Lieder über die Heimatlosigkeit und die Sehnsucht nach dem Ankommen, zu einem Gesamterlebnis verbunden von Bariton Jonas Müller.
Di 15.9.2026
19.30 Uhr, Beethoven-Haus Bonn
Jonas Müller & Anna Gebhardt
- Vokal
- € 29
Mitwirkende
- Jonas Müller Bariton
- Anna Gebhardt Klavier
Programm
***
Drang in die Ferne D 770 & Der Wanderer D 489
Liederkreis op. 24
»Fünf Hollywood-Elegien« & »An den kleinen Radioapparat« aus Hollywooder Liederbuch
Abendstern D 806 & Frühlingsglaube D 686
Auf einen Blick
Was erwartet mich?
Wie klingt das?
Beschreibung
Wo finde ich mein Zuhause? Darüber singt man seit Menschengedenken. Jonas Müller erzählt mit einem wunderbar arrangierten Reigen aus Kunstliedern von der Hoffnung, irgendwo auf der Welt ankommen zu dürfen. Der 27-jährige Bariton erhielt den Musikpreis der deutschen Wirtschaft 2025. Die Jury überzeugte vor allem sein »programmatischer Bogen, der von Authentizität und Ernsthaftigkeit geprägt war« – was er auch bei diesem Liederabend unter Beweis stellt.
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Alle BeiträgeMitwirkende
Jonas Müller Bariton
(Preisträger des Musikpreises der deutschen Wirtschaft 2025)
Anna Gebhardt Klavier
Programm
»Irgendwo auf der Welt«
Verheißung – Er fand glücklich das schön’re Land
Franz Schubert (1797–1828)
Drang in die Ferne D 770
Robert Schumann (1810–1856)
Liederkreis op. 24
1. Morgens steh’ ich auf und frage
2. Es treibt mich hin
3. Ich wandelte unter den Bäumen
4. Lieb’ Liebchen
5. Schöne Wiege meiner Leiden
6. Warte, warte wilder Schiffmann
7. Berg’ und Burgen schaun herunter
8. Anfangs wollt ich fast verzagen
9. Mit Myrten und Rosen
Erwachen – Wo bist du, mein geliebtes Land
Franz Schubert
Der Wanderer D 489
Hanns Eisler (1898–1962)
»Fünf Hollywood-Elegien« aus Hollywooder Liederbuch
1. Unter den grünen Pfefferbäumen
2. Die Stadt ist nach den Engeln genannt
3. Jeden Morgen, mein Brot zu verdienen
4. Diese Stadt hat mich belehrt
5. In den Hügeln wird Gold gefunden
Hanns Eisler
»An den kleinen Radioapparat« aus Hollywooder Liederbuch
Pause
Enttäuschung – Und bleibe trauernd still daheim
Franz Schubert
Abendstern D 806
Gustav Mahler (1860–1911)
Lieder eines fahrenden Gesellen
1. Wenn mein Schatz Hochzeit macht
2. Ging heut morgen übers Feld
3. Ich hab’ ein glühend Messer
4. Die zwei blauen Augen von meinem Schatz
Hoffnung – Nun muss sich alles wenden
Franz Schubert
Frühlingsglaube D 686
Richard Strauss (1864–1949)
Vier Lieder op. 27
1. Ruhe, meine Seele!
2. Cäcilie
3. Heimliche Aufforderung
4. Morgen!
Moderation durch die Künstler:innen
Über den Konzertabend
Konzertdauer: ca. 110 Minuten
Für ein ungestörtes Konzerterlebnis bitten wir Sie, auf Foto- und Videoaufnahmen zu verzichten.
Zusätzlich zu Blumen schenken wir den Künstler:innen Blüh-Patenschaften, mit deren Hilfe in der Region Bonn Blumenwiesen angelegt werden.
In Kooperation mit dem Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft
Das Konzert ist Teil des Musikpreises des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft, mit dem Jonas Müller im Jahr 2025 ausgezeichnet wurde. Der begehrte Preis umfasst neben einem Preisgeld die Kulturkreis-Tournee mit Auftrittsmöglichkeiten bei den renommierten Partnerfestivals.
Kulturkreis der deutschen Wirtschaft
Der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft wurde 1951 gegründet und ist die traditionsreichste Institution für unternehmerische Kulturförderung in Deutschland. Als unabhängiges Netzwerk engagierter Unternehmen setzt er sich für Kunstfreiheit als zentrale Säule der Demokratie ein. Im Zentrum seiner Arbeit steht seit über 70 Jahren die Förderung von Nachwuchstalenten in den Bereichen Architektur, Bildende Kunst, Literatur und Musik. Dank Mitgliedsbeiträgen und Spenden konnte der Kulturkreis bereits zahlreiche Kunstschaffende zu Beginn ihrer Karriere unterstützen, darunter herausragende Persönlichkeiten wie Heinrich Böll, Ingeborg Bachmann, Günter Grass, Georg Baselitz, Sabine Meyer, Katharina Sieverding, Tabea Zimmermann, Rosemarie Trockel, Candida Höfer, Robert Menasse und Thomas Demand.
Musikpreis der deutschen Wirtschaft
Der Musikpreis der deutschen Wirtschaft unterstützt Musiker:innen dabei, ihre künstlerischen Visionen zu verwirklichen. Die Förderung umfasst ein Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro sowie Auftrittsmöglichkeiten bei den renommierten Partnerfestivals der Kulturkreis-Tournee. Diese Festivals bieten Musiker:innen eine einzigartige Plattform, ihr Talent einem breiten Publikum zu präsentieren. Zu den Partnerfestivals des Musikpreises und damit der Kulturkreis-Tournee zählen das Beethovenfest Bonn, die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, das Rheingau Musik Festival, die Ludwigsburger Schlossfestspiele, der Heidelberger Frühling und das Lucerne Festival.
Der Förderbereich Musik des Kulturkreises wird vom G. Henle Verlag, der Peter Klöckner-Stiftung sowie von Dr. Arend Oetker unterstützt.
