Eine Performance aus Tanz, Musik und Sprache über den Moment, in dem unsere beruflichen und persönlichen Beziehungen sich überlagern, sich sogar gegenseitig bedingen – eine preisgekrönte Arbeit von Beethovenfest Fellow Elsa Artmann.
Fr 11.9.2026
19.30 Uhr, Theater im Ballsaal
Elsa Artmann: Langes Wochenende
- Tanz, Performance & Musiktheater
- Vergangene Veranstaltung
- € 19

Mitwirkende
- SANFTE ARBEIT
- Elsa Artmann Künstlerische Leitung, Choreografie, Tanz, Text & Kostüm
- Diana Treder Choreografie, Text & Tanz
- Anne-Lene Nöldner Choreografie, Text & Tanz
- Annie Bloch Keyboard, Stimme, Improvisation & Komposition
- Valerie Wehrens, Lili M. Rampre, Samuel Duvoisin Dramaturgische Begleitung & Outside Eye
- Noemi Baumblatt Kostüm
- Jonathan Kastl Ton
- Jasper Diekamp Licht
Programm
Langes Wochenende. Tanzperformance
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
Auf einen Blick
Was erwartet mich?
Nachgespräch
Im Anschluss Nachgespräch mit den Künstler:innen, moderiert von Daniela Ebert
Beschreibung
Wie fühlt es sich an, wenn Arbeit nicht nur Job, sondern Herzenssache ist? Wenn man sie lieben muss, um mit den prekären Bedingungen im freischaffenden Kulturbetrieb umzugehen? Elsa Artmann lässt mit ihrem Tanzkollektiv SANFTE ARBEIT die Grenzen zwischen Kollegialität, Freund:innenschaft und Liebesbeziehung verschwimmen. Wenn Arbeit romantisch aufgeladen wird, zerfließen die Übergänge zwischen privat und beruflich, unkonventionell und übergriffig. In dem Stück Langes Wochenende spenden sich »Freelance Lovers« kollegiale Zärtlichkeit, werden davon energetisiert, überfordert, enttäuscht – und bewahren darin doch eine utopische Hoffnung auf Beziehungen jenseits von ökonomischer Verwertung. Die Performer:innen und auch das Publikum erfahren diese riskante Intimität am eigenen Leib. Das Ensemble verbindet Tanz, eindringliche Texte und umgedeutete Pop-Lovesongs zu einer dokumentarischen Beobachtung unserer Arbeits- und Beziehungswelt sowie ihrer wirtschaftlichen Zwänge. Das Stück wurde mit dem Kölner Tanztheaterpreis 2025 ausgezeichnet und erhielt eine Einladung zur Tanzplattform 2026.
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Weitere Infos
Mitwirkende
SANFTE ARBEIT
Elsa Artmann Künstlerische Leitung, Choreografie, Text, Kostüm & Tanz (Beethovenfest Fellow 2026)
Diana Treder Choreografie, Text & Tanz
Anne-Lene Nöldner Choreografie, Text & Tanz
Annie Bloch Keyboard, Stimme, Improvisation & Komposition
Valerie Wehrens, Lili M. Rampre, Samuel Duvoisin Dramaturgische Begleitung & Outside Eye
Noemi Baumblatt Kostüm
Jonathan Kastl Ton
Jasper Diekamp Licht
Programm
Langes Wochenende. Tanzperformance
Über den Vorstellungsabend
Veranstaltungsdauer: ca. 80 Minuten ohne Pause
Gastronomisches Angebot vor Ort
Zusätzlich zu Blumen schenken wir den Künstler:innen Blüh-Patenschaften, mit deren Hilfe in der Region Bonn Blumenwiesen angelegt werden.
Für ein ungestörtes Erlebnis bitten wir Sie, auf Foto- und Videoaufnahmen zu verzichten.
Nachgespräch
Im Anschluss Nachgespräch mit den Künstler:innen, moderiert von Daniela Ebert
Das Fellowship-Programm wird gefördert durch
Einführung
Liebe im Zeichen von Verwertbarkeit
EinleitungLanges Wochenende – das klingt nach Freizeit, womöglich sogar Kurzurlaub, nach Treffen mit Freunden oder Familie, oder auch einfach nach Abhängen, Nichtstun, Entspannung. Das Lange Wochenende steht in unmittelbarem Kontrast zur Arbeitswoche, zu Verpflichtungen, Deadlines, Meetings. Mit dem Titel verweisen die Choreograf:in und Tänzer:in Elsa Artmann und ihr Ensemble SANFTE ARBEIT auf eine Trennung zwischen Beruf und Privatleben, die sich in vielen Arbeitswelten, aber vor allem in der sogenannten ›Kreativwirtschaft‹ und insbesondere im künstlerischen Schaffen nicht aufrechterhalten lässt.
