Ein Panel aus Fellows des Thomas Mann House wirft historische, philosophische und gesellschaftskritische Blicke auf geistige Heimat und Arbeiten in der Fremde, damals und heute.
Fr 18.9.2026
17 Uhr, Beethovenhalle, Vortragssaal
Podiumsdiskussion: Zuhause in der Fremde
- Diskurs
- € 10

Mitwirkende
- Susanne Beyer Autorin und Journalistin (Der Spiegel)
- Ciani-Sophia Hoeder Freie Journalistin
- Dr. Kai Hinrich Müller Musikwissenschaftler, Musikhochschule Köln
- Moderation: Andreas Platthaus Literaturredakteur, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Programm
»Wo ich bin, ist Deutschland«
Thomas Mann Fellows im Gespräch über Zugehörigkeit, Identität und Arbeiten in der Fremde
Musik: Mitglieder von Alarm Will Sound
Auf einen Blick
Was erwartet mich?
Heute im Festival Salon
Öffnungszeiten: 16–23 Uhr
18 Uhr: Happy Hour – mit allem, was glücklich macht
19–20.30 Uhr: Meet Your Hobby – mit Freizeitgruppen aller Art
21.30–22.30 Uhr: Listening Session – mit Rebekka Salomea
Beschreibung
Im ehemaligen Wohnhaus Thomas Manns in Los Angeles kommen deutsche Intellektuelle als Fellows zusammen. Wie schon im letzten Jahr laden wir einige von ihnen zu einem Podiumsgespräch ein. Im Kontext historischer Exilerfahrungen gehen sie den Bedingungen für künstlerisches und wissenschaftliches Arbeiten in der Fremde nach – auch angesichts aktueller Debatten über Migration, kulturelle Verortung und geistige Heimat.
Als historische Folie beziehen sich die Teilnehmenden auf die Exilgeschichte von Thomas Mann, der zur Zeit des Nationalsozialismus wie viele andere deutsche Künstler:innen in den USA Zuflucht fand. Während einige dort nur schwer Fuß fassen konnten, gehörte er zu denjenigen, die ihr Schaffen erfolgreich weiterführten. Zunächst von Princeton, später von Pacific Palisades aus beobachtete er die dramatischen politischen Entwicklungen in Deutschland und Europa und bezog öffentlich und entschieden Stellung gegen das NS-Regime. Gleichzeitig äußerte er gegenüber einem amerikanischen Journalisten: »Wo ich bin, ist Deutschland! Ich trage meine Kultur in mir und betrachte mich nicht als gefallenen Menschen.« Während er die USA unter Roosevelt als Land der Demokratie und Freiheit würdigte, bekam er das zunehmend von Misstrauen geprägte politische Klima selbst zu spüren und wurde in der McCarthy-Zeit unter Kommunismus-Verdacht gestellt. Bald darauf kehrte er nach Europa zurück und verbrachte seine letzten Lebensjahre in der Schweiz.
In Kooperation mit Villa Aurora & Thomas Mann House e. V.
