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Di 15.9.2026

19.30 Uhr, Beethoven-Haus Bonn

Jonas Müller & Anna Gebhardt

  • Vokal
  • Vergangene Veranstaltung
  • € 29
  • Jonas Müller © Jakob Schad
  • Anna Gebhardt © Alexey Testov

Mitwirkende

  • Jonas Müller Bariton
  • Anna Gebhardt Klavier

Programm

»Irgendwo auf der Welt«

***

Franz Schubert

Drang in die Ferne D 770 & Der Wanderer D 489

Robert Schumann

Liederkreis op. 24

Hanns Eisler

»Fünf Hollywood-Elegien« & »An den kleinen Radioapparat« aus Hollywooder Liederbuch

Franz Schubert

Abendstern D 806 & Frühlingsglaube D 686

Gustav Mahler
Lieder eines fahrenden Gesellen
Richard Strauss
Vier Lieder op. 27

Auf einen Blick

Was erwartet mich?

Lieder über die Heimatlosigkeit und die Sehnsucht nach dem Ankommen, zu einem Gesamterlebnis verbunden von Bariton Jonas Müller.

Wie klingt das?
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Beschreibung

Wo finde ich mein Zuhause? Darüber singt man seit Menschengedenken. Jonas Müller erzählt mit einem wunderbar arrangierten Reigen aus Kunstliedern von der Hoffnung, irgendwo auf der Welt ankommen zu dürfen. Der 27-jährige Bariton erhielt den Musikpreis der deutschen Wirtschaft 2025. Die Jury überzeugte vor allem sein »programmatischer Bogen, der von Authentizität und Ernsthaftigkeit geprägt war« – was er auch bei diesem Liederabend unter Beweis stellt.

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    Alle Beiträge
    • Ein Mann in einem schwarzen Anzug beugt sich vornüber und blickt in die Kamera.
      Bariton Jonas Müller
      Rampensau und Stimmtalent
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    In Kooperation mit

    Digitales Programmheft

    Di 15.9.

    19.30 Uhr, Beethoven-Haus Bonn

    Jonas Müller & Anna Gebhardt

    Mitwirkende

    Jonas Müller Bariton
    (Preisträger des Musikpreises der deutschen Wirtschaft 2025)

    Anna Gebhardt Klavier

    Programm

    »Irgendwo auf der Welt«

    Verheißung – Er fand glücklich das schön’re Land

    Franz Schubert (1797–1828)
    Drang in die Ferne D 770

    Robert Schumann (1810–1856)
    Liederkreis op. 24

    1. Morgens steh’ ich auf und frage
    2. Es treibt mich hin
    3. Ich wandelte unter den Bäumen
    4. Lieb’ Liebchen
    5. Schöne Wiege meiner Leiden 
    6. Warte, warte wilder Schiffmann 
    7. Berg’ und Burgen schaun herunter 
    8. Anfangs wollt ich fast verzagen 
    9. Mit Myrten und Rosen

    Erwachen – Wo bist du, mein geliebtes Land

    Franz Schubert
    Der Wanderer D 489

    Hanns Eisler (1898–1962)
    »Fünf Hollywood-Elegien« aus Hollywooder Liederbuch

    1. Unter den grünen Pfefferbäumen
    2. Die Stadt ist nach den Engeln genannt
    3. Jeden Morgen, mein Brot zu verdienen
    4. Diese Stadt hat mich belehrt
    5. In den Hügeln wird Gold gefunden

    Hanns Eisler
    »An den kleinen Radioapparat« aus Hollywooder Liederbuch
     

    Pause
     

    Enttäuschung – Und bleibe trauernd still daheim

    Franz Schubert
    Abendstern D 806

    Gustav Mahler (1860–1911)
    Lieder eines fahrenden Gesellen

    1. Wenn mein Schatz Hochzeit macht
    2. Ging heut morgen übers Feld
    3. Ich hab’ ein glühend Messer
    4. Die zwei blauen Augen von meinem Schatz
     

    Hoffnung – Nun muss sich alles wenden

    Franz Schubert
    Frühlingsglaube D 686

    Richard Strauss (1864–1949)
    Vier Lieder op. 27

    1. Ruhe, meine Seele!
    2. Cäcilie
    3. Heimliche Aufforderung
    4. Morgen!

     

    Moderation durch die Künstler:innen

    Über den Konzertabend

    Konzertdauer: ca. 110 Minuten

    Für ein ungestörtes Konzerterlebnis bitten wir Sie, auf Foto- und Videoaufnahmen zu verzichten.

    Zusätzlich zu Blumen schenken wir den Künstler:innen Blüh-Patenschaften, mit deren Hilfe in der Region Bonn Blumenwiesen angelegt werden.

    In Kooperation mit dem Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft

    Das Konzert ist Teil des Musikpreises des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft, mit dem Jonas Müller im Jahr 2025 ausgezeichnet wurde. Der begehrte Preis umfasst neben einem Preisgeld die Kulturkreis-Tournee mit Auftrittsmöglichkeiten bei den renommierten Partnerfestivals.

    Kulturkreis der deutschen Wirtschaft

    Der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft wurde 1951 gegründet und ist die traditionsreichste Institution für unternehmerische Kulturförderung in Deutschland. Als unabhängiges Netzwerk engagierter Unternehmen setzt er sich für Kunstfreiheit als zentrale Säule der Demokratie ein. Im Zentrum seiner Arbeit steht seit über 70 Jahren die Förderung von Nachwuchstalenten in den Bereichen Architektur, Bildende Kunst, Literatur und Musik. Dank Mitgliedsbeiträgen und Spenden konnte der Kulturkreis bereits zahlreiche Kunstschaffende zu Beginn ihrer Karriere unterstützen, darunter herausragende Persönlichkeiten wie Heinrich Böll, Ingeborg Bachmann, Günter Grass, Georg Baselitz, Sabine Meyer, Katharina Sieverding, Tabea Zimmermann, Rosemarie Trockel, Candida Höfer, Robert Menasse und Thomas Demand.

    Musikpreis der deutschen Wirtschaft

    Der Musikpreis der deutschen Wirtschaft unterstützt Musiker:innen dabei, ihre künstlerischen Visionen zu verwirklichen. Die Förderung umfasst ein Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro sowie Auftrittsmöglichkeiten bei den renommierten Partnerfestivals der Kulturkreis-Tournee. Diese Festivals bieten Musiker:innen eine einzigartige Plattform, ihr Talent einem breiten Publikum zu präsentieren. Zu den Partnerfestivals des Musikpreises und damit der Kulturkreis-Tournee zählen das Beethovenfest Bonn, die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, das Rheingau Musik Festival, die Ludwigsburger Schlossfestspiele, der Heidelberger Frühling und das Lucerne Festival.

    Der Förderbereich Musik des Kulturkreises wird vom G. Henle Verlag, der Peter Klöckner-Stiftung sowie von Dr. Arend Oetker unterstützt.