Einleitung
Die Sehnsucht nach einem Zuhause ist eines der ewigen Themen des Lebens und der Kunst. »Nach Hause/Daheim« lautet das Motto des Beethovenfests Bonn 2026, das die Rückkehr in die sanierte Beethovenhalle feiert. »Dort, wo du nicht bist, ist das Glück«, singt Schuberts Wanderer und bringt damit auf den Punkt, dass mit Heimat auch ein innerer Ort, ein Gefühl des Ankommens gemeint sein kann. Der Bariton Jonas Müller hat einen weit ausgreifenden Reigen von Kunstliedern zusammengestellt, die von der Hoffnung erzählen, irgendwo auf der Welt ankommen zu dürfen, aber auch von der bitteren Erkenntnis singen, dass das wahre Glück unerreichbar bleibt. Der 27-Jährige wurde mit dem Musikpreis der deutschen Wirtschaft 2025 ausgezeichnet. Die Jury überzeugte vor allem sein »programmatischer Bogen, der von Authentizität und Ernsthaftigkeit geprägt war«.
Teil 1: Verheißung
Unbändiges Fernweh
Jonas Müllers Liedprogramm folgt nicht nur den Sehnsüchten der Romantiker und Spätromantiker nach Liebe und Freiheit, sondern bringt auch den Komponisten Hanns Eisler zu Gehör, der im 20. Jahrhundert vor den Nazis in die Neue Welt floh und ernüchtert das Leben in Hollywood besang. »Irgendwo auf der Welt« hat Jonas Müller daher sein Gesamtprogramm übertitelt, das er in vier Kapitel unterteilt, die man als emotionale Stationen einer Reise auf der Suche nach Heimat verstehen kann.
Das Kapitel »Verheißung – Er fand glücklich das schön’re Land« bildet den Auftakt und lässt auf Franz Schuberts Lied Drang in die Ferne Robert Schumanns Liederkreis op. 24 folgen. Schuberts Lied schildert in verdichteter Form die drängend-ruhelose Grundstimmung eines jungen Mannes, der sich von der Natur inspirieren lässt, um sich von seiner Heimat loszusagen. Er folgt lieber dem Beispiel der Wolken und der Flüsse, um ein »schön’res Land«, also eine neue Heimat, zu finden.

Schumanns Liebeslandschaften
Robert Schumann war stark beeinflusst von Franz Schubert und komponierte die meisten seiner Lieder im »Liederjahr« 1840. Mit Heinrich Heine hatte Schumann einen Dichter gefunden, der ihn besonders stark inspirierte. Den Gipfel dieser Auseinandersetzung bildet die Dichterliebe, aber bereits im wenige Monate zuvor komponierten Liederkreis klingt vieles an, was den reifen Liedkomponisten Schumann auszeichnet.
Vor dem »Liederjahr« hatte Schumann fast ausschließlich Klaviermusik komponiert, doch mit der Eindeckung von Heinrich Heines Lyrik und dessen »Buch der Lieder« tat sich für ihn eine neue Welt auf:
»Ach, Clara, was das für eine Seligkeit ist, für Gesang zu schreiben; die hatte ich lang entbehrt.«
So schreibt Schumann an seine Braut Clara, die er noch im selben Jahr 1840 heiraten wird. Durch den Liederkreis op. 24 zieht sich das Thema des Wanderns und die Begegnung mit unterschiedlichsten Landschaften, die der Bariton Thomas Hampson einmal als »Liebeslandschaften« bezeichnet hat.
Teil 2: Erwachen
Ein Fremdling überall
Das zweite Kapitel mit dem Titel »Erwachen – Wo bist du, mein geliebtes Land?« beginnt wieder mit einem ikonischen Lied von Franz Schubert: Der Wanderer gilt als musikalische Verdichtung des Lebensgefühls einer ganzen Epoche. Nach dem gesellschaftlichen Aufbruch der Französischen Revolution machte sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein Gefühl des Stillstands, der Lähmung breit. Die Künstler:innen träumten vom Aufbruch in andere, freiere Welten, schilderten aber auch Verzweiflung und Vereinsamung: »Ich bin ein Fremdling überall« singt Schuberts Wanderer. Ein Lebensgefühl, dem sich Hanns Eisler, der als Jude und Kommunist vor den Nationalsozialisten in die USA floh, durchaus anschließen konnte. Auch wenn er in den Fünf Hollywood-Elegien und dem Song An den kleinen Radioapparat aus dem Hollywooder Liederbuch auch Töne von grimmiger Heiterkeit anschlägt. Gemeinsam mit seinem Textdichter Bertolt Brecht arbeitete er an einem künstlerischen ›Gegengift‹ gegen die trügerische Traumwelt Hollywoods und die Utopien der deutschen Emigranten, aber auch gegen die Ästhetik der Nazis.

Teil 3: Enttäuschung
Ein Messer in der Brust
Das dritte Kapitel widmet sich unter dem Titel »Enttäuschung – Und bleibe trauernd still daheim« der Tragik nicht erwiderter Liebe. Schuberts Abendstern ruft einen einsamen Stern an, der jedoch als »der Liebe treuer Stern« antwortet. Jonas Müller lässt auf diese stille Melancholie Schuberts Gustav Mahlers Lieder eines fahrenden Gesellen folgen, vier Lieder, die ein Wechselbad leidenschaftlicher Gefühle zwischen Trauer, Verzweiflung – wie in Ich hab’ ein glühend Messer in meiner Brust – und Resignation schildern. Mahler verarbeitete damit eine unerwiderte Liebe und vertonte vier Gedichte, die er selbst für die Geliebte verfasst hatte. Ein Teil des Textes zu dem ersten Lied Wenn mein Schatz Hochzeit macht stammt jedoch aus der Sammlung Des Knaben Wunderhorn. Mahlers erster Liederzyklus entstand für Klavierbegleitung, erst später orchestrierte er die Lieder, mit denen er sehr bewusst auf zentrale Motive von Schuberts Liederzyklen wie etwa die Wanderschaft, Einsamkeit und unglückliche Liebe zurückgriff.
