Martha Bijlsma Violoncello & Konzept (Beethovenfest Fellow 2026)
Kana Sugimura Violine
Nico Gutu Akkordeon & Live-Elektronik
Daniel Moreira Video Editor & Live Video Operator
Friederike Blum Mentorin
3.9.– 3.10. 2026

Martha Bijlsma Violoncello & Konzept (Beethovenfest Fellow 2026)
Kana Sugimura Violine
Nico Gutu Akkordeon & Live-Elektronik
Daniel Moreira Video Editor & Live Video Operator
Friederike Blum Mentorin
Pēteris Vasks (*1946)
»Pianissimo« aus Grāmata čellam für Violoncello solo
Johannes Brahms (1833–1897)
»Gestillte Sehnsucht« aus Zwei Gesänge op. 91/2, arr. für Violine, Violoncello und Akkordeon
Abraham Brudno (1910–1943)
Friling (»Frühling«), arr. für Violine, Violoncello und Akkordeon (Text: Shmerke Kaczerginski)
Nico Gutu (*1992)
Live-Elektronik-Zwischenspiel
Olivier Messiaen (1908–1992)
»Danse de la fureur, pour les sept trompettes« aus Quatuor pour la fin du temps, arr. für Violine, Violoncello und Akkordeon
Wolfgang Rihm (1952–2024)
Am Horizont. Stille Szene für Violine, Violoncello und Akkordeon (1991)
Max Bruch (1838–1920)
Ausschnitte aus dem Violinkonzert Nr. 1 g-Moll op. 26, II. Adagio, arr. für Violine solo
Konzertdauer: ca. 60 Minuten ohne Pause
Stroboskopische Lichteffekte kommen vereinzelt vor
Gastronomisches Angebot vor Ort
Für ein ungestörtes Konzerterlebnis bitten wir Sie, auf Foto- und Videoaufnahmen zu verzichten.
Zusätzlich zu Blumen schenken wir den Künstler:innen Blüh-Patenschaften, mit deren Hilfe in der Region Bonn Blumenwiesen angelegt werden.
Das Interview von Richard Lansberg stammt aus dem Archiv der USC Shoah Foundation – The Institute for Visual History and Education.
Mehr Information:
https://sfi.usc.edu/
Begleitend zum Konzert sind im Rahmen eines Schulprojekts durch Schülerinnen der Liebfrauenschule Fotos entstanden. Die Fotos können Sie im Foyer anschauen und in Form von Postkarten mit nach Hause nehmen – einige Schülerinnen sind vor Ort und kommen gerne mit Ihnen ins Gespräch.
Das Projekt wurde begleitet von den Fotografinnen Lucie Schulze und Sophia Hegewald.
»Liebes Publikum,
vielen Dank, dass Sie heute Abend hier sind.
Die Gestaltung dieses Abends war für mich eine neue und bisweilen anspruchsvolle Erfahrung, und ich freue mich sehr, sie endlich mit Ihnen teilen zu können.
Ich habe eine Weile gebraucht, um zu verstehen, worum es bei diesem Projekt wirklich geht. Natürlich geht es um meine Großmutter, um die Geschichte meiner Familie, um generationenübergreifende Traumata, darum, neue Wege zu finden, sich an die Vergangenheit zu erinnern, und darum, was jüdische Identität in diesen schwierigen Zeiten bedeutet.
Es geht um all diese Dinge. Aber vor allem, glaube ich, geht es um zwischenmenschliche Verbindungen – um den Raum zwischen uns. Um die Gedanken und Erinnerungen, die wir teilen, aber auch um das Schweigen und die Traumata, die zwischen uns stehen und Distanz schaffen können.
Als introvertierter Mensch und jemand, der Konflikte grundsätzlich vermeidet, brauchte es einiges an Mut und Willenskraft, diese Gespräche mit Mitgliedern meiner Familie zu beginnen. Manchmal musste ich ziemlich persönliche, ja sogar unangenehme Fragen stellen. Und ich stellte sie nicht nur Menschen, die ich gut kannte, sondern auch Familienmitgliedern, die ich kaum kannte oder denen ich noch nie zuvor begegnet war.
Das Aufzeichnen dieser Gespräche und das wiederholte Anhören veränderte nach und nach mein Verständnis meiner Familie. Ich begann, die Menschen selbst sowie einige der Dynamiken innerhalb unserer Familie klarer zu erkennen. Und – vielleicht unerwarteterweise – half es mir auch, meine eigenen Gefühle, Denkprozesse und mein Verhalten ein wenig besser zu verstehen.
Nach der Aufführung haben Sie vielleicht die Gelegenheit, einige Schüler:innen der Liebfrauenschule Bonn kennenzulernen. Im Rahmen dieses Projekts habe ich sie gebeten, eine Geschichte oder Anekdote aus ihrer eigenen Familiengeschichte auszusuchen und dann jemanden aus ihrer Familie zu finden, den sie dazu interviewen können. Diese Geschichten haben sie in eigene künstlerische Werke umgesetzt. Gemeinsam mit Sophia Hegewald und Lucie Schulze haben sie verschiedene fotografische Techniken und Möglichkeiten erkundet und sich anschließend an die Arbeit gemacht.