Ganz nach dem Motto »Alles ist Material« kann alles verwertet werden: Beobachtungen, Erlebnisse, Erfahrungen, Stimmungen, Gefühle. Auch die unangenehmen. Und alles möglichst authentisch, bitte! Schließlich soll die Kunst im besten Fall Gefühle beim Gegenüber auslösen und sich eine emotionale Verbindung zwischen Werk und Betrachter:in einstellen.
Zwischen Selbstausbeutung und Sinnstiftung
In Langes Wochenende beleuchten Elsa Artmann und ihre Kolleg:innen – Diana Treder, Anne-Lene Nöldner (Performance) und Annie Bloch (Komposition/Musik) – die Verwertungslogik hinter der Entstehung künstlerischer ›Produktion‹, ebenso wie die immer wieder anzutreffende Romantisierung künstlerischer Arbeit. Künstler:innen arbeiten schließlich aus einer inneren Notwendigkeit heraus, sie tun das, was sie lieben und am besten können, Selbstverwirklichung inklusive – so ein gängiges Narrativ. Vielleicht verhält es sich aber auch genau umgekehrt und man muss als Künster:in lieben, was man tut, um diese oftmals prekäre Arbeit überhaupt leisten zu können. Langes Wochenende stellt sich der Frage, wie die Beziehung zur Arbeit die eigene Identität und Beziehungen zu anderen formt und welche Konsequenzen die potentielle Hyperidentifikation mit der eigenen Arbeit birgt.
Konstatierte man in den frühen Sozialtheorien das Problem der Entfremdung von der eigenen Arbeit und dem daraus entstehenden Produkt, scheint man es heute in bestimmten Branchen eher mit einem gegenteiligen Phänomen zu tun zu haben. Laut dem Kulturwissenschaftler Diedrich Diederichsen betreiben insbesondere Kreative ein sogenanntes »Eigenblutdoping«, womit er eine Verwertung der gesamten Persönlichkeit, der eigenen Biografie, Gefühle und privaten Netzwerke impliziert. Permanent zapfen die den Gesetzen des neoliberalen Marktes ausgesetzte Künstler:innen quasi ihre eigenen Lebensressourcen an, veredeln diese zu einem marktfähigen Produkt und speisen sie wieder in den Verwertungskreislauf ein. Das Private wird beruflich und umgekehrt. Ein Kreislauf, der von den Sozialen Medien zusätzlich angeheizt wird.
Doppeldeutige Rollen: Freelance Lover, Tired Slut und die Arbeit
Elsa Artmann und ihr Team problematisieren die Unschärfen zwischen den Lebensbereichen nicht grundsätzlich, aber sie machen sie sichtbar. Mit allen Absurditäten und Verstrickungen die damit verbunden sind:
WIR DIE PERSON AN DICH DIE ARBEIT
TIRED SLUT VERSPRICHT DER ARBEITThis is how I will put in the hours
this is how I will sacrifice my sleep, my wellbeing
this is how I will stay with you even when I don’t believe in you
this is how I will plan beforehand
this is how I will put a post-it with »baby?« on it in the calendar of the year 2029
this is how I will hand myself over
this is how I will make space for you
Langes Wochenende kommt im Gewand eines zeitgenössischen Musicals daher. Texte, Gesang, Musik und Bewegung fügen sich zu einem Stück, das zwischen Ernsthaftigkeit und Ironie, intelligenter Situationskomik und frappierender Direktheit changiert. Zwei archetypische Charaktere – Freelance Lover und Tired Slut – deren Bezeichnungen dem Kosmos der Popkultur entlehnt sind und die bereits in vorausgegangenen Stücken des Ensembles eingeführt wurden, tauchen immer wieder an die Oberfläche. In bester Manier von Solo-Selbständigen auf einem freien Markt agiert das Personal des Stücks – flexibel, bereit sich anzupassen, Opfer zu bringen, oft übermüdet, aber trotzdem meist gut gelaunt und aufmerksam.
Und dann ist da natürlich die nicht personalisierte, aber ständig präsente Arbeit:
WIR, DIE ARBEIT, AN DICH, DIE PERSON
DIE ARBEIT TANZT AUF DEINEM SCHOẞ UND SAGTI will shape you.
how I’m in love with the shape of you.
I will be your most edgy feature.
…
This is how I will feed you joy
This is how I will feed you joy and exhaustion.