Teil 4: Hoffnung

Ersehnte Nacht
Optimistisch lässt Jonas Müller seinen Liederabend mit dem Kapitel »Hoffnung – Nun muss sich alles wenden« enden. Schuberts Frühlingsglaube bildet den Auftakt, der Text von Ludwig Uhland betrachtet die Euphorie eines beginnenden Frühlings als Ermunterung für das »arme Herz«: »Vergiss der Qual!« ruft Schubert ihm zu. In der Euphorie einer glückenden Liebe komponierte Richard Strauss seine Vier Lieder op. 27, denn der Komponist machte sie seiner »geliebten Pauline« am 10. September 1894 zum Hochzeitsgeschenk. Pauline de Ahna war eine begabte Sängerin, Strauss schrieb ihr viele Werke sozusagen in die Kehle und hatte sie auch bei den Sopran-Rollen seiner Opern stets im Ohr. Die Vier Lieder auf Texte verschiedener Dichter sind durchweg von schwärmerischem, teils euphorisch ausbrechendem Charakter und zählen zu den bekanntesten Liedern aus Strauss’ Feder, wie etwa die Heimliche Aufforderung.
Jonas Müller: Stimmtalent
Von der Hexe Lisbeth zum Liedgesang
Sein Gesangs-Talent hat Jonas Müller bereits als Grundschüler entdeckt:
»In einem Kindermusical habe ich meine erste große Rolle gesungen, die Hexe Lisbeth. Es war herrlich. Und da saß meine Mama im Publikum und hat mir später gesagt, dass ihr die Kinnlade runtergefallen ist, weil ich schon – auf gut Deutsch – so eine Rampensau war, damals schon in der zweiten, dritten Klasse.«
Das zweite Aha-Erlebnis auf der Bühne wiederholte sich mit knapp 15 Jahren in der Big-Band des musischen Gymnasiums von Niederalteich. Müllers Auftritt mit Michael Bublés It’s a Beautiful Day gab dann den Ausschlag, eine Gesangskarriere anzustreben: »Ich singe den ersten Ton und wusste, das ist meine Bühne. Das hat sich so richtig angefühlt.« An der Würzburger Musikhochschule traf er dann den großen Liedbegleiter Gerold Huber. Der Pförtner der Musikhochschule brachte sie zusammen: »Er sagte zu Gerold: Ich habe da einen für dich, einen anderen Niederbayern. Und der sagte gleich: Kommst du mal vorbei? So kam die Connection mit Gerold zustande und auch meine hohe Liedaffinität.«
Schubert als Stichwortgeber
Ein erstes Vorsingen bei einer empfohlenen Gesangslehrerin absolvierte Jonas Müller noch als Tenor. Sie stellte eine entscheidende Frage: »Möchtest du lieber ein Tenor sein, der immer mit der Höhe kämpft oder ein Bariton mit einer tollen Höhe?« Die Entscheidung fiel schnell, und heute ist Jonas Müller ein Bariton mit einer unangestrengten Höhe, der im Liedgesang ein Zentrum seines Schaffens sieht, aber auch in der Oper Erfolge feiert.
Die Programmzusammenstellung des heutigen Abends ergab sich aus Überlegungen für einen weiteren Auftritt beim Lucerne Festival, das unter dem Motto American Dream steht.

Regine Müller
Wir danken den Mitgliedern des Freundeskreises
MÄZEN
Gründungsmitglieder Arndt und Helmut Andreas Hartwig
PLATIN
Dr. Michael Buhr und Dr. Gabriele Freise-Buhr
Godesberg Gastronomie & Event GmbH
GOLD
LTS Lohmann Therapie-Systeme AG
Andrea und Ekkehard Gerlach
Hans-Joachim Hecek und Klaus Dieter Mertens
Dr. Thomas und Rebecca Ogilvie
Albert Tonger Immobilien e. K.
Braunschweiger Privatbank, Köln
SILBER
Maria und Christoph Bader
Bernd Böcking
Dr. Sigrun Eckelmann† und Johann Hinterkeuser
Dr. Stefanie Montag und Dr. Stephan Herberhold
Dr. Luciano und Ulrike Pizzulli
Julia Rabus und Mirko Klemm
Jannis Ch. Vassiliou und Maricel de la Cruz
AUF EMPFEHLUNG unserer Mäzene Arndt und Helmut Andreas Hartwig
Tim Achtermeyer MdL
Judith und Tobias Andreae
Dr. Frank Asbeck und Susanne Birkenstock
Bettina Böttinger und Martina Wziontek
Anja Bröker
Philipp Buhr und Marie-Madeleine Zenker
Tim und Jessi Buhr
Katja Burkard und Hans Mahr
Claudia Cieslarczyk und Heiko von Dewitz
Rüdiger und Andrea Depkat
Guido Déus
Prof. Dr. Udo und Bettina Di Fabio
Walter Droege und Hedda im Brahm-Droege
Ralf und Antje Firmenich
Tobias Grewe und Dr. Jan Hundgeburth
Jörg Großkopf und Peter Daubenbüchel
Prof. Monika Grütters
Lothar und Martha Harings
Dr. Bernhard Helmich und Mai Hong
Dr. Eckart und Ulla von Hirschhausen
Dr. Sabine Hoeft und Thomas Geitner
Prof. Dr. Frank G. und Ulrike Holz
Prof. Dr. Wolfgang und Dr. Brigitte Holzgreve
Martin Hubert und Martina und Martha Marzahn
Stephan und Sirka Huthmacher
Dirk und Viktoria Kaftan
Dr. Christos Katzidis MdL und Ariane Katzidis
Andrea, Tim und Jan Kluit
Dr. Eva Kraus
Dr. Markus Leyck Dieken und Peter Kraushaar
Peter und Katharina Limbourg
Nathanael Liminski MdL und Hanna Liminski
Horst und Katrin Lingohr
Marianne und Stefan Ludes
Dr. Peter Lüsebrink und Karl-Heinz von Elern
Michael Mronz und Markus Felten
Prof. Dr. Georg und Doris Nickenig
Dr. Solveig Palm
Alexandra Pape und Malte von Tottleben
Christian A. und Rita Rast
