Beschreibung
Drei Werke, drei Klangwelten und ein gemeinsames Thema: Sehnsucht, Traum und Leidenschaft. In diesem Programm geraten die Grenzen der Realität in Bewegung. Die ausgewählten Werke verlassen die unmittelbar erfahrbare Welt und machen das Unbewusste hörbar. Damit spiegeln sie auch die Lebensphase der jungen Musiker:innen wider, die von intensiven Gefühlen, Sehnsüchten, Identitätssuche und Tagträumen geprägt ist. Die emotionale Bandbreite des Programms reicht von zarter Intimität bis zum orchestralen Rausch.
Debussys Prélude à l’après-midi d’un faune eröffnet den Abend und entführt in eine schillernde Klanglandschaft zwischen Wachen und Träumen. Farben blitzen auf und verschwinden wieder, Melodien scheinen sich aufzulösen, und die Musik selbst gerät in einen schwebenden Zustand. Aus dieser flirrenden Zwischenwelt führt der Weg zu Wagners Fünf Gedichten von Mathilde Wesendonck für Gesang und Orchester, gesungen von Wiebke Lehmkuhl. In fünf konzentrierten Szenen verwandelt sich Gefühl in Sprache und Sprache in Musik. Schon hier ist jene Chromatik zu hören, die Wagner wenig später in Tristan und Isolde zu einer musikalischen Revolution weiterentwickeln sollte.
Den Schlusspunkt bildet Berlioz’ Symphonie fantastique. Im Mittelpunkt steht ein junger Künstler, der sich, von obsessiver Liebe getrieben, in rauschhafte Traumwelten flüchtet. Mit ihrer eindrucksvollen Orchesterpalette verbindet die Sinfonie emotionale Extreme und bildhafte Klangwelten zu einem musikalischen Fiebertraum. Zarte Erinnerungen, grelle Halluzinationen und eruptive Klanggewalten verdichten sich zu einem Sog, dem man sich kaum entziehen kann. So führt das Programm von den ersten Andeutungen des Unbewussten über intime Gefühlswelten bis hin zum visionären orchestralen Ausbruch am Ende.
Für die Ermöglichung des Konzertes in der Bonner Beethovenhalle dankt das Bundesjugendorchester besonders der Fima Phoenix Reisen.