This is how I will feed you joy despite exhaustion
This is what I will give you when it’s not fun
…
this is how I will give you reasons to not attend – births, funerals, the illnesses of close ones
this is how I will give you reasons not to join – the protest, the movement, the party
…
this is how I will give meaning to your random experiences
how I will make sense
this is how I will turn you into material, this is how I will release you
Umgedeutete Love-Songs über die Arbeit
Selbstgeschriebene Texte überlagern sich mit musikalischen Arrangements der Komponistin und Musikerin Annie Bloch und wechseln sich ab mit bekannten Popsongs, live gesprochen beziehungsweise gesungen von den vier Künstler:innen. Die Songs sind dabei weit mehr als musikalische Untermalung. Vielmehr liefern sie die dramaturgischen Stichworte für das Bühnengeschehen und transformieren sich auf erstaunliche Weise, hört man sie eben nicht bezogen auf eine Person, sondern auf die Arbeit. Mel C’s I Turn to You verdeutlicht zum Beispiel, welch ein Ankerpunkt diese sein kann, indem sie ein Gefühl von Selbstwirksamkeit vermittelt, Halt gibt in schwierigen Zeiten und neue Inspiration liefert. Nimmt man hingegen Kate Bush’s Klassiker Running Up That Hill, tritt ein Gefühl von Unverständnis, des Nicht-Wahrgenommen-Werdens, der unerfüllten Bedürfnisse zutage – ein Gefühl, das eben nicht nur schwierige romantische Beziehungen hervorzurufen vermögen, denn: Die Beziehung zur eigenen Arbeit kann durchaus wie eine Liebesbeziehung verstanden werden.
Die Durchdringung der ökonomischen und der emotionalen Sphäre beschrieb nicht zuletzt Eva Illouz in ihrem Buch Gefühle in Zeiten des Kapitalismus: Ebenso wie romantische Beziehungen heute oftmals einer Marktlogik von ›Investment‹ und ›Output‹ unterliegen, werden Arbeitsbeziehungen häufig emotionalisiert. Im Idealfall resultiert aus einer so aufgeladenen Beziehung ein hoher Grad an Motivation und Begeisterung, auf der anderen Seite liegt die Gefahr, wie auch in intimen Partnerschaften verletzt oder enttäuscht zu werden.

Grenzüberschreitende Nähe
Richten wir den Blick auf einen anderen Aspekt von Langes Wochenende, den der professionalisierten Nähe. Tänzer:innen arbeiten naturgemäß mit ihrem Körper, Berührung und Kontakt sind selbstverständlicher Bestandteil der künstlerischen Praxis. Einander tragen, heben, übereinander rollen gehören zum tänzerischen Alltag, inklusive des Teilens von Körpergerüchen, Schweiß und Atem. »Wenn man einmal den Hintern eines Kollegen im Gesicht hatte, ist einem nichts mehr voreinander peinlich.« Dieser Ausspruch einer Schauspiel-Kollegin trifft wohl ziemlich gut, was intensiver Körperkontakt nach sich zieht: eine Form der Nahbarkeit, Nähe, Intimität, wie sie unter Bürokolleg:innen wohl eher selten vorkommt. Dass diese Form des gemeinsamen Arbeitens jedoch auch höchst anfällig für Übergriffigkeiten und Machtmissbrauch ist, liegt nahe und wird durch die Zahl der gemeldeten Fälle beim Deutschen Bühnenverein gestützt. Professionelle Nähe braucht Grenzen, die ausgehandelt werden müssen.
Ganz bewusst bedienen sich Elsa Artmann und ihre Kolleg:innen daher des Sujets des Lapdance, einer Form der Performance, die im Kontext von Sexarbeit entstanden ist. Ein Lapdance stellt körperliche Nähe, Berührung und Kontakt her, folgt jedoch bestimmten Regeln und lässt Intimität nur innerhalb bestimmter Grenzen zu. In Langes Wochenende haben die Lapdance-Elemente allerdings weniger einen sinnlich-verführerischen Charakter als vielmehr etwas Zärtliches und Fürsorgliches.
Lapdance mit dem Publikum
Das Unerwartete dabei ist, dass diese Haltung der Zärtlichkeit und Zugewandtheit nicht nur auf die Akteur:innen auf der Bühne begrenzt bleibt, sondern das Publikum gezielt mit einbezieht. Und von Anfang an legt Elsa Artmann die Karten und Spielregeln dafür offen auf den Tisch:
Bevor wir in Kontakt gehen, werden wir deine Zustimmung einholen. Dabei ist dein Nein für uns genauso hilfreich und willkommen wie dein Ja. Wenn wir mit einem Berührungsangebot auf dich zukommen, das du ablehnen willst, kannst du dafür die Arme über deiner Brust kreuzen, oder den Kopf schütteln.
