Schwerpunkte

Neben den Kompositionen von Beethoven widmen sie sich den Schlüsselwerken der Saison oder selten zu hörenden Raritäten. Freuen Sie sich mit uns auf das Collegium Vocale Gent und das Orchestre des Champs-Elysées, auf die Wiener Philharmoniker und das Mahler Chamber Orchestra, auf das faszinierende Geigenspiel von Daniel Hope und Carolin Widmann, auf charismatische Dirigenten wie Philippe Herreweghe und Herbert Blomstedt – und auf viele weitere große Künstler.

Die Übertragung der neun Symphonien Beethovens in »Partitions de piano« könnte man als Symphonik im Hausmusikformat bezeichnen – transkribiert allerdings ohne jede Rücksicht auf Spielbarkeit. Nur außerordentlich virtuose und stilsichere Pianisten sind diesen Transkriptionen gewachsen. 2021 lädt das Beethovenfest zu einem Gipfeltreffen solch seltener Tastenkünstler. Sie werden »alle Neune« – analog zum Symphonien- Zyklus – unter sich aufteilen. Große Könner und Liszt-Kenner sind sie alle.

So auch bei seinem Projekt in der Beethovenhalle, bei dem die Unfertigkeit der Baustelle mit Skizzen und Entwürfen aus der Feder bekannter Komponisten aufeinandertrifft. Für seine drei weiteren Konzerte bekam der Pianist eine »carte blanche«, die ihn zu einer Gestaltung von drei Programmen rund um die drei letzten Klaviersonaten Beethovens inspirierte. Es wird offenbar, wie sehr diese außergewöhnlichen Werke bis in das 20. Jahrhundert hineinstrahlen. Fraglos verfügt Formenti auch über die ausgeklügelten Spieltechniken, die seinen eigensinnigen Programmen zu angemessener Wirkung verhelfen: eine Residency, die zu einem Streifzug durch verschiedene musikalische Epochen bis in die Gegenwart einlädt.

»Tu, was du willst!« Dieser Leitspruch ist in Michael Endes Roman »Die unendliche Geschichte« auf der Rückseite eines magischen Amuletts zu lesen. Es verheißt seinem Träger die Erfüllung aller Wünsche. Das Auryn – so der Name des Amuletts – stand Pate für das Auryn Quartett, das nun seit vielen Jahren erfolgreich unterwegs ist. Hier tun vier Streicher gewissermaßen, »was sie wollen« und gewannen dafür viele Preise und Auszeichnungen. Das Beethovenfest hat ihren Leitspruch aufgegriffen und das Quartett gebeten, gemeinsam mit befreundeten Bläsersolisten drei Konzerte für eine Tournee durch den Rhein-Sieg-Kreis zu konzipieren, bei denen groß besetzte Kammermusik für Bläser und Streicher erklingen soll. Das Ergebnis versammelt – ausgehend von selten gespielten Werken Beethovens – Kleinode der Kammermusik.

In seinem jetzigen Zustand wirkt dieses Hallenbad zugleich vertraut wie auch fremd, die Becken ohne Wasser offenbaren eine überdeutliche Leere und schaffen einen Raum im Raum. Die erfolgreiche Klangkünstlerin Susan Philipsz und der international gefeierte Regisseur Romeo Castellucci werden, inspiriert von diesem seit vielen Jahren verwaisten, auratischen Ort, zwei eigenständige Arbeiten entwickeln. Wie aber werden sie mit der Leere, der »Fehlstelle«, der Verlassenheit dieses Ortes umgehen? Susan Philipsz setzt der Stille des ehemals belebten Bades die Klänge ihrer eigenen Stimme entgegen, wie Echos der Vergangenheit suchen sie nun die Besucher heim. Während ihre Installation an Erinnerungen rührt, ist für Romeo Castellucci das Bad ein Symbol des Vakuums, des Vergessens und der Sprachlosigkeit. Seine performative Arbeit entwirft eine zeitgenössische, kritisch fragende Perspektive auf den Prometheus-Stoff. Immer wieder flackern darin Elemente aus Beethovens »Geschöpfen des Prometheus« auf, entschwundene Spuren…