Bitte beachten Sie: Das dieser Aufgabe zugrundeliegende Werk von Erwin Schulhoff ist aufgrund einer Programmänderung nicht im Konzert zu hören.
Unterrichtsmaterial: Aufgabe 1.2
Erwin Schulhoff:
Eindeutiges und widersprüchliches FühlenEmotionen wahrzunehmen klingt oft einfacher, als es tatsächlich ist. Schon der Begriff ›Angst‹ kann für verschiedene Menschen sehr Unterschiedliches bedeuten: Für den einen ist es ein enges Gefühl im Bauch vor einer Prüfung, für die andere eher ein unklares Unbehagen, sobald viele Menschen um sie herum sind. Dazu kommt, dass Emotionen selten klar abgegrenzt sind – oft bewegen wir uns in feinen Schattierungen zwischen ähnlichen Zuständen. Ist das, was wir spüren, schon Angst oder noch eher Furcht, Unsicherheit oder Anspannung?
Dazu kommt, dass wir manchmal scheinbar widersprüchliche Gefühle gleichzeitig erleben: zum Beispiel können wir über sehr schöne Momente richtig glücklich sein und gleichzeitig traurig, weil wir wissen, dass dieser gleiche Moment so in dieser Form nicht wiederholt werden kann.
Emotionen im Alltag
Denke an Situationen aus deinem Alltag, in denen bestimmte Emotionen typischerweise auftreten. Notiere mindestens drei solcher Situationen und die dazu passenden Emotionen oder Emotionskombinationen.
- Beschreibe die Situation kurz.
- Welche Emotion(en) treten dabei normalerweise auf?
- Versuche nun bewusst, auch widersprüchliche oder gemischte Gefühle einzubauen (z. B. Freude + Unsicherheit, Stolz + Scham, Erleichterung + Traurigkeit).
- Überlege: Warum könnten diese gemischten Gefühle entstehen? Welche Gedanken, Erwartungen oder äußeren Umstände könnten sie auslösen?
Bei einem Stück vom Komponisten Erwin Schulhoff, das Jonathan im Konzert spielen wird, ist für ihn selbst genau so ein Unterschied hörbar: Mal erscheinen die Emotionen in der Musik eindeutig und gleichförmig, dann wieder gegensätzlich und widersprüchlich.
Schulhoff war übrigens erst 16 oder 17 Jahre alt, als er die Suite für Violine und Klavier schrieb, die Jonathan für Klarinette und Klavier umgeschrieben hat.
// Für alle, die Jonathan bei einem Meet & Greet treffen werden: Bringt eure Notizen zu den Emotionen mit – egal ob ihr sie erlebt oder ausgedacht habt. Jonathan startet ein Experiment: Er versucht, das Werk mit den Gefühlen zu spielen, die ihr mitbringt – ob harmonisch, widersprüchlich oder überraschend gemischt. Er ist gespannt, was dabei entsteht.
Hörbeispiele
Hört euch die Hörbeispiele an (hier die Originalversion mit Violine und Klavier) und entscheidet für euch, wo ihr welche Wahrnehmung habt.
Vergleicht den zweiten Satz mit der Mitte des fünften Satzes (ca. bei Min. 1:19)!
Kommt anschließend ins Gespräch darüber, welche Emotionen ihr in der Musik wahrgenommen habt. Welches der Hörbeispiele wirkt für euch eher gleichförmig, welches eher gegensätzlich – oder verändert sich der Eindruck innerhalb eines Hörbeispiels?