…
Wir werden keine falschen Fährten legen.
Wir verführen euch nicht zu einer Überschreitung eurer oder unserer Grenzen.Wir sind frisch geduscht.
Wir sind nicht ansteckend.
Wir sind voll bekleidet.
Dies ist kein unschuldiger Raum.
Die Klarheit der Kommunikation und die Transparenz, mit der Langes Wochenende mit dem Publikum interagiert, erzeugt eine außergewöhnliche Atmosphäre des Vertrauens zwischen Performer:innen und Betrachter:innen. Ein Vertrauen, das geradezu den Wunsch weckt, als Besucher:in Teil des Geschehens zu werden – nicht aus einem Bedürfnis, sich hervorzutun oder aufzufallen, sondern um einen Beitrag zum Gelingen dieses Abends zu leisten, der von gegenseitiger Wertschätzung, enormer Wachsamkeit und Empathie geprägt ist. Ein Abend, der einen mitnimmt auf eine schmale Gratwanderung zwischen Kollegialität, Freundschaft und Liebesbeziehung.
Wie bei jeder starken Bühnenarbeit geht man anders aus diesem Stück heraus, als man hineingegangen ist. Mit geschärften Sinnen, einer gewissen Gelassenheit und etwas, was sich am ehesten mit dem englischen Begriff ›Kindness‹ bezeichnen lässt.
Am Ende geht es vielleicht weniger darum, Arbeitsbeziehungen als Liebesbeziehungen zu verstehen, als darum, Beziehungen zu anderen, zur Arbeit und letztlich zu sich selbst mehr Achtung zu schenken. Aus Respekt anderen gegenüber, aber auch gegenüber der eigenen Person.
Weiterlesen:
Diedrichsen, Diederich (2008): Eigenblutdoping: Selbstverwertung, Künstlerromantik, Partizipation. Kiepenheuer & Witsch
Illouz, Eva (2007): Gefühle in Zeiten des Kapitalismus. Suhrkamp
dpa/Zeit Online (2026): Anlaufstelle: Mehr Fälle körperlicher Übergriffe in Kultur, www.zeit.de/news/2026-06/09/anlaufstelle-mehr-faelle-koerperlicher-uebergriffe-in-kultur
Daniela Ebert
Songs
Auf folgende Popsongs wird in Langes Wochenende verwiesen
Mel C: »I Turn to You«
Single aus Northern Star, 2000
Dance-Pop, Großbritannien
Refrain: »I turn to you like a flower leaning toward the sun
I turn to you ‘cos you’re the only one
Who can turn me around when I’m upside down
I turn to you«
Sade: »Cherish the Day«
Single aus Love Deluxe, 1992
Trip hop, Soul, Großbritannien
Refrain: »I cherish the day
I won’t go astray
I won’t be afraid
You won’t catch me running«
Sade: »Every Word und No Ordinary Love«
Single aus Love Deluxe, 1992
Soul, Großbritannien
Refrain: »This is no ordinary love
No ordinary love«
Kate Bush: »Running Up That Hill«
Single aus Hounds of Love, 1985
Synth Pop/New Wave, Großbritannien
Refrain: »And if I only could
I’d make a deal with God
And I’d get Him to swap our places
Be runnin’ up that road
Be runnin’ up that hill
Be runnin’ up that building
Say, if I only could, oh«
Leonna Lewis: »Bleeding Love«
Single aus Spirit, 2007
Pop, Großbritannien
Refrain: »Keep bleeding, keep, keep bleeding love
You cut me open«
Mary J Blige: »Be Without You«
Single aus The Breakthrough, 2005
R’n’B, USA
Refrain: »We’ve been too strong for too long
And I can’t be without you, baby
And I’ll be waitin’ up until you get home
‘Cause I can’t sleep without you, baby (Oh)
Anybody who’s ever loved you know just what I feel
Too hard to fake it, nothin’ can replace it
Call the radio if you just can’t be without your baby, yeah«
Bonnie Raitt: »I Can’t Make You Love Me«
Single aus Luck of the Draw, 1991
Pop, USA
Refrain: »‘Cause I can’t make you love me if you don’t
You can’t make your heart feel something it won’t
Here in the dark, in these final hours
I will lay down my heart and I’ll feel the power
