Künstlerbiographien
Isabelle Faust
Isabelle Faust nimmt Musik aus einer Perspektive wahr, in der das immer neue Erleben und Entdecken im Mittelpunkt stehen. Bereits im Alter von elf Jahren gründet sie ein Streichquartett und macht dort die Erfahrung, dass Musik ein Prozess des Gebens und Nehmens ist, bei dem das Zuhören ebenso wichtig ist wie das Einbringen der eigenen Persönlichkeit.
Als sich nach dem Gewinn des Leopold-Mozart-Wettbewerbs 1987 für die 15-Jährige die Solistenlaufbahn ankündigt, bleibt diese Prägung durch das Quartettspiel bestimmend: Mit Christoph Poppen sucht sich Isabelle Faust einen Lehrer, der die musikalischen Überzeugungen seiner Schülerin teilt und fördert. Nach dem Gewinn des Paganini-Wettbewerbs 1993 geht Isabelle Faust nach Frankreich, macht durch erste Aufnahmen mit Sonaten von Bartók, Szymanowski und Janáček von sich reden und lässt indes die Kernstücke des Violinrepertoires langsam heranreifen.
2003 präsentiert sie mit dem Dvořák-Violinkonzert ihre erste Einspielung eines großen romantischen Orchesterwerks, 2007 folgt ihre Version des Beethoven-Violinkonzerts, in dem sich auch die Auseinandersetzung mit der historischen Aufführungspraxis niederschlägt. Ihre Offenheit und ihre Suche nach musikalischem Ideenaustausch hat Isabelle Faust auch zu einer begehrten Interpretin zeitgenössischer Violinliteratur werden lassen. Von Olivier Messiaen über Werner Egk bis zu Jörg Widmann reicht die Liste der Komponisten, deren Werke sie bislang zur Uraufführung brachte, leidenschaftlich setzt sie sich für die Musik von György Ligeti, Morton Feldman oder Luigi Nono ein.
Mit ihrem Duopartner, dem Pianisten Alexander Melnikov, beleuchtet sie in Einspielungen für harmonia mundi das kammermusikalische Repertoire von den verschiedensten Seiten. Zuletzt sind sämtliche Beethoven-Sonaten erschienen. Immer mehr Orchester und Dirigenten haben Isabelle Faust in den vergangenen Jahren schätzen gelernt: Claudio Abbado, Daniel Harding, James Levine, die Münchner Philharmoniker, das Orchestre de Paris, das Boston Symphony Orchestra, das BBC Symphony Orchestra und das Mahler Chamber Orchestra sind nur Beispiele für die zahlreiche künstlerische Partnerschaften. 2009 gab Isabelle Faust ihr Debüt mit den Berliner Philharmonikern.
Isabelle Faust spielt die „Dornröschen“-Stradivari aus dem Jahr 1704, die ihr von der L-Bank Baden-Württemberg zur Verfügung gestellt wird.
Stand: Januar 2010
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