Nikoloz Rachveli (geb. 1979) ist ein georgischer Komponist, Pianist, Dirigent und Arrangeur, dessen künstlerisches Profil durch eine seltene Synthese kreativer Rollen und eine starke internationale Präsenz in der georgischen und europäischen Klassikszene geprägt ist. Derzeit ist er als Generalmusikdirektor des Georgischen Philharmonischen Orchesters und des Nationalen Musikzentrums tätig, wo seine künstlerische Leitung eine zentrale Rolle bei der Gestaltung der zeitgenössischen Musik-Identität Georgiens gespielt hat.
Rachveli wurde schon in jungen Jahren als musikalisches Wunderkind anerkannt. Im Alter von zehn Jahren gab er sein Dirigierdebüt mit dem Georgischen Staatsorchester und dirigierte Beethovens Fünfte Symphonie. Ab seinem zwölften Lebensjahr gab er Konzerte mit eigener Musik in Georgien und Deutschland, wobei er sowohl als Pianist als auch als Organist auftrat. Später setzte er seine musikalische Ausbildung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien fort – eine Erfahrung, die entscheidend zur Prägung seiner künstlerischen Sichtweise und zur Stärkung seiner Verbindung zur europäischen Musiktradition beitrug.
Seine Musik und seine Arrangements werden regelmäßig von führenden Orchestern und Ensembles aufgeführt und spiegeln eine breite stilistische Bandbreite wider, die eine Brücke zwischen zeitgenössischer sinfonischer Komposition, raffinierten Orchesterarrangements und genreübergreifenden Konzertkonzepten schlägt.
Er hat mit führenden Persönlichkeiten der zeitgenössischen und klassischen Musik zusammengearbeitet, darunter Gija Kantscheli, Arvo Pärt und Michel Legrand; sowie mit international renommierten Solist:innen und Dirigent:innen wie Gidon Kremer, Yuri Bashmet, Elisabeth Leonskaja, Lisa Batiashvili und Khatia Buniatishvili. Auch mit Künstler:innen aus den Bereichen Jazz, Pop und Crossover ist er aufgetreten, darunter Sting, Björk, Till Brönner, Katie Melua und Giorgi Gigashvili. Diese Kooperationen umfassen sinfonische, kammermusikalische und Crossover-Projekte, die häufig auf Rachvelis eigenen Kompositionen und Orchesterarrangements basieren.
Seine Musik wurde in vielen der großen Konzertsäle Europas aufgeführt, darunter in der Elbphilharmonie Hamburg, der Philharmonie de Paris, im BOZAR in Brüssel und in der Schostakowitsch-Philharmonie in Sankt Petersburg sowie in der Carnegie Hall und im Lincoln Center in New York. In den letzten Spielzeiten gab es bedeutende Debüts beim Beethovenfest in Bonn sowie in Zürich, Lugano und Ljubljana.
Zu Rachvelis Diskografie gehört das Album City Lights, das bei der Deutschen Grammophon in Zusammenarbeit mit der Geigerin Lisa Batiashvili und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin erschienen ist. Die Aufnahme, die Rachvelis Kompositionen und Orchesterbearbeitungen enthält, wurde für ihre filmische Weite, die raffinierte Orchestrierung und die unverwechselbare künstlerische Handschrift gelobt.
Seit 2022 ist Nikoloz Rachveli weithin für seine künstlerische Solidarität mit der Ukraine bekannt. Nach dem Einmarsch Russlands initiierte und dirigierte er zahlreiche Konzerte, Aufführungen und internationale Kooperationen zur Unterstützung der Ukraine, sowohl in Georgien als auch in ganz Europa. Er ist regelmäßig mit ukrainischen Orchestern und Musiker:innen aufgetreten. Durch Musik, Benefizkonzerte und internationales Engagement ist Rachveli zu einer sichtbaren kulturellen Stimme geworden, die auf den Konzertbühnen Europas an der Seite der Ukraine steht.
Durch sein künstlerisches Schaffen und sein bürgerschaftliches Engagement hat sich Nikoloz Rachveli zu einer bedeutenden kulturellen Persönlichkeit aus dem Kaukasus entwickelt, die den Dialog zwischen osteuropäischen Musiktraditionen und der europäischen Konzertlandschaft aktiv prägt. Seine Karriere spiegelt ein tiefes Engagement für künstlerische Freiheit, internationale Zusammenarbeit und den Glauben an die Musik als moralische und verbindende Kraft in Krisenzeiten wider.
Nikoloz Rachveli wurde von den Vereinten Nationen dreimal zum UNICEF-Sonderbotschafter in Georgien ernannt. Er hat zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen erhalten, darunter Georgiens höchste Auszeichnung, den Shota-Rustaveli-Staatspreis, in Anerkennung seines Lebenswerks.
Konzerte im Festival
- , Beethovenhalle, Großer Saal
Lisa Batiashvili: City Lights
Orchester, Cross-GenreDresdner Philharmonie, Nikoloz Rachveli
Legrand, Piazzolla, Melua