Hans-Arndt und Julia Riegel
Prof. Dr. Manuel und Aila Ritter
Matthias und Steffi Schulz
Moritz Seibert
Stephan Schwarz und Veronika Smetackova
Annette Schwolen-Flümann und Thomas Flümann
Prof. Walter Smerling und Beatrice Blank
Elisabeth Sobotka und Prof. Dr. Hans Peter Wehrli
Peter und Annette Storsberg
Prof. Burkhard und Friederike Sträter
Prof. Dr. Hendrik Streeck MdB und Paul Zubeil
Ulrich und Petra Voigt
Oliver und Diane Welke
Dr. Vera Westermann und Michael Langenberg
Dr. Matthias Wissmann und Francisco Rojas
Christian van Zwamen und Gerd Halama
BRONZE
Jutta und Ludwig Acker * Prof. Dr. Wolfgang Angerstein * Alexandra Asbeck * Dr. Rainer und Liane Balzien * Munkhzul Baramsai * Christina Barton van Dorp und Dominik Barton * Christoph Beckmanns * Prof. Dr. Christa Berg * Prof. Dr. Arno und Angela Berger * Christoph Berghaus * Klaus Besier * Ingeborg Bispinck-Weigand * Christiane Bless-Paar und Dr. Dieter Paar * Frank-Michael Böhle und Elvira Pietzka-Böhle * Dr. Ulrich und Barbara Bongardt * Anastassia Boutsko * Anne Brinkmann * Ingrid Brunswig * Lutz Caje * Gabriele und Robert Carl * Elmar Conrads-Hassel und Dr. Ursula Hassel * Ingeborg und Erich Dederichs * Geneviève Desplanques * Irene Diederichs * Michael Eckhardt und Birgit Wolter * Christel Eichen und Ralf Kröger * Elisabeth Einecke-Klövekorn * Dr. Martina Endepohls-Ulpe und Alexander Ulpe * Heike Fischer und Carlo Fischer-Peitz * Dr. Gabriele und Ulrich Föckler * Prof. Dr. Eckhard Freyer * Johannes Geffert * Silke und Andree Georg Girg * Dr. Helga-Maleen Gerresheim * Margareta Gitizad * Carsten Gottschalk * Ulrike und Axel Groeger * Marta Gutierrez und Simon Huber * Cornelia und Dr. Holger Haas * Sylvia Haas * Christina Ruth Elise Hendges * Renate und L. Hendricks * Peter Henn * Prof. Ingeborg Henzler und Dr. Mathias Jung * Heidelore und Prof. Werner P. Herrmann * Dr. Monika Hörig * Georg Peter Hoffmann und Heide-Marie Ramsauer * Dr. Francesca und Dr. Stefan Hülshörster * Karin Ippendorf * Angela Jaschke * Dr. Michael und Dr. Elisabeth Kaiser * Elisabeth und Rolf-Dieter Kaißer * Agnieszka Maria und Jan Kaplan * Dr. Hiltrud Kastenholz und Herbert Küster * Dr. Reinhard Keller * Dr. Ulrich und Marie Louise Kersten * Rolf Kleefuß und Thomas Riedel * Dr. Gerd Knischewski * Norbert König und Clotilde Lafont-König * Sylvia Kolbe * Sigrid Kümmerlein * Gisela Kunz * Dr. Hans Dieter und Ursula Laux * Ute und Dr. Ulrich Kolck * Manfred Koschnick und Arne Siebert * Lilith Matthiaß-Küster und Norbert Küster * Thea Kutzscher * Ruth und Bernhard Lahres * Renate Leesmeister * Gernot Lehr und Dr. Eva Sewing * Traudl und Reinhard Lenz * Florian H. Luetjohann * Moritz Magdeburg * Dr. Charlotte Mende * Heinrich Meurs * Heinrich Mevißen * Dr. Dr. Peter und Dr. Ines Miebach * Karl-Josef Mittler * Dr. Josef Moch * Esther und Laurent Montenay * Friedrich Wilhelm Moog und Vera Walther-Moog * Katharina und Dr. Jochen Müller-Stromberg * Dr. Nicola und Dr. Manuel Mutschler * Dr. Gudula Neidert-Buech und Dr. Rudolf Neidert * Gerald und Vanessa Neu * Lydia Niewerth * Wolfram Nolte * Mark und Rita Opeskin * Céline Oreiller * Dieter und Brigitta Penning * Carol Ann Pereira * Gabriele Poerting * Dr. Manfred und Dorothee van Rey * Ruth Schmidt-Schütte und Hans Helmuth Schmidt * Dr. Andreas und Bettina Rohde * Prof. Dr. Tilman und Astrid Sauerbruch * Ingrid Scheithauer * Monika Schmuck * Markus Schubert * Simone Schuck * Petra Schürkes-Schepping * Dr. Manfred und Jutta von Seggern * Prof. Dr. Norma Selve * Prof. Dr. Wolfram Steinbeck * Dr. Andreas Stork * Michael Striebich * Dr. Corinna ten Thoren und Martin Frevert * Verena und Christian Thiemann * Dr. Sabine Trautmann-Voigt und Dr. Bernd Voigt * Hermann und Bettina Ude * Katrin Uhlig * Carrie Walter und Gabriel Beeby * Susanne Walter * Aino Ritva Weyers und Nadeem Hajouj * Ruth Winterwerp-van den Elzen und Jürgen Winterwerp * Dr. Bettina und Dr. Matthias Wolfgarten
JUNGER FREUNDESKREIS
Iklim Arikan * Linda Dahn * Lasse Frings * Ricci Frosio * Lin Golenia * Emilia Hecke * Victoria Emilia Holz * M Hornauer * Zsolt Máté Kiss * Jonas Kotulla * Marie Meißner * Felix Mennicken * Linus Neunkirchen * Felix Schuck * Hannah Speckmann * Charlotte Speckmann * Nelly Sophia Stach * Till Steinert * Johanna von Bargen * Florens Windelen * Yolanda Winter * Akichika Yukawa * Tom Ziese
Vokaltexte
Franz Schubert: Drang in die Ferne D 770
Vater, du glaubst es nicht,
Wie’s mir zum Herzen spricht,
Wenn ich die Wolken seh’,
Oder am Strome steh’;
Wolkengold, Wellengrün
Ziehen so leicht dahin,
Weilen im Sonnenlicht,
Aber bei Blumen nicht;
Zögern und rasten nie,
Eilen, als wüssten sie,
Ferne und ungekannt,
Irgend ein schön’res Land.