Einige der Ergebnisse ihrer wunderschönen und sehr persönlichen Arbeiten sind nun im Foyer ausgestellt. Dort finden Sie auch Postkarten mit ihren Fotografien und einige der Fragen, die sie während ihrer Interviews gestellt haben. Nehmen Sie sich gerne eine mit nach Hause, um sie als Erinnerung aufzubewahren oder vielleicht an Ihren Kühlschrank zu heften.
Und vielleicht regen diese Postkarten – oder auch etwas von diesem Abend – Sie dazu an, ein Gespräch mit jemandem aus Ihrer eigenen Familie zu beginnen.
Auch wenn es sich ein wenig unangenehm anfühlt.
Gerade dann.
Vielen Dank, dass Sie hier sind und diesen Abend mit mir teilen.«
Martha Bijlsma

»Musik setzt dort an, wo Worte an ihre Grenzen stoßen, und ermöglicht es uns, etwas zu vermitteln, was Sprache allein nicht vermag«, sagt Martha Bijlsma. In ihrem Fellowship-Projekt »Don’t Mention the War« widmet sie sich der Geschichte des jüdischen Teils ihrer Familie. Auf der Suche nach Erinnerungen nimmt sie die Spuren auf, die das Geschehene hinterlassen hat: vom Leben ihrer Großmutter zu Zeiten der Shoa bis hinein in ihr eigenes. Während die Shoa zunehmend zum längst abgeschlossenen Kapitel der Geschichtsbücher erklärt wird, will Bijlsma mit ihrem Projekt eine unmittelbare Verbindung zur Vergangenheit schaffen. Die Arbeit der Cellistin ist somit nicht nur sehr persönlich, sondern auch ein wichtiger Beitrag künstlerisch erfahrbarer Erinnerungskultur.
Die Erlebnisse von Vorfahren prägen oft auch das Leben ihrer Nachkommen: sei es durch bewusste Erzählungen, gezieltes Schweigen oder das Schaffen von Tabuzonen. Ihre jüdische Großmutter war Shoa-Überlebende, ihr nicht-jüdischer Großvater, Leutnant in der niederländischen Armee, überlebte als Kriegsgefangener. Beide sprachen kaum über den Krieg – so erfuhr Martha Bijlsma in ihrer Kindheit nur wenig über die Vergangenheit ihrer Familie. Für ihr Fellowship-Projekt näherte sich die Cellistin dieser Geschichte unter anderem durch Gespräche mit Verwandten, von denen sie einigen zum ersten Mal begegnete. Sie gehen auf ganz unterschiedliche Weise mit dem familiengeschichtlichen Erbe um: Jede und jeder von ihnen hat eine eigene Sicht darauf, wie stark es das eigene Leben beeinflusst hat. Doch das Schweigen selbst ist längst Teil der Familiengeschichte geworden. Bijlsmas Gespräche blieben deshalb nicht frei von Widersprüchen und immer wieder berührten sie schmerzhaft sensible Traumata.
»Ich begann, nicht nur die Fakten zu verstehen, sondern auch die emotionale Realität, die dahintersteckt.« – Martha Bijlsma
Durch die geführten Gespräche, die neu gefundenen Informationen und die erlebten Emotionen blieben die Erfahrungen ihrer Vorfahren nicht nur deren Wirklichkeit, sondern wurden zu einem wichtigen Teil von Bijlsmas eigener Familiengeschichte. Als Herzstück ihres künstlerischen Prozesses formte Bijlsma die Ergebnisse dieser Recherche schließlich gemeinsam mit Kana Sugimura (Violine) und Nico Gutu (Akkordeon) zu einer musikalischen Performance. Denn der Cellistin erschien es nicht nur ganz natürlich, ihre persönliche Reise in ein Konzert einfließen zu lassen, es ermöglicht ihr auch, die für lange Zeit verschwiegenen Erinnerungen in neuer Form hör- und sichtbar zu machen: mithilfe von Videomaterial, archivalischen Quellen und Musik.
»Musik hat die einzigartige Fähigkeit, Geschichten zu erzählen, wo Worte nicht mehr ausreichen oder vielleicht nicht mehr angemessen sind.« – Martha Bijlsma
Das Beethovenfest 2026 widmet sich dem Thema ›Zuhause‹. Der Begriff ist eng mit dem der ›Heimat‹ verwoben – einem Wort, das zu Zeiten des Nationalsozialismus radikal politisiert, rassisch umgedeutet und als exkludierendes Propagandainstrument instrumentalisiert wurde. An die Stelle des traditionalistischen, regionalen Heimatgefühls trat ein biologisch-völkisches Konzept, das Heimat nicht mehr als geografischen Ort, sondern als organisches Produkt einer angeblich hochstehenden »Rasse« verstand. Auch in aktuellen Debatten dient der Begriff oft als Kampfbegriff, um ethnische Grenzen zu ziehen und Abschottung zu legitimieren, anstatt als offene Kategorie für gesellschaftliche Teilhabe zu fungieren.

Maurits und Rebecca Lansberg hatten zwölf Kinder, von denen nur fünf die systematische Verfolgung und Vernichtung der Jüdinnen und Juden im Nationalsozialismus überlebten. Darunter war auch Martha Bijlsmas Großmutter, die wie ihre vier Geschwister als Teil des sogenannten niederländischen Philips-Kommandos Zwangsarbeit in verschiedenen Konzentrationslagern verrichtete und dort Radios für den Elektro-Hersteller baute. Wer in dieser Form für die deutsche Kriegsindustrie produzieren musste, dem wurde ein gewisser, wenn auch höchst fragiler, Schutz gewährt (etwa in Form warmer Mahlzeiten und eher gering belastender Arbeit).
