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Telekom Beethoven Competition 2023

Auf der Suche nach dem nächsten Klavier-Star

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Die Preisträger:innen der Telekom Beethoven Competition beim Beethoven Summit 2021 © Norbert Ittermann

Alle zwei Jahre bricht in Bonn das Klavierfieber aus. Jetzt ist es wieder so weit: Vom 30. November bis 10. Dezember 2023 findet die International Telekom Beethoven Competition Bonn (ITBCB) zum zehnten Mal statt. 

Welche jungen Pianistinnen und Pianisten konnten sich dieses Jahr qualifizieren? Was müssen sie in den Wettbewerbsrunden leisten, und darf das Publikum im Wettbewerb mitreden? Wer steht eigentlich hinter dem Klavierwettbewerb? Diese Fragen möchten wir hier beantworten.

Competition im Überblick

  • Welcome Concert mit Hans Suh, 1. Preisträger aus 2021
    Do 30.11., 19 Uhr, Telekom Zentrale, 20€

    Welcome Concert mit Hans Suh, 1. Preisträger aus 2021

  • Erste Wettbewerbsrunde
(28 Teilnehmende)
    Fr 1.12.–So 3.12., 10–14 & 17–21 Uhr, Telekom Zentrale, Eintritt frei

    Erste Wettbewerbsrunde (28 Teilnehmende)

  • Zweite Wettbewerbsrunde
(12 Teilnehmende)
    Mo 4.12. & Di 5.12., 14–17 & 17–21 Uhr, Telekom Zentrale, Eintritt frei

    Zweite Wettbewerbsrunde (12 Teilnehmende)

  • Semifinale
(6 Semifinalist:innen)
    Mi 6.12., 10–14 & 17–20 Uhr, Telekom Zentrale, Eintritt frei

    Semifinale (6 Semifinalist:innen)

  • Kammermusik-Finale
(3 Finalist:innen)
mit dem Beethoven Trio Bonn
    Fr 8.12., 19 Uhr, Telekom Zentrale, 20€

    Kammermusik-Finale (3 Finalist:innen) mit dem Beethoven Trio Bonn

  • Orchester-Finale
(3 Finalist:innen)
mit dem Beethoven Orchester Bonn
    Sa 9.12., 19 Uhr, Telekom Forum, 50€/35€/25€

    Orchester-Finale (3 Finalist:innen) mit dem Beethoven Orchester Bonn

  • Preisträgermatinée
Ausklang der drei Finalist:innen mit freiem Programm
    So 10.12., 12 Uhr, Beethoven-Haus, 24€

    Preisträgermatinée Ausklang der drei Finalist:innen mit freiem Programm

Wussten Sie schon: Alle Wertungsspiele der Vorrunde bis einschl. Semifinale sind kostenlos besuchbar! Für das Welcome Concert und die spannenden Kammermusik- und Orchesterfinale können Sie Tickets erwerben.

Sind Sie nicht in Bonn? Der gesamte Wettbewerb wird live gestreamt. Auf der Homepage der ITBCB können Sie zuschauen und auch bei den Publikums-Abstimmungen mitmachen. In der Mediathek finden Sie alle vergangenen Wertungsspiele und Konzerte.

Teilnehmende aus aller Welt

28 Pianist:innen aus 16 Nationen wurden von einer Vorauswahljury aufgrund eingereichter Videos zum Wettbewerb zugelassen. Zum Wettbewerb angereist sind letztlich 24 Pianist:innen. Sie kommen zum Beispiel aus den USA, Südkorea, der Ukraine, Frankreich oder Japan. Das meist-vertretene Herkunftsland ist China. 

Für den diesjährigen Wettbewerb haben sich insgesamt 143 Pianist:innen beworben – ein neuer Rekord in der Wettbewerbs-Historie. Vielleicht auch interessant: Es waren 80 männliche, 62 weibliche und 1 diverse Bewerber:innen. Zugelassen wurden 12 weibliche und 15 männliche Kandidat:innen.

Eine Besonderheit der ITBCB ist die Einbindung von Gastfamilien für die Pianist:innen. Seit vielen Jahren engagieren sich hier Bonner Bürger:innen ehrenamtlich und tragen dazu bei, dass die internationalen Gäste sich in Bonn willkommen fühlen.

Die Anforderungen des Wettbewerbs

Es ist ein wahrer Marathon, einen Wettbewerb wie die ITBCB durchzustehen. Ein:e Finalist:in muss von Vorrunde bis Finale in 8 Tagen insgesamt 5 Wertungsspiele absolvieren, die jeweils bis zu einer Stunde dauern können. Dabei wird Repertoire aus allen Epochen und in verschiedenen Besetzungen verlangt. Besonders zentral ist natürlich die Musik Beethovens, die in jeder Runde vertreten ist.

  • Runde 1: Beethoven und J. S. Bach
  • Runde 2: Beethoven und Klassik/Romantik (u. a. Brahms, Haydn, Liszt, Mendelssohn)
  • Semifinale: Beethoven und Musik des 20. Jahrhunderts (u. a. Bartók, Prokofjew, Schostakowitsch)
  • Kammermusik-Finale: Beethoven Klaviertrios und Musik des 21. Jahrhunderts (freie Wahl)
  • Orchesterfinale: Beethoven Klavierkonzerte

Die genauen Werklisten jeder Runde finden Sie auf den Detailseiten der Runden (in der Terminübersicht oben).

