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Cellist Abel Selaocoe

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© Patrick Essex

»Mit dem Cello eins zu werden, bedeutet, die Regeln so gut zu lernen, dass man sie brechen kann. Ich habe gelernt, wie man Cello spielt, aber ich habe auch angefangen, es nicht als Cello zu sehen, sondern als eine Box, die jeden Klang erzeugt, den ich brauche.« –Abel Selaocoe

Als Fellow im Beethovenfest 2023 ging Abel Selaocoe spielend über Grenzen hinweg. Der südafrikanische Cellist, Komponist und Sänger hat mit einem Soloabend und einer elektrisierenden Performance zusammen mit dem Ensemble Manchester Collective die Herzen des Publikums erobert. Zwischen klassischen Werken und afrikanischer traditioneller Musik fand er mühelos eine eigene Sprache.

Nächtliches Solo in der Krypta

»In der Krypta spiele ich mein Soloprogramm mit Titel ›Where is home?‹. Dort trete ich allein, nur mit meiner Stimme und meinem Cello auf. Es ist vor allem eigene Musik, die davon handelt, wie man seinen Platz auf dieser Erde findet und ein Gefühl für seine Bestimmung bekommt.«

Im solistischen Late-Night-Konzert in der Krypta der Festivalzentrale Kreuzkirche verwob Selaocoe völlig selbstverständlich die Suiten von Johann Sebastian Bach mit afrikanischen Gesängen und ging nahtlos über in avancierte Improvisation. Magische Momente kreierte der Cellist durch eine Loop Station: Er nahm sich selbst live auf, schichtete Celloklänge, Geräusche durch Trommeln und perkussive Spieltechniken und seine wandlungsfähige Stimme übereinander. Dabei blieb er im engen Kontakt zum Publikum, das ihm nah gegenüber auf den Bänken der Krypta saß. Kaum jemand konnte sich der hypnotischen Kraft entziehen, die sein authentisches Musizieren ausübte.

»Die Late Night war ein schönes Zusammensein, sehr intim. Es war spät in der Nacht, als alle eigentlich schlafen sollten, aber wir haben gefeiert und eine ganz besondere Stimmung im Raum erzeugt. Ich habe es wirklich genossen. Das Publikum war großartig.«

Wüstenwind zwischen den Kontinenten

»Mit Manchester Collective spielen wir eine wirklich unglaubliche Auswahl an Musik von Haydn bis hin zu traditioneller südafrikanischer Musik und einigen meiner Kompositionen. Die Show heißt ›Sirocco‹. So heißt der Wind, der zwischen Europa und Afrika weht.«

Mit den Streicherinnen, dem E-Gitarristen und dem Perkussionisten von Manchester Collective entzündete Selaocoe ein Feuerwerk der Lebensfreude in Musik. Die sieben Musiker:innen verbanden mit starker Improvisationsgabe die Musiken aus verschiedenen Zeiten und Regionen zu ihrem ganz eigenen Sound. Hier wurde deutlich, dass ein Musikverständnis jenseits von kulturellem Schubladendenken völlig neue Welten öffnen kann – ein Grundgedanke, der für das Fellowship-Projekt insgesamt wichtig ist. Für Selaocoe und seine einzigartige Geschichte als Township-Junge, der klassisches Cello lernte und es ans Royal Northern College of Music in Manchester schaffte, ist dieser Weg völlig natürlich.

»Die Musik, die ich schreibe, ist ein Produkt all der Orte, aus denen ich komme, der Einflüsse. Ich begann mit dem Cellospiel, als ich sehr jung war, im Alter von acht Jahren. Damals praktizierte ich bereits meine afrikanische Musikkultur: Gesang, Kehlkopfgesang und dergleichen. Diese Dinge entwickelten sich zur gleichen Zeit. Es wurde ganz natürlich für mich, solche Musik zu schreiben.«

»Es gibt einen Strang, etwas, das die Kulturen miteinander verbindet. Auch wenn es sehr klein aussieht, kann es wachsen. Das ist es, woran ich arbeite.«

Abel Selaocoe beim Beethovenfest 2023

Fr 15.9.2023
  • 22 Uhr, Festivalzentrale an der Kreuzkirche

    Late Night: Abel Selaocoe

    Abel Selaocoe

Sa 16.9.2023
  • 19.30 Uhr, Telekom Forum

    Abel Selaocoe & Manchester Collective

    Manchester Collective, Abel Selaocoe

    Selaocoe, Abrahamsen, Selaocoe

Artikel von Avischag Müller
Ticket–Hotline +49 228 2010344 Mo, Mi–Fr, 10–14 Uhr
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