Nach dem Krieg schlugen die Geschwister Lansberg auf der Suche nach Traumabewältigung unterschiedliche Wege ein: So ließ Bijlsmas Großmutter ihre jüdische Identität stillschweigend hinter sich, während ihr Bruder Richard nach Israel auswanderte und dort zu seinen jüdischen Wurzeln fand, später dann weiter in die USA emigrierte. Die Schatten der Shoa blieben auf die ein oder andere Weise im Leben aller NS-Opfer präsent und wirken noch bis in die Generation ihrer Enkel:innen hinein.
»Ich reiste zu mehreren Konzentrationslagern, in denen meine Großmutter und ihre Familie inhaftiert gewesen waren, und filmte dort meine eigenen Eindrücke. Parallel dazu las ich über generationenübergreifende Traumata.« – Martha Bijlsma
Neben Musik und Erzählung fließen auch Auszüge aus den selbst gefertigten Videoaufnahmen Martha Bijlsmas aus mehreren Konzentrationslagern in die Performance ein. Darunter das KZ Groß-Rosen und das KZ Herzogenbusch (niederländisch: Kamp Vught), eines von fünf deutschen Konzentrationslagern während des Zweiten Weltkriegs in den Niederlanden. In den Videos sind nicht nur Bilder, kontextgebende Untertitel und Textinformationen zu sehen, sondern die persönliche Perspektive der Cellistin und Enkelin als eigenständige künstlerische Ebene.
Daneben werden Interview-Ausschnitte ihres Großonkels in das Konzert miteinbezogen, der nach dem Krieg nach Israel emigrierte. Diese Aufzeichnung stammt aus dem Archiv der von Regisseur Steven Spielberg gegründeten USC Shoah Foundation. Die Organisation macht sich seit 1994 zur Aufgabe, die Stimmen und Erfahrungen von Holocaust-Überlebenden zu bewahren und nachfolgenden Generationen zur Verfügung zu stellen.
»Ich wusste von Anfang an, dass ich Video einsetzen wollte, denn das Interview mit dem Bruder meiner Großmutter ist unglaublich eindringlich. Allein schon, ihn zu sehen und ihn sprechen zu hören, schafft eine unmittelbare Verbindung.« – Martha Bijlsma
Musikalisch vereint Bijlsma in ihrem Projekt verschiedene Einflüsse, die oftmals nur als Fragmente zu hören sind. Eingang finden etwa von der persönlichen Erinnerung an die Großmutter geprägte Werke: »Sie liebte Max Bruchs Violinkonzert«, erzählt Bijlsma, aber auch an den lateinamerikanischen Schlager Lambada erinnert sie sich, der aus dem Kassettenrekorder ihrer Großmutter zu hören war. Johannes Brahms’ Lied Gestillte Sehnsucht zählt die Cellistin wiederum zu ihren eigenen Lieblingsliedern, das nun zu einer eindringlichen Metapher der Trauer über den Verlust der eigenen Familie geworden sei. Auch das Cello-Solostück Pianissimo des lettischen Komponisten Pēteris Vasks verleihe der Stille und dem Schmerz eine Stimme.
»Ich hoffe, dass die Zuhörer:innen durch die Musik ihre eigenen Bedeutungen und emotionalen Verbindungen herstellen werden.« – Martha Bijlsma
Viele der Werke wurden ursprünglich für Klavier komponiert und sind hier als Arrangements für die ungewöhnliche Besetzung des Ensembles zu hören. Nur Am Horizont. Stille Szene bleibt, wie 1991 von Wolfgang Rihm notiert, im Original für Violine, Violoncello und Akkordeon. »Es ist ein Werk der Besinnung«, so Bijlsma über das Stück, in dem sich die Instrumente auf der Bühne einander leise Botschaften aus der Ferne senden.
Gleich mehrere der für »Don’t Mention the War« ausgewählten Stücke weisen einen historischen Bezug auf: Den Text Friling schrieb Schmerke Kaczerginski nach dem Tod seiner Frau 1943 im Ghetto Vilnius – ebendort komponierte Abraham Brudno auch die zugehörige jüdische Melodie. Kaczerginski schloss sich später den Partisanen an, Brudno starb im KZ-Außenlager Klooga in Estland.
In einem Kriegsgefangenenlager entstand 1940/41 Olivier Messiaens Quatuor pour la fin du temps, das »Quartett für das Ende der Zeit«, wo es mit dem Komponisten am Klavier und vor ca. 400 Insassen auch uraufgeführt wurde. Heute drückt der sechste Satz des Werks (»Danse de la fureur, pour les sept trompettes«, »Tanz des Zorns für die sieben Trompeten«) für Bijlsma auch eine Wut und Frustration aus, die in Gesprächen über den 7. Oktober 2023 und den anhaltenden Krieg in Gaza wieder zum Vorschein kommen – »er schlägt eine Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart«.
