Weit über Schweden hinaus sind sie als Jazz-Vokalensemble berühmt – für makellose Technik und grenzenlose Stimmverschmelzung. Beim Beethovenfest macht The Real Group den Sprung zu Bachs »h-Moll-Messe«. In einer brandneuen Fassung vom Bonner Cross-Genre-Tausendsassa Marcus Schinkel kommt das Werk in die Beethovenhalle – in der aufwändigen Gemeinschaftsproduktion zusammen mit Kreuzkirchenchor Vox Bona und dem flämischen B’Rock Orchestra. Wie gehen die erfahrenen Jazz-Sänger:innen an Bach heran? Wir haben nachgefragt.
Was hat Bach mit Jazz gemeinsam?
Wir würden sagen, eine Gemeinsamkeit ist Bachs Art und Weise, mehrstimmig zu schreiben: sein melodischer Kontrapunkt. Uns als Ensemble zeichnet eine stilistische Flexibilität aus: Wir haben sehr spezifische Arten, verschiedene Musiken zu interpretieren. Das verschafft uns einen entscheidenden Vorteil, wenn wir neue oder alte Musik erarbeiten.
Habt ihr Erfahrung damit, Bach zu singen? Was ist der Unterschied zu eurem gewöhnlichen Repertoire?
Die Gruppe hat eine große Bandbreite an Genres gesungen. Bach ist uns nicht fremd – sowohl als einzelne Sänger:innen als auch als Ensemble. Unser Kernrepertoire aus dem Jazz ist im Vergleich dazu harmonisch erweiterter. Es gibt mehr rhythmische Verschiebungen, Synkopen. Und wir haben unseren eigenen Stil im Jazz entwickelt. Was aber übertragbar ist, ist die Aufmerksamkeit fürs Detail und die Kommunikation zwischen den Sänger:innen.