    Einleitung

    Die Sehnsucht nach einem Zuhause ist eines der ewigen Themen des Lebens und der Kunst. »Nach Hause/Daheim« lautet das Motto des Beethovenfests Bonn 2026, das die Rückkehr in die sanierte Beethovenhalle feiert. »Dort, wo du nicht bist, ist das Glück«, singt Schuberts Wanderer und bringt damit auf den Punkt, dass mit Heimat auch ein innerer Ort, ein Gefühl des Ankommens gemeint sein kann. Der Bariton Jonas Müller hat einen weit ausgreifenden Reigen von Kunstliedern zusammengestellt, die von der Hoffnung erzählen, irgendwo auf der Welt ankommen zu dürfen, aber auch von der bitteren Erkenntnis singen, dass das wahre Glück unerreichbar bleibt. Der 27-Jährige wurde mit dem Musikpreis der deutschen Wirtschaft 2025 ausgezeichnet. Die Jury überzeugte vor allem sein »programmatischer Bogen, der von Authentizität und Ernsthaftigkeit geprägt war«. 

    Teil 1: Verheißung

    Unbändiges Fernweh

    Jonas Müllers Liedprogramm folgt nicht nur den Sehnsüchten der Romantiker und Spätromantiker nach Liebe und Freiheit, sondern bringt auch den Komponisten Hanns Eisler zu Gehör, der im 20. Jahrhundert vor den Nazis in die Neue Welt floh und ernüchtert das Leben in Hollywood besang. »Irgendwo auf der Welt« hat Jonas Müller daher sein Gesamtprogramm übertitelt, das er in vier Kapitel unterteilt, die man als emotionale Stationen einer Reise auf der Suche nach Heimat verstehen kann. 

    Das Kapitel »Verheißung – Er fand glücklich das schön’re Land« bildet den Auftakt und lässt auf Franz Schuberts Lied Drang in die Ferne Robert Schumanns Liederkreis op. 24 folgen. Schuberts Lied schildert in verdichteter Form die drängend-ruhelose Grundstimmung eines jungen Mannes, der sich von der Natur inspirieren lässt, um sich von seiner Heimat loszusagen. Er folgt lieber dem Beispiel der Wolken und der Flüsse, um ein »schön’res Land«, also eine neue Heimat, zu finden.

    Eine Frau und ein Mann sitzen in einem schwach beleuchteten Zimmer. Sie tragen helle Hemden und blicken mit ernsten Gesichtsausdrücken in die Kamera.
    Anna Gebhardt & Jonas Müller © Jakob Schad

    Schumanns Liebeslandschaften

    Robert Schumann war stark beeinflusst von Franz Schubert und komponierte die meisten seiner Lieder im »Liederjahr« 1840. Mit Heinrich Heine hatte Schumann einen Dichter gefunden, der ihn besonders stark inspirierte. Den Gipfel dieser Auseinandersetzung bildet die Dichterliebe, aber bereits im wenige Monate zuvor komponierten Liederkreis klingt vieles an, was den reifen Liedkomponisten Schumann auszeichnet. 

    Vor dem »Liederjahr« hatte Schumann fast ausschließlich Klaviermusik komponiert, doch mit der Eindeckung von Heinrich Heines Lyrik und dessen »Buch der Lieder« tat sich für ihn eine neue Welt auf:

    »Ach, Clara, was das für eine Seligkeit ist, für Gesang zu schreiben; die hatte ich lang entbehrt.«

    So schreibt Schumann an seine Braut Clara, die er noch im selben Jahr 1840 heiraten wird. Durch den Liederkreis op. 24 zieht sich das Thema des Wanderns und die Begegnung mit unterschiedlichsten Landschaften, die der Bariton Thomas Hampson einmal als »Liebeslandschaften« bezeichnet hat.

    Teil 2: Erwachen

    Ein Fremdling überall

    Das zweite Kapitel mit dem Titel »Erwachen – Wo bist du, mein geliebtes Land?« beginnt wieder mit einem ikonischen Lied von Franz Schubert: Der Wanderer gilt als musikalische Verdichtung des Lebensgefühls einer ganzen Epoche. Nach dem gesellschaftlichen Aufbruch der Französischen Revolution machte sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein Gefühl des Stillstands, der Lähmung breit. Die Künstler:innen träumten vom Aufbruch in andere, freiere Welten, schilderten aber auch Verzweiflung und Vereinsamung: »Ich bin ein Fremdling überall« singt Schuberts Wanderer. Ein Lebensgefühl, dem sich Hanns Eisler, der als Jude und Kommunist vor den Nationalsozialisten in die USA floh, durchaus anschließen konnte. Auch wenn er in den Fünf Hollywood-Elegien und dem Song An den kleinen Radioapparat aus dem Hollywooder Liederbuch auch Töne von grimmiger Heiterkeit anschlägt. Gemeinsam mit seinem Textdichter Bertolt Brecht arbeitete er an einem künstlerischen ›Gegengift‹ gegen die trügerische Traumwelt Hollywoods und die Utopien der deutschen Emigranten, aber auch gegen die Ästhetik der Nazis.

    Eine Frau in einer weißen Bluse mit langen, blonden Haaren sitzt vor einem dunklen Hintergrund. Sie blickt nach rechts gedreht und lacht.
    Anna Gebhardt © Alexey Testov

    Teil 3: Enttäuschung

    Ein Messer in der Brust

    Das dritte Kapitel widmet sich unter dem Titel »Enttäuschung – Und bleibe trauernd still daheim« der Tragik nicht erwiderter Liebe. Schuberts Abendstern ruft einen einsamen Stern an, der jedoch als »der Liebe treuer Stern« antwortet. Jonas Müller lässt auf diese stille Melancholie Schuberts Gustav Mahlers Lieder eines fahrenden Gesellen folgen, vier Lieder, die ein Wechselbad leidenschaftlicher Gefühle zwischen Trauer, Verzweiflung – wie in Ich hab’ ein glühend Messer in meiner Brust – und Resignation schildern. Mahler verarbeitete damit eine unerwiderte Liebe und vertonte vier Gedichte, die er selbst für die Geliebte verfasst hatte. Ein Teil des Textes zu dem ersten Lied Wenn mein Schatz Hochzeit macht stammt jedoch aus der Sammlung Des Knaben Wunderhorn. Mahlers erster Liederzyklus entstand für Klavierbegleitung, erst später orchestrierte er die Lieder, mit denen er sehr bewusst auf zentrale Motive von Schuberts Liederzyklen wie etwa die Wanderschaft, Einsamkeit und unglückliche Liebe zurückgriff. 