»Die Vergangenheit ist niemals einfach nur schwarz und weiß. Der einzige Weg, zu vermeiden, dass wir einander vorschnell beurteilen, besteht darin, weiter miteinander zu reden, weiter zuzuhören und zu versuchen, Komplexität und Nuancen zu verstehen.« – Martha Bijlsma

»Ich möchte diese Geschichte erzählen, weil ich glaube, dass es gerade heute besonders wichtig ist, nicht nur an die Schrecken des Holocaust zu erinnern, sondern auch zu erkennen, wie sich dessen Folgen auf spätere Generationen auswirken.« – Martha Bijlsma
Das künstlerische Ergebnis aus Martha Bijlsmas dokumentarischer Recherche und persönlicher Auseinandersetzung entfaltet sich in einer Klanginstallation aus historischen Radioapparaten: eine Collage aus fortwirkenden Erinnerungen, die sich überschneiden, verschwimmen und widersprechen; eine Performance als musikalische Reflexion der persönlichen Familiengeschichte, in der die fragmentarisch erhaltenen Stimmen der Betroffenen erfahrbar werden.
Das seinerzeit neue Massenmedium Radio (»Volksempfänger«) gilt als das wirkmächtigste Propagandainstrument des NS-Regimes. Es diente der systematischen Indoktrination, Gleichschaltung und Kontrolle der Bevölkerung. Daher wurde die Produktion erschwinglicher Geräte stark forciert.
Gleichzeitig schufen die Geräte aber auch die Möglichkeit, sich durch das Abhören so genannter ausländischer »Feindsender« Informationen z. B. zum Kriegsverlauf aus Alliiertensicht zu verschaffen. Dies war daher verboten und mit schweren Strafen belegt.
Unweigerlich waren die Probenprozesse für die Cellistin eine inspirierende, aber zugleich emotional herausfordernde Zeit: »Es gibt Momente, in denen mir die Tränen in die Augen steigen, wenn ich höre, wie meine Kolleg:innen bestimmte Passagen spielen«, erzählt Bijlsma. Eine bessere Gruppe von Mitwirkenden habe sie sich nicht vorstellen können.
»Kana Sugimura, meine langjährige Freundin und Kammermusikpartnerin im Flex Ensemble, bringt nicht nur ihr außergewöhnliches Violinspiel ein, sondern auch ihre künstlerische Neugier. Sie denkt stets mit über das Projekt nach und hilft dabei, es mitzugestalten.«
»Nico Gutu spielt nicht nur Akkordeon, sondern hat auch einen Großteil des Repertoires arrangiert, das ursprünglich für Klavier komponiert wurde. Er hat die elektronische Live-Ebene der Aufführung geschaffen, die eine völlig neue klangliche Dimension hinzufügt.«
»Daniel Moreira ist vor kurzem zum Team gestoßen, um mich bei der Aufbereitung des von mir gesammelten Videomaterials zu unterstützen. Er hilft mir dabei, meine Ideen in fesselndes visuelles Storytelling umzusetzen.«
»Friederike Blum, die ich über das Fellowship-Programm des Beethovenfests kennengelernt habe, war genau der Blick von außen, den ich gebraucht habe. Sie hat den Prozess mit aufmerksamem Zuhören, Ermutigung und unschätzbaren Ratschlägen begleitet. Anstatt mir zu sagen, was ich tun soll, stellt sie die richtigen Fragen und lenkt meinen Blick auf Aspekte, die ich nicht bedacht hatte. Eine solche Unterstützung zu haben, war ein echter Luxus.«
Noomi J. Bacher
2023 hob das Beethovenfest ein Projekt aus der Taufe, mit dem in Bonn musikalische Zukunft erfunden wird: das Fellowship-Programm. Seitdem bietet das Festival Künstler:innen, Komponist:innen und Ensembles einen Freiraum für Experimente und Innovationen. Die Ergebnisse der mehrmonatigen Projektphasen werden im Festival präsentiert. Zusätzlich werden verschiedene Leuchtturm- und Sonderprojekte realisiert. Martha Bijlsma ist eine von insgesamt vier Fellows 2026.
»Vielen Dank.
Ich bin meiner Familie zutiefst dankbar, dass sie sich Zeit für mich und für dieses Projekt genommen hat und dass wir mit so viel Offenheit und Ehrlichkeit Gespräche führen konnten. Vielen Dank, Papa, Eveline, Froukje, Hans, Bally, Remy, Emile und Oscar. Keiner von euch hat abgelehnt, als ich gefragt habe, ob ich Auszüge aus unseren Gesprächen in dieser Aufführung verwenden darf. Dieses Vertrauen hat mich sowohl erschreckt als auch tief bewegt.
Ich möchte meinen Mitmusiker:innen Kana und Nico für euer musikalisches Schaffen, eure Geduld und euer volles Engagement für dieses Projekt danken.
Daniel, danke für die vielen Stunden, die du damit verbracht hast, alle kleinen Details anzupassen, zu verfeinern und zu lösen.
Und Friederike, meine Mentorin, danke für dein aufmerksames Zuhören, deine Ermutigung und deine unschätzbaren Ratschläge während dieses gesamten Prozesses.
An das Beethovenfest Bonn und insbesondere an das Fellowship-Team, Thomas, Anne-Sophie, Lydia und Sophie: Danke, dass ihr dieses Projekt ermöglicht habt, und für all die Fürsorge, Unterstützung und Bereitschaft, mit mir mitzudenken.
