Scott Gibbons

Seit über 30 Jahren ist Scott Gibbons als Komponist tätig, wobei er einerseits mit natürlichen Klängen arbeitet, aber andererseits auch aus den Möglichkeiten der Audiotechnologie schöpft. Obwohl seine Arbeit als wegweisend im Bereich des Dark Ambient gelten, lassen sich seine Werke nicht leicht einordnen. Seine Kompositionen sind genauestens austariert zwischen ephemer und physisch, konzentrieren sich oftmals auf Frequenzen, die im Grenzbereich menschlichen Hörens liegen und arbeiten mit Stille als zentralem Element.

Eine Reihe früher Veröffentlichungen unter dem Sub Rosa Label - die nur auf einzelnen natürlichen Sounds z.B. von Steinen oder Wind basieren – wurde weltweit gelobt und bot Inspiration für zahlreiche „single-source“ Künstler nachfolgender Generationen. Scott Gibbons erfand viele einzigartige elektronische Instrumente für die Bühne und schuf sich eine nennenswerte Reputation durch seine Live-Auftritte.  Sein erstes Live-Album – »Field Notes« aus dem Jahr 1999 – wurde vom All-Music Guide als »Bestes Album des Jahres« über alle Genres hinweg ausgezeichnet. Gibbons schuf außerdem zahlreiche Arbeiten für großformatige Produktionen der Groupe F um Feuerwerke zu begleiten, wobei er den Klang der Pyrotechnik in die musikalischen Arrangements integrierte.

Neben seiner Zusammenarbeit mit Ensembles aus dem Bereich der Alten Musik wie dem Hilliard Ensemble und dem Roberto Gini Ensemble, hat Gibbons auch mit zeitgenössischen Künstlern wie Dead Voices on Air, Not Breathing und den Flying Luttenbachers zusammengearbeitet. Mit verschiedenen Formationen sowie als Solokünstler hat er insgesamt über 30 Alben veröffentlicht, darunter auch wegweisende Werke der Elektro-Akustik. Zunehmend versuchte er, Musik mit anderen Disziplinen zu verknüpfen und mit Künstlern verschiedener Bereiche zusammen zu arbeiten.

Mit dem Regisseur Romeo Castellucci und der Socìetas Raffaello Sanzio verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit, unter anderem im Rahmen der Stücke »Genesi: From the Museum of Sleep«, »Tragedia Endogonida«, »Inferno, Purgatorio, Paradiso« und »FOLK«.

Scott Gibbons beim Beethovenfest