Jonathan hat Erwin Schulhoffs Suite für Violine und Klavier bearbeitet. Was das bedeutet und wie er dabei gedacht hat, erzählt er in diesem Video:
Unterrichtsmaterial: Aufgabe 2.3
Eine Sprache finden
Ein Werk zu bearbeiten ist selbst eine Kunst – von kleinen Anpassungen, die ein Stück erst spielbar machen, bis hin zu einer Neuschöpfung, die als eigenständiges Werk neben dem Original steht. Wie übersetzt man etwas, ohne es zu verfälschen? Was bleibt, was verändert sich – und was geht vielleicht unweigerlich verloren?

Auch in politischen Zusammenhängen stellt sich die Frage nach der richtigen Sprache. Als Konrad Adenauer 1952 mit Israel über das Luxemburger Abkommen verhandelte, mussten Wege gefunden werden, über Verantwortung, Wiedergutmachung und eine gemeinsame Zukunft zu sprechen. Nur wenige Jahre nach der Shoah waren die Beziehungen von Misstrauen, Schmerz und politischen Spannungen geprägt. In diesem Kontext gewann jede Formulierung besonderes Gewicht: Was lässt sich sagen? Was bleibt unausgesprochen? Und was bedeutet es, überhaupt miteinander ins Gespräch zu treten?
Recherchiert, welche Worte, Begriffe und Formulierungen in den Verhandlungen zum Luxemburger Abkommen gewählt oder vermieden wurden. Was sollte gesagt werden – und was durfte, konnte oder sollte nicht gesagt werden?