Ach! von Gewölk und Flut
Hat auch mein wildes Blut
Heimlich geerbt den Drang,
Stürmet die Welt entlang!
Vaterlands Felsental
Wird mir zu eng, zu schmal;
Denn meiner Sehnsucht Traum
Findet darin nicht Raum.
Lasst mich! ich muss, ich muss
Fordern den Scheidekuss.
Vater und Mutter mein,
Müsset nicht böse sein:
Hab’ euch ja herzlich lieb;
Aber ein wilder Trieb
Jagt mich waldein, waldaus,
Weit von dem Vaterhaus.
Sorgt nicht durch welches Land
Einsam mein Weg sich wand,
Monden- und Sternenschein
Leuchtet auch dort hinein.
Überall wölbt’s Gefild’
Sich den azurnen Schild,
Den um die ganze Welt
Schirmend der Schöpfer hält.
Ach und wenn nimmermehr
Ich zu euch wiederkehr’,
Lieben, so denkt, er fand
Glücklich das schön’re Land.
Robert Schumann: Liederkreis op. 24
1. Morgens steh’ ich auf und frage
Morgens steh’ ich auf und frage:
Kommt feins Liebchen heut?
Abends sink’ ich hin und klage:
Aus blieb sie auch heut.
In der Nacht mit meinem Kummer
Lieg’ ich schlaflos, lieg ich wach;
Träumend, wie im halben Schlummer,
Träumend wandle ich bei Tag.
2. Es treibt mich hin
Es treibt mich hin, es treibt mich her!
Noch wenige Stunden, dann soll ich sie schauen,
Sie selber, die schönste der schönen Jungfrauen;
Du armes Herz, was pochst du so schwer!
Die Stunden sind aber ein faules Volk!
Schleppen sich behaglich träge,
Schleichen gähnend ihre Wege;
Tummle dich, du faules Volk!
Tobende Eile mich treibend erfasst!
Aber wohl niemals liebten die Horen;
Heimlich im grausamen Bunde verschworen,
Spotten sie tückisch der Liebenden Hast.
3. Ich wandelte unter den Bäumen
Ich wandelte unter den Bäumen
Mit meinem Gram allein;
Da kam das alte Träumen
Und schlich mir ins Herz hinein.
Wer hat euch dies Wörtlein gelehret,
Ihr Vöglein in luftiger Höh’?
Schweigt still! wenn mein Herz es höret,
Dann tut es noch einmal so weh.
»Es kam ein Jungfräulein gegangen,
Die sang es immerfort,
Da haben wir Vöglein gefangen
Das hübsche, goldne Wort.«
Das sollt ihr mir nicht erzählen,
Ihr Vöglein wunderschlau;
Ihr wollt meinen Kummer mir stehlen,
Ich aber niemandem trau’.
4. Lieb’ Liebchen
Lieb’ Liebchen, leg’s Händchen aufs Herze mein;
Ach, hörst du, wie’s pochet im Kämmerlein?
Da hauset ein Zimmermann schlimm und arg,
Der zimmert mir einen Totensarg.
Es hämmert und klopfet bei Tag und bei Nacht;
Es hat mich schon längst um den Schlaf gebracht.
Ach! sputet Euch, Meister Zimmermann,
Damit ich balde schlafen kann.
5. Schöne Wiege meiner Leiden
Schöne Wiege meiner Leiden,
Schönes Grabmal meiner Ruh’,
Schöne Stadt, wir müssen scheiden,
Lebe wohl! ruf’ ich dir zu.
Lebe wohl, du heil’ge Schwelle,
wo da wandelt Liebchen traut;
Lebe wohl! du heil’ge Stelle,
Wo ich sie zuerst geschaut.
Hätt’ ich dich doch nie gesehn,
Schöne Herzenskönigin!
Nimmer wär’ es dann geschehen,
Dass ich jetzt so elend bin.
Nie wollt’ ich dein Herze rühren,
Liebe hab’ ich nie erfleht;
Nur ein stilles Leben führen
Wollt’ ich, wo dein Odem weht.
Doch du drängst mich selbst von hinnen,
Bittre Worte spricht dein Mund;
Wahnsinn wühlt in meinen Sinnen,
Und mein Herz ist krank und wund.
Und die Glieder matt und träge
Schlepp’ ich fort am Wanderstab,
Bis mein müdes Haupt ich lege
Ferne in ein kühles Grab.
6. Warte, warte wilder Schiffmann
Warte, warte, wilder Schiffmann,
Gleich folg’ ich zum Hafen dir;
Von zwei Jungfraun nehm’ ich Abschied,
Von Europa und von ihr.
Blutquell, rinn’ aus meinen Augen,
Blutquell, brich aus meinem Leib,
Dass ich mit dem heißen Blute
Meine Schmerzen niederschreib’.
Ei, mein Lieb, warum just heute
Schaudert’s dich, mein Blut zu sehn?
Sahst mich bleich und herzeblutend
Lange Jahre vor dir stehn! Oh!
Kennst du noch das alte Liedchen
Von der Schlang’ im Paradies,
Die durch schlimme Apfelgabe
Unsern Ahn ins Elend stieß.
Alles Unheil brachten Äpfel!
Eva bracht’ damit den Tod,
Eris brachte Trojas Flammen,
Du brachst’st beides, Flamm’ und Tod.
