Der Bonner Pianist und Dirigent setzt seinen Beethoven-Zyklus nun im vierten Jahr fort – zusammen mit seinem handverlesenen Kammerorchester The Trinity Sinfonia. Hier spricht er über seinen ganz persönlichen Bezug zu seinem Landsmann Ludwig van Beethoven.
Gefragt nach einem musikalischen Heimatsymbol, hat der Bonner Gangster-Rapper Xatar geantwortet: Beethovens Neunte. Könnte es auch dein klingender Begriff für Heimat sein?
Nein, interessanterweise wäre es auf keinen Fall Beethovens Neunte. Denn für mich gibt es kein anderes Musikstück auf der Welt, das so grenzenlos funktioniert. Es spricht für jeden Menschen. Aber ich möchte absolut zustimmen, dass Beethovens Musik grundsätzlich Heimat ist. Obwohl er Bonn unbedingt verlassen und nach Wien ziehen wollte, ist er genau das geblieben, was für mich seine und meine Heimatregion ausmacht: nämlich dieser Typ Mensch. Beethoven ist ein extrem rheinländischer Komponist und ich finde, das spürt man stark.
Was macht das Rheinländische für Dich aus?
Was ich so mag am Rheinland und was ich vermisse, wenn es sich irgendwo anders nicht vermittelt, ist dieses Gefühl, dass die Menschen im Rheinland nicht versuchen, dir etwas vorzumachen. Es gibt keine Fassade. Alles ist sehr authentisch, sehr ehrlich, sehr direkt und sehr herzlich. Das verbinde ich mit Heimat. Und das finde ich einfach in sehr vielen Werken von Beethoven wieder. Nehmen wir seine siebte Sinfonie: In ihr steckt eine Form von Ausgelassenheit, die ganz typisch für die Region ist.
