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Fellow 2025 Maxine Troglauer

»Manche Kontraste lassen sich nicht verwässern«

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Maxine Troglauer: It Ain’t Necessarily So © Nekame Klasohm

»It Ain’t Necessarily So«: Bekannte Arie aus Gershwins Oper »Porgy and Bess« und Titel der Konzert-Performance des Quintetts um Fellow 2025 Maxine Troglauer. Wir schauen zurück auf einen ungewöhnlichen Abend im Theater im Ballsaal.

Welche Schubladen existieren in unseren Köpfen – für Musik, für Menschen? Maxine Troglauer hat ein Konzert designt, dass sie alle aus dem Schrank zog, den Inhalt auskippte und gründlich durcheinanderwarf. Zu Eric Saties Klangtapete rezitierten die Musiker:innen Genre-Bezeichnungen von Krautrock bis Streichquartett. Sie improvisieren über Hildegard von Bingen, spielten Jazz-Klassiker neben Oper. Kontrast ist Konzept, denn für Maxine Troglauer wirkt Musik in ihrer Vielfalt umso stärker. Entsprechend ungewöhnlich liest sich die Programmfolge des Abends:

It Ain’t Necessarily So

Hildegard von Bingen (1098–1179)
Antiphon »Sicut Malum«

Erik Satie (1866–1925)
»Carrelage phonique« & »Tapisserie en fer forgé« aus »Musique d’ameublement«

Georg Friedrich Händel (1685–1759)
Arie »Ombra mai fu« aus »Xerxes«

Frank Zappa (1940–1993)
»The Black Page #1«

George Gershwin (1898–1937)
Arie »It Ain’t Necessarily So« aus »Porgy and Bess«

Meredith Monk (*1942)
»Change«

Francisca Gonzaga (1847–1935)
»Ô abre alas«

Nina Simone (1933–2003)
»Four Women«

Maxine Troglauer (*1995)
»Epilogue«

»Die Händel-Arie »Ombra mai fu« wird von Frank Zappa unterbrochen. Das sind Kontraste, die man nicht verwässern kann, sondern die einfach knallhart sind.« – Maxine Troglauer

Stark wirkte an dem Abend auch, wie Sprache in Musik integriert wird: Seien es Ansagen, Begrüßungen, die Aufforderung an das Publikum, sich frei durch den Raum zu bewegen. Seien es vom Chatbot geäußerte Vermutungen darüber, welche Prägungen das Publikum dazu bewegt haben mochten, heute hierherzukommen – was unaufdringlich zum Nachdenken über die eigenen Erwartungen an ein Konzert anregte. Sei es die Lebensgeschichte der Frauenrechtlerin Hedwig Dohm, die als Beispiel für viele Frauen der (Musik)Geschichte stand. Zur Musik sprechend lockerten die fünf Musiker:innen das klassische Bühnensetting auf, überschritten die Grenze zum Publikum.

Maxine Troglauer: Die mit dem seltenen Instrument

Die Bassposaunistin liebt die Zwischenbereiche. Schon in ihrer Ausbildung hat sie sich nicht zwischen Klassik und Jazz entschieden. Spielte sowohl im Bundesjugendorchester als auch im Bundesjazzorchester. Und holte ihr Instrument aus der Nische heraus, mit neuen Kompositionsaufträgen, mit eigenen Stücken und mit kreativer Aneignung von Werken aus allen Epochen und Stilen.

»Ich spiele Bassposaune – für mich gibt es kein Original-Repertoire. Ein paar Werke existieren natürlich schon, aber die will ich ehrlich gesagt nicht spielen. Also adaptiere ich – und darin liegt eine Überforderung und eine tolle Freiheit.« – Maxine Troglauer

Im Rahmen des Fellowships 2025 entstand mit »It Ain’t Necessarily So« ihre erste abendfüllende Performance, wo sie all diese Dinge ausleben konnte. Die Show wird sicherlich auf Tour gehen – wir sind stolz, sie beim Beethovenfest aus der Taufe gehoben zu haben.

Maxine Troglauer: It Ain’t Necessarily So © Nekame Klasohm

Konzert im Festival

So 21.9.2025
  • 18 Uhr, Theater im Ballsaal

    Maxine Troglauer: It Ain’t Necessarily So!

    Cross-Genre

    Caroline Schnitzer, Kristina Edin, Shuteen Erdenebaatar

    Satie, Zappa, Gershwin

Artikel von Avischag Müller
Ticket–Hotline +49 228 2010344 Mo, Mi–Fr, 10–14 Uhr
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