Verehrtes Publikum, 

»Auferstehn, ja auferstehn … wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh!«

So heißt es im Gedicht »Die Auferstehung« von Friedrich Gottlieb Klopstock. Gustav Mahler hat es in seiner zweiten Symphonie vertont. Zum ersten Mal fügte er hier die menschliche Stimme in das symphonische Gewebe ein – nicht anders als Beethoven in seiner Neunten.

Diese zuversichtlichen Zeilen haben wir zum Motto unseres Beethovenfestes 2021 erwählt.

Beethovens neunte Symphonie erklingt zur Eröffnung, den Abschluss bildet Mahlers »Auferstehungssymphonie«. Hier Beethovens letztes Wort – dort seine Fortsetzung und Übergipfelung durch Mahler. Werkgeschichtlich hängen auch die Neunte und die »Missa solemnis« zusammen. Deshalb, bereits im Mai, ein Sonderkonzert mit der »Missa« im Kölner Dom – nicht ohne überraschendes Zwischenspiel.
Und noch einmal Köln: ein internationales Jugendorchester wagt sich an die monumentale Raumkunst-Komposition »Gruppen« von Karlheinz Stockhausen.

Ein Zug zum Universellen und Spirituellen kennzeichnet die Orchesterstücke des Beethovenfestes 2021. Darunter die Wiener Philharmoniker mit dem »berühmtesten Schubert« und dem »berühmtesten Bruckner«, darunter auch das Orchestre des Champs-Elysées mit dem »Requiem« von Gabriel Fauré und Strawinskys »Psalmensymphonie«.

Zu großen Geburtstagen darf man auch verspätet gratulieren. Alle neun Symphonien Beethovens erklingen, gespielt von fünf europäischen Orchestern, dreimal im »Originalklang«, zweimal mit modernen Orchestern. Das ergibt verschiedene Lesarten dieser bekannten Werke und vermittelt die Idee des Weltbürgers Beethoven. Als zartes Echo dann »alle Neune« auch in den Klavier-Transkriptionen von Franz Liszt – nur von erlesenen Virtuosen zu meistern.

Musikalische Entwicklungen zeigen, Überschreibungen wagen – das sind die ästhetischen Strategien des Beethovenfestes. Ausgehend von Beethovens späten Sonaten gestaltet der Pianist Marino Formenti eine Reise durch Moderne und Gegenwart, zwei Beethoven-Streichquartette werden in zeitgenössische Körper- und Bildersprache übersetzt, schließlich gibt Prometheus die Anregung zu einer neuen Arbeit des mythenbesessenen Künstlers Romeo Castellucci.

Prominente Solisten, glänzende Kammermusik-Ensembles und sturmerprobte Dirigenten kennzeichnen das Beethovenfest 2021. Und wir sorgen für die Zukunft: mit einer bestens aufgestellten Education-Abteilung.

»Von Herzen – möge es wieder zu Herzen gehen!« So möchten wir unser Publikum begrüßen – mit den Worten Ludwig van Beethovens.

Ihre 
Nike Wagner