    Teil 4: Hoffnung

    Ein Mann und eine Frau sitzen in sommerlicher Kleidung auf Stühlen draußen. Sie blicken beide von der Kamera weg.
    Anna Gebhardt & Jonas Müller © Jakob Schad

    Ersehnte Nacht

    Optimistisch lässt Jonas Müller seinen Liederabend mit dem Kapitel »Hoffnung – Nun muss sich alles wenden« enden. Schuberts Frühlingsglaube bildet den Auftakt, der Text von Ludwig Uhland betrachtet die Euphorie eines beginnenden Frühlings als Ermunterung für das »arme Herz«: »Vergiss der Qual!« ruft Schubert ihm zu. In der Euphorie einer glückenden Liebe komponierte Richard Strauss seine Vier Lieder op. 27, denn der Komponist machte sie seiner »geliebten Pauline« am 10. September 1894 zum Hochzeitsgeschenk. Pauline de Ahna war eine begabte Sängerin, Strauss schrieb ihr viele Werke sozusagen in die Kehle und hatte sie auch bei den Sopran-Rollen seiner Opern stets im Ohr. Die Vier Lieder auf Texte verschiedener Dichter sind durchweg von schwärmerischem, teils euphorisch ausbrechendem Charakter und zählen zu den bekanntesten Liedern aus Strauss’ Feder, wie etwa die Heimliche Aufforderung.

    Jonas Müller: Stimmtalent

    Jonas Müller: Stimmtalent und Rampensau

    Von der Hexe Lisbeth zum Liedgesang

    Sein Gesangs-Talent hat Jonas Müller bereits als Grundschüler entdeckt:

    »In einem Kindermusical habe ich meine erste große Rolle gesungen, die Hexe Lisbeth. Es war herrlich. Und da saß meine Mama im Publikum und hat mir später gesagt, dass ihr die Kinnlade runtergefallen ist, weil ich schon – auf gut Deutsch – so eine Rampensau war, damals schon in der zweiten, dritten Klasse.«

    Das zweite Aha-Erlebnis auf der Bühne wiederholte sich mit knapp 15 Jahren in der Big-Band des musischen Gymnasiums von Niederalteich. Müllers Auftritt mit Michael Bublés It’s a Beautiful Day gab dann den Ausschlag, eine Gesangskarriere anzustreben: »Ich singe den ersten Ton und wusste, das ist meine Bühne. Das hat sich so richtig angefühlt.« An der Würzburger Musikhochschule traf er dann den großen Liedbegleiter Gerold Huber. Der Pförtner der Musikhochschule brachte sie zusammen: »Er sagte zu Gerold: Ich habe da einen für dich, einen anderen Niederbayern. Und der sagte gleich: Kommst du mal vorbei? So kam die Connection mit Gerold zustande und auch meine hohe Liedaffinität.«

    Schubert als Stichwortgeber

    Ein erstes Vorsingen bei einer empfohlenen Gesangslehrerin absolvierte Jonas Müller noch als Tenor. Sie stellte eine entscheidende Frage: »Möchtest du lieber ein Tenor sein, der immer mit der Höhe kämpft oder ein Bariton mit einer tollen Höhe?« Die Entscheidung fiel schnell, und heute ist Jonas Müller ein Bariton mit einer unangestrengten Höhe, der im Liedgesang ein Zentrum seines Schaffens sieht, aber auch in der Oper Erfolge feiert. 

    Die Programmzusammenstellung des heutigen Abends ergab sich aus Überlegungen für einen weiteren Auftritt beim Lucerne Festival, das unter dem Motto American Dream steht.

    Ein Mann im schwarzen Anzug ist zur Seite gedreht, lachend. Seine Augen sind geschlossen und eine Hand ist in Gesichtsnähe gehoben.
    »Zum Bonner Motto Heimat passt das eigentlich sehr gut. Natürlich könnte ich mich mit amerikanischem Liedrepertoire auseinandersetzen. Aber es gibt einfach Muttersprachler, die das besser können als ich. Und dann habe ich mir gedacht, es macht doch mehr Sinn, wenn ich mich darauf konzentriere, was der amerikanische Traum bedeutet. Deshalb auch Eisler. Wir haben den Abend dann in vier Stationen unterteilt und thematisch erstmal ein Schubertlied genommen für jeden der vier Blöcke, das wir sehr passend fanden. Schubert zieht sich durch.« (Jonas Müller) © Alexey Testov

    Regine Müller 

  • Gruppe von Menschen bei einer eleganten Outdoor-Veranstaltung. Titel ist "Beethovenfest Freundeskreis" mit Text zur Mitgliedschaft.
    © Nekame Klasohm
  • Wir danken den Mitgliedern des Freundeskreises

    MÄZEN

    Gründungsmitglieder Arndt und Helmut Andreas Hartwig

    PLATIN

    Dr. Michael Buhr und Dr. Gabriele Freise-Buhr

    Godesberg Gastronomie & Event GmbH

    GOLD

    LTS Lohmann Therapie-Systeme AG

    Andrea und Ekkehard Gerlach

    Hans-Joachim Hecek und Klaus Dieter Mertens

    Dr. Thomas und Rebecca Ogilvie 

    Albert Tonger Immobilien e. K.