Und Richard, danke, dass du uns dieses wichtige Zeugnis hinterlassen hast. Wir sind uns nie begegnet, aber ich habe so viel in deiner Art zu sprechen wiedererkannt und in deiner Fähigkeit, Hoffnung und Positivität zu finden, selbst wenn es davon scheinbar nur sehr wenig gibt.
Oma Loes, Leny, Tiny, Nora, Han, Julie, Rebecca, Maurits, Miel, Lo, Annie, Tonny und Martijn, ich bin froh, euch ein bisschen besser kennengelernt zu haben.
Und ich werde euch in meinem Herzen tragen.«
Martha Bijlsma

Friedrich Rückert
In goldnen Abendschein getauchet,
Wie feierlich die Wälder stehn!
In leise Stimmen der Vöglein hauchet
Des Abendwindes leises Wehn.
Was lispeln die Winde, die Vögelein?
Sie lispeln die Welt in Schlummer ein.
Ihr Wünsche, die ihr stets euch reget
Im Herzen sonder Rast und Ruh!
Du Sehnen, das die Brust beweget,
Wann ruhest du, wann schlummerst du?
Beim Lispeln der Winde, der Vögelein,
Ihr sehnenden Wünsche, wann schlaft ihr ein?
Ach, wenn nicht mehr in goldne Fernen
Mein Geist auf Traumgefieder eilt,
Nicht mehr an ewig fernen Sternen
Mit sehnendem Blick mein Auge weilt;
Dann lispeln die Winde, die Vögelein
Mit meinem Sehnen mein Leben ein.
Das bewegende jiddische Lied Friling (Frühling) wurde im April 1943 von Shmerke Kaczerginski nach dem Tod seiner Frau Barbara im Ghetto von Vilnius geschrieben. Unterlegt mit einer Tangomelodie, die sein Mitgefangener Avrom Brudno komponiert hatte, erzählen die Liedtexte von der Traurigkeit, der Verzweiflung und der Einsamkeit des Autors.
lkh blondzhe in geto
Fun gesl tsu gesl
Un ken nit gefinen keyn ort:
Nito iz mayn liber,
Vi trogt men ariber? —
Mentshn, o zogt khotsh a vort.
Es laykht af mayn heym itst
Der himl der bloyer —
Vos zhe hob ikh itst derfun?
lkh shtey vi a betler
Bay yetvedn toyer
Un betl — a bisele zun.
Friling, nem tsu mayn troyer.
Un breng mayn libstn,
Mayn trayen tsurik.
Friling, af dayne fligl bloye,
O, nem mayn harts mit
Un gib es op mayn glik.
lkh gey tsu der arbet
Farbay undzer shtibl,
In troyer — der toyer farmakht.
Der tog a tsehelter,
Di blumen farvelkte,
Zey vyanen — far zey iz oykh nakht.
Far nakht af tsurikvegs,
Es noyet der troyer.
Ot do hostu, libster, gevart.
Ot do inem shotn
Nokh kentik dayn trot iz,
Flegst kushn mikh liblekh un tsart.
Friling, nem tsu mayn troyer ...
S’iz hayor der friling
Gor fri ongekumen,
Tseblit hot zikh benkshaft nokh dir.
lkh ze dikh vi itster
Balodn mit blumen,
A freyd iker geystu tsu mir.
Di zun hot fargosn
Dem gortn mit shtraln.
Tsheshprotst hot di erd zikh in grin.
Mayn trayer, mayn libster,
Vu bistu farfaln? —
Du geyst nit aroys fun mayn zin.
Friling, nem tsu mayn troyer ...
Ich irre durch das Ghetto,
Von Gasse zu Gasse,
Vergeblich, ich finde keinen Zufluchtsort;
Meine Geliebte ist fort.
Oh, wie soll ich das ertragen?
Will denn niemand etwas Gütiges sagen!
Mein Haus erstrahlt nun,
Der Himmel ist so viel blauer –
Was bedeutet das in meinem Leben?
Ich stehe da wie ein Bettler,
Ich kauere an den Toren
Und bettle um eine Handvoll Licht.
Frühling, vertreibe meine Trauer.
Bring mir meine Geliebte,
Meine Liebste zu mir.
Frühling, blaue Flügel wirst du mir leihen,
Oh, nimm mein armes Herz,
Und gib mir meine Freude zurück.
Ich gehe zur Arbeit,
Ich komme an unserer Behausung vorbei,
Trostlos ist das Tor nun fest verschlossen;
Der Tag badet im Sonnenschein,
Traurige Blumen verblassen.
Sie weinen, denn auch für sie ist es Nacht.
Nachts, wenn ich zurückkehre,
Von tiefer Traurigkeit geplagt,
Genau hier, meine Liebe, hast du auf mich gewartet.
Genau hier im Schatten
Höre ich noch immer deine Schritte.
Deine Arme umarmten mich so zärtlich.
Frühling, vertreibe meine Trauer ...
Dieses Jahr ist der Frühling
So früh bei uns,
Meine Sehnsucht nach dir bricht in voller Blüte aus,
Ich sehe dich so, als wärst du jetzt hier, meine Liebe,
Ganz mit Blumen bedeckt,
Voller Freude wirst du bald zu mir kommen.
Die Sonne hat nun
Den Garten mit Sonnenschein überflutet,
Die Erde ist ganz mit Grün bedeckt.