But you won’t, no you won’t
‘Cause I can’t make you love me, if you don’t«
Björk: »All is Full of Love«
Single aus Homogenic, 1997
Ambient, Island
Hook: »All is full of love (all is full of love)«
Björk: »Jóga«
Single aus Homogenic, 1997
Electronica, Island
Refrain: »Emotional landscapes
They puzzle me
The riddle gets solved
And you push me up to
This state of emergency
How beautiful to be
State of emergency
Is where I want to be«
Janelle Monae: »Paid in pleasure«
Single aus The Age of Pleasure, 2023
Funk, USA
Refrain: »Baby, if you pay me in pleasure
I’ma keep it comin’ forevеr
Baby, if you pay me in pleasure
I’ma keep it comin’, comin’, come-come-comin’
(Pleasure, pleasure, pleasure)«
Fellowship
»Die Kunst will von uns, dass wir nicht stehenbleiben« – L. v. Beethoven
Das Fellowship-Programm2023 hob das Beethovenfest ein Projekt aus der Taufe, mit dem in Bonn musikalische Zukunft erfunden wird: das Fellowship-Programm. Seitdem bietet das Festival Künstler:innen, Komponist:innen und Ensembles einen Freiraum für Experimente und Innovationen. Die Ergebnisse der mehrmonatigen Projektphasen werden im Festival präsentiert. Zusätzlich werden verschiedene Leuchtturm- und Sonderprojekte realisiert. Elsa Artmann ist eine von insgesamt vier Fellows 2026.
Wir danken den Mitgliedern des Freundeskreises
MÄZEN
Gründungsmitglieder Arndt und Helmut Andreas Hartwig
PLATIN
Dr. Michael Buhr und Dr. Gabriele Freise-Buhr
Godesberg Gastronomie & Event GmbH
GOLD
LTS Lohmann Therapie-Systeme AG
Andrea und Ekkehard Gerlach
Hans-Joachim Hecek und Klaus Dieter Mertens
Dr. Thomas und Rebecca Ogilvie
Albert Tonger Immobilien e. K.
Braunschweiger Privatbank, Köln
SILBER
Maria und Christoph Bader
Bernd Böcking
Dr. Sigrun Eckelmann† und Johann Hinterkeuser
Dr. Stefanie Montag und Dr. Stephan Herberhold
Dr. Luciano und Ulrike Pizzulli
Julia Rabus und Mirko Klemm
Jannis Ch. Vassiliou und Maricel de la Cruz
AUF EMPFEHLUNG unserer Mäzene Arndt und Helmut Andreas Hartwig
Tim Achtermeyer MdL
Judith und Tobias Andreae
Dr. Frank Asbeck und Susanne Birkenstock
Bettina Böttinger und Martina Wziontek
Anja Bröker
Philipp Buhr und Marie-Madeleine Zenker
Tim und Jessi Buhr
Katja Burkard und Hans Mahr
Claudia Cieslarczyk und Heiko von Dewitz
Rüdiger und Andrea Depkat
Guido Déus
Prof. Dr. Udo und Bettina Di Fabio
Walter Droege und Hedda im Brahm-Droege
Ralf und Antje Firmenich
Tobias Grewe und Dr. Jan Hundgeburth
Jörg Großkopf und Peter Daubenbüchel
Prof. Monika Grütters
Lothar und Martha Harings
Dr. Bernhard Helmich und Mai Hong
Dr. Eckart und Ulla von Hirschhausen
Dr. Sabine Hoeft und Thomas Geitner
Prof. Dr. Frank G. und Ulrike Holz
Prof. Dr. Wolfgang und Dr. Brigitte Holzgreve
Martin Hubert und Martina und Martha Marzahn
Stephan und Sirka Huthmacher
Dirk und Viktoria Kaftan
Dr. Christos Katzidis MdL und Ariane Katzidis
Andrea, Tim und Jan Kluit
Dr. Eva Kraus
Dr. Markus Leyck Dieken und Peter Kraushaar
Peter und Katharina Limbourg
Nathanael Liminski MdL und Hanna Liminski
Horst und Katrin Lingohr
Marianne und Stefan Ludes
Dr. Peter Lüsebrink und Karl-Heinz von Elern
Michael Mronz und Markus Felten
Prof. Dr. Georg und Doris Nickenig
Dr. Solveig Palm
Alexandra Pape und Malte von Tottleben
Christian A. und Rita Rast
Hans-Arndt und Julia Riegel
Prof. Dr. Manuel und Aila Ritter
Matthias und Steffi Schulz
Moritz Seibert
Stephan Schwarz und Veronika Smetackova
Annette Schwolen-Flümann und Thomas Flümann
Prof. Walter Smerling und Beatrice Blank
