25.8.–17.9. 2022

CocoonDance wurde 2000 von der Choreografin Rafaële Giovanola und dem Dramaturgen Rainald Endraß anlässlich einer Einladung zum Festival OFF Avignon gegründet. Die in Baltimore geborene Schweizerin war nach einem Studium bei Marika Besobrasova in Monte Carlo zunächst Solistin in Turin, bevor sie von William Forsythe für acht Jahre an das Ballett Frankfurt engagiert wurde. Seit 2004 bespielt und leitet die Company die Sparte Tanz in dem von der Bundesstadt Bonn institutionell geförderten freien Theater im Ballsaal, einem Haus der produzierenden Künstler, Schnittstelle und Wirkungsbereich verschiedenster Felder des zeitgenössischen Tanzes.

Die seit 2000 entstandenen rund vierzig abendfüllenden Produktionen von CocoonDance wurden zu Gastspielen auf mittlerweile fünf Kontinenten eingeladen und mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. 2018 und 2020 war CocoonDance zur TANZPLATTFORM DEUTSCHLAND, der wichtigsten Biennale für zeitgenössischen Tanz eingeladen.

Motor der künstlerischen Entwicklung ist wesentlich die Improvisations- und Ensemblearbeit. Kollektive Entscheidungsprozesse und eine enorm kontinuierliche Teamarbeit begründen die ästhetische Dichte der Arbeiten. Mit seinen Arbeiten sprengt das Bonner Tanzensemble immer wieder das konventionelle Bühnenerlebnis – nicht nur, was den Raum betrifft.

Über die Denkfigur des ›ungedachten Körpers‹ setzt CocoonDance sich seit 2016 mit Disziplinen und Bewegungstechniken auseinander, die dem Tanz oft fremd sind. In dieser Weise werden tradierte Körperbilder dekonstruiert und zu ganz neuen Körperkonzepten verschmolzen. Die solchermaßen erzeugten Kunstkörper ermöglichen, die Narrative von Körper und Geschlecht infrage zu stellen. So ergeben sich »Experimente zur Wahrnehmung des Körpers, des Anderen und des Selbst«, die keiner bestimmten Dramaturgie folgen, außer der des Körpers. Körper, die in etwas Fremdes verwandelt werden und Bewegungen, die nicht nur die Körper der Tänzer, sondern auch die der Zuschauer bewegen.

Konzerte im Festival