Mein Liebling, meine Geliebte,
Bist du für immer verloren?
Mein Verstand kann nicht begreifen, was das bedeutet.
Frühling, vertreibe meine Trauer ...
Founding members Arndt and Helmut Andreas Hartwig
Dr. Michael Buhr und Dr. Gabriele Freise-Buhr
Godesberg Gastronomie & Event GmbH
LTS Lohmann Therapie-Systeme AG
Andrea und Ekkehard Gerlach
Hans-Joachim Hecek und Klaus Dieter Mertens
Dr. Thomas und Rebecca Ogilvie
Albert Tonger Immobilien e. K.
Braunschweiger Privatbank, Köln
Maria und Christoph Bader
Bernd Böcking
Dr. Sigrun Eckelmann† und Johann Hinterkeuser
Dr. Hiltrud Kastenholz und Herbert Küster
Dr. Stefanie Montag und Dr. Stephan Herberhold
Dr. Luciano und Ulrike Pizzulli
Julia Rabus und Mirko Klemm
Jannis Ch. Vassiliou und Maricel de la Cruz
Tim Achtermeyer MdL
Judith und Tobias Andreae
Dr. Frank Asbeck und Susanne Birkenstock
Bettina Böttinger und Martina Wziontek
Anja Bröker
Philipp Buhr und Marie-Madeleine Zenker
Tim und Jessi Buhr
Katja Burkard und Hans Mahr
Claudia Cieslarczyk und Heiko von Dewitz
Rüdiger und Andrea Depkat
Guido Déus
Prof. Dr. Udo und Bettina Di Fabio
Walter Droege und Hedda im Brahm-Droege
Ralf und Antje Firmenich
Tobias Grewe und Dr. Jan Hundgeburth
Jörg Großkopf und Peter Daubenbüchel
Prof. Monika Grütters
Lothar und Martha Harings
Dr. Bernhard Helmich und Mai Hong
Dr. Eckart und Ulla von Hirschhausen
Dr. Sabine Hoeft und Thomas Geitner
Prof. Dr. Frank G. und Ulrike Holz
Prof. Dr. Wolfgang und Dr. Brigitte Holzgreve
Martin Hubert und Martina und Martha Marzahn
Stephan und Sirka Huthmacher
Dirk und Viktoria Kaftan
Dr. Christos Katzidis MdL und Ariane Katzidis
Andrea, Tim und Jan Kluit
Dr. Eva Kraus
Dr. Markus Leyck Dieken und Peter Kraushaar
Peter und Katharina Limbourg
Nathanael Liminski MdL und Hanna Liminski
Horst und Katrin Lingohr
Marianne und Stefan Ludes
Dr. Peter Lüsebrink und Karl-Heinz von Elern
Barbara Massing
Michael Mronz und Markus Felten
Prof. Dr. Georg und Doris Nickenig
Dr. Solveig Palm
Alexandra Pape und Malte von Tottleben
Christian A. und Rita Rast
Hans-Arndt und Julia Riegel
Prof. Dr. Manuel und Aila Ritter
Ilona Schmiel
Matthias und Steffi Schulz
Moritz Seibert
Stephan Schwarz und Veronika Smetackova
Annette Schwolen-Flümann und Thomas Flümann
Prof. Walter Smerling und Beatrice Blank
Elisabeth Sobotka und Prof. Dr. Hans Peter Wehrli
Peter und Annette Storsberg
Prof. Burkhard und Friederike Sträter
Prof. Dr. Hendrik Streeck MdB und Paul Zubeil
Ulrich und Petra Voigt
Oliver und Diane Welke
Dr. Vera Westermann und Michael Langenberg
Dr. Matthias Wissmann und Francisco Rojas
Christian van Zwamen und Gerd Halama
Jutta und Ludwig Acker * Prof. Dr. Wolfgang Angerstein * Alexandra Asbeck * Dr. Rainer und Liane Balzien * Munkhzul Baramsai * Christina Barton van Dorp und Dominik Barton * Christoph Becker und Ursula Baierl-Becker * Christoph Beckmanns * Prof. Dr. Christa Berg * Prof. Dr. Arno und Angela Berger * Christoph Berghaus * Klaus Besier * Ingeborg Bispinck-Weigand * Christiane Bless-Paar und Dr. Dieter Paar * Frank-Michael Böhle und Elvira Pietzka-Böhle * Dr. Ulrich und Barbara Bongardt * Anastassia Boutsko * Anne Brinkmann * Ingrid Brunswig * Lutz Caje * Gabriele und Robert Carl * Elmar Conrads-Hassel und Dr. Ursula Hassel * Ingeborg und Erich Dederichs * Geneviève Desplanques * Irene Diederichs * Michael Eckhardt und Birgit Wolter * Christel Eichen und Ralf Kröger * Elisabeth Einecke-Klövekorn * Dr. Martina Endepohls-Ulpe und Alexander Ulpe * Heike Fischer und Carlo Fischer-Peitz * Dr. Gabriele und Ulrich Föckler * Prof. Dr. Eckhard Freyer * Johannes Geffert * Silke und Andree Georg Girg * Dr. Helga-Maleen Gerresheim * Margareta Gitizad * Carsten Gottschalk * Ulrike und Axel Groeger * Marta Gutierrez und Simon Huber * Cornelia und Dr. Holger Haas * Sylvia Haas * Christina Ruth Elise Hendges * Renate und L. Hendricks * Peter Henn * Prof. Ingeborg Henzler und Dr. Mathias Jung * Heidelore und Prof. Werner