Nicholas Carter, australischer Dirigent mit Ambition: Zur Saison 2026/27 tritt er den Chefposten beim traditionsreichen Staatsorchester Stuttgart an. Sein erstes Konzert in dieser Funktion findet jedoch nicht in Stuttgart, sondern beim Beethovenfest Bonn statt: Mit einer überraschenden Mischung aus Sinfonik und Richard Wagner, dessen Musik dem Orchester »in der DNA« steckt, wie er im Interview erzählt.
Sie dirigieren Opernmusik in einem Sinfoniekonzert. Wie kam die Entscheidung zustande, etwas von Richard Wagner aufs Programm zu setzen?
Unser erster Gedanke war, mit welchem Repertoire wir uns im Beethovenfest als tolles Opernorchester präsentieren können. Ich wollte etwas dirigieren, das die Stärken des Orchesters und seine verschiedenen Facetten zeigt. Das Staatsorchester Stuttgart ist ein Klangkörper höchsten Kalibers mit einem bedeutenden Erbe – besonders, was Richard Wagners Musik angeht. Wagner ist Teil seiner DNA: Den Zyklus Ring des Nibelungen hat es viele Jahrzehnte gespielt, bereits mehr als ein Jahrhundert lang. Die Wahl fiel auf den ersten Akt der Walküre, weil er perfekt geeignet ist für eine konzertante Aufführung. Er ist sinfonisch geschrieben, geradezu virtuos für das Orchester. Hier kommt unsere Fähigkeit gut heraus, Sänger:innen zu begleiten und das Geschehen im Orchester mitzutragen.

