Profil

Jedes Jahr im Herbst zwischen Ende August und Anfang Oktober feiert die Beethovenstadt Bonn das Beethovenfest. Dazu begrüßt sie internationale Spitzenorchester, bedeutende Ensembles, prominente Solisten und vielversprechende Nachwuchskünstler. Beim Beethovenfest treten renommierte Beethoveninterpreten und große Stars auf wie Lorin Maazel, Kurt Masur, Hélène Grimaud, Paavo Järvi, Gustavo Dudamel, Daniel Hope und Martin Grubinger. Diese und viele weitere berühmte Musiker kehren regelmäßig nach Bonn zurück, um beim Beethovenfest Programme zu präsentieren, die sie exklusiv für das Festival erarbeiten. Mit diesem Profil hat sich das Beethovenfest in der internationalen Musikfestival-Landschaft etabliert.

Repertoire und Dramaturgie

Das Beethovenfest Bonn fühlt sich verpflichtet, das Repertoire des 21. Jahrhunderts mitzugestalten. Es erteilt jährlich Kompositionsaufträge, seit der Übernahme der Intendanz durch Ilona Schmiel gab es beim Beethovenfest Bonn 2004 bis einschließlich des Beethovenfestes Bonn 2011 insgesamt 43 Uraufführungen. Zukunftsdenkend und revolutionär sind die Leitlinien der Programmgestaltung Ilona Schmiels, genauso wie Ludwig van Beethoven zu seiner Zeit war.

Sein innovatives Profil zeigt das Beethovenfest nicht nur in der Vergabe von Auftragswerken, sondern auch in dem Ansatz, neue Formen der Auseinandersetzung mit Beethoven und seinem Oeuvre zu fördern. Dazu zählt seit 2006 das Projekt »Look at Beethoven«, bei dem junge Medienschaffende ihren Zugang zu Beethoven in Kurzfilmen, Installationen und Videoclips visualisieren. Das Beethovenfest Bonn wird mit diesem Projekt ein Treffpunkt für junge Filmemacher und zu einem Forum für den zeitgenössischen Musikfilm.

Das erfolgreiche Konzept des Beethovenfestes Bonn – 2011 wurde eine Platzauslastung von 88 Prozent, 2010 von 86 Prozent, 2009 von 90 Prozent erreicht – beruht auf drei Konstanten:
1. Beethovens Werk ist nicht musealer Inhalt des Festes, sondern unerschöpfliches Kraftzentrum zur lebendigen Auseinandersetzung.
2. Das Programm dient als Plattform der Begegnung und des künstlerischen Austausches zwischen berühmten Musikern und hochbegabten Nachwuchskünstlern. In dem hohen Stellenwert, den das Beethovenfest Bonn bei Sponsoren, Medienpartnern und Publikum gewonnen hat, spiegeln sich Richtigkeit und Überzeugungskraft von diesem Profil.
3. Das Beethovenfest findet nicht nur in Bonn selbst, sondern auch in zahlreichen Ambiente-Spielstätten des rheinischen Umlandes statt.