Elisabeth Sobotka und Prof. Dr. Hans Peter Wehrli
Peter und Annette Storsberg
Prof. Burkhard und Friederike Sträter
Prof. Dr. Hendrik Streeck MdB und Paul Zubeil
Ulrich und Petra Voigt
Oliver und Diane Welke
Dr. Vera Westermann und Michael Langenberg
Dr. Matthias Wissmann und Francisco Rojas
Christian van Zwamen und Gerd Halama
BRONZE
Jutta und Ludwig Acker * Prof. Dr. Wolfgang Angerstein * Alexandra Asbeck * Dr. Rainer und Liane Balzien * Munkhzul Baramsai * Christina Barton van Dorp und Dominik Barton * Christoph Beckmanns * Prof. Dr. Christa Berg * Prof. Dr. Arno und Angela Berger * Christoph Berghaus * Klaus Besier * Ingeborg Bispinck-Weigand * Christiane Bless-Paar und Dr. Dieter Paar * Frank-Michael Böhle und Elvira Pietzka-Böhle * Dr. Ulrich und Barbara Bongardt * Anastassia Boutsko * Anne Brinkmann * Ingrid Brunswig * Lutz Caje * Gabriele und Robert Carl * Elmar Conrads-Hassel und Dr. Ursula Hassel * Ingeborg und Erich Dederichs * Geneviève Desplanques * Irene Diederichs * Michael Eckhardt und Birgit Wolter * Christel Eichen und Ralf Kröger * Elisabeth Einecke-Klövekorn * Dr. Martina Endepohls-Ulpe und Alexander Ulpe * Heike Fischer und Carlo Fischer-Peitz * Dr. Gabriele und Ulrich Föckler * Prof. Dr. Eckhard Freyer * Johannes Geffert * Silke und Andree Georg Girg * Dr. Helga-Maleen Gerresheim * Margareta Gitizad * Carsten Gottschalk * Ulrike und Axel Groeger * Marta Gutierrez und Simon Huber * Cornelia und Dr. Holger Haas * Sylvia Haas * Christina Ruth Elise Hendges * Renate und L. Hendricks * Peter Henn * Prof. Ingeborg Henzler und Dr. Mathias Jung * Heidelore und Prof. Werner P. Herrmann * Dr. Monika Hörig * Georg Peter Hoffmann und Heide-Marie Ramsauer * Dr. Francesca und Dr. Stefan Hülshörster * Karin Ippendorf * Angela Jaschke * Dr. Michael und Dr. Elisabeth Kaiser * Elisabeth und Rolf-Dieter Kaißer * Agnieszka Maria und Jan Kaplan * Dr. Hiltrud Kastenholz und Herbert Küster * Dr. Reinhard Keller * Dr. Ulrich und Marie Louise Kersten * Rolf Kleefuß und Thomas Riedel * Dr. Gerd Knischewski * Norbert König und Clotilde Lafont-König * Sylvia Kolbe * Sigrid Kümmerlein * Gisela Kunz * Dr. Hans Dieter und Ursula Laux * Ute und Dr. Ulrich Kolck * Manfred Koschnick und Arne Siebert * Lilith Matthiaß-Küster und Norbert Küster * Thea Kutzscher * Ruth und Bernhard Lahres * Renate Leesmeister * Gernot Lehr und Dr. Eva Sewing * Traudl und Reinhard Lenz * Florian H. Luetjohann * Moritz Magdeburg * Dr. Charlotte Mende * Heinrich Meurs * Heinrich Mevißen * Dr. Dr. Peter und Dr. Ines Miebach * Karl-Josef Mittler * Dr. Josef Moch * Esther und Laurent Montenay * Friedrich Wilhelm Moog und Vera Walther-Moog * Katharina und Dr. Jochen Müller-Stromberg * Dr. Nicola und Dr. Manuel Mutschler * Dr. Gudula Neidert-Buech und Dr. Rudolf Neidert * Gerald und Vanessa Neu * Lydia Niewerth * Wolfram Nolte * Mark und Rita Opeskin * Céline Oreiller * Dieter und Brigitta Penning * Carol Ann Pereira * Gabriele Poerting * Dr. Manfred und Dorothee van Rey * Ruth Schmidt-Schütte und Hans Helmuth Schmidt * Dr. Andreas und Bettina Rohde * Prof. Dr. Tilman und Astrid Sauerbruch * Ingrid Scheithauer * Monika Schmuck * Markus Schubert * Simone Schuck * Petra Schürkes-Schepping * Dr. Manfred und Jutta von Seggern * Prof. Dr. Norma Selve * Prof. Dr. Wolfram Steinbeck * Dr. Andreas Stork * Michael Striebich * Dr. Corinna ten Thoren und Martin Frevert * Verena und Christian Thiemann * Dr. Sabine Trautmann-Voigt und Dr. Bernd Voigt * Hermann und Bettina Ude * Katrin Uhlig * Carrie Walter und Gabriel Beeby * Susanne Walter * Aino Ritva Weyers und Nadeem Hajouj * Ruth Winterwerp-van den Elzen und Jürgen Winterwerp * Dr. Bettina und Dr. Matthias Wolfgarten
