Motto - Ins Offene

Es ist Hölderlins Elegie »Der Gang aufs Land« entnommen, in der zum Aufbruch an einen in der Zukunft liegenden Ort aufgerufen wird, an dem Konventionen überwunden und Grenzen ausgelotet werden können. Ausgangspunkt unseres Programms ist die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert, von deren gesellschaftlichem Umbruch besonders Beethovens Werke geprägt sind. Für die Ideale der Zeit, aber auch des Individuums hat er eine universale Sprache kreiert, die bis heute verstanden wird.»… Ins Offene …« heißt auch Peter Ruzickas kom­positorische Auseinandersetzung mit Hölderlin. Ihm als »Composer in Residence« widmen wir ein Porträt, in dem die Uraufführung seines Werkes »… Über die Grenze …« einen Höhepunkt ausmacht. In der Musik liegt Utopia da, wo das Vorhandene vom Künstler in neue Zusam­menhänge gebracht wird.
In diesem Kontext sind auch unsere Kompositionsaufträge an Jörg Widmann und Jan Müller-Wieland zu sehen. Nur durch gewachsene Beziehungen zu renommierten Künstlern gelingt es uns, Konzertformate aufzubrechen und innovative Programme zu entwickeln. Freuen Sie sich erneut auf Hélène Grimaud, Sol Gabetta, Paavo Järvi, Kent Nagano, András Schiff, Sir Neville Marriner, Daniel Hope und Martin Grubinger sowie auf zahlreiche Debüts. Nutzen Sie die Gelegenheit, erstmals in Europa das Teresa Carreño Youth Orchestra Venezuelas und die Sinfônica Heliópolis, das nationale Jugendorchester Brasiliens, zu erleben.
Die außergewöhnliche Qualität der Musiker und Ensembles käme noch viel besser zum Tragen in einem Saal mit herausragender Akustik und Architektur. Das neue Beethoven Festspielhaus Bonn bietet eine einmalige Chance, langfristig Veranstaltungen von höchster Qualität in Bonn zu präsentieren und für den 250. Geburtstag Beethovens 2020 optimal vorbereitet zu sein.
Ich danke von Herzen allen Förderern, Sponsoren und unserem Schirmherrn, Dr. José Antonio Abreu, für das entgegengebrachte Vertrauen und ihre großartige Unterstützung auf unserem Weg dorthin!

 

Ihre Ilona Schmiel
Intendantin des Beethovenfestes Bonn

Bonn, März 2010