    Braunschweiger Privatbank, Köln

    SILBER

    Maria und Christoph Bader

    Bernd Böcking 

    Dr. Sigrun Eckelmann† und Johann Hinterkeuser

    Dr. Stefanie Montag und Dr. Stephan Herberhold

    Dr. Luciano und Ulrike Pizzulli

    Julia Rabus und Mirko Klemm 

    Jannis Ch. Vassiliou und Maricel de la Cruz

    AUF EMPFEHLUNG unserer Mäzene Arndt und Helmut Andreas Hartwig

    Tim Achtermeyer MdL

    Judith und Tobias Andreae

    Dr. Frank Asbeck und Susanne Birkenstock

    Bettina Böttinger und Martina Wziontek

    Anja Bröker

    Philipp Buhr und Marie-Madeleine Zenker

    Tim und Jessi Buhr

    Katja Burkard und Hans Mahr

    Claudia Cieslarczyk und Heiko von Dewitz

    Rüdiger und Andrea Depkat

    Guido Déus

    Prof. Dr. Udo und Bettina Di Fabio

    Walter Droege und Hedda im Brahm-Droege

    Ralf und Antje Firmenich

    Tobias Grewe und Dr. Jan Hundgeburth

    Jörg Großkopf und Peter Daubenbüchel

    Prof. Monika Grütters

    Lothar und Martha Harings

    Dr. Bernhard Helmich und Mai Hong

    Dr. Eckart und Ulla von Hirschhausen

    Dr. Sabine Hoeft und Thomas Geitner

    Prof. Dr. Frank G. und Ulrike Holz

    Prof. Dr. Wolfgang und Dr. Brigitte Holzgreve

    Martin Hubert und Martina und Martha Marzahn

    Stephan und Sirka Huthmacher

    Dirk und Viktoria Kaftan

    Dr. Christos Katzidis MdL und Ariane Katzidis

    Andrea, Tim und Jan Kluit

    Dr. Eva Kraus

    Dr. Markus Leyck Dieken und Peter Kraushaar

    Peter und Katharina Limbourg

    Nathanael Liminski MdL und Hanna Liminski

    Horst und Katrin Lingohr

    Marianne und Stefan Ludes

    Dr. Peter Lüsebrink und Karl-Heinz von Elern

    Michael Mronz und Markus Felten

    Prof. Dr. Georg und Doris Nickenig

    Dr. Solveig Palm

    Alexandra Pape und Malte von Tottleben

    Christian A. und Rita Rast

    Hans-Arndt und Julia Riegel

    Prof. Dr. Manuel und Aila Ritter

    Matthias und Steffi Schulz

    Moritz Seibert

    Stephan Schwarz und Veronika Smetackova

    Annette Schwolen-Flümann und Thomas Flümann

    Prof. Walter Smerling und Beatrice Blank

    Elisabeth Sobotka und Prof. Dr. Hans Peter Wehrli

    Peter und Annette Storsberg

    Prof. Burkhard und Friederike Sträter

    Prof. Dr. Hendrik Streeck MdB und Paul Zubeil

    Ulrich und Petra Voigt

    Oliver und Diane Welke

    Dr. Vera Westermann und Michael Langenberg

    Dr. Matthias Wissmann und Francisco Rojas

    Christian van Zwamen und Gerd Halama

    BRONZE

    Jutta und Ludwig Acker * Prof. Dr. Wolfgang Angerstein * Alexandra Asbeck * Dr. Rainer und Liane Balzien * Munkhzul Baramsai * Christina Barton van Dorp und Dominik Barton * Christoph Beckmanns * Prof. Dr. Christa Berg * Prof. Dr. Arno und Angela Berger * Christoph Berghaus * Klaus Besier * Ingeborg Bispinck-Weigand * Christiane Bless-Paar und Dr. Dieter Paar * Frank-Michael Böhle und Elvira Pietzka-Böhle * Dr. Ulrich und Barbara Bongardt * Anastassia Boutsko * Anne Brinkmann * Ingrid Brunswig * Lutz Caje * Gabriele und Robert Carl * Elmar Conrads-Hassel und Dr. Ursula Hassel * Ingeborg und Erich Dederichs * Geneviève Desplanques * Irene Diederichs * Michael Eckhardt und Birgit Wolter * Christel Eichen und Ralf Kröger * Elisabeth Einecke-Klövekorn * Dr. Martina Endepohls-Ulpe und Alexander Ulpe * Heike Fischer und Carlo Fischer-Peitz * Dr. Gabriele und Ulrich Föckler * Prof. Dr. Eckhard Freyer * Johannes Geffert * Silke und Andree Georg Girg * Dr. Helga-Maleen Gerresheim * Margareta Gitizad * Carsten Gottschalk * Ulrike und Axel Groeger * Marta Gutierrez und Simon Huber * Cornelia und Dr. Holger Haas * Sylvia Haas * Christina Ruth Elise Hendges * Renate und L. Hendricks * Peter Henn * Prof. Ingeborg Henzler und Dr. Mathias Jung * Heidelore und Prof. Werner P. Herrmann * Dr. Monika Hörig * Georg Peter Hoffmann und Heide-Marie Ramsauer * Dr. Francesca und Dr. Stefan Hülshörster * Karin Ippendorf * Angela Jaschke * Dr. Michael und Dr. Elisabeth Kaiser * Elisabeth und Rolf-Dieter Kaißer * Agnieszka Maria und Jan Kaplan * Dr. Hiltrud Kastenholz und Herbert Küster * Dr. Reinhard Keller * Dr. Ulrich und Marie Louise Kersten * Rolf Kleefuß und Thomas Riedel * Dr. Gerd Knischewski * Norbert König und Clotilde Lafont-König * Sylvia Kolbe * Sigrid Kümmerlein * Gisela Kunz * Dr. Hans Dieter und Ursula Laux * Ute und Dr. Ulrich Kolck * Manfred Koschnick und Arne Siebert * Lilith Matthiaß-Küster und Norbert Küster * Thea Kutzscher * Ruth und Bernhard Lahres * Renate Leesmeister * Gernot Lehr und Dr. Eva Sewing * Traudl und Reinhard Lenz * Florian H. Luetjohann * Moritz Magdeburg * Dr. Charlotte Mende * Heinrich Meurs * Heinrich Mevißen * Dr. Dr. Peter und Dr. Ines Miebach * Karl-Josef Mittler * Dr. Josef Moch * Esther und Laurent Montenay * Friedrich Wilhelm Moog und Vera Walther-Moog * Katharina und Dr. Jochen Müller-Stromberg * Dr. Nicola und Dr. Manuel Mutschler * Dr. Gudula Neidert-Buech und Dr. Rudolf Neidert * Gerald und Vanessa Neu * Lydia Niewerth * Wolfram Nolte * Mark und Rita Opeskin * Céline Oreiller * Dieter und Brigitta Penning * Carol Ann Pereira * Gabriele Poerting * Dr. Manfred und Dorothee van Rey * Ruth Schmidt-Schütte und Hans Helmuth Schmidt * Dr. Andreas und Bettina Rohde * Prof. Dr. Tilman und Astrid Sauerbruch * Ingrid Scheithauer * Monika Schmuck * Markus Schubert * Simone Schuck * Petra Schürkes-Schepping * Dr. Manfred und Jutta von Seggern * Prof. Dr. Norma Selve * Prof. Dr. Wolfram Steinbeck * Dr. Andreas Stork * Michael Striebich * Dr. Corinna ten Thoren und Martin Frevert * Verena und Christian Thiemann * Dr. Sabine Trautmann-Voigt und Dr. Bernd Voigt * Hermann und Bettina Ude * Katrin Uhlig * Carrie Walter und Gabriel Beeby * Susanne Walter * Aino Ritva Weyers und Nadeem Hajouj * Ruth Winterwerp-van den Elzen und Jürgen Winterwerp * Dr. Bettina und Dr. Matthias Wolfgarten

    JUNGER FREUNDESKREIS

    Iklim Arikan * Linda Dahn * Lasse Frings * Ricci Frosio * Lin Golenia * Emilia Hecke * Victoria Emilia Holz * M Hornauer * Zsolt Máté Kiss * Jonas Kotulla * Marie Meißner * Felix Mennicken * Linus Neunkirchen * Felix Schuck * Hannah Speckmann * Charlotte Speckmann * Nelly Sophia Stach * Till Steinert * Johanna von Bargen * Florens Windelen * Yolanda Winter * Akichika Yukawa * Tom Ziese

    Vokaltexte

    Franz Schubert: Drang in die Ferne D 770

    Vater, du glaubst es nicht,
    Wie’s mir zum Herzen spricht,
    Wenn ich die Wolken seh’,
    Oder am Strome steh’;

    Wolkengold, Wellengrün
    Ziehen so leicht dahin,
    Weilen im Sonnenlicht,
    Aber bei Blumen nicht;

    Zögern und rasten nie,
    Eilen, als wüssten sie,
    Ferne und ungekannt,
    Irgend ein schön’res Land.