P. Herrmann * Dr. Monika Hörig * Georg Peter Hoffmann und Heide-Marie Ramsauer * Dr. Francesca und Dr. Stefan Hülshörster * Karin Ippendorf * Angela Jaschke * Dr. Michael und Dr. Elisabeth Kaiser * Elisabeth und Rolf-Dieter Kaißer * Agnieszka Maria und Jan Kaplan * Dr. Reinhard Keller * Dr. Ulrich und Marie Louise Kersten * Rolf Kleefuß und Thomas Riedel * Dr. Gerd Knischewski * Norbert König und Clotilde Lafont-König * Sylvia Kolbe * Peter Kreutzer * Sigrid Kümmerlein * Gisela Kunz * Dr. Hans Dieter und Ursula Laux * Ute und Dr. Ulrich Kolck * Manfred Koschnick und Arne Siebert * Lilith Matthiaß-Küster und Norbert Küster * Thea Kutzscher * Ruth und Bernhard Lahres * Renate Leesmeister * Gernot Lehr und Dr. Eva Sewing * Traudl und Reinhard Lenz * Florian H. Luetjohann * Moritz Magdeburg * Dr. Charlotte Mende * Heinrich Meurs * Heinrich Mevißen * Dr. Dr. Peter und Dr. Ines Miebach * Karl-Josef Mittler * Dr. Josef Moch * Esther und Laurent Montenay * Friedrich Wilhelm Moog und Vera Walther-Moog * Katharina und Dr. Jochen Müller-Stromberg * Dr. Nicola und Dr. Manuel Mutschler * Dr. Gudula Neidert-Buech und Dr. Rudolf Neidert * Gerald und Vanessa Neu * Lydia Niewerth * Wolfram Nolte * Mark und Rita Opeskin * Céline Oreiller * Dieter und Brigitta Penning * Carol Ann Pereira * Gabriele Poerting * Dr. Manfred und Dorothee van Rey * Ruth Schmidt-Schütte und Hans Helmuth Schmidt * Dr. Andreas und Bettina Rohde * Prof. Dr. Tilman und Astrid Sauerbruch * Ingrid Scheithauer * Monika Schmuck * Markus Schubert * Simone Schuck * Petra Schürkes-Schepping * Dr. Manfred und Jutta von Seggern * Prof. Dr. Norma Selve * Prof. Dr. Wolfram Steinbeck * Dr. Andreas Stork * Michael Striebich * Dr. Corinna ten Thoren und Martin Frevert * Verena und Christian Thiemann * Dr. Sabine Trautmann-Voigt und Dr. Bernd Voigt * Hermann und Bettina Ude * Katrin Uhlig * Carrie Walter und Gabriel Beeby * Susanne Walter * Aino Ritva Weyers und Nadeem Hajouj * Ruth Winterwerp-van den Elzen und Jürgen Winterwerp * Dr. Bettina und Dr. Matthias Wolfgarten
Iklim Arikan * Linda Dahn * Lasse Frings * Ricci Frosio * Lin Golenia * Emilia Hecke * Victoria Emilia Holz * M Hornauer * Zsolt Máté Kiss * Jonas Kotulla * Marie Meißner * Felix Mennicken * Linus Neunkirchen * Felix Schuck * Hannah Speckmann * Charlotte Speckmann * Nelly Sophia Stach * Till Steinert * Johanna von Bargen * Florens Windelen * Yolanda Winter * Akichika Yukawa * Tom Ziese
Martha Bijlsma ist eine Cellistin, die international in renommierten Sälen und bei Festivals auftritt und mehrere CDs veröffentlichte. Als Cellistin des Klavierquartetts Flex Ensemble wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Sie unterrichtete Cello am Hamburger Konservatorium und ist Dozentin für Kammermusik in Hannover. Im Rahmen des Dorothea Erxleben-Stipendiums übernahm sie dort 2022 und 2024 die künstlerische Leitung des Kammermusikfestivals.
Die von Bijlsma mitgegründete Konzertreihe »imPULS« realisiert interdisziplinäre Projekte und kreative Kooperationen wie mit dem Post Theater und farout artistic research. Gemeinsam mit dem Flex Ensemble entwickelte sie die mobile Konzertbühne reFLEX und war künstlerische Leiterin des Kammermusikfestes Rheinhessen. Zu ihren Kammermusikpartner:innen zählen u. a. das Kuss Quartett und Albrecht Mayer, außerdem arbeitet Bijlsma mit zeitgenössischen Komponist:innen, etwa bei Projekten mit Gordon Williamson, Brigitta Muntendorf und Gérard Pesson.
2026 ist sie Fellow beim Beethovenfest Bonn und präsentiert in diesem Rahmen einige von ihr konzipierte Konzertformate.
In New York als Kind japanischer Eltern geboren, studierte Kana Sugimura Violine u. a. in Tokio, London und Hannover. Sie erhielt Auszeichnungen bei vielen internationalen Wettbewerben wie der International Violin Competition in Qingdao, dem Premio Trio di Trieste Kammermusikwettbewerb sowie beim Internationalen Joseph Joachim Violinwettbewerb in Hannover.