7. Berg’ und Burgen schaun herunter
Berg’ und Burgen schaun herunter
In den spiegelhellen Rhein,
Und mein Schiffchen segelt munter,
Rings umglänzt von Sonnenschein.
Ruhig seh’ ich zu dem Spiele
Goldner Wellen, kraus bewegt;
Still erwachen die Gefühle,
Die ich tief im Busen hegt’.
Freundlich grüßend und verheißend
Lockt hinab des Stromes Pracht;
Doch ich kenn’ ihn, oben gleißend,
Birgt sein Innres Tod und Nacht.
Oben Lust, im Busen Tücken,
Strom, du bist der Liebsten Bild!
Die kann auch so freundlich nicken,
Lächelt auch so fromm und mild.
8. Anfangs wollt ich fast verzagen
Anfangs wollt’ ich fast verzagen,
Und ich glaubt’, ich trüg’ es nie;
Und ich hab’ es doch getragen -
Aber fragt mich nur nicht, wie?
9. Mit Myrten und Rosen
Mit Myrten und Rosen, lieblich und hold,
Mit duft’gen Zypressen und Flittergold,
Möchte’ ich zieren dies Buch wie ’nen Totenschrein,
Und sargen meine Lieder hinein.
O könnt’ ich die Liebe sargen hinzu!
Am Grabe der Liebe wächst Blümlein der Ruh’,
Da blüht es hervor, da pflückt man es ab,
Doch mir blüht’s nur, wenn ich selber im Grab.
Hier sind nun die Lieder, die einst so wild,
Wie ein Lavastrom, der dem Ätna entquillt,
Hervorgestürzt aus dem tiefsten Gemüt,
Und rings viel blitzende Funken versprüht!
Nun liegen sie stumm und totengleich,
Nun starren sie kalt und nebelbleich,
Doch aufs neu die alte Glut sie belebt,
Wenn der Liebe Geist einst über sie schwebt.
Und es wird mir im Herzen viel Ahnung laut:
Der Liebe Geist einst über sie taut;
Einst kommt dies Buch in deine Hand,
Du süßes Lieb im fernen Land.
Dann löst sich des Liedes Zauberbann,
Die blassen Buchstaben schaun dich an,
Sie schauen dir flehend ins schöne Aug’,
Und flüstern mit Wehmut und Liebeshauch.
Franz Schubert: Der Wanderer D 489
Ich komme vom Gebirge her,
Es dampft das Tal, es braust das Meer,
Ich wandle still, bin wenig froh,
Und immer fragt der Seufzer, wo?
Die Sonne dünkt mich hier so kalt,
Die Blüte welk, das Leben alt,
Und was sie reden, leerer Schall,
Ich bin ein Fremdling überall.
Wo bist du, mein geliebtes Land,
Gesucht, geahnt, und nie gekannt?
Das Land, das Land so hoffnungsgrün,
Das Land, wo meine Rosen blühn;
Wo meine Freunde wandelnd gehn,
Wo meine Toten auferstehn,
Das Land, das meine Sprache spricht,
O Land, wo bist du? ...
Ich wandle still, bin wenig froh,
Und immer fragt der Seufzer, wo?
Im Geisterhauch tönt’s mir zurück,
»Dort, wo du nicht bist, dort ist das Glück.«
Hanns Eisler: »Fünf Hollywood-Elegien« aus Hollywooder Liederbuch
Elegie I »Unter den grünen Pfefferbäumen«
Unter den grünen Pfefferbäumen
Gehn die Musiker auf den Strich, zwei und zwei
Mit den Schreibern. Bach
Hat ein Strichquartett im Täschen. Dante schwenkt
Den dürren Hintern.
Elegie II »Die Stadt ist nach den Engeln genannt«
Die Stadt ist nach den Engeln genannt
Und man begegnet allenthalben Engeln.
Sie riechen nach Öl und tragen goldene Pessare
Und mit blauen Ringen um die Augen
Füttern sie allmorgenlich die Schreiber in ihren Schwimmpfühlen.
Elegie III »Jeden Morgen, mein Brot zu verdienen«
Jeden Morgen, mein Brot zu verdienen
Geh’ ich zum Markt, wo Lügen verkauft werden.
Hoffnungsvoll
Reihe ich mich ein unter die Verkäufer.
Elegie IV »Diese Stadt hat mich belehrt«
Diese Stadt hat mich belehrt,
Paradies und Hölle
können eine Stadt sein.
Für die Mittellosen
ist das Paradies die Hölle.
Elegie V »In den Hügeln wird Gold gefunden«
In den Hügeln wird Gold gefunden,
An der Küste findet man Öl.
Größere Vermögen
Bringen die Träume von Glück,
Die man hier auf Zelluloid schreibt.
Hanns Eisler: »An den kleinen Radioapparat« aus Hollywooder Liederbuch
Du kleiner Kasten, den ich flüchtend trug
Dass seine Lampen mir auch nicht zerbrächen
Besorgt vom Haus zum Schiff, vom Schiff zum Zug
Dass meine Feinde weiter zu mir sprächen
An meinem Lager und zu meiner Pein
Der letzten nachts, der ersten in der Früh
Von ihren Siegen und von meiner Müh:
Versprich mir, nicht auf einmal stumm zu sein!
Franz Schubert: Abendstern D 806
Was weilst du einsam an dem Himmel,
O schöner Stern? und bist so mild;
Warum entfernt das funkelnde Gewimmel
Der Brüder sich von deinem Bild?
»Ich bin der Liebe treuer Stern,
»Sie halten sich von Liebe fern.«
So solltest du zu ihnen gehen,
Bist du der Liebe, zaudre nicht!
Wer möchte denn dir widerstehen?
Du süßes eigensinnig Licht.
»Ich säe, schaue keinen Keim,
»Und bleibe trauernd still daheim.«
Gustav Mahler: Lieder eines fahrenden Gesellen
1. Wenn mein Schatz Hochzeit macht
Wenn mein Schatz Hochzeit macht,
Fröhliche Hochzeit macht,
Hab’ ich meinen traurigen Tag!