    Ach! von Gewölk und Flut
    Hat auch mein wildes Blut
    Heimlich geerbt den Drang,
    Stürmet die Welt entlang!

    Vaterlands Felsental
    Wird mir zu eng, zu schmal;
    Denn meiner Sehnsucht Traum
    Findet darin nicht Raum.

    Lasst mich! ich muss, ich muss
    Fordern den Scheidekuss.
    Vater und Mutter mein,
    Müsset nicht böse sein:

    Hab’ euch ja herzlich lieb;
    Aber ein wilder Trieb
    Jagt mich waldein, waldaus,
    Weit von dem Vaterhaus.

    Sorgt nicht durch welches Land
    Einsam mein Weg sich wand,
    Monden- und Sternenschein
    Leuchtet auch dort hinein.

    Überall wölbt’s Gefild’
    Sich den azurnen Schild,
    Den um die ganze Welt
    Schirmend der Schöpfer hält.

    Ach und wenn nimmermehr
    Ich zu euch wiederkehr’,
    Lieben, so denkt, er fand
    Glücklich das schön’re Land.

    Robert Schumann: Liederkreis op. 24

    1. Morgens steh’ ich auf und frage

    Morgens steh’ ich auf und frage:
    Kommt feins Liebchen heut?
    Abends sink’ ich hin und klage:
    Aus blieb sie auch heut.

    In der Nacht mit meinem Kummer
    Lieg’ ich schlaflos, lieg ich wach;
    Träumend, wie im halben Schlummer,
    Träumend wandle ich bei Tag.

    2. Es treibt mich hin

    Es treibt mich hin, es treibt mich her!
    Noch wenige Stunden, dann soll ich sie schauen,
    Sie selber, die schönste der schönen Jungfrauen;
    Du armes Herz, was pochst du so schwer!

    Die Stunden sind aber ein faules Volk!
    Schleppen sich behaglich träge,
    Schleichen gähnend ihre Wege;
    Tummle dich, du faules Volk!

    Tobende Eile mich treibend erfasst!
    Aber wohl niemals liebten die Horen;
    Heimlich im grausamen Bunde verschworen,
    Spotten sie tückisch der Liebenden Hast.

    3. Ich wandelte unter den Bäumen

    Ich wandelte unter den Bäumen
    Mit meinem Gram allein;
    Da kam das alte Träumen
    Und schlich mir ins Herz hinein.

    Wer hat euch dies Wörtlein gelehret,
    Ihr Vöglein in luftiger Höh’?
    Schweigt still! wenn mein Herz es höret,
    Dann tut es noch einmal so weh.

    »Es kam ein Jungfräulein gegangen,
    Die sang es immerfort,
    Da haben wir Vöglein gefangen
    Das hübsche, goldne Wort.«

    Das sollt ihr mir nicht erzählen,
    Ihr Vöglein wunderschlau;
    Ihr wollt meinen Kummer mir stehlen,
    Ich aber niemandem trau’.

    4. Lieb’ Liebchen

    Lieb’ Liebchen, leg’s Händchen aufs Herze mein;
    Ach, hörst du, wie’s pochet im Kämmerlein?
    Da hauset ein Zimmermann schlimm und arg,
    Der zimmert mir einen Totensarg.

    Es hämmert und klopfet bei Tag und bei Nacht;
    Es hat mich schon längst um den Schlaf gebracht.
    Ach! sputet Euch, Meister Zimmermann,
    Damit ich balde schlafen kann.

    5. Schöne Wiege meiner Leiden

    Schöne Wiege meiner Leiden,
    Schönes Grabmal meiner Ruh’,
    Schöne Stadt, wir müssen scheiden,
    Lebe wohl! ruf’ ich dir zu.

    Lebe wohl, du heil’ge Schwelle,
    wo da wandelt Liebchen traut;
    Lebe wohl! du heil’ge Stelle, 
    Wo ich sie zuerst geschaut.

    Hätt’ ich dich doch nie gesehn,
    Schöne Herzenskönigin!
    Nimmer wär’ es dann geschehen,
    Dass ich jetzt so elend bin.

    Nie wollt’ ich dein Herze rühren,
    Liebe hab’ ich nie erfleht;
    Nur ein stilles Leben führen
    Wollt’ ich, wo dein Odem weht.

    Doch du drängst mich selbst von hinnen,
    Bittre Worte spricht dein Mund;
    Wahnsinn wühlt in meinen Sinnen,
    Und mein Herz ist krank und wund.

    Und die Glieder matt und träge
    Schlepp’ ich fort am Wanderstab,
    Bis mein müdes Haupt ich lege
    Ferne in ein kühles Grab.

    6. Warte, warte wilder Schiffmann

    Warte, warte, wilder Schiffmann,
    Gleich folg’ ich zum Hafen dir;
    Von zwei Jungfraun nehm’ ich Abschied,
    Von Europa und von ihr.

    Blutquell, rinn’ aus meinen Augen,
    Blutquell, brich aus meinem Leib,
    Dass ich mit dem heißen Blute
    Meine Schmerzen niederschreib’.

    Ei, mein Lieb, warum just heute
    Schaudert’s dich, mein Blut zu sehn?
    Sahst mich bleich und herzeblutend
    Lange Jahre vor dir stehn! Oh!

    Kennst du noch das alte Liedchen
    Von der Schlang’ im Paradies,
    Die durch schlimme Apfelgabe
    Unsern Ahn ins Elend stieß.

    Alles Unheil brachten Äpfel!
    Eva bracht’ damit den Tod,
    Eris brachte Trojas Flammen,
    Du brachst’st beides, Flamm’ und Tod.

    7. Berg’ und Burgen schaun herunter

    Berg’ und Burgen schaun herunter
    In den spiegelhellen Rhein,
    Und mein Schiffchen segelt munter,
    Rings umglänzt von Sonnenschein.

    Ruhig seh’ ich zu dem Spiele
    Goldner Wellen, kraus bewegt;
    Still erwachen die Gefühle,
    Die ich tief im Busen hegt’.

    Freundlich grüßend und verheißend
    Lockt hinab des Stromes Pracht;
    Doch ich kenn’ ihn, oben gleißend,
    Birgt sein Innres Tod und Nacht.

    Oben Lust, im Busen Tücken,
    Strom, du bist der Liebsten Bild!
    Die kann auch so freundlich nicken,
    Lächelt auch so fromm und mild.

    8. Anfangs wollt ich fast verzagen

    Anfangs wollt’ ich fast verzagen,
    Und ich glaubt’, ich trüg’ es nie;
    Und ich hab’ es doch getragen -
    Aber fragt mich nur nicht, wie?

    9. Mit Myrten und Rosen

    Mit Myrten und Rosen, lieblich und hold,
    Mit duft’gen Zypressen und Flittergold,
    Möchte’ ich zieren dies Buch wie ’nen Totenschrein,
    Und sargen meine Lieder hinein.