Noch ein paar Zahlen gefällig? Ein:e Finalist:in spielt durchschnittlich im gesamten Wettbewerb 226 Notenseiten. Im Gesamtprogramm des Wettbewerbs kommen 42 Beethoven’sche Werke zu Gehör. Insgesamt haben alle Teilnehmenden 112 Werke eingereicht. Die Gesamtdauer gespielter Musik des Wettbewerbs beträgt 44 Stunden.

Wie kommt die Bewertung zu Stande?

Über die Frage, wie sich die Leistung von Musiker:innen messen lässt, kann man viel streiten. Wettbewerbe sind ein Mittel, um eine Momentaufnahme aus einem Teilnehmerfeld zu erstellen – und eine:n Künstler:in zu finden, der oder die durch die Breite seiner:ihrer Fähigkeiten und stilistischen Ausdruckspalette unterschiedliche Juror:innen von sich überzeugen kann. Denn die Jury-Entscheidungen in der ITBCB folgen zwar einem Bewertungshandbuch, das verschiedene Qualitäten wie Technik, Zeitstil-Verständnis, Texttreue oder Bühnenpräsenz auffächert. Aber es sind persönliche Einzelentscheidungen der 9 internationalen Juror:innen. Für jede:n Kandidat:in entscheidet das Mehrheitsprinzip, nur bei Patt-Situationen hat der Vorsitzende der Jury Pavel Gililov das Entscheidungsrecht.

Juror:innen 2023

Die Jury der ITBCB besteht aus international tätigen Pianist:innen, die besonderes Renommée auch als Pädagog:innen genießen. Ihre Exzellenz ist ein wichtiges Kriterium für den künstlerischen Leiter Pavel Gililov, der die Jury zusammenstellt und ihr vorsitzt. Viele von ihnen haben langjährige Erfahrungen als Juror:innen großer Klavierwettbewerbe gesammelt. Zur Jury gehören Professor:innen etwa der Julliard School, der Universität Mozarteum Salzburg oder der Hochschule für Musik in Hannover. Auch der Preisträger der ersten Ausgabe der ITBCB, Jingge Yan, ist in langjähriger Verbundenheit zum Wettbewerb in der Auswahlkommission, die die eingegangenen Bewerbungen prüft und das Teilnehmerfeld auswählt, tätig.

Das Publikum entscheidet mit

Das Publikum hat nicht nur auf eine Weise die Möglichkeit, sich bei der Bewertung der Kandidat:innen einzubringen. Dafür muss man nicht einmal vor Ort sein: Für die Zuhörer:innen der Livestreams (auf der Homepage der ITBCB) gibt es ebenso Abstimmungskanäle.

  • Wettbewerbsrunde 1 & 2: Hier darf das Publikum online über alle Kandidat:innen abstimmen. Die Publikumsstimmen werden als 10. Stimme der Juror:innen gewichtet.
  • Semifinale: Hier darf das live-Publikum im Saal über die Vergabe des Beethoven-Haus-Preises unter den 6 Semifinalist:innen abstimmen.
  • Orchesterfinale: Hier entscheidet das Publikum live im Saal über den Sonderpreis für die beste Interpretation eines Klavierkonzerts im Finale.

Ein Klavierwettbewerb in Bonn

Initiative zur Gründung der ITBCB ging 2005 von der Deutschen Telekom AG und Pavel Gililov, der als künstlerischer Kopf fungierte. Der international bekannte Klavierpädagoge hat an den Musikhochschulen Köln und Salzburg zahlreiche preisgekrönte Pianist:innen ausgebildet. Sein Ziel war und ist es, mit dem Wettbewerb den musikalischen Nachwuchs zu fördern. Bonn und die hier verwurzelte Beethoven-Pflege war für ihn der ideale Ort für einen neuen internationalen Wettbewerb, der diesem Giganten des Klavierrepertoires eine besondere Gewichtung beilegt.

Seit 2005 finden kontinuierlich im 2-jährigen Turnus Wettbewerbe statt. Über die Jahre wuchs die internationale Reputation der ITBCB. Für viele Pianist:innen ist es ein besonderes Gefühl, einen Wettbewerb an der Geburtsstätte Beethovens zu absolvieren. Die enge Kooperation mit dem Beethovenfest Bonn, das den Wettbewerb organisatorisch trägt, hält auch Konzertengagements im Festival für die Preisträger:innen bereit. Außerdem profitieren die Teilnehmenden von den musikalischen Partnern hier vor Ort: Das Beethoven Trio Bonn ist Mitspieler und Juror beim Kammermusik-Finale. Das Beethoven Orchester Bonn begleitet die Finalist:innen bei der Darbietung der Beethoven-Klavierkonzerte. Der oder die Preistträger:in erhält Konzertengagements mit dem städtischen Orchester.

Artikel von Avischag Müller
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