Der indisch-amerikanische Pianist Kunal Lahiry ist ehemaliger BBC New Generation Artist und Stipendiat der Carl-Bechstein-Stiftung für das Jahr 2021. In der Saison 2025/26 setzte Kunal seine enge Zusammenarbeit mit der isländischen Sopranistin Álfheiður Erla Guðmundsdóttir im Rahmen der Initiative ECHO Rising Stars fort und gab Solokonzerte unter anderem im Concertgebouw Amsterdam, in der Elbphilharmonie Hamburg, in der Philharmonie de Paris und im BOZAR Brüssel. Er trat erneut gemeinsam mit der Mezzosopranistin Fleur Barron bei Konzerten in Madrid und Barcelona auf. Mit dem Tenor Freddie Ballentine brachte er ihr Programm »Our People« in das 92nd St Y, New York. In der Carnegie Hall präsentierte er gemeinsam mit dem Bariton Jarrett Ott ein neues Programm zur Feier des 250-jährigen Jubiläums der Vereinigten Staaten. In dieser Saison wird auch Kunals neues Solo-Klavierprogramm »Journey to Softness« uraufgeführt, das im Pierre Boulez Saal Berlin und in der Philharmonie Duisburg zu hören ist.
Zu seinen früheren Projekten gehört »Power and the Glory«, ein Programm, das sich mit dem Kolonialismus und seinen musikalischen Resonanzen weltweit auseinandersetzt. Die Tournee durch die Vereinigten Staaten gipfelte in einem triumphalen, ausverkauften Debüt in der Carnegie Hall. Im Jahr 2023 konzipierte er »Apparition«, eine Neuinterpretation von George Crumbs Zyklus, verwoben mit nordischer Musik, die bei den Icelandic Music Awards für den Best Live Music Act of the Year nominiert wurde. Beim Heidelberger Frühling Lied.LAB 2022 schuf er »Sleep Cycle of an Insomniac«, eine immersive Reise, inspiriert von Max Richters Sleep. Sein groß angelegtes Projekt »TransWinterreise« interpretiert Schuberts Winterreise aus einer queeren Perspektive neu, in Zusammenarbeit mit 24 zeitgenössischen Komponist:innen und Dichter:innen.
Zu seinen interdisziplinären Kooperationen zählt »Raw Cacao« mit dem Drag-Künstler Le Gateau Chocolat, eine Fusion aus Kabarett, Folk, Disco und Kunstlied. Zusammen mit der Sängerin Lie Ning verbindet er Klavierkunst und Pop-Ästhetik.
Als Artist-in-Residence bei LIFE Victoria Barcelona (2023–24) präsentierte er verschiedene Konzertformate, darunter »Five Centuries of Song«, und arbeitete mit der Sopranistin Siobhan Stagg zusammen. Außerdem war er als musikalischer Assistent bei der Entstehung von »Nine Jewelled Dear« beim Festival d’Aix-en-Provence tätig. Im Jahr 2023 konzipierte und kuratierte er das Queer Song Festival in St. George’s Bristol, das auf BBC Radio 3 übertragen wurde.
Seine jüngsten internationalen Tourneen führten ihn nach Indien sowie in den Musikverein (Wien), die Elbphilharmonie (Hamburg), die Wigmore Hall (London), das Concertgebouw (Amsterdam), das Gulbenkian (Lissabon), das Théâtre de l’Athénée (Paris) und das Konzerthaus Berlin.
Im Bereich der Aufnahmen veröffentlichte er die Single Unsung (2023) mit der Cellistin Sophie Kauer (aus dem Film TÁR) bei der Deutschen Grammophon; sie erreichte Platz 1 der US-amerikanischen Classical On-Demand Audio Streaming Charts.
Kunal Lahiry stammt ursprünglich aus Gainesville, Georgia (USA), und ist Absolvent der McGill University (Schulich-Stipendiat) sowie der Hochschule für Musik Hanns Eisler (Berlin) mit Auszeichnung im Fach Liedgesang. Er hat an renommierten Akademien teilgenommen, darunter die Royaumont-Orsay, das Carnegie Hall Song Studio (unter der Leitung von Renée Fleming) und die Heidelberger Liedakademie (Thomas Hampson).