Geh’ ich in mein Kämmerlein,
Dunkles Kämmerlein,
Weine, wein’ um meinen Schatz,
Um meinen lieben Schatz!
Blümlein blau! Verdorre nicht!
Vöglein süß! Du singst auf grüner Heide.
Ach, wie ist die Welt so schön!
Ziküt! Ziküt!
Singet nicht! Blühet nicht!
Lenz ist ja vorbei!
Alles Singen ist nun aus.
Des Abends, wenn ich schlafen geh’,
Denk’ ich an mein Leide.
An mein Leide!
2. Ging heut morgen übers Feld
Ging heut morgen übers Feld,
Tau noch auf den Gräsern hing;
Sprach zu mir der lust’ge Fink:
»Ei du! Gelt? Guten Morgen! Ei gelt?
Du! Wird's nicht eine schöne Welt?
Zink! Zink! Schön und flink!
Wie mir doch die Welt gefällt!«
Auch die Glockenblum’ am Feld
Hat mir lustig, guter Ding’,
Mit den Glöckchen, klinge, kling,
Ihren Morgengruß geschellt:
»Wird’s nicht eine schöne Welt?
Kling, kling! Schönes Ding!
Wie mir doch die Welt gefällt! Heia!«
Und da fing im Sonnenschein
Gleich die Welt zu funkeln an;
Alles Ton und Farbe gewann
Im Sonnenschein!
Blum’ und Vogel, groß und klein!
»Guten Tag, ist’s nicht eine schöne Welt?
Ei du, gelt? Schöne Welt?«
Nun fängt auch mein Glück wohl an?
Nein, nein, das ich mein’,
Mir nimmer blühen kann!
3. Ich hab’ ein glühend Messer
Ich hab’ ein glühend Messer,
Ein Messer in meiner Brust,
O weh! Das schneid’t so tief
In jede Freud’ und jede Lust.
Ach, was ist das für ein böser Gast!
Nimmer hält er Ruh’, nimmer hält er Rast,
Nicht bei Tag, noch bei Nacht, wenn ich schlief.
O Weh!
Wenn ich in dem Himmel seh’,
Seh’ ich zwei blaue Augen stehn.
O Weh! Wenn ich im gelben Felde geh’,
Seh’ ich von fern das blonde Haar
Im Winde wehn.
O Weh!
Wenn ich aus dem Traum auffahr’
Und höre klingen ihr silbern’ Lachen,
O Weh!
Ich wollt’, ich läg auf der schwarzen Bahr’,
Könnt’ nimmer die Augen aufmachen!
4. Die zwei blauen Augen von meinem Schatz
Die zwei blauen Augen von meinem Schatz,
Die haben mich in die weite Welt geschickt.
Da musst’ ich Abschied nehmen vom allerliebsten Platz!
O Augen blau, warum habt ihr mich angeblickt?
Nun hab’ ich ewig Leid und Grämen.
Ich bin ausgegangen in stiller Nacht
Wohl über die dunkle Heide.
Hat mir niemand Ade gesagt.
Ade! Mein Gesell’ war Lieb’ und Leide!
Auf der Straße steht ein Lindenbaum,
Da hab’ ich zum ersten Mal im Schlaf geruht!
Unter dem Lindenbaum,
Der hat seine Blüten über mich geschneit,
Da wusst’ ich nicht, wie das Leben tut,
War alles, alles wieder gut!
Alles! Alles, Lieb und Leid
Und Welt und Traum!
Franz Schubert: Frühlingsglaube D 686
Die linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und weben Tag und Nacht,
Sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muss sich Alles, Alles wenden.
Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Thal.
Nun, armes Herz, vergiss der Qual!
Nun muss sich Alles, Alles wenden.
Richard Strauss: Vier Lieder op. 27
Ruhe, meine Seele!
Nicht ein Lüftchen
Regt sich leise,
Sanft entschlummert
Ruht der Hain;
Durch der Blätter
Dunkle Hülle
Stiehlt sich lichter
Sonnenschein.
Ruhe, ruhe,
Meine Seele,
Deine Stürme
Gingen wild,
Hast getobt und
Hast gezittert,
Wie die Brandung,
Wenn sie schwillt.
Diese Zeiten
Sind gewaltig,
Bringen Herz
Und Hirn in Not –
Ruhe, ruhe,
Meine Seele,
Und vergiss,
Was dich bedroht!
Cäcilie
Wenn du es wüsstest,
Was träumen heißt von brennenden Küssen,
Von Wandern und Ruhen mit der Geliebten,
Aug in Auge,
Und kosend und plaudernd,
Wenn du es wüsstest,
Du neigtest dein Herz!
Wenn du es wüsstest,
Was bangen heißt in einsamen Nächten,
Umschauert vom Sturm, da niemand tröstet
Milden Mundes die kampfmüde Seele,
Wenn du es wüsstest,
Du kämest zu mir.
Wenn du es wüsstest,
Was leben heißt, umhaucht von der Gottheit
Weltschaffendem Atem,
Zu schweben empor, lichtgetragen,
Zu seligen Höhn,
Wenn du es wüsstest,
Du lebtest mit mir!
Heimliche Aufforderung
Auf, hebe die funkelnde Schale empor zum Mund,
Und trinke beim Freudenmahle dein Herz gesund.
Und wenn du sie hebst, so winke mir heimlich zu,
Dann lächle ich und dann trinke ich still wie du ...
Und still gleich mir betrachte um uns das Heer
Der trunknen Zecher – verachte sie nicht zu sehr.
Nein, hebe die blinkende Schale, gefüllt mit Wein,
Und lass beim lärmenden Mahle sie glücklich sein.
Doch hast du das Mahl genossen, den Durst gestillt,
Dann verlasse der lauten Genossen festfreudiges Bild,
Und wandle hinaus in den Garten zum Rosenstrauch,
Dort will ich dich dann erwarten nach altem Brauch,
Und will an die Brust dir sinken, eh du’s gehofft,
Und deine Küsse trinken, wie ehmals oft,
Und flechten in deine Haare der Rose Pracht.