JUNGER FREUNDESKREIS
Iklim Arikan * Linda Dahn * Lasse Frings * Ricci Frosio * Lin Golenia * Emilia Hecke * Victoria Emilia Holz * M Hornauer * Zsolt Máté Kiss * Jonas Kotulla * Marie Meißner * Felix Mennicken * Linus Neunkirchen * Felix Schuck * Hannah Speckmann * Charlotte Speckmann * Nelly Sophia Stach * Till Steinert * Johanna von Bargen * Florens Windelen * Yolanda Winter * Akichika Yukawa * Tom Ziese
Biografien
Elsa Artmann
Elsa Artmann (*1989) ist Tänzer:in, Choreograf:in und künstlerische Leitung des Ensembles SANFTE ARBEIT in Köln.
Mit einem Fokus auf geteilte Autor:innenschaft arbeitet sie an interdisziplinären Formaten, die neben Bühnenstücken auch Hörspiel, Buch, Kurzfilm und eine digitalen Plattform zum kollaborativen Schreiben umfassen. Seit 2022 widmet sie sich den Themen Gefühls-, Sorge- und Beziehungsarbeit im Kulturkapitalismus.
Ihr Bühnenstück A voice of A generation (2022) setzte sich mit der Verkörperung neoliberaler Konzepte in unserer tänzerischen Praxis auseinander. Service und Gefühl (2023) handelte davon, wie Gefühlsarbeit als Dienstleistung unsere emotionale Wirklichkeit prägt. In Langes Wochenende beleuchtet Elsa Artmann, wie Arbeit und darin stattfindende Beziehungen romantisiert werden.
Das Ensemble SANFTE ARBEIT hat das Labor Arbeit und Liebe gegründet, in dem regelmäßig Künstler:innen und Menschen in Care-Berufen gemeinsamen schreiben und sich bewegen.
Elsa Artmann studierte Malerei an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und Tanz am Zentrum für zeitgenössischen Tanz an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Sie unterrichtet künstlerische Praxis an der Universität zu Köln und szenisches Schreiben an der Kunstuniversität Graz. 2026 ist sie Fellowship-Künstlerin beim Beethovenfest Bonn.
Diana Treder
Diana Treder ist freischaffende Tänzerin und Performerin. Sie studierte am Zentrum für zeitgenössischen Tanz an der Hochschule für Musik und Tanz Köln und schloss außerdem den Masterstudiengang Szenische Forschung an der Ruhr-Universität Bochum ab. Dort forschte sie zu Arbeit und untersuchte in In der Arbeit zu Hause choreografisch, wie Lieferketten und Verfahren aus der Logistik sich an tanzende Körper zurückbinden lassen.
Als Tänzerin/Performerin wirkte sie etwa in Choreografien von Krux Kollektiv, Darko Dragičević und Martin Sonderkamp mit. Außerdem performte sie in der Ausstellung sound move. Treder entwickelt außerdem performative Vermittlungsformate als Stückeinführungen und für Ausstellungen in Museen, u. a. dem Kunstmuseum Bonn oder dem Tanzmuseum Köln.
Diana Treder ist Teil des Ensembles Elsa Artmann/SANFTE ARBEIT. Die langjährige geteilte künstlerische Praxis zwischen Bewegung, Sprache, Gesang sowie die interdisziplinäre Arbeit zwischen Musik, Tanz, Video, Textpublikationen und Hörstücken haben sie als Künstlerin begleitet und geprägt.
Anne-Lene Nöldner
Anne-Lene Nöldner arbeitet als Tanzkünstlerin in Belgien und Deutschland. Sie studierte Psychologie in Leipzig sowie zeitgenössischen Tanz an der Hochschule für Musik und Tanz Köln und am Royal Conservatory Antwerpen. Als Tänzerin arbeitete sie unter anderem mit Martin Sonderkamp & Darko Dragičević, Marlin de Haan, Femke Gyselinck sowie Ursina Tossi und kooperiert regelmäßig mit der Choreografin Kinga Jaczewska.
