Fischer und Carlo Fischer-Peitz (Königswinter) * Dr. Gabriele und Ulrich Föckler (Bonn) * Prof. Dr. Eckhard Freyer (Bonn) * Andrea Frost-Hirschi (Spiez/Schweiz) * Johannes Geffert (Langscheid) * Silke und Andree Georg Girg (Bonn) * Margareta Gitizad (Bornheim) * Carsten Gottschalk (Koblenz) * Ulrike und Axel Groeger (Bonn) * Marta Gutierrez und Simon Huber (Bonn) * Cornelia und Dr. Holger Haas (Bonn) * Sylvia Haas (Bonn) * Christina Ruth Elise Hendges (Bonn) * Renate und L. Hendricks (Bonn) * Peter Henn (Alfter) * Prof. Ingeborg Henzler und Dr. Mathias Jung (Bendorf-Sayn) * Heidelore und Prof. Werner P. Herrmann (Königswinter) * Dr. Monika Hörig * Georg Peter Hoffmann und Heide-Marie Ramsauer (Bonn) * Dr. Francesca und Dr. Stefan Hülshörster (Bonn) * Karin Ippendorf (Bonn) * Angela Jaschke (Hofheim) * Dr. Michael und Dr. Elisabeth Kaiser (Bonn) * Agnieszka Maria und Jan Kaplan (Hennef) * Dr. Hiltrud Kastenholz und Herbert Küster (Bonn) * Dr. Reinhard Keller (Bonn) * Dr. Ulrich und Marie Louise Kersten (Bonn) * Rolf Kleefuß und Thomas Riedel (Bonn) * Dr. Gerd Knischewski (Meckenheim) * Norbert König und Clotilde Lafont-König (Bonn) * Sylvia Kolbe (Bonn) * Dr. Hans Dieter und Ursula Laux (Meckenheim) * Ute und Dr. Ulrich Kolck (Bonn) * Manfred Koschnick und Arne Siebert (Bonn) * Lilith Matthiaß-Küster und Norbert Küster (Bonn) * Ruth und Bernhard Lahres (Bonn) * Renate Leesmeister (Übach-Palenberg) * Gernot Lehr und Dr. Eva Sewing (Bonn) * Traudl und Reinhard Lenz (Bonn) * Florian H. Luetjohann (Kilchberg, CH) * Moritz Magdeburg (Brühl) * Dr. Charlotte Mende (Bonn) * Heinrich Meurs (Swisttal-Ollheim) * Heinrich Mevißen (Troisdorf) * Dr. Dr. Peter und Dr. Ines Miebach (Bonn) * Karl-Josef Mittler (Königswinter) * Dr. Josef Moch (Köln) * Esther und Laurent Montenay (Bonn) * Katharina und Dr. Jochen Müller-Stromberg (Bonn) * Dr. Nicola und Dr. Manuel Mutschler (Bonn) * Dr. Gudula Neidert-Buech und Dr. Rudolf Neidert (Wachtberg) * Gerald und Vanessa Neu (Bonn) * Lydia Niewerth (Bonn) * Wolfram Nolte (Bonn) * Mark und Rita Opeskin (Bonn) * Céline Oreiller (Bonn) * Carol Ann Pereira (Bonn) * Gabriele Poerting (Bonn) * Dr. Dorothea Redeker und Dr. Günther Schmelzeisen-Redeker (Alfter) * Ruth Schmidt-Schütte und Hans Helmuth Schmidt (Bergisch Gladbach) * Bettina und Dr. Andreas Rohde (Bonn) * Astrid und Prof. Dr. Tilman Sauerbruch (Bonn) * Ingrid Scheithauer (Meckenheim) * Monika Schmuck (Bonn) * Markus Schubert (Schkeuditz) * Simone Schuck (Bonn) * Petra Schürkes-Schepping (Bonn) * Dr. Manfred und Jutta von Seggern (Bonn) * Dagmar Skwara (Bonn) * Prof. Dr. Wolfram Steinbeck (Bonn) * Dr. Andreas Stork (Bonn) * Michael Striebich (Bonn) * Dr. Corinna ten Thoren und Martin Frevert (Bornheim) * Verena und Christian Thiemann (Bonn) * Dr. Sabine Trautmann-Voigt und Dr. Bernd Voigt (Bonn) * Katrin Uhlig (Bonn) * Carrie Walter und Gabriel Beeby (Bonn) * Carrie Walter und Gabriel Beeby (Bonn) * Susanne Walter (Bonn) * Dr. Bettina und Dr. Matthias Wolfgarten (Bonn)

    Biografie

    Brooklyn Rider

    Shervin Lainez
    Brooklyn Rider © Shervin Lainez

    Der Name Brooklyn Rider ist inspiriert von der Künstlergruppe Der Blaue Reiter (englisch »The Blue Rider«), die zu Beginn des 20. Jahrhunderts verschiedene Künste und Ästhetiken vereinigte. Vom amerikanischen Strings Magazine als »Zukunft der Kammermusik« bezeichnet, präsentiert das New Yorker Streichquartett ein diverses Repertoire und begeistert in mitreißenden Aufführungen die Kritiker:innen der klassischen Musik, der Weltmusik sowie der Rockmusik gleichermaßen. 

    Das US-amerikanische National Public Radio bescheinigt Brooklyn Rider, »die 300 Jahre alte Gattung des Streichquartetts als eine lebendige, schöpferische Kunstform des 21. Jahrhunderts neu geschaffen zu haben«, was sich auch in den Programmen des Quartetts widerspiegelt. Es vergibt dafür zahlreiche Kompositionsaufträge. In seinen Alben kollaborierte das Streichquartett mit außergewöhnlichen Musiker:innen außerhalb der Klassik, etwa mit dem Jazz-Saxofonisten Joshua Redman (»Sun on Sand«), dem mexikanischen Jazz-Sänger Magos Herrera (»Dreamers«) und dem Meister der irischen Fiddle, Martin Hayes (»The Butterfly«).

    Awareness

    Awareness

    Wir – das Beethovenfest Bonn – laden ein, in einem offenen und respektvollen Miteinander Beethovenfeste zu feiern. Dafür wünschen wir uns Achtsamkeit im Umgang miteinander: vor, hinter und auf der Bühne.

    Für möglicherweise auftretende Fälle von Grenzüberschreitung ist ein internes Awareness-Team ansprechbar für Publikum, Künstler:innen und Mitarbeiter:innen.  

    Wir sind erreichbar über eine Telefon-Hotline (+49 (0)228 2010321, im Festival täglich von 12–20 Uhr) oder per E-Mail (awareness@beethovenfest.de).

    Werte und Überzeugungen unseres Miteinanders sowie weitere externe Kontaktmöglichkeiten können hier auf unserer Website aufgerufen werden.

  • Das Beethovenfest Bonn 2025 steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst.

    Programmheftredaktion:
    Sarah Avischag Müller
    Julia Grabe

    Die Texte von Svenja Wieser sind Originalbeiträge für dieses Programmheft.

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    • Programm
    • Einleitung
    • Über Brooklyn Rider
    • Haydn
    • Roberts
    • Kahane
    • Dylan
    • Beethoven
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    • Awareness
    Ticket–Hotline +49 228 2010344 Mo, Mi–Fr, 10–14 Uhr
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