Beethovenfeste ab 2004

In rund 60 Konzerten und Opernaufführungen stand beim Beethovenfest von 2004 bis 2007 jährlich ein anderer Kulturraum im Mittelpunkt, mit dem Beethovens Werke in Beziehung gesetzt wurden ebenso wie die Musik seiner Zeit, der nachfolgenden Jahrhunderte und zeitgenössische Musik. Auch die Beethovenfeste Bonn 2008 bis 2010 standen thematisch übergreifend in einem Zusammenhang. 2008 lautete das Motto »Macht. Musik.«. Ausgehend von Beethovens politischem Vermächtnis beleuchtete das Beethovenfest ideologische Vereinnahmung und Ausgrenzung von Komponisten und deren Werken im 20. Jahrhundert. Lichtgestalten und einzigartige, faszinierende künstlerische Positionen und Musikstile beleuchtete das Beethovenfest Bonn 2009 unter dem Motto »Im Licht – Die romantische Verklärung des Künstlers«. Das Beethovenfest Bonn 2010 ermutigte unter dem Motto »Ins Offene. Utopie und Freiheit in der Musik« Künstler, auf höchstem Niveau neue Formate auszuprobieren, tradierte Grenzen des Konzertrituals zu sprengen und unkonventionelle Ansätze zu suchen, mit musikalischem Material zu arbeiten.
Im Liszt-Jahr 2011 blickte das Beethovenfest Bonn auf seine lange Tradition zurück: 1845 organisierte Franz Liszt zur Einweihung des Beethoven-Denkmals auf dem Münsterplatz anlässlich des 75. Geburtstags des Komponisten ein dreitägiges Musikfest. Das Beethovenfest Bonn 2011 stellte unter dem Motto »Zukunftsmusik« Liszt als Persönlichkeit, Visionär, Mäzen und Komponisten vor, der Beethoven verehrte und davon ausgehend seine eigene »Zukunftsmusik« entwickelte, die bis ins 20. Jahrhundert nachwirkte.
Das Rahmenprogramm beschäftigte sich in weiteren 70-100 Veranstaltungen, zu denen Lesungen, Symposien, Schülerprojekte, Ausstellungen und Filme gehören, mit dem jeweiligen Motto.

Spielstätten

Weit über das Rheinland hinaus findet das Beethovenfest Bonn Beachtung, das für Kulturinteressierte aus aller Welt auch wegen seiner reizvollen Umgebung ein beliebtes Reiseziel ist. Die Spielstätten des Beethovenfestes Bonn sind ganz unterschiedlicher Art, jede ausgewählt eigens als ideales Forum für die jeweilige Darbietung: Der Besucher hat die Möglichkeit, Konzerte nicht nur in Konzertsälen wie der Beethovenhalle Bonn und dem Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses, sondern auch in Kirchen (z.B. St. Evergislus in Bornheim), Museumsräumen (Kunstmuseum, Bundeskunsthalle, Haus der Geschichte), ehemaligen Bundestagsgebäuden (Altes Wasserwerk), Räumen des politischen Lebens (Palais Schaumburg, Villa Hammerschmidt, Grandhotel auf dem Petersberg), historischen Industriebauten (Straßenbahnhalle Dransdorf) und modernen Firmenforen (Telekom Forum, Volksbankhaus) zu erleben.

Geschichte

Die Tradition des Bonner Beethovenfestes reicht zurück bis in das Jahr 1845, als zur Einweihung des Beethoven-Denkmals anlässlich des 75. Geburtstages des Komponisten auf dem Münsterplatz ein dreitägiges Musikfest stattfand. Sein heutiges Profil als jährlich vier Wochen lang im Herbst stattfindendes Festival erhielt das Beethovenfest Bonn 1999.
Seit dem 1. Oktober 1998 firmiert die Internationale Beethovenfeste Bonn gGmbH als Trägerin des Beethovenfestes, die von der Stadt Bonn gegründet und finanziell ausgestattet wurde. Zweiter Gesellschafter neben der Stadt Bonn ist die Deutsche Welle, die mit ihrer Medienleistung für die weltweite Verbreitung des Festivals sorgt. Das Festival kooperiert eng mit den städtischen Kultureinrichtungen – dem Beethoven Orchester Bonn, dem Theater Bonn sowie dem Beethoven-Haus Bonn. Das Beethovenfest verfügt über eine souveräne künstlerische Gestaltungsfreiheit und ist wirtschaftlich eigenverantwortlich, der Intendant ist zugleich Geschäftsführer der gGmbH. Franz Willnauer leitete das Beethovenfest bis Ende 2003, im Januar 2004 übernahm Ilona Schmiel die Geschäftsführung und Intendanz.

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