Im Jahr 2007 spielte sie zusammen mit dem Linos Ensemble die Uraufführung des Violinkonzerts von Alban Berg in der Bearbeitung für Kammerensemble von Andreas Tarkmann. Als Gastkonzertmeisterin spielte sie u. a. bei dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim, dem Sinfonieorchester St. Gallen und der NDR Radiophilharmonie.
Sie ist Mitgründerin des Klavierquartetts Flex Ensemble und konzentriert sich in den letzten Jahren auf den Bereich der Kammermusik. Viele Konzerte des Ensembles wurden live übertragen. 2014 veröffentlichte es seine CD-Debüt The Arrival of Night, 2019 folgte die Einspielung Au Suivant und 2020 dann Inside Eroica.
Nico Gutu ist ein international ausgezeichneter Akkordeonist. Er studierte in Weimar, Frankreich, Italien und Moldawien. Seit 2019 studiert er an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover als einziger Akkordeonist in Deutschland Jazz und Improvisation.
Er arbeitete mit berühmten Musiker:innen und kooperierte interdisziplinär etwa mit dem Théâtre à Tempo, dem Theater Bonn sowie mit Mitgliedern von Orchestern wie dem WDR Sinfonieorchester oder der NDR Radiophilharmonie. Als Solist spielte er mit dem Orchestra della Calabria, beim Heidelberger Frühling, in der Berliner Philharmonie und bei zahlreichen Konzerten weltweit.
Nico Gutu entwickelt eigene Konzertformate, in denen er auch als Dramaturg und Regisseur tätig ist. Zu seinen Werken zählen die Performance Pace mia Terra sowie das Auftragswerk Parcul. Sein Wissen gibt er durch Meisterkurse, Workshops und seine Tätigkeit als Juror bei internationalen Wettbewerben an den musikalischen Nachwuchs weiter.
Daniel Moreira ist ein deutsch-brasilianischer E-Gitarrist, Komponist, Dirigent und Videokünstler. Er studierte Komposition, Musiktheorie und Dirigieren in Deutschland, den USA und Brasilien. Als Gitarrist bewegt er sich zwischen den Welten: klassisch ausgebildet, spielt er zugleich in Pop- und Jazz-Projekten mit unterschiedlichen Bands und Ensembles.
Als Dirigent arbeitete Moreira mit Neue-Musik-Klangkörpern wie Ensemble Modern, Aarhus Sinfonietta und Insomnio Ensemble zusammen. Spezialisiert auf zeitgenössisches Repertoire hat er Werke zahlreicher internationaler Komponist:innen unterschiedlicher Sparten uraufgeführt und ist Hauptdirigent des Ensemble Lemniscate sowie des Asambura Ensemble. Seine Kompositionen wurden weltweit bei renommierten Festivals aufgeführt.
Moreira gründete 2023 das Social-Media-Projekt »Noise Arcade«, über das er auf YouTube und Instagram Video-Performances und gitarrenbezogene Inhalte veröffentlicht – als Musiker, Produzent und Video-Editor in Personalunion. Daneben arbeitet er als Video-Editor für große YouTube-Creator. Er lehrt Komposition, Musiktheorie, Dirigieren und Ensemblespiel an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.
Friederike Blum studierte Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und Angewandte Theaterwissenschaften in Gießen. Sie arbeitete als Regieassistentin und Spielleiterin an Opernhäusern, z. B. der Hamburgischen Staatsoper, dem Staatstheater Braunschweig und der Bayerischen Staatsoper sowie für freie und experimentelle Musiktheaterproduktionen.
In ihrer Arbeit als Regisseurin fokussierte sie sich zunehmend auf die Inszenierung zeitgenössischer Musik und der Entwicklung neuer Formen des Musiktheaters. Eigene Regiearbeiten waren bisher u. a. die Uraufführung Ich aus Angst am Theater Osnabrück, die Projekte WegWeise und WegWandel am Theater Bremen, die mit Jugendlichen entwickelt und aufgeführt wurden, die Kurzoper Orpheus Moments bei der Biennale Musica in Venedig sowie die Uraufführung der Kinderoper Frank und Bert an der Bayerischen Staatsoper. 2023 wurde sie für ihre Inszenierung von Peter Eötvös’ Tri Sestry am Theater Hagen mit dem Götz-Friedrich-Preis ausgezeichnet.
Wir – das Beethovenfest Bonn – laden ein, in einem offenen und respektvollen Miteinander Beethovenfeste zu feiern. Dafür wünschen wir uns Achtsamkeit im Umgang miteinander: vor, hinter und auf der Bühne.
Für möglicherweise auftretende Fälle von Grenzüberschreitung ist eine interne Ansprechstelle erreichbar für Publikum, Künstler:innen und Mitarbeiter:innen.
Wir sind ansprechbar über eine Telefon-Hotline (+49 228 2010321, im Festival täglich von 13–21 Uhr) oder per E-Mail (awareness@beethovenfest.de).
Werte und Überzeugungen unseres Miteinanders sowie weitere externe Kontaktmöglichkeiten können hier auf unserer Website aufgerufen werden.
Das Beethovenfest Bonn 2026 steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst.
Programmheftredaktion:
Sarah Avischag Müller
M Hornauer
Die Texte von Noomi J. Bacher sind Originalbeiträge für dieses Programmheft.