    O könnt’ ich die Liebe sargen hinzu!
    Am Grabe der Liebe wächst Blümlein der Ruh’,
    Da blüht es hervor, da pflückt man es ab,
    Doch mir blüht’s nur, wenn ich selber im Grab.

    Hier sind nun die Lieder, die einst so wild,
    Wie ein Lavastrom, der dem Ätna entquillt,
    Hervorgestürzt aus dem tiefsten Gemüt,
    Und rings viel blitzende Funken versprüht!

    Nun liegen sie stumm und totengleich,
    Nun starren sie kalt und nebelbleich,
    Doch aufs neu die alte Glut sie belebt,
    Wenn der Liebe Geist einst über sie schwebt.

    Und es wird mir im Herzen viel Ahnung laut:
    Der Liebe Geist einst über sie taut;
    Einst kommt dies Buch in deine Hand,
    Du süßes Lieb im fernen Land.

    Dann löst sich des Liedes Zauberbann,
    Die blassen Buchstaben schaun dich an,
    Sie schauen dir flehend ins schöne Aug’,
    Und flüstern mit Wehmut und Liebeshauch.

    Franz Schubert: Der Wanderer D 489

    Ich komme vom Gebirge her,
    Es dampft das Tal, es braust das Meer,
    Ich wandle still, bin wenig froh,
    Und immer fragt der Seufzer, wo?

    Die Sonne dünkt mich hier so kalt,
    Die Blüte welk, das Leben alt,
    Und was sie reden, leerer Schall,
    Ich bin ein Fremdling überall.

    Wo bist du, mein geliebtes Land,
    Gesucht, geahnt, und nie gekannt?
    Das Land, das Land so hoffnungsgrün,
    Das Land, wo meine Rosen blühn;

    Wo meine Freunde wandelnd gehn,
    Wo meine Toten auferstehn,
    Das Land, das meine Sprache spricht,
    O Land, wo bist du? ...

    Ich wandle still, bin wenig froh,
    Und immer fragt der Seufzer, wo?
    Im Geisterhauch tönt’s mir zurück,
    »Dort, wo du nicht bist, dort ist das Glück.«

    Hanns Eisler: »Fünf Hollywood-Elegien« aus Hollywooder Liederbuch

    Elegie I »Unter den grünen Pfefferbäumen«

    Unter den grünen Pfefferbäumen
    Gehn die Musiker auf den Strich, zwei und zwei
    Mit den Schreibern. Bach
    Hat ein Strichquartett im Täschen. Dante schwenkt
    Den dürren Hintern.

    Elegie II »Die Stadt ist nach den Engeln genannt«

    Die Stadt ist nach den Engeln genannt
    Und man begegnet allenthalben Engeln.
    Sie riechen nach Öl und tragen goldene Pessare
    Und mit blauen Ringen um die Augen
    Füttern sie allmorgenlich die Schreiber in ihren Schwimmpfühlen.

    Elegie III »Jeden Morgen, mein Brot zu verdienen«

    Jeden Morgen, mein Brot zu verdienen
    Geh’ ich zum Markt, wo Lügen verkauft werden.
    Hoffnungsvoll
    Reihe ich mich ein unter die Verkäufer.

    Elegie IV »Diese Stadt hat mich belehrt«

    Diese Stadt hat mich belehrt,
    Paradies und Hölle
    können eine Stadt sein.
    Für die Mittellosen
    ist das Paradies die Hölle.

    Elegie V »In den Hügeln wird Gold gefunden«

    In den Hügeln wird Gold gefunden,
    An der Küste findet man Öl.
    Größere Vermögen
    Bringen die Träume von Glück,
    Die man hier auf Zelluloid schreibt.

    Hanns Eisler: »An den kleinen Radioapparat« aus Hollywooder Liederbuch

    Du kleiner Kasten, den ich flüchtend trug
    Dass seine Lampen mir auch nicht zerbrächen
    Besorgt vom Haus zum Schiff, vom Schiff zum Zug
    Dass meine Feinde weiter zu mir sprächen

    An meinem Lager und zu meiner Pein
    Der letzten nachts, der ersten in der Früh
    Von ihren Siegen und von meiner Müh:
    Versprich mir, nicht auf einmal stumm zu sein!

    Franz Schubert: Abendstern D 806

    Was weilst du einsam an dem Himmel,
    O schöner Stern? und bist so mild;
    Warum entfernt das funkelnde Gewimmel
    Der Brüder sich von deinem Bild?
    »Ich bin der Liebe treuer Stern,
    »Sie halten sich von Liebe fern.«

    So solltest du zu ihnen gehen,
    Bist du der Liebe, zaudre nicht!
    Wer möchte denn dir widerstehen?
    Du süßes eigensinnig Licht.
    »Ich säe, schaue keinen Keim,
    »Und bleibe trauernd still daheim.«

    Gustav Mahler: Lieder eines fahrenden Gesellen

    1. Wenn mein Schatz Hochzeit macht

    Wenn mein Schatz Hochzeit macht,
    Fröhliche Hochzeit macht,
    Hab’ ich meinen traurigen Tag!
    Geh’ ich in mein Kämmerlein,
    Dunkles Kämmerlein,
    Weine, wein’ um meinen Schatz,
    Um meinen lieben Schatz!

    Blümlein blau! Verdorre nicht!
    Vöglein süß! Du singst auf grüner Heide.
    Ach, wie ist die Welt so schön!
    Ziküt! Ziküt!
    Singet nicht! Blühet nicht!
    Lenz ist ja vorbei!
    Alles Singen ist nun aus.
    Des Abends, wenn ich schlafen geh’,
    Denk’ ich an mein Leide.
    An mein Leide!

    2. Ging heut morgen übers Feld

    Ging heut morgen übers Feld,
    Tau noch auf den Gräsern hing;
    Sprach zu mir der lust’ge Fink:
    »Ei du! Gelt? Guten Morgen! Ei gelt?
    Du! Wird's nicht eine schöne Welt?
    Zink! Zink! Schön und flink!
    Wie mir doch die Welt gefällt!«

    Auch die Glockenblum’ am Feld
    Hat mir lustig, guter Ding’,
    Mit den Glöckchen, klinge, kling,
    Ihren Morgengruß geschellt:
    »Wird’s nicht eine schöne Welt?
    Kling, kling! Schönes Ding!
    Wie mir doch die Welt gefällt! Heia!«

    Und da fing im Sonnenschein 
    Gleich die Welt zu funkeln an;
    Alles Ton und Farbe gewann
    Im Sonnenschein!
    Blum’ und Vogel, groß und klein!
    »Guten Tag, ist’s nicht eine schöne Welt?
    Ei du, gelt? Schöne Welt?«

    Nun fängt auch mein Glück wohl an?
    Nein, nein, das ich mein’,
    Mir nimmer blühen kann!

