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ensemble reflektor x Joseph Haydn

7 letzte Worte, 7 Neukompositionen

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© Sophia Hegewald

Im Konzert »Sieben letzte Worte« beim Beethovenfest 2023 dreht sich alles um die Zahl Sieben: Das ensemble reflektor spielt Joseph Haydns »Sieben letzte Worte unseres Erlösers am Kreuze« – und stellt den sieben Sätzen je eine Neukomposition gegenüber. Diese antworten nicht nur auf Haydn, sondern auch auf die Herausforderungen unserer Zeit. »Sieben letzte Worte – kein Erlöser am Kreuz«, ein abwechslungsreicher und anregender Konzertabend im Dialog zwischen Altem und ganz Neuem. Die alte Bonner Fahnenfabrik bietet einen idealen Rahmen für dieses Konzert, das zwischen Dystopie und Utopie Räume des Denkbaren auslotet.

Vor und nach dem Konzert ist eine digitale Ausstellung zu erleben, in der blinde und sehbehinderte Menschen mit dem Video- und Soundkünstler Frederik Werth ganz persönlichen Geschichten zu den »Neuen sieben letzten Worten« erzählen.

Wir stellen die Hintergründe des Projekts sowie die sieben Komponistinnen vor.

»›Absolute Musik‹ ist eine Illusion - nie ist Musik nur Musik, sie ist immer auch Ausdruck der gesellschaftlichen Umstände, in denen sie stattfindet.« - PODIUM Esslingen

Die Idee

Von Kunst zu Krise und zurück

Das Projekt entstand aus der Beschäftigung von ensemble reflektor mit Haydns Vertonung der Karfreitags-Liturgie. Haydn schrieb sieben Sätze für Kammerorchester, die zwischen den Lesungen der sieben letzten Worte, die Jesus vor seinem Tod am Kreuz sprach, gespielt wurden. Sie vermitteln assoziativ und sinnbildlich die Stimmungen der jeweiligen Jesusworte, ohne diese direkt zu vertonen.

Welche letzten Worte würde die Menschheit wohl heute sprechen – und wie würden sie klingen? Das Konzertprogramm von ensemble reflektor geht dieser Frage nach und befasst sich mit aktuellen Krisen, aus denen uns »kein Erlöser am Kreuz« retten wird. Anstelle der Lesung der Bibeltexte stehen hier Neukompositionen, die sich mit diesen Krisen befassen; die Zukunft der Demokratie, medizinischer Fortschritt, unbezahlte Care-Arbeit, Kirche und Diskriminierung, unkontrollierbare künstliche Intelligenz (KI) und der Klimawandel.

Um eine Nachrichtensendung, in der tagesaktuelle Themen vorgetragen werden, handelt es sich deswegen aber nicht: In allererster Linie geht es um Musik, die trotz – oder gerade wegen – aller Krisenkonfrontation vor allem Hoffnung machen soll. Sie transportiert das Menschliche, die Beziehungen zu unserer Umwelt und Träume einer besseren Zukunft. Damit erinnert das Programm auch an die Verantwortung, sich der Bewältigung der Krisen zu stellen. Wir haben es in der Hand – und »kein Erlöser am Kreuz«.

© Sophia Hegewald
Der Prozess

Gemeinsam erarbeitet

Das Projekt hat einen lange und mehrstufigen Entstehungsprozess unter dem Dach des Festivals PODIUM Esslingen hinter sich. Die biblischen sieben letzten Worte wurden jeweils einer aktuellen Krise zugeordnet – und die Krisen wiederum jeweils einer wissenschaftlichen Disziplin. PODIUM Esslingen und ensemble reflektor veranstalteten daraufhin sieben Workshops mit jungen Menschen, bei denen die verschiedenen Krisen aus der Perspektive der jeweiligen Wissenschaft beleuchtet wurden.

Auf Grundlage dieser Workshops haben sieben Autorinnen literarische Texte verfasst, die die wissenschaftlichen Ergebnisse auf eine künstlerische Ebene abstrahieren. Diese Texte wiederum waren schließlich Inspirationsquellen und Grundlagen der sieben Neukompositionen, die ensemble reflektor für das Projekt in Auftrag gegeben hat.

Alle sieben Komponistinnen und ihre »Neuen letzten Worte« im Detail:

Die Komponistinnen

  • Die iranische Komponistin hat das erste neue »letzte Wort« zum Thema »Demokratie der Zukunft« komponiert.
    1. Farzia Fallah

    Die iranische Komponistin hat das erste neue »letzte Wort« zum Thema »Demokratie der Zukunft« komponiert.

  • Das zweite »Neue letzte Wort« stammt von Emma O'Halloran. Sie komponiert zu einem Text von Nancy Hünger über Medizin.
    2. Emma O'Halloran

    Das zweite »Neue letzte Wort« stammt von Emma O'Halloran. Sie komponiert zu einem Text von Nancy Hünger über Medizin.

  • »ich will für dich sorge tragen«. Ein Werk über Führsorge von IFCA-Gründerin Anahita Abbasi.
    3. Anahita Abbasi

    »ich will für dich sorge tragen«. Ein Werk über Führsorge von IFCA-Gründerin Anahita Abbasi.

  • Die Kölnerin setzt einen Text von Angela Lehner, der neue theologische Perspektiven entwirft, musikalisch um.
    4. Luise Volkmann

    Die Kölnerin setzt einen Text von Angela Lehner, der neue theologische Perspektiven entwirft, musikalisch um.

  • »Der Wald, den wir vor lauter Bäumen nicht sahen ...« Molly Joyce schrieb das fünfte »Neue letzte Wort« zum Thema Klima.
    5. Molly Joyce

    »Der Wald, den wir vor lauter Bäumen nicht sahen ...« Molly Joyce schrieb das fünfte »Neue letzte Wort« zum Thema Klima.

  • »scheiss auf das weltall / ich habe keine angst«. Juliane Lieberts Text zur Astrophysik wird zu Musik von inti figgis-vizueta.
    6. inti figgis-vizueta

    »scheiss auf das weltall / ich habe keine angst«. Juliane Lieberts Text zur Astrophysik wird zu Musik von inti figgis-vizueta.

  • »Freiheit ist der Atem der Kunst« - ein KI-generierter Text darüber, was Menschlichkeit bedeutet. Musikalisch übersetzt von Ying Wang.
    7. Wang Ying

    »Freiheit ist der Atem der Kunst« - ein KI-generierter Text darüber, was Menschlichkeit bedeutet. Musikalisch übersetzt von Ying Wang.

Das Konzert beim Beethovenfest 2023

So 10.9.2023
  • 19.30 Uhr, Alte Bonner Fahnenfabrik

    Sieben Letzte Worte

    ensemble reflektor

    Haydn, Fallah, O’Halloran

Artikel von David Eckmann
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