O komm’, du wunderbare, ersehnte Nacht!
Morgen!
Und morgen wird die Sonne wieder scheinen,
Und auf dem Wege, den ich gehen werde,
Wird uns, die Glücklichen, sie wieder einen
Inmitten dieser sonnenatmenden Erde …
Und zu dem Strand, dem weiten, wogenblauen,
Werden wir still und langsam niedersteigen,
Stumm werden wir uns in die Augen schauen,
Und auf uns sinkt des Glückes stummes Schweigen …
Comedian Harmonists: Irgendwo auf der Welt
Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bisschen Glück
Und ich träum’ davon in jedem Augenblick
Irgendwo auf der Welt gibt’s ein bisschen Seligkeit
Und ich träum’ davon schon lange, lange Zeit
Wenn ich wüsst’, wo das ist, ging’ ich in die Welt hinein
Denn ich möcht’ einmal recht, so von Herzen glücklich sein
Irgendwo auf der Welt fängt mein Weg zum Himmel an
Irgendwo, irgendwie, irgendwann
Ich hab’ so Sehnsucht
Ich träum’ so oft
Einst wird das Glück mir nah sein!
Ich hab’ so Sehnsucht
Ich hab’ gehofft
Bald wird die Stunde da sein!
Tage und Nächte wart’ ich darauf
Ich geb’ die Hoffnung niemals auf!
Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bisschen Glück
Und ich träum’ davon in jedem Augenblick
Irgendwo auf der Welt gibt’s ein bisschen Seligkeit
Und ich träum’ davon schon lange, lange Zeit
Wenn ich wüsst’, wo das ist, ging’ ich in die Welt hinein
Denn ich möchte’ einmal recht, so von Herzen glücklich sein
Irgendwo auf der Welt fängt mein Weg zum Himmel an
Irgendwo, irgendwie, irgendwann
Irgendwo, irgendwie, irgendwann
Biografien
Der Bariton Jonas Müller ist seit der Spielzeit 2025/26 Mitglied des Opernstudios der Oper Frankfurt, wo er als Guglielmo (Così fan tutte) unter Thomas Guggeis debütierte. Zuvor war er unter anderem als Graf Almaviva (Le nozze di Figaro) mit der Kammeroper München zu erleben. 2024 erschien bei Sony Classics eine Aufnahme von Der Stein der Weisen mit ihm in der Partie des Lubano.
Als Konzertsänger gastierte Müller in der Berliner Philharmonie und der Hong Kong City Hall. Er arbeitete mit Klangkörpern wie dem Gewandhausorchester unter Dirigenten wie Christoph Poppen oder Hans-Christoph Rademann zusammen. 2025 erhielt er den Musikpreis der Deutschen Wirtschaft; die Preisträgertournee führt ihn zu insgesamt sechs namhaften Festivals, darunter das Beethovenfest Bonn und das Lucerne Festival.
Ein Schwerpunkt seines Schaffens ist das Lied: 2025 erschien bei Oehms Classics seine Einspielung der Winterreise. Der Absolvent der Liedklasse von Prof. Christian Gerhaher studierte in Würzburg und München. Er ist Gründer des Festivals Ohefest in seiner Heimat Niederbayern.
Die Pianistin Anna Gebhardt studierte an den Musikhochschulen München und Würzburg und schloss ein Liedgestaltungsstudium bei Prof. Fritz Schwinghammer, Prof. Christian Gerhaher, Tobias Truniger und Prof. Gerold Huber an. Seit mehreren Jahren widmet sie sich intensiv der Liedbegleitung und der Kammermusik. In der Saison 2023/24 war sie Stipendiatin der Liedakademie des Heidelberger Frühling unter der Leitung von Thomas Hampson. Zudem wurde sie als Britten Pears Young Artist für die Saison 2025/26 ausgewählt sowie in das renommierte Songstudio in der Carnegie Hall aufgenommen.
Vor kurzem gewann sie einen 3. Preis beim Internationalen Wettbewerb für Liedkunst Stuttgart zusammen mit ihrem langjährigen Duopartner Jonas Müller (Bariton), mit dem sie zuvor den Musikpreis des Kulturkreis Gasteig in München erhielt. Sie pflegt eine internationale Konzerttätigkeit in enger künstlerischer Zusammenarbeit mit Julian Prégardien, Christoph Prégardien, Anna-Lena Elbert und Florian Störtz. 2026 debütiert sie unter anderem in der Wigmore Hall, beim Lucerne Festival und Schumannfest Düsseldorf. Im Juni 2026 fand ihr Festival Musentöchter in ihrer Heimatstadt Straubing erstmals statt. Seit dem Wintersemester 2020 hat sie einen Lehrauftrag für Korrepetition am Leopold-Mozart-College der Universität Augsburg inne.
Konzertempfehlungen
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beim BeethovenfestFestival-Miteinander
Festival-Miteinander
Wir – das Beethovenfest Bonn – laden ein, in einem offenen und respektvollen Miteinander Beethovenfeste zu feiern. Dafür wünschen wir uns Achtsamkeit im Umgang miteinander: vor, hinter und auf der Bühne.
Für möglicherweise auftretende Fälle von Grenzüberschreitung ist eine interne Ansprechstelle erreichbar für Publikum, Künstler:innen und Mitarbeiter:innen.
Wir sind ansprechbar über eine Telefon-Hotline (+49 228 2010321, im Festival täglich von 13–21 Uhr) oder per E-Mail (awareness@beethovenfest.de).
Werte und Überzeugungen unseres Miteinanders sowie weitere externe Kontaktmöglichkeiten können hier auf unserer Website aufgerufen werden.
Das Beethovenfest Bonn 2026 steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst.
Programmheftredaktion:
Sarah Avischag Müller
M Hornauer
Die Texte von Regine Müller sind Originalbeiträge für dieses Programmheft.


