    3. Ich hab’ ein glühend Messer

    Ich hab’ ein glühend Messer,
    Ein Messer in meiner Brust,
    O weh! Das schneid’t so tief
    In jede Freud’ und jede Lust.
    Ach, was ist das für ein böser Gast!
    Nimmer hält er Ruh’, nimmer hält er Rast,
    Nicht bei Tag, noch bei Nacht, wenn ich schlief.
    O Weh!

    Wenn ich in dem Himmel seh’,
    Seh’ ich zwei blaue Augen stehn.
    O Weh! Wenn ich im gelben Felde geh’,
    Seh’ ich von fern das blonde Haar
    Im Winde wehn.
    O Weh!

    Wenn ich aus dem Traum auffahr’
    Und höre klingen ihr silbern’ Lachen,
    O Weh!
    Ich wollt’, ich läg auf der schwarzen Bahr’,
    Könnt’ nimmer die Augen aufmachen!

    4. Die zwei blauen Augen von meinem Schatz

    Die zwei blauen Augen von meinem Schatz,
    Die haben mich in die weite Welt geschickt.
    Da musst’ ich Abschied nehmen vom allerliebsten Platz!
    O Augen blau, warum habt ihr mich angeblickt?
    Nun hab’ ich ewig Leid und Grämen.

    Ich bin ausgegangen in stiller Nacht
    Wohl über die dunkle Heide.
    Hat mir niemand Ade gesagt.
    Ade! Mein Gesell’ war Lieb’ und Leide!

    Auf der Straße steht ein Lindenbaum,
    Da hab’ ich zum ersten Mal im Schlaf geruht!
    Unter dem Lindenbaum, 
    Der hat seine Blüten über mich geschneit,
    Da wusst’ ich nicht, wie das Leben tut,
    War alles, alles wieder gut!
    Alles! Alles, Lieb und Leid
    Und Welt und Traum!

    Franz Schubert: Frühlingsglaube D 686

    Die linden Lüfte sind erwacht,
    Sie säuseln und weben Tag und Nacht,
    Sie schaffen an allen Enden.
    O frischer Duft, o neuer Klang!
    Nun, armes Herze, sei nicht bang!
    Nun muss sich Alles, Alles wenden.

    Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
    Man weiß nicht, was noch werden mag,
    Das Blühen will nicht enden.
    Es blüht das fernste, tiefste Thal.
    Nun, armes Herz, vergiss der Qual!
    Nun muss sich Alles, Alles wenden.

    Richard Strauss: Vier Lieder op. 27

    Ruhe, meine Seele!

    Nicht ein Lüftchen
    Regt sich leise,
    Sanft entschlummert
    Ruht der Hain;
    Durch der Blätter
    Dunkle Hülle
    Stiehlt sich lichter
    Sonnenschein.
    Ruhe, ruhe,
    Meine Seele,
    Deine Stürme
    Gingen wild,
    Hast getobt und
    Hast gezittert,
    Wie die Brandung,
    Wenn sie schwillt.
    Diese Zeiten
    Sind gewaltig,
    Bringen Herz
    Und Hirn in Not –
    Ruhe, ruhe,
    Meine Seele,
    Und vergiss,
    Was dich bedroht!

    Cäcilie

    Wenn du es wüsstest,
    Was träumen heißt von brennenden Küssen,
    Von Wandern und Ruhen mit der Geliebten,
    Aug in Auge,
    Und kosend und plaudernd,
    Wenn du es wüsstest,
    Du neigtest dein Herz!

    Wenn du es wüsstest,
    Was bangen heißt in einsamen Nächten,
    Umschauert vom Sturm, da niemand tröstet
    Milden Mundes die kampfmüde Seele,
    Wenn du es wüsstest,
    Du kämest zu mir.

    Wenn du es wüsstest,
    Was leben heißt, umhaucht von der Gottheit
    Weltschaffendem Atem,
    Zu schweben empor, lichtgetragen,
    Zu seligen Höhn,
    Wenn du es wüsstest,
    Du lebtest mit mir!

    Heimliche Aufforderung

    Auf, hebe die funkelnde Schale empor zum Mund,
    Und trinke beim Freudenmahle dein Herz gesund.
    Und wenn du sie hebst, so winke mir heimlich zu,
    Dann lächle ich und dann trinke ich still wie du ...

    Und still gleich mir betrachte um uns das Heer
    Der trunknen Zecher – verachte sie nicht zu sehr.
    Nein, hebe die blinkende Schale, gefüllt mit Wein,
    Und lass beim lärmenden Mahle sie glücklich sein.
    Doch hast du das Mahl genossen, den Durst gestillt,
    Dann verlasse der lauten Genossen festfreudiges Bild,
    Und wandle hinaus in den Garten zum Rosenstrauch,
    Dort will ich dich dann erwarten nach altem Brauch,

    Und will an die Brust dir sinken, eh du’s gehofft,
    Und deine Küsse trinken, wie ehmals oft,
    Und flechten in deine Haare der Rose Pracht.
    O komm’, du wunderbare, ersehnte Nacht!

    Morgen!

    Und morgen wird die Sonne wieder scheinen,
    Und auf dem Wege, den ich gehen werde,
    Wird uns, die Glücklichen, sie wieder einen
    Inmitten dieser sonnenatmenden Erde …

    Und zu dem Strand, dem weiten, wogenblauen,
    Werden wir still und langsam niedersteigen,
    Stumm werden wir uns in die Augen schauen,
    Und auf uns sinkt des Glückes stummes Schweigen …

    Comedian Harmonists: Irgendwo auf der Welt

    Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bisschen Glück
    Und ich träum’ davon in jedem Augenblick
    Irgendwo auf der Welt gibt’s ein bisschen Seligkeit
    Und ich träum’ davon schon lange, lange Zeit
    Wenn ich wüsst’, wo das ist, ging’ ich in die Welt hinein
    Denn ich möcht’ einmal recht, so von Herzen glücklich sein
    Irgendwo auf der Welt fängt mein Weg zum Himmel an
    Irgendwo, irgendwie, irgendwann

    Ich hab’ so Sehnsucht
    Ich träum’ so oft
    Einst wird das Glück mir nah sein!
    Ich hab’ so Sehnsucht
    Ich hab’ gehofft
    Bald wird die Stunde da sein!
    Tage und Nächte wart’ ich darauf
    Ich geb’ die Hoffnung niemals auf!

    Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bisschen Glück
    Und ich träum’ davon in jedem Augenblick
    Irgendwo auf der Welt gibt’s ein bisschen Seligkeit
    Und ich träum’ davon schon lange, lange Zeit
    Wenn ich wüsst’, wo das ist, ging’ ich in die Welt hinein
    Denn ich möchte’ einmal recht, so von Herzen glücklich sein
    Irgendwo auf der Welt fängt mein Weg zum Himmel an
    Irgendwo, irgendwie, irgendwann
    Irgendwo, irgendwie, irgendwann

    Biografien

    Jakob Schad
    Jonas Müller © Jakob Schad

    Der Bariton Jonas Müller ist seit der Spielzeit 2025/26 Mitglied des Opernstudios der Oper Frankfurt, wo er als Guglielmo (Così fan tutte) unter Thomas Guggeis debütierte. Zuvor war er unter anderem als Graf Almaviva (Le nozze di Figaro) mit der Kammeroper München zu erleben. 2024 erschien bei Sony Classics eine Aufnahme von Der Stein der Weisen mit ihm in der Partie des Lubano.