Nöldner co-organisiert die Plattform Dancer Training Antwerp – wöchentliches Training und künstlerischer Austausch für die freie Tanzszene in Antwerpen. 2025 schrieb sie gelegentlich für das belgische Magazin für darstellende Künste ETCETERA. 2025 und 2026 recherchiert sie in einem einjährigen Forschungsprojekt am Royal Conservatory Antwerpen. Ihr Thema sind Erzähltechniken auto-fiktionalen Schreibens und darin liegende Möglichkeiten, künstlerische Autor:innenschaft aus Tänzer:innenperspektive erlebbar und fassbar zu machen.
Anne-Lene Nöldner ist Mitglied des Ensembles Elsa Artmann/SANFTE ARBEIT, dessen geteilte künstlerische Praxis zwischen Bewegung, Text und Stimme sie seit 2018 intensiv begleitet.
Annie Bloch
Annie Bloch (*1994) ist Organistin, Songwriterin und Komponistin in Köln. Sie studierte Musik und englische Literatur in Cork, Irland, und später Komposition und Orgel in Köln.
In ihrer Tätigkeit als Organistin performt sie solo und in wechselnden Ensembles mit Fokus auf Improvisation. Bestrebt, der Kirchenorgel neue Kontexte zu eröffnen, verwirklicht sie unkonventionelle Programme wie The Mendelssohn-Project mit Emily Wittbrodt oder das ortsspezifische Solo-Programm Allein mit der Orgel für Hyperorgel in der Kunst-Station Sankt Peter.
Als Indie-Folk-Künstlerin veröffentlichte sie die Alben Floors und mit dem Duo Annie & Mo When You Get Here. In ihrem Projekt I DEPEND, das 2025 seinen Album-Release feierte, verwirklicht sie Songkompositionen für ein zehnköpfiges Ensemble. Als Komponistin und Live-Performerin arbeitet sie mit dem Tanzensemble Sanfte Arbeit und am Schauspiel Köln mit David Vogel.
Noemi Baumblatt
Noemi Baumblatt arbeitet als Szenografin für Tanz, Schauspiel, Oper, Film und Ausstellungen. Ihr Interesse gilt der Verflechtung von Räumen, Körpern und Materialien. Sie studierte an der Universität Wien Theater-, Film- und Medienwissenschaft und an der Wiener Angewandten Bühnen- und Filmgestaltung. Als diplomierte Theater-, Film- und Medienwissenschaftlerin bringt sie sich in den Projekten befreundeter Künstler:innen und Gruppen auch dramaturgisch ein.
Seit 2016 ist sie kontinuierlich als Kostümbildnerin in der Zeitgenössischen Tanzszene tätig. Diese Arbeit erfordert eine intuitive, stärker vom Material ausgehende Herangehensweise. Für Noemi macht genau das den Reiz daran aus. In ihrer freien künstlerischen Arbeit entwickelt sie oft begehbare Räume und Installationen, die das Verhältnis von Mensch, Wahrnehmung, Gefühl und Raum ausloten und gleichzeitig innere Reflexionsprozesse nachzeichnen. Seit 2025 ist Noemi im Vorstand des Szenografie-Bunds.
Mit Elsa Artmann und SANFTE ARBEIT kollaborierte sie bereits mehrfach.
Konzertempfehlungen
Mehr Tanz
beim BeethovenfestFestival-Miteinander
Festival-Miteinander
Wir – das Beethovenfest Bonn – laden ein, in einem offenen und respektvollen Miteinander Beethovenfeste zu feiern. Dafür wünschen wir uns Achtsamkeit im Umgang miteinander: vor, hinter und auf der Bühne.
Für möglicherweise auftretende Fälle von Grenzüberschreitung ist eine interne Ansprechstelle erreichbar für Publikum, Künstler:innen und Mitarbeiter:innen.
Wir sind ansprechbar über eine Telefon-Hotline (+49 228 2010321, im Festival täglich von 13–21 Uhr) oder per E-Mail (awareness@beethovenfest.de).
Werte und Überzeugungen unseres Miteinanders sowie weitere externe Kontaktmöglichkeiten können hier auf unserer Website aufgerufen werden.
Das Beethovenfest Bonn 2026 steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst.
Programmheftredaktion:
Sarah Avischag Müller
M Hornauer
Die Texte von Daniela Ebert sind Originalbeiträge für dieses Programmheft.

















