Daniil Trifonov an einem historischen Hammerflügel – eine Seltenheit. Zusammen mit den Berliner Barock Solisten erkundet er Beethovens frühe Bonner Werke. Christoph Vratz stellt den Weltpianisten vor.
Man mag es kaum glauben. Ausgerechnet er, der dem Klavier eine schier unendliche Fülle an Farben und Nuancen entlocken kann, ausgerechnet er, der so unfassbar leise, aber auch so ungehemmt wild und ekstatisch die schwarzen und weißen Tasten anschlagen kann, ausgerechnet Daniil Trifonov hat seine ersten Versuche an einem elektrisch betriebenen Keyboard unternommen. Obwohl ihm ein klassisches Klavier zur Verfügung gestanden hat. »Doch das hat mich nicht interessiert«, so Trifonov. »Ich fand es einfach toll, dass man aus den gleichen Tasten völlig verschiedene Klänge herausbringt – nur mit Knöpfchen. Das tat ich stundenlang.« Damals war er fünf Jahre alt. Diese Neugierde, verschiedenen Tasteninstrumenten ein Maximum an Klangmöglichkeiten zu entlocken, ist geblieben. Denn in Bonn wagt Trifonov den Schritt an einen historischen Hammerflügel.