    Als Konzertsänger gastierte Müller in der Berliner Philharmonie und der Hong Kong City Hall. Er arbeitete mit Klangkörpern wie dem Gewandhausorchester unter Dirigenten wie Christoph Poppen oder Hans-Christoph Rademann zusammen. 2025 erhielt er den Musikpreis der Deutschen Wirtschaft; die Preisträgertournee führt ihn zu insgesamt sechs namhaften Festivals, darunter das Beethovenfest Bonn und das Lucerne Festival.

    Ein Schwerpunkt seines Schaffens ist das Lied: 2025 erschien bei Oehms Classics seine Einspielung der Winterreise. Der Absolvent der Liedklasse von Prof. Christian Gerhaher studierte in Würzburg und München. Er ist Gründer des Festivals Ohefest in seiner Heimat Niederbayern.

    Alexey Testov
    Anna Gebhardt © Alexey Testov

    Die Pianistin Anna Gebhardt studierte an den Musikhochschulen München und Würzburg und schloss ein Liedgestaltungsstudium bei Prof. Fritz Schwinghammer, Prof. Christian Gerhaher, Tobias Truniger und Prof. Gerold Huber an. Seit mehreren Jahren widmet sie sich intensiv der Liedbegleitung und der Kammermusik. In der Saison 2023/24 war sie Stipendiatin der Liedakademie des Heidelberger Frühling unter der Leitung von Thomas Hampson. Zudem wurde sie als Britten Pears Young Artist für die Saison 2025/26 ausgewählt sowie in das renommierte Songstudio in der Carnegie Hall aufgenommen.

    Vor kurzem gewann sie einen 3. Preis beim Internationalen Wettbewerb für Liedkunst Stuttgart zusammen mit ihrem langjährigen Duopartner Jonas Müller (Bariton), mit dem sie zuvor den Musikpreis des Kulturkreis Gasteig in München erhielt. Sie pflegt eine internationale Konzerttätigkeit in enger künstlerischer Zusammenarbeit mit Julian Prégardien, Christoph Prégardien, Anna-Lena Elbert und Florian Störtz. 2026 debütiert sie unter anderem in der Wigmore Hall, beim Lucerne Festival und Schumannfest Düsseldorf. Im Juni 2026 fand ihr Festival Musentöchter in ihrer Heimatstadt Straubing erstmals statt. Seit dem Wintersemester 2020 hat sie einen Lehrauftrag für Korrepetition am Leopold-Mozart-College der Universität Augsburg inne.

    Konzertempfehlungen

    Mehr Lied

    beim Beethovenfest
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    Baba Yaga: Songs and Dances of Death © Robin Thomson
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    Zwei Beethovenfest Talents aus 2025 und 2026 mit einem Liederabend, der Heimat als etwas Veränderliches und in uns Liegendes begreift.
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    Festival-Miteinander

    Festival-Miteinander

    Wir – das Beethovenfest Bonn – laden ein, in einem offenen und respektvollen Miteinander Beethovenfeste zu feiern. Dafür wünschen wir uns Achtsamkeit im Umgang miteinander: vor, hinter und auf der Bühne.

    Für möglicherweise auftretende Fälle von Grenzüberschreitung ist eine interne Ansprechstelle erreichbar für Publikum, Künstler:innen und Mitarbeiter:innen. 

    Wir sind ansprechbar über eine Telefon-Hotline (+49 228 2010321, im Festival täglich von 13–21 Uhr) oder per E-Mail (awareness@beethovenfest.de).

    Werte und Überzeugungen unseres Miteinanders sowie weitere externe Kontaktmöglichkeiten können hier auf unserer Website aufgerufen werden.

  • Illustration von drei Journalisten mit Mikrofon und Kamera. Schriftzug: "Viele Stimmen, ein Ensemble" und "Gemeinsam im Dialog, für Freiheit und Innovation".
    © Deutsche Welle
  • Plakat feiert 200 Jahre Kultur. Enthält Symbole für Musik, Literatur und Kunst. Hervorgehoben ist die Unterstützung für das Beethovenfest. Überschrift: "Große Kultur braucht mehr als Applaus." Logo Sparkasse 200-Jahre
    © Sparkasse KölnBonn
  • Ein Pianist spielt auf einer Bühne, angestrahlt von einem pinken Licht. Das Publikum sitzt in einem großen Konzertsaal. Aufschrift: Telekom-Logo, "Shine On, Bonn"
    © Deutsche Telekom AG
  • Gelbes Poster mit rotem Schallwellen-Motiv. Text: "Im Puls der Stadt" und Eventdetails für Veranstaltung von Deutsche Post und DHL.
    © DHL Group
  • Poster für Klavierrezitals 2026/27 im Beethoven-Haus Bonn. Enthält Termine und Namen der Künstler, mit Sicht auf Konzertsaal.
    © Beethoven-Haus Bonn
  • Frau mit Ukulele steht vor einem roten Hintergrund. Text beschreibt Bedeutung der Musik für Geflüchtete. UNO-Flüchtlingshilfe-Logo ist sichtbar.
    © UNO-Flüchtlingshilfe
  • Blaues Poster mit Beethoven-Illustration. Zitat von Ludwig van Beethoven über Talent und Fleiß. Logos von dhpg und CLA Global.
    © dhpg
  • Werbung für das Beethoven Fest 2026 mit einer Illustration von Beethoven und dem Slogan "Musik. Bewegt. Verbindet." QR-Code enthalten.
    © Autohaus Thomas
  • Männer beladen einen LKW mit Hilfsgütern. Text: „Bonn hilft Cherson – Jetzt mitmachen!“ und Website-Link.
    © Help e. V.
  • Illustration: Eine Glühbirne leuchtet mit Beethovens Kopf. Schriftzug: "Bonn hat's in der Birne." und "Jetzt Neukundenbonus sichern!"
    © SWB
  • Das Beethovenfest Bonn 2026 steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst.

    Programmheftredaktion:
    Sarah Avischag Müller
    M Hornauer

    Die Texte von Regine Müller sind Originalbeiträge für dieses Programmheft.

    • Mitwirkende
    • Programm
    • Einleitung
    • Teil 1: Verheißung
    • Teil 2: Erwachen
    • Teil 3: Enttäuschung
    • Teil 4: Hoffnung
    • Jonas Müller: Stimmtalent
    • Vokaltexte
    • Biografien
    • Konzertempfehlungen
    • Festival-Miteinander
    Ticket–Hotline +49 228 2010344 Mo, Mi–Fr, 10–